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IT-Manager ist neuer Chef der ÖIAG

07.09.2012 | 18:44 |  HEDI SCHNEID (Die Presse)

Der einstimmig gekürte Rudolf Kemler wehrt sich gegen politischen Einfluss bei den Beteiligungen Post, Telekom und OMV und will mehr Macht für die Staatsholding.

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Wien. Politik gegen Industrie – dieses Match prägt hierzulande seit Jahrzehnten wichtige Personalentscheidungen, vor allem im staatsnahen Bereich. Diesmal hat die Industrie obsiegt: Der neue Chef der Staatsholding ÖIAG heißt etwas überraschend Rudolf Kemler. Am Freitag hat ihn der ÖIAG-Aufsichtsrat mit Peter Mitterbauer an der Spitze einstimmig zum Nachfolger des vorzeitig ausgeschiedenen Markus Beyrer gekürt.

Kemler, bisher Chef von Hewlett Packard Österreich, hat sich mit Rückenwind der Industriellenvereinigung gegen den von ÖVP-Chef Michael Spindelegger favorisierten, ehemaligen steirischen ÖVP-Wirtschaftslandesrat Herbert Paierl durchgesetzt. Ex-AUA-Vorstand Peter Malanik überzeugte beim Hearing am Donnerstag nicht, obwohl er von Headhunter Egon Zehnder ex aequo mit Kemler auf Platz eins gereiht wurde.

Wer ist der neue ÖIAG-Boss, der als Außenseiter ins Rennen ging? „Erfolgsrezepte“ – so lautet der Titel eines Buchs, in der Spitzenköche mit Managern präsentiert werden. Die Koch-Ikone Helmut Österreicher plaudert mit Kemler über Zielorientiertheit, Kompetenz und Visionen – und natürlich auch über den Genuss der neuen Wiener Küche.

 

Streit um die Zukunft

Diese Eigenschaften – und vor allem Durchschlagskraft – wird der 56-jährige Manager jedenfalls gut brauchen können. Gilt es doch, der nach dem großen Privatisierungsschub in der Ära Schüssel auf die Beteiligungen an der Telekom Austria, der Post und der OMV geschrumpften Staatsholding ein neues Profil zu geben.

An dem Modell einer „ÖIAG neu“ hat sich nicht nur der glücklose Beyrer, sondern auch schon dessen Vorgänger Peter Michaelis die Zähne ausgebissen. Wobei es allerdings nicht nur an den ÖIAG-Chefs lag. Vielmehr liegen sich SPÖ und ÖVP seit Jahren über die Zukunft der „Verstaatlichten“ in den Haaren. „Zusperren und auflösen“ fordert die SPÖ, die sich über die zum „schwarzen“ Finanzministerium ressortierende ÖIAG ärgert. Zudem ist der SPÖ der Einfluss der Industriellenvereinigung ein Dorn im Auge.

In der ÖVP wird auch nicht über weitere Privatisierungen diskutiert, sondern über eine Holding mit erweiterten Kompetenzen. So könnten etwa Teile der E-Wirtschaft (Verbund) und der ÖBB eingegliedert werden. Etliche Anläufe für ein Konzept sind im Finanzministerium allerdings gescheitert – unter Wilhelm Molterer wie auch Josef Pröll und jetzt Maria Fekter.

 

SPÖ fordert „Standortholding“

In diesem politischen Spannungsfeld muss sich Kemler nun bewegen, will er etwas ändern. Möglicherweise hilft dem passionierten Segler und Golfer, was Kritiker Farblosigkeit nennen: dass er keine parteipolitische Punzierung aufweist. In einem ersten Statement machte Kemler jedenfalls deutlich, dass er mehr Kompetenzen für die ÖIAG will und die Konzerne dem direkten Einfluss der Politik entziehen möchte. Dass Kemler in einem Minenfeld agiert, zeigen die ersten Kommentare. „Ich erwarte mir von einem neuen Chef endlich sachliche Standort- und Wirtschaftspolitik statt Parteibuchwirtschaft und plumpen Privatisierungen“, sagt Finanzstaatssekretär Andreas Schieder (SPÖ) der „Presse“. Ihm gehe es um eine klare Definition der Aufgaben: „Eine Standortholding mit den wirtschaftspolitischen Schwerpunkten – Standort stärken, Beschäftigung sichern, Ausbildung garantieren, Innovation unterstützen“.

