Wien/Apa/Red. Im Streit zwischen den Österreichischen Lotterien und den Trafikanten um die Ausbaupläne der Lotto-Annahmestellen heißt es zurück an den Start. Der Bundesgremialausschuss der Tabaktrafikanten lehnte das Angebot der Lotterien, statt rund 2.200 nur 1.600 neue Annahmestellen zu eröffnen, ab. Das gaben die Lotterien am Sonntag in einer Aussendung bekannt.
Trafikanten-Obmann Peter Trinkl ist für ein weiteres Gespräch offen: „Dann müssen aber Taten folgen, andernfalls klagen wir“, sagte er am Sonntag. Bei den Lotterien bedauere man die „unnachgiebige Position“ der Trafikanten, werde nach der Ablehnung des Angebots aber zu den ursprünglichen Plänen zurückkehren. Die Lotterien signalisierten ebenfalls Bereitschaft, noch ein letztes Mal über alles zu sprechen.
Nur Quicktipp?
Die Lotterien wollten ursprünglich 2237 Vertriebsstellen, die bisher nur Brief- und Rubbellose verkaufen, zu Lotto-Annahmestellen umrüsten. Die Trafikanten liefen Sturm gegen die Expansionspläne, da davon hauptsächlich Tankstellen profitieren sollen, an denen künftig auch Lotto gespielt werden kann. Branchenvertreter Trinkl sieht durch die Erweiterung bei Tankstellen seine Zunft in Gefahr. „Viele werden dann dort mit dem Lottoschein auch Zigaretten und Zeitungen kaufen“, hatte Trinkl argumentiert.
Die Lotterien haben den Trafikanten zuletzt ein reichlich kurioses Angebot gemacht, um ihnen die Ausbaupläne schmackhaft zu machen: So sollten die Tankstellen und Postämter nur zu „Lotto-light“-Annahmestellen ausgebaut werden. Heißt: Spieler hätten nur Quicktipps platzieren können, aber keine eigenen Zahlen spielen. Aber auch dieses Angebot lehnten die Trafikanten ab.
("Die Presse", Print-Ausgabe, 10.09.2012)
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