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Euro erstmals seit März wieder über 1,21 Franken

07.09.2012 | 09:34 |   (DiePresse.com)

Erst im August nahm die Schweizer Notenbank massive Devisenkäufe vor, um den von ihr vorgegebenen Mindestkurs von 1,20 Franken zu halten.

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Der Euro hat Freitag früh erstmals seit Mitte März wieder über 1,21 Franken notiert. Die europäische Gemeinschaftswährung gewinnt damit an Stärke, nachdem die Europäische Zentralbank (EZB) unbegrenzte Käufe von Staatsanleihen von Euro-Krisenstaaten angekündigt hat. Kurz nach 9 Uhr notierte der Euro bei 1,212 Franken. Das nimmt auch Druck von der Schweizerischen Nationalbank (SNB) im Kampf um den Euro-Mindestkurs.

Im August hatte die SNB im Kampf um den Mindestkurs von 1,20 Franken wieder umfangreiche Interventionen vornehmen müssen. Im August sind deren Devisenanlagen um 9,8 Milliarden auf 418,4 Milliarden Franken (347 Mrd. Euro) gestiegen sind, wie sie am Freitag bekanntgab. Ein Großteil des Anstiegs ist auf Devisenkäufe im Zusammenhang mit dem Mindestkurs zurückzuführen.

Mindestkurs auf Dauer zu verteidigen?

Erst am Donnerstag hatte der Mindestkurs des Schweizer Franken gegenüber dem Euro seinen ersten Geburtstag gefeiert. Analysten der US-Investmentbank JP Morgan Chase sind allerdings der Ansicht, dass die SNB die Kursgrenze auf Dauer nicht wird verteidigen können, wie "Die Presse" berichtete. "Der Mindestkurs ist keine angemessene Basis für eine längerfristige Geldpolitik. Irgendwann werden die Kosten die positiven Effekte überwiegen", sagt Paul Meggyesi von JP Morgan. Die Bank glaubt, dass der Kurs zum Jahresende 1,15 Franken je Euro betragen wird.

(APA)

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23 Kommentare
Gast: w1291
08.09.2012 06:06
3 0

J.P.Morgan

Ist ja klar, dass die Euro-Untergrenze den Spekulanten von J.P. Morgan nicht gefällt. Deshalb das Szenario, dass die SNB diese Untergrenze nicht durchhält. Da täuscht sich der J.P. Morgan Spekulant aber gewaltig. Die Schweiz ist anders auch ggü. diesen Ami-Spekulanten!

Gast: forexx
07.09.2012 18:51
0 0

Fremdwährungskredite

Die österr. Häuselbauer mit ihren Frankenkrediten, brauchen jetzt nicht glauben, dass der Franken viel weiter fallen wird.

Die SNB wird heilfroh sein, wenn sie ihre Euro losbringt. Sie hat ja all diese Milliarden an Euros seit einem Jahr zu 1,20 oder ganz knapp drüber aufgekauft. Jetzt bei 1,21 kann sie schon mit Gewinn verkaufen.

Und spätestens bei 1,25 dürfte sie bis auf den letzten Cent all ihre Euros los schlagen. Statt einen horrenden Verlust hätte sie einen ganz schönen Gewinn. Der SNB Chef wäre dann wohl der Held. Nur so wird es nicht gespielt werden. Die Finanzwelt ist kein Wunschkonzert.


Antworten Gast: Lustiger Mann
08.09.2012 07:52
1 1

Re: Fremdwährungskredite

Sie glauben doch nicht dass die SNB handfeste Euroscheine aufgekauft hat, die nun in schweizer Tresoren herumliegen. Die haben wertlose Euroanleihen gekauft, die ihnen keiner mehr abkauft. Nicht einmal zum halben Preis.

Antworten Antworten Gast: forexx
08.09.2012 12:08
0 0

Re: Re: Fremdwährungskredite

Sicher hat die Schweiz die Euros aufgekauft und zwar an den Devisenmärkten. Dort werden Währungen angeboten und nachgefragt.

