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Wahlkampf um AUA-Bordbetriebsrat

05.09.2012 | 16:06 |  von Hedi Schneid (Die Presse)

Luftfahrt. Anders als geplant treten bei der Neuwahl der Arbeitnehmervertretung ab 27. September AUA und Tyrolean mit getrennten Listen an.

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[Wien] Seit 1. Juli ist der Flugbetrieb der AUA und deren Regionaltochter Tyrolean eine Einheit. Der von AUA-Boss Jaan Albrecht initiierte und von den Betriebsräten heftig bekämpfte Betriebsübergang von der AUA zur Tyrolean ist Teil des 260 Mio. Euro schweren Sparpakets, das die AUA in die Gewinnzone bringen soll. Die rund 2500 Piloten und Flugbegleiter haben aber derzeit keine Vertretung, weil die AUA-Spitze den am 4. Juli interimistisch konstituierten AUA-Bordbetriebsratschef Karl Minhard nicht anerkennt, sondern nur den Tyrolean-Bordbetriebsrat. Das soll sich nun ändern. Vom 27. September bis 1. Oktober wählt das fliegende Personal einen neue einheitliche Vertretung, wie Tyrolean-Bordbetriebsratschef Thomas Blaska der „Presse" sagt.

Mit der Einheit, die noch im Juli beschworen wurde, um sich nicht mehr „gegeneinander ausspielen zu lassen" ist das aber so eine Sache. Denn Blaska und Minhard treten mit zwei getrennten Listen an. Möglicherweise wird es noch weitere Listen geben. Der Wahlkampf ist damit eröffnet.

„Wir sind noch nicht so weit, das dauert noch Jahre, bis die Kulturen zusammenwachsen", sagt Blaska. Minhard sieht das ähnlich und spricht von einer „Zwangsehe", in der man zusammenarbeite. Zwar seien alle formalen Schritte für den Betriebsübergang vollzogen, aber die Praxis sehe anders aus. So etwa fahren die Crews immer noch in verschiedenen Bussen zu ihren Flugzeugen, auch die Personalplanung läuft getrennt. Die Neuwahlen seien jedoch wichtig und notwendig, um das Vakuum zu beseitigen.

Viele Klagen anhängig

Außerdem hängt der Betriebsübergang, der die Personalkosten um rund 25 Prozent senken soll, rechtlich noch in der Luft. In mehreren Klagen, unter anderem direkt beim Obersten Gerichtshof (OGH), geht die Gewerkschaft gegen den Betriebsübergang vor. Auch die im Frühjahr erfolgte Aufkündigung des AUA-Bordkollektivvertrags durch das AUA-Management ist gerichtsanhängig.

„Solange wir uns in diesem Graubereich bewegen, sind die verschiedenen Wahllisten verständlich", meint Blaska. Eine Schwächung seiner Position - er vertritt 930 „Tiroler", Minhard 1800 AUA-Kollegen - sieht er nicht. Es sei ja jedem Mitarbeiter freigestellt, wen er wähle. Letztlich würde aus den stimmenstärksten Bewerbern eine einheitliche Vertretung aus 18 Mitgliedern gebildet.
Eine der wichtigsten Aufgaben für den neuen Bordbetriebsrat, der Mitte Oktober konstituiert sein soll, wird die Verhandlung eines neuen Kollektivvertrags für das gesamte Bordpersonal sein. Dies strebt auch Albrecht an. Blaska preschte bereits mit einem Entwurf vor. Inzwischen ist er aber sicher, dass sich das neue Regelwerk heuer nicht mehr ausgehen werde.

("Die Presse", Print-Ausgabe, 6. September 2012)

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15 Kommentare

bitte um Antwort

wenn mir wer sagen könnte, warum hier mit so grosser Begeisterung für ein privates Unternehmen im Besitz der deutschen Lufthansa gepostet wird und gesetzlich geregelte österreichische Arbeitnehmerrechte in Frage gestellt werden.

1 0

... warum geht Ambühl???

... Albrechts Top-Sanierer verläßt AUA - warum???

Re: ... warum geht Ambühl???

