Wegen der Wirtschaftskrise hatten die österreichischen Topmanager in den vergangenen Jahren auch bei den Dienstreisen zum Rotstift gegriffen und sich beim Reisen auf das Notwendigste beschränkt. Nach dem Krisenschock der Jahre 2009 und 2010 sei nun aber eine Rückkehr zur Normalität zu sehen, man könnte auch von einer "Rückkehr zur Vernunft" sprechen - so interpretiert Gewista-Chef Karl Javurek, Bundesvorsitzender des Wirtschaftsforums der Führungskräfte (WdF), das Ergebnis einer aktuellen Studie, die eine höhere Reisefreudigkeit der Manager in den vergangenen zwölf Monaten festgestellt hat.
Die wirtschaftliche Gesamtsituation korreliere mit dem Reiseverhalten der Manager, verweist Javurek auf die Internet-Befragung von 287 WdF-Mitgliedern im Juli und August 2012. Demnach reisen vor allem Manager der ersten Ebene und jene über 50 Jahre wieder öfter, ebenso die jungen, "während der Mittelbau etwas zurückhängt", so Javurek.
Business Class verdoppelt
Bei Langstreckenflügen werde wieder mehr Business-Class gebucht, wiewohl Economy nach wie vor dominiere. 2010 sei auf 27 Prozent aller Interkontinentalflüge noch Business gebucht worden, dieser Anteil sei 2011 auf zwölf Prozent gefallen, 2012 aber wieder auf 24 Prozent gestiegen. Die Kosten der Flugtickets würden wieder an Bedeutung verlieren, "Low-Cost-Carrier bleiben aber ein Thema", sagte Javurek bei der Präsentation der Studienergebnisse am Dienstag in Wien.
Ob bei Dienstreisen nun tatsächlich weniger gespart wird, geht aus der Studie nicht hervor, die durchschnittlichen Ausgaben für Anreise, Unterbringung usw. wurden nicht abgefragt, räumte Studienleiter Felix Josef von Triconsult ein.
Dass die Führungskräfte wieder öfter reisen - im Durchschnitt 67 Tage pro Jahr, davon die Hälfte im Ausland - freut naturgemäß auch Martina Grimus, Geschäftsführerin von FCm Travel Solutions Österreich, die das Studiendesign mitgestaltet hat. Der ROI (Return on investment) einer Dienstreise werde nun wieder "gesamtheitlicher" betrachtet, erklärte sie.
(APA)
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