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CONTRA: "MaHü" als Fußgängerzone? Nein, Danke

12.09.2012 | 09:31 |   (DiePresse.com)

CONTRA Mit dem Vorschlag einen Teil der Mariahilfer Straße zur Fußgängerzone zu machen, wird die Einkaufsmeile zerstückelt. Zudem bleiben viele Fragen offen.

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Schon lange wird über einen Umbau der Mariahilfer Straße geredet. Im Zentrum der Diskussionen stand bislang immer die Umwandlung der größten Einkaufsmeile Österreichs zur Fußgängerzone. Nun hat Verkehrsstadträtin Vassilakou einen Vorschlag unterbreitet, der dem Handel an der Grenze zwischen dem sechsten und siebenten Bezirk einiges kosten könnte. Der Abschnitt zwischen Andreasgasse und Kirchengasse soll zur Fußgängerzone werden.

Es gibt einige stichhaltige Argumente, die vor einer geplanten Umsetzung der Maßnahme noch einer näheren Erörterung bedürfen.

  • Anlieferung

Auch wenn die Zufahrt für Lieferanten bis 10:30 Uhr gewährt werden soll, bedeutet diese Maßnahme eine gravierende Einschränkung für die betroffenen Händler. Die notwendige Flexibilität bei den Anlieferungszeiten wird eingeengt. Große Filialisten haben von ihren Verteilzentren aus nicht nur die Geschäfte in der Mariahilfer Straße zu beliefern, sondern Filialen im gesamten Bundesgebiet. Da gehört schon optimales Timing zu den Hauptanforderungen. Oft werden mit einem Transport mehrere Filialen angeliefert. Diese aus Kostengründen  sinnvollen Maßnahmen könnten oftmals ad acta gelegt werden, wenn sich kombinierte Transporte aus Zeitgründen nicht mehr ausgehen. Mehrkosten wären die Folge. Durch das enge Zeitfenster bei den Anlieferungszeiten würden sich die Fahrten der Spediteure auf noch weniger Stunden konzentrieren. Die Folge könnte ein Verkehrskollaps sein. Viele Händler und Spediteure befinden sich schon heute täglich im Kampf gegen die Uhr. Die Presse.com hat über die prekäre Situation in den Stadtzentren erst kürzlich berichtet.

  • Parkplätze

Die Zufahrtsituation zu den an der Einkaufsstraße gelegenen Parkgaragen würde sich nicht verbessern. Schon an den vier Weihnachtssamstagen, an denen die Straße immer Fußgängerzone ist, verspüren Autofahrer die Hürden, die ihnen in den Weg gelegt werden. Idealerweise sollte es am Anfang und am Ende einer so langen Fußgängerzone ausreichende Parkmöglichkeiten geben, was aber im konkreten Fall nicht gegeben ist. Wer einmal in Westbahnhofnähe einen Parkplatz gesucht hat, um auf die U-Bahn umzusteigen, weiß davon ein Lied zu singen. Und dass es für Autofahrer eine Notwendigkeit gibt mit dem Pkw einkaufen zu fahren steht wohl außer Diskussion. Nicht jede Ware kann in der Handtasche oder im Plastiksackerl mit der U-Bahn nach Hause befördert werden.

  • Verkehr

Die Vielzahl der geplanten Änderungen, insbesondere welche Querungen wo möglich sind, könnten die Konsumenten verunsichern. „Wenn die Leute nach den Änderungen nicht mehr wissen, wie sie auf die Einkaufsmeile kommen", sieht ÖVP Wien-Klubobmann Fritz Aichinger große Bedenken. Der ehemalige Handelschef in der WKÖ befürchtet die Verlagerung des Verkehrs in Nebenstraßen und ohnehin bereits stark befahrene Abschnitte. Dass der Individualverkehr zunächst auf Burggasse und Neustiftgasse ausweichen würde, vermutet auch Verkehrsplaner Harald Frey von der TU Wien. Und langfristig würden die Autofahrer die Gegend gar nicht mehr anfahren. Ob das im Sinne der Betriebe der „MaHü" ist, darf stark bezweifelt werden.

  • Zerstückelung

Auch die Wiener Wirtschaftskammerpräsidentin Brigitte Jank hat Bedenken über die Änderungen. Es drohe die Zerstückelung der Mariahilfer Straße und in der Folge ein „enormer Imageverlust". Warum genau der Abschnitt zwischen Andreasgasse und Kirchengasse nun zur Fußgängerzone werden soll, wird von Verkehrsstadträtin Vassilakou einfach damit begründet, dass es sonst überall Garageneinfahrten gebe. Damit besteht die Gefahr dass sich die Wertigkeit der verschiedenen Straßenabschnitte noch mehr verschiebt. Dass es auch in diesem Straßenteil sehr viele Geschäfte gibt, die regelmäßige Nachlieferungen für ihr Überleben benötigen, wird stillschweigend übergangen. Die Shopping Center in der Stadt und am Stadtrand mit ungehinderten Zufahrten und günstigen Parkangeboten werden vielleicht jubeln, die Händler und Gäste der Mariahilfer Straße mit Sicherheit nicht.