Tut er das? Welche Quelle haben Sie?

jetzt oder nie

Bin schon gespannt ob Minhard irgendwelche Stimmen bekommt! Da kann man nur hoffen das auch die letzten AUA Schafe mal aufwachen.

Minhard go home

Wenn dann einmal das Betriebsratsmandat weg ist, war es das mit dem Kündigungsschutz.

Viel Spaß beim Klinken putzen am Golf, dort sind sie nämlich sicher ganz besonders heiß auf Möchtegern-beamtete Quertreiber.

Re: Minhard go home

Man kann von Minhard halten was man will, aber Ihr Beitrag zeigt nicht von übertriebener Sachkenntnis. Am besten fragen Sie jemand in der sich auskennt über das "Senioritätsprinzip" einer seriösen Airline und auch über deren Einfluss auf die Flugsicherheit.

Re: Re: Minhard go home

Nichts liegt mir ferner, als die fachliche Qualifikation des Herrn Minhard zu beurteilen - als Nicht-Pilot obliegt mir dergleichen nicht.

Allerdings wird der beste Pilot der Welt untragbar, wenn er - nicht zuletzt unter Ausnutzung seines Kündigungsschutzes - absichtlich und bewusst sein Unternehmen schädigt und diskreditiert UND auch noch andere aktiv dazu aufwiegelt, es ihm gleichzutun (nur ein Stichwort von vielen: unfit to fly).

Daher wird es Herrn Minhard ergehen wie Herrn Hable, sobald er sich nicht mehr hinter diesem Anachronismus verstecken kann.

Re: Re: Re: Minhard go home

Erstens: Ich bin kein Fan von Hr. Minhard.
Zweitens: Es gibt in jeder seriösen Airline eine " Senioritätsliste" und man kann niemand einfach rauswerfen wenn er sich fliegerisch nichts zu schulden hat kommen lassen. Ich würde ungern in einen Flieger steigen wo das nicht so ist. "Du fliegst den kaputten Flieger nicht, dann schmeissen wir Dich raus" das Thema ist leider etwas komplexer! Dieser erhöhte Kündigungsschutz von Piloten dient der Sicherheit!!!!

Re: Re: Re: Re: Minhard go home

Sie verstehen aber schon, dass absichtliches Diskreditieren des Arbeitgebers durch den Arbeitnehmer jeglichen vermeintlichen oder tatsächlichen Vorteil, der durch Seniorität entstehen könnte, mehr als aufhebt?

Antworten Antworten Antworten Antworten Antworten Gast: Kigeca
07.09.2012 09:30
1 9

Diskreditierungen

Diskreditierungen einzelner Mitarbeiter in den Medien durch den Vorstand sind natürlich völlig legitim (Minhard, unfit to fly, Hable, ...).

Dass sie funktionieren sieht man allein schon daran, wie viele Lemminge hier beim Namen "Minhard" sofort kläffen und schnappen wie kleine Fifis...

Re: Diskreditierungen

Die Herren Minhard und Hable diskreditieren sich durch ihre Aussagen und Handlungen schon sehr gut selbst, da bedarf es gar keiner Medien.

Und das selbe tun Sie übrigens auch mit Aussagen wie den Ihren, die Sie als seriösen Gesprächspartner nachhaltig disqualifizieren.

Antworten Antworten Antworten Antworten Antworten Antworten Antworten Gast: Kigeca
07.09.2012 12:00
2 7

Re: Re: Diskreditierungen

uiii... da is wer beleidigt... Volltreffer!!!

Re: Re: Re: Diskreditierungen

Troll.

Re: Re: Minhard go home

bei dem was Minhard bisher geleistet ist es wohl besser das der Herr die AUA verlässt, hochkant rausgeschmissen am besten. Wollte der nicht eigentlich eh nach Abu-Dhabi?

Minhard = unfit-to-fly

Die Wahl haben!

"Getrennte Listen" bedeutet, dass die Leute die Wahl haben. Sonst könnte man ja Nordkoreanisch abstimmen. Jeder wählt und nach dem Ergebnis wird der Betriebsrat zusammengesetzt. Demokratischer als im Parlament, wo eine Koalition mit knapp über 50% sich auf 100% der Posten setzt!

Hobbyökonom