 

„Nur mehr Funktionäre“

Claus Raidl, langjähriger Böhler-Chef, Wirtschaftsberater der ÖVP und heftiger ÖIAG-Kritiker, kann sich Häme nicht verkneifen. „Offensichtlich können in der ÖIAG nur noch Angestellte und Funktionäre der Industriellenvereinigung etwas werden“, kritisiert Raidl. Diese Bestellung zeige, dass das Gesetz geändert gehöre. „Der Eigentümer sollte die Entscheidung treffen, und nicht ein paar Hobbyprivatisierer, die in der ÖIAG eine Spielwiese gefunden haben.“

Für ein neues Konzept braucht Kemler die Politik. Genug zu tun hat er allerdings bei den bestehenden Beteiligungen, wo er Aufsichtsratspräsident wird. Da dürfte Kemler seine langjährige Erfahrung bei internationalen Konzernen (neben HP waren das Siemens, Nixdorf und T-Systems) helfen. Kein Nachteil dürfte auch sein, dass er mit den Konzernchefs Hannes Ametsreiter, Georg Pölzl und Gerhard Roiss im Vorstand der IV Wien sitzt.

Die Telekom Austria und die OMV haben mit dem mexikanischen Milliardär Carlos Slim und der Ipic aus Abu Dhabi ausländische Großaktionäre, die eher früher als später ihre Anteile aufstocken dürften. Bei der Telekom stößt Kemler zudem auf Noch-Großaktionär Ronny Pecik, der sich vorgenommen hat, den Konzern kräftig umzubauen. Und nicht zuletzt gilt es, endgültig mit der Korruptionsaffäre aufzuräumen. Hintergrund – Seite 14

("Die Presse", Print-Ausgabe, 08.09.2012)

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24 Kommentare
Gast: MH
08.09.2012 14:52
0 0

neuer Chef der ÖIAG


Gib es eigentlich für den neuen Boss in der ÖIAG noch genug Arbeit? zum Verwalten der Überbleibsel würde vermutlich ein Teilzeitjob reichen;

höchstwahrscheinlich wird dieser ohnehin der letzte Chef in der ÖIAG sein, vor allem, wenn das letzte Silber u. Volksvermögen billigst an die Freunde (wie Grasser) gegen fette Provisionen in die eigenen Taschen verschachert sind,
wie die Bundesimmobilien, BUWOG die in Wahrheit zweimal verkauft wurde, bei der Errichtung, indem die Bewohner fürs Wohnen mit schlechteren Arbeitsverträgen billiger arbeiten mussten u. nie Eigentümer wurden u. später nochmals als diese von Gaunern an Gauner gegen fette Provisionen billigst verschachert u. nicht an Mieter verkauft wurden.

Bevor der endgültige Bankrott kommt, wird vermutlich noch das Letzte, der Grund u. Boden verschachert werden– wenn nicht vorher das Volk diese Banditen in die Wüste schickt.;

Gast: Dr Dolm
08.09.2012 12:27
0 0

Bravo Egon Zehnder

Dieser Herr ist ein guter Kandidat.

Zumindest hat er vorher in einem Unternehmen gearbeitet und ist kein Austro-politclown

0 0

ÖIAG Chef

Über die Frage ob so ein Job überhaupt noch notwendig und zeitgemäß ist, kann man diskutieren.

Über eines erübrigt sich jedoch jede Diskusion:
Die Qualität der Person dieses Postens wurde um viele, viele Prozentpunkte (gegenüber Beyrer) verbessert.

die wahl lässt hoffen...

dass endlich bei der öiag der staatliche mehrheitseigentümer zu seinem recht kommt.

mein bravo:

ich hoffe,dass jedermann meinen subversiven zynismus versteht

mein bravo bezieht sich auf:

"In einem ersten Statement machte Kemler jedenfalls deutlich, dass er mehr Kompetenzen für die ÖIAG will und die Konzerne dem direkten Einfluss der Politik entziehen möchte."
vom saulus zum paulus?

zumindest spindelegger war für den payerl .....

und konnte sich wieder mal nicht durchsetzen.