Allerdings haben sie sich die Euronoten nicht in Containern liefern lassen, sondern das sind Buchungsvorgänge.
Der Normalbürger hat seine Euronoten auch nicht in der Brieftasche, sondern das Meiste am Konto.

Diese vielleicht 200-300 Milliarden Euro wurden zu über 80% in Anleihen veranlagt. Davon fast alles in deutsche Bundesanleihen. 10% sollen sie auch in Aktien großer Euroland-Unternehmen investiert haben.

Das stimmt allerdings: deutsche Bundesanleihen können sie zwar jederzeit verkaufen, da der Markt liquide ist. Aber da diese eine stark überbewertete Blase gebildet haben, werden sie diese nur mit Kursverlusten losschlagen können.


Gast: Fprester
07.09.2012 15:29
1 0

Ein echtes Dilemma

Dei Schweizer Notenbank befindet sich wirklich in einer schwierigen Situation. Der überhöhte Frankenkurs ist letztlich ein Ausfluss einer grossen Wettbwerbsfähigkeit zusammen mit einer sorgfältigen Haushaltsdisiplin. Das lockt u.a. auch Fluchtgelder an. Die Schweiz wird also zum Opfer ihrer eigenen Stärke und Solidität.

Man kann jetzt fordern, was gewisse Kreise in der Schweiz auch möchten, dass der Schweizer Franken durch den Euro ersetzt wird. Dadurch würde die Wettbewerbsstärke sogar noch erhöht. Wie sich das auf den Strom der Fluchtgelder auswirken würde, ist schwer zu sagen. Ich nehme an, dass diese markant zurück gehen würden. Die (wackligen) Euro-Devisenreserven wären mit einem Federstrich eliminiert, da die Unabhägigkeit der Schweiz faktisch eliminiert würde. Dafür träten dann entsprechende Target2-Salden auf, die bei einem Euro-Crash genau so gefährdet sind. Neben allen anderen Nachteilen einer Euro- und EU-Mitgliedschaft.


Re: Ein echtes Dilemma

Interessantes Gedankenspiel, das Sie sich wohl allerdings schenken können. Das schweizerische Stimm- und Wahlvolk wird den CHF nie und nimmer aufgeben wollen. Da bräuchte es erheblich mehr, als bloss ein Quartal BIP-Rückgang oder 400 Mrd. SNB-Devisenreserven oder auch "etwas", zukünftige Inflation. Letztlich wäre dies eine Frage der nationalen Souveränität und wie Sie bestimmt wissen, ist dies in der CH (zurecht?) ein Totschlagargument.

MfG

Antworten Antworten Gast: Fprester
07.09.2012 17:13
1 0

Re: Re: Ein echtes Dilemma

Sie haben völlig recht! Ich wollte nur einige Zusammenhänge darstellen.

Re: Re: Re: Ein echtes Dilemma

Das ist Ihnen zweifellos gelungen...

Darf ich so unverschämt sein und fragen, weshalb Sie sich in schweizerischen Angelegenheiten so gut auskennen? Österreicher in der Schweiz?

Antworten Antworten Antworten Antworten Gast: Fprester
07.09.2012 19:24
1 0

Re: Re: Re: Re: Ein echtes Dilemma

Ich bin Schweizer und wohne an der Grenze zu Österreich. Daher kenne ich die Situation auch in Österreich einigemassen.

Re: Re: Re: Re: Re: Ein echtes Dilemma

Also doch. Wie ich vermutet habe, ein Landsmann...

Darf ich Ihnen (ich glaube zum zweiten Mal) ein Kompliment aussprechen: Ihre Kommentare sind - für schweizerische Verhältnisse ;-) - ausgezeichnet geschrieben. Stilistisch und orthographisch.

Ich wünsche Ihnen einen sonnigen und erholsamen Tag. Bis zum nächsten Mal.

Gast: Lach mich kaputt
07.09.2012 14:17
2 6

Die Schweiz hält die Euro-Bindung nicht durch


Die schweizer Esel haben bereits Milliarden in den Sand gesetzt.

Danke für diese Euro-Stützung sagen Frau Merkel und Herr Draghi. Man kann sich ausmalen wo der Euro ohne dieses Frankengeschenk stehen würde.

Re: Die Schweiz hält die Euro-Bindung nicht durch

die Bindung an den Euro und der damit einhergehende Kaufkraftverlust der Schweizer ist Enteignung par excellence!

Re: Re: Die Schweiz hält die Euro-Bindung nicht durch

Die hohe Kaufkraft wäre ein vorübergehendes Phänom, wenn dabei die eigene Wirtschaft zugrunde geht. Nur davon, "die Schweiz zu sein", kann man auf Dauer nicht leben.

Der Franken wird langfristig wieder fallen...

Warum? Weil sich die Schweiz mit den Eurozukäufen selbst schwächt. Und würden sie den Kurs nicht stabilisieren wären die Kapseln und Schoko wohl nimma an den Mann zu bringen... :)
Europa: Für Exporte ist ja ein niedriger Kurs gut. Und importiert wird auch weniger, da immer teurer. Energie sollte halt in Europa produziert werden.
(Verdampfungskraftwerke in Spanien und andere alt. Energien) Bei Rohstoffen wirds dann problematisch...
Ich hab jedenfalls das Gefühl das unsere Banken mal wieder schneiden wollen! Ich tippe eher auf einen Kurs von 1.3-1.4 bis Anfang nächstes Jahr.

Gast: Fprester
07.09.2012 12:33
4 1

Ist das wirklich eine Meldung wert?

Der Schweizer Franken notiert statt bei 1.20 bei 1.21 CHF/Euro. Ist das wirklich eine Meldung wert?

Re: Ist das wirklich eine Meldung wert?

Der Artikel erscheint in Zusammenhang mit den Artikeln über die Franken-Kredite und die zahlreichen Frankenkreditnehmer wird es wohl interessieren!

Re: Ist das wirklich eine Meldung wert?

EUR/USD steht bei 1,27 und das interessiert keinen, Anfang August war er noch bei 1,21.
Vor allem sollte ein höherer EUR eigentlich Importe verbilligen, da erstaunt ein Preis von heute 1,58 EUR für einen Liter Super schon, wenn er Anfang August noch 1,45 gekostet hat.
Wie auch immer, irgendwer wird schon wissen warum.

Re: Re: Ist das wirklich eine Meldung wert?

Wenn das Öl aus dem Zürichsee gefördert wird, dann fragen Sie zu recht.

Gast: oko
07.09.2012 11:34
0 1

jp morgan

due glauben
verdienen viel geld
und die einfachen menschen zahlen

er braucht JP morgan????

Gast: Hans im Glück
07.09.2012 11:04
1 2

Ist das wirklich so, oder ist das was man in Hole entschieden hat...

Vieleicht kauft gerade die SNB und die FED auf Teufel komm raus.

Alles für die Optik.

Gast: zuuzuzu
07.09.2012 10:46
0 0

HETZER AUS USA

Kaum steigt der EUR ein wenig, kommt schon die Hetzpropaganda aus den USA!

JP Morgan Chase

JP meint (Zitat): "Der Mindestkurs ist keine angemessene Basis für eine längerfristige Geldpolitik."

Selbstverständlich ist er das nicht. Die Festsetzung einer Untergrenze durch die SNB war jedoch selbstverständlich auch nicht als längerfristige Strategie angedacht. Es war letztlich ein "Noteingriff". Die Frage bleibt, ob sich der Kurs "natürlich" und langfristig erholen wird. Wenn ja, hat sich das Problem für die SNB wohl von selbst gelöst (allenfalls müsste das in Umlauf gebrachte Geld wieder "eingesammelt" werden?), andernfalls stünde die Notenbank vor der zentralen Frage: Wann steigen wir aus dieser "planwirtschaftlichen" Aktion wieder aus? Und wie? Stufenweiser Rückzug (von 1.20 auf 1.10 auf 1.00 über vielleicht 1 bis 2 Jahre)?

Gast: Presseleser
07.09.2012 10:06
8 0

Die Bankster von JP Morgan


Ihnen hat die Welt die Mogelpackungen der Immobilenblase in den USa zu verdanken.


Hobbyökonom