Stromkonzerne senken Preise zu wenig

11.09.2012 | 18:10 |   (Die Presse)

Energielieferanten behalten den Wegfall der Ökostromkosten teils für sich, kritisiert die E-Control. Die reinen Strompreise hätten sich verbilligen müssen.

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Wien/Auer. Österreichs Stromlieferanten geben die niedrigeren Preise nur zum Teil an ihre Kunden weiter, kritisiert der Energieregulator E-Control. Das neue Ökostromgesetz sieht vor, dass seit 1. Juli nicht mehr die Energielieferanten die Ökostromkosten an die Kunden weiterverrechnen, sondern die Netzbetreiber. Dementsprechend hätten sich die reinen Strompreise der Anbieter verbilligen müssen. Eine Analyse der E-Control von 60 Lieferanten zeigt aber: Haushaltskunden bei Verbund, Kelag, Energie Steiermark und 40 Prozent der regionalen Anbieter haben die Senkungen nur zum Teil erhalten. Bei Steweag-Steg, Energie Graz, Energie AG und Linz Strom sind die Preise im Zuge der Umstellung auf neue Preismodelle trotz teils weitergegebener Senkungen mitunter trotzdem gestiegen, kritisierte die E-Control.

„Alle Lieferanten haben richtig reagiert und die Preise gesenkt“, sagt Barbara Schmidt, Generalsekretärin der heimischen Stromlobby Oesterreichs Energie. „Es ist ein Zeichen des Wettbewerbs, dass die Firmen unterschiedliche Preismodelle haben.“

Davon kann auch der wechselwillige Kunde profitieren. Der Wechsel des Stromlieferanten ist problemlos möglich und erspart Österreichern laut Energierpreis-Monitor bis zu 124 Euro im Jahr.

WEITERE INFORMATIONEN UNTER

www.e-control.at/tk

("Die Presse", Print-Ausgabe, 12.09.2012)

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5 Kommentare

Einsparung nur bei Wechsel jedes Jahr

Die Preise unterscheiden sich eigentlich kaum, auf die 124 Euro oder eine ähnlich hohe Ersparnis kommt man nur durch den einmaligen Rabatt im ersten Jahr.
Ist dieses erste Jahr abgelaufen zahlt man direkt zumindest 5% mehr weil die 20 "Gratistage" wegfallen.

Wer also wirklich sparen will muss zumindest alle 12 Monate wechseln.


Wien Energie

Hab gestern erst ein Schreiben bekommen, in dem mir eine Preiserhöhung bei Strom und Warmwasser mitgeteilt wird - Danke, Rot-Grün!

Warum gibt es nie Konsequenzen, wenn eine Verbilligung nicht an die Konsumenten weitergegeben wird?
Genau das gleiche Problem gibt's ja auch bei den Banken, echt zum Kotzen, das Ganze! Aufzeigen nutzt nix, saftige Strafen für die Verantwortlichen gehören her!

Gast: mmmh
12.09.2012 05:01
0

wie

günstig, immer ein paar experten zur hand zu haben, die eine horrende verteuerung von zb strom postulieren... ach ja das war ja dann erst 2018, aber eine gute schlagzeile ist es alle mal!

Kein Problem!

Je teurer die TIWAG wird, umso mehr wird eingespart!
Kerzen und Holzscheite liegen bereit.

ein tiroler stromkunde

mit 5200 kWh Verbrauch pro Jahr könnte sich im Jahr 18,- EUR sparen, wenn er laut Kalkulator auf die Kelag (Kärnten) umsteigen würde, was er ja de facto nicht kann.

ich trauere zutiefst um Herrn Fleischhacker. mit seinem Weggang ist die Qualität der Presse fast schon auf Krone-Niveau gesunken.

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