Der Euro hat Freitag früh erstmals seit Mitte März wieder über 1,21 Franken notiert. Die europäische Gemeinschaftswährung gewinnt damit an Stärke, nachdem die Europäische Zentralbank (EZB) unbegrenzte Käufe von Staatsanleihen von Euro-Krisenstaaten angekündigt hat. Kurz nach 9 Uhr notierte der Euro bei 1,212 Franken. Das nimmt auch Druck von der Schweizerischen Nationalbank (SNB) im Kampf um den Euro-Mindestkurs.
Im August hatte die SNB im Kampf um den Mindestkurs von 1,20 Franken wieder umfangreiche Interventionen vornehmen müssen. Im August sind deren Devisenanlagen um 9,8 Milliarden auf 418,4 Milliarden Franken (347 Mrd. Euro) gestiegen sind, wie sie am Freitag bekanntgab. Ein Großteil des Anstiegs ist auf Devisenkäufe im Zusammenhang mit dem Mindestkurs zurückzuführen.
Mindestkurs auf Dauer zu verteidigen?
Erst am Donnerstag hatte der Mindestkurs des Schweizer Franken gegenüber dem Euro seinen ersten Geburtstag gefeiert. Analysten der US-Investmentbank JP Morgan Chase sind allerdings der Ansicht, dass die SNB die Kursgrenze auf Dauer nicht wird verteidigen können, wie "Die Presse" berichtete. "Der Mindestkurs ist keine angemessene Basis für eine längerfristige Geldpolitik. Irgendwann werden die Kosten die positiven Effekte überwiegen", sagt Paul Meggyesi von JP Morgan. Die Bank glaubt, dass der Kurs zum Jahresende 1,15 Franken je Euro betragen wird.
(APA)
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