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"Unternehmensrisiken gehören zum Tagesgeschäft"

11.09.2012 | 12:00 |   (DiePresse.com)

Krisen in Firmen seien oft hausgemacht, weil keine Notfallpläne bestehen. Katastrophen sind einmalig und nicht zu verhindern, sagt ein Versicherungsberater.

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Viele der Risiken, mit denen Unternehmen konfrontiert sind, sind hausgemacht, sagte Christoph Krischanitz, Geschäftsführer des Versicherungsberatungsunternehmen arithmetica. Sie würden immer wieder auftreten und gehörten zum Tagesgeschäft. Das mache sie aber auch messbar und bis zu einem gewissen Grad kontrollierbar, Katastrophen dagegen könne man meistens nicht verhindern. Was hilft sei ein Notfallplan.

Zu den wiederkehrenden Risiken gehören etwa Personalabgänge, Produktionsrisiken oder, dass Informationen nicht richtig ausgewertet werden. Weil diese Gefahren aber aus dem Unternehmen selbst kommen, könne mit Risikomanagement entgegengesteuert werden, so Krischanitz.

Einsatz von Stresstests

Ein Beispiel aus der Praxis: Ein Glashersteller verliert immer wieder Kunden. Mittels einer sogenannten Faktoren-Analyse kann dieses Risiko minimiert werden. Man überlegt, welche Faktoren (etwa Preis, Lieferzeiten, Reaktionen auf Anfragen usw.) für den Verbleib eines Kunden entscheidend sind, gewichtet diese und wertet Daten dazu aus. Am Ende steht dann eine Ampel: Steht sie auf grün, kann man davon ausgehen, dass der Kunde zufrieden ist. Zeigt sie rot, gibt es Handlungsbedarf.

Davon zu unterscheiden sind jedenfalls Katastrophen. Sie treten meistens unvorhergesehen auf und sind - wenn überhaupt - nur wenig beeinflussbar. Unternehmen sollten dennoch einen Notfallplan bereit halten. "Die Frage ist weniger, wie man eine Katastrophe verhindert, sondern, wie man damit umgeht, wenn sie passiert ist", so Krischanitz.

Viele Situationen lassen sich jedoch vorweg simulieren. Eine Möglichkeit sind Stresstests. Man schaut was passieren würde, wenn etwa die Aktien rapide fallen oder die Rohstoffpreise stark steigen - je nachdem, was für ein Unternehmen relevant ist.

Jeder Fünfte hat Prozesse gegen Risiken

Rund ein Drittel der Unternehmen wisse über ihre Risiken Bescheid und ein Fünftel habe einen professionellen Risikomanagementprozess am Laufen, schätzt Krischanitz. Systematische Risikominimierung stehe nur in den großen Unternehmen, bei Finanzdienstleistern und bei börsennotierten Firmen auf der Tagesordnung.

Allerdings rechne sich professionelles Risikomanagement für kleine Betriebe häufig nicht, räumte Krischanitz ein. "Das läuft bei der Geschäftsführung mit." Auch arithmetica, eine Tochtergesellschaft der Vienna Insurance Group mit 42 Mitarbeitern, betreibe (zumindest noch) kein gesondertes Risikomanagement.

(APA)

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