übrigens: durchsetzungskraft gründet nicht auf macht und amt, sondern auf persönliche und inhaltliche überzeugungskraft.

damit ist wohl jedem klar, warum spindelegger keine chance hat, nicht mit dem payerl - und nicht bei der wahl 2013.

4 1

Re: zumindest spindelegger war für den payerl .....

und Faymann hat diese Durchsetzungskraft? der ist ja der gleiche Blindflieger, unfähig die Konsequenzen seines Handelns zu kapieren, beide Tiefflieger der übelsten Sorte. gute Nacht Österreich

faymann & spindelegger ...

kann man nicht miteinander vergleichen:

faymann hat die letzte wahl gewonnen und wird auch die nächste wahl gewinnen,

und spindelegger wird niemals eine wahl gewinnen, wenn er die nächste überhaupt noch als obmann erlebt.

alles klar?

Gast: Gegen das Doppelkinn Managment
07.09.2012 21:36
2 0

Politik gegen Industrie

Die Industriellen sollen ihre Finger gefälligst vom Staatseigentum lassen und der Mittelstand sollte die politische Macht stärker ausüben.

Gast: mir wird übel
07.09.2012 21:03
0 0

HP ja???

eine der furchtbarsten und niederträchtigsten,rein auf gewinnmaximierung fokussierte "interessensgemeinschaft".

Gast: "gelernter" österreicher
07.09.2012 21:02
1 0

Der einstimmig gekürte Rudolf Kemler wehrt sich gegen politischen Einfluss bei den Beteiligungen Post, Telekom und OMV

aber net lang...

wett'n?

"Hobbyprivatisierer, die in der ÖIAG eine Spielwiese gefunden haben"


besser kann man das von der industriellenvereinigung gesteuerte derzeitige öiag-regime nicht charakterisieren. bravo raidl!

Antworten Gast: kommentar zur situation...
08.09.2012 01:08
1 0

Re: "Hobbyprivatisierer, die in der ÖIAG eine Spielwiese gefunden haben"

diese "industriellenvereinigung" wird wie alles in diesem land auch den bach runtergehn.nur pfeifen am werkeln dort...

verzogene dolme das.

milchgesichter.

Gast: DER BÜRGER
07.09.2012 20:48
3 1

HP ÜBERALL

In den Dienststellen der Polizei, und sonstlichen Ämtern vom Staat - HP Desktops & Laptops
In der A1Telekom - HP-Geräte, Manager usw.... von HP
Bei der Post usw. usw. usw.

HP-Freunde dürften ein gutes (Freunderl)Netzwerk haben.

MAN BEACHTE:
Kein Nachteil dürfte auch sein, dass er mit den Konzernchefs Hannes Ametsreiter (A1), Georg Pölzl(Post) und Gerhard Roiss(OMV) im Vorstand der IV Wien sitzt.


Gast: Gasti
07.09.2012 20:13
0 2

Was wurde aus den tollen Frauen?

Ist der Job etwa zu anstrengend?

und was wurde aus ihrem geist, witz, charme und esprit?



was? haben sie nie gehabt? wieso posten sie dann?

Es geht nix

über einen HP48.

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Re: Es geht nix

Doch. Ein HP 65. Der kann zwar nicht soviel, aber meiner funktioniert immer noch.

Ich schliesse daraus,

Sie haben in den 70ern schon Geld gehabt. Und einen Taschenrechner.

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Re: Ich schliesse daraus,

Nein, den konnte ich mir damals nicht leisten, das war noch Schulzeit. Habe ihn viele Jahre später gebraucht gekauft. Wie den 67, 97 und noch ein paar andere ...

Re: Es geht nix

Der kann symbolisch differenzieren und integrieren!

Antworten Antworten Gast: Besucher
08.09.2012 11:15
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Re: Re: Es geht nix

Meinen sie mit HP 67 z.B. Hochprozentiges 67 % Alkoholgehalt?

Re: Re: Re: Es geht nix

Das einzige Mal, als ich gesehen habe, wie Leute Absinth trinken, das war in einem Ministerium ...

Hobbyökonom