>>PRO: Eine Fußgängerzone schafft Räume zu Verweilen

"PRO und CONTRA"
Die Serie "PRO und CONTRA" ist eine Sammlung von Für- und Wider-Argumenten zu einem aktuellen Thema, die nicht die Meinung der Autoren widerspiegelt.

(herbas)

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62 Kommentare
 
12
Gast: MiroL
19.10.2012 16:02
2 0

Griechische Schnappsidee

Und der Michael schaut zu, sagt nichts, wahrscheinlich ist er beim Heurigen. Aber die nächsten Wahlen kommen!!!

Diskussionsgrundlagen falsch! Anrainer-Situation wird nicht berücksichtigt!

sämtliche kommentare rund um das thema mariahilferstr. gehen an der sache an sich vorbei und basieren auf der gezielten fehlinformation div. politischen partein. fakt ist: mit rund 1 Mrd. umsatz allein im einzelhandel wird auf der mariahilferst. bereits 10% des Umsatzes des gesamten wr. einzelhandels gemacht. kaufkraft spielt hier also keine rolle, genauso wenig wie die sorgen, der abwanderung, denn: 21,5% der käufer kommen aus dem 6./7. bez., 18,7% aus 16./17.bez.; rest: verbleibende bez., touristen; zzgl. 9.000 beschäftigte auf der mariahilfer. fakt ist, dass die mariahilfer im zuge der U3 falsch geplant wurde und nun aus allen nähten platzt. und so soll nun die strassenfläche genutzt werden um a) platz für die vermehrten fußgänger zu schaffen, b) die umsätze weiter steigern zu können. die dummen dabei sind die anrainer. nur kl. beispiele: modeketten haben die kleinen einzelhändler vedrägt, um 1l milch zu kaufen stehen wir schlange bei einer kette... unsere kinder werden von shopper umgerannt. wann und wie wir unsere (wenigen) autos nutzen wird uns vorgeschrieben, die mitpreise steigen ins uferlose. ja, wir wurden zum "dialog" eingeladen, werden aber von grün/rot einfach überstimmt bzw. werden alle proteste einfach ignoriert. es wäre also an der zeit, dass auch nicht betroffene sich der fakten annehmen und mit uns und nicht gegen uns kommentieren! denn vielleicht sind sie es morgen, deren liebgewonnenes lebensumfeld von parteien bestimmt wird....

Re: Diskussionsgrundlagen falsch! Anrainer-Situation wird nicht berücksichtigt!

"...aber von grün/rot einfach überstimmt..." Abstimmung ist ein Demokratiebestandteil, Überstimmung eine Sache von Akzeptanz. Oder lieber Anarchie mit einem starken Anarchen?

Re: Re: Diskussionsgrundlagen falsch! Anrainer-Situation wird nicht berücksichtigt!

Ich dachte, gerade den Grünen seinen Minderheitenrechte so wichtig.

Die kaufkräftigen Kunden wohnen nicht bei der Mariahilferstraße und (fast) alle fahren mit dem Auto einkaufen!

Alle Projekte, die sich weigern, das zur Kenntnis zu nehmen, sind zum Scheitern verurteilt!

Kaufkräftige Kunden wohnen nur dort, wo sie einen eigenen Garagenplatz haben. Im zentralen Stadtgebiet ist das nur für wenige möglich, weshalb die meisten im "Speckgürtel" zuhause sind. Ohne diese Kundschaft werden auch die Geschäfte in der Mariahilferstraße immer weniger und ärmlicher werden.

Wenn eine innerstädtische Einkaufsstraße nicht genug Kundenparkplätze und bequeme Zufahrten bieten kann, muss sie unweigerlich veröden. Alles andere sind weltfremde Träume, die früher oder später an der Realität scheitern müssen!

Re: Die kaufkräftigen Kunden wohnen nicht bei der Mariahilferstraße und (fast) alle fahren mit dem Auto einkaufen!

Nach dem 1sten hat die Gegend um die untere Mariahilferstraße die höchsten Wohnungsmieten von ganz Wien. Lokale Kaufkraft und mit dieser Nähe auch Frequenz gibt es sicher genug.

Und wohin die Mödlinger zum einkaufen fahren, wissen wir, um die geht es glaub ich nicht...

Gast: Vogel Strauss
13.09.2012 08:05
1 3

Lächerliche Diskussion ...

In fast jeder deutschen oder schweizerischen Großstadt ist die Innenstadt Fußgängerzone - wie schaffen die das?? Aber wir wissens eh: Wien ist anders ...

Antworten Gast: Ein Strauss mit Vogel?
13.09.2012 15:00
0 0

Lächerlicher Beitrag...

Wohl schon Jahrzehnte nicht mehr in der "Innenstadt" gewesen?

Gibts seit Jahrezehnten sogar schon "Shared Space". Nur wars damals noch kein "Grünes Prestigeprojekt".

Antworten Gast: kakanistan
13.09.2012 09:21
4 0

Re: Lächerliche Diskussion ...

in wien auch,sie komischer vogel!
und kommens mir nicht mit schweizer städten,das ist biedere provinz.wien ist eine weltstadt!

Antworten Antworten Gast: Vogel Strauss
13.09.2012 15:19
0 1

Re: Re: Lächerliche Diskussion ...

Die Weltbürger zumindest sind in gewissen Bezirken schon da ... ansonsten muß ich laut lachen - Wien = Weltstadt!

0 1

Re: Re: Lächerliche Diskussion ...

Zürich, das ist biedere Provinz.

Naja, wenns von jemand Kompetenten gesagt wird, dann wirds schon stimmen.

Und Wien ist dagegen . . . . was ?!

4 0

Re: Lächerliche Diskussion ...

Na und was ist die Kärtner? Geographie 5, Setzen!

Antworten Antworten Gast: Wiednerer
13.09.2012 09:16
0 2

Die Kärntner Strasse

ist nur ein winziger Teil der Innenstadt (die überall anders zur Gänze FuZo ist). Soviel zu Ihren Geographiekenntnissen .....

Antworten Antworten Antworten Gast: Und wieviele gibts in Wieden?
13.09.2012 15:05
1 0

Re: Die Kärntner Strasse

Graben, Kohlmarkt, Tuchlauben, Annagasse, Ballgasse, Blumenstockgasse, Michaelerplatz, Franziskanerplatz, Kumpfgasse, Domgasse, Blutgasse, ähm.. Schwedenplatz und "Bermuda3eck" (wobei ich diese beiden Plätze mehr als meide)

Antworten Antworten Antworten Antworten Gast: ich nochmals
13.09.2012 15:14
0 1

Re: Re: Die Kärntner Strasse

Jasomirgottgasse, Goldschmiedgasse, Naglergasse, Wallnerstraße, Haarhof, Krugerstraße etc etc..

2 0

Dass der Individualverkehr zunächst auf Burggasse und Neustiftgasse ausweichen würde, vermutet auch Verkehrsplaner..

die kann man doch jetzt schon nicht mehr befahren! Diese Strassen und deren Bewohner werden in der Orkus geschickt?

Re: Dass der Individualverkehr zunächst auf Burggasse und Neustiftgasse ausweichen würde, vermutet auch Verkehrsplaner..

Auch die Öffi`s (48A) sind schwer betroffen und kommen meistens nur noch im Triplepack was bei den ohnedies langen Intervallen schon eine Wartezeit von 20-30 min bedeutet. Burggasse und Neustiftgasse sind ohnedies schon hoffnungslos überlastet und die will man als Ausweichrouten vorschlagen.

Einkaufen ohne Pkw

"Nicht jede Ware kann in der Handtasche oder im Plastiksackerl mit der U-Bahn nach Hause befördert werden." Wie wär's mit Taxi?
Auf einem passenden Fahrrad mit Gepäckträger und/oder Anhänger lassen sich viele sperrige Sachen transportieren. Das funktioniert zu jeder Jahreszeit. Radfahren ist kein Sommerfreizeitsport, es ist ein integrativer Bestandteil des täglichen Lebens - das ganze Jahr über. Ich (64) schreibe aus eigener Erfahrung. Seit drei Jahren haben wir kein Auto. Grössere Einkäufe werden mit Taxi heimtransportiert. Alles andere mit unseren Fahrrädern - beide haben Anhänger für den Transport umfangreicherer Sachen.

Antworten Gast: Technikgeschichte
13.09.2012 08:52
0 0

Re: Einkaufen ohne Pkw

Ich lebe seit zehn Jahren ohne Auto in Wien und komme innerhalb der Stadt über weite Strecken ganz hervorragend zurecht. Aber manche Leute kaufen ihre Kühlschränke und Sofas halt offenbar im Wochenrhythmus...

Antworten Antworten Gast: Lollitrolli
13.09.2012 15:06
0 0

manche Leute kaufen ihre Kühlschränke und Sofas

Wie bekommt man sowas in einen "Smart" oder Fiat 500?

Gast: application31
12.09.2012 21:05
4 1

Die Maria

Die Maria und der Michi sind jetzt dicke Freunde im Radhaus, sie ist sicher ganz lieb zu ihm. Dafür kann sie vom Michi alles haben. Radzonen überall sogar auf dem Wasser, Parkzonen überall, Steuerzonen, Bodenmarkierungen Hardcore, bunte Farben, piepsende Türen, schwulen Paraden am Ring inkl. komplett Sperre, oder Grüne Teppiche am Ring so groß damit alle Barfuß herum gehen können mit einer Bierdose in der Hand....wer braucht schon den Ring, ich lebe sehr zufrieden ohne! Bin als Wiener sogar "Tourist" in der eigenen Stadt wenn ich mal am Ring bin....wenn....

Antworten Gast: Gfrastname
13.09.2012 15:09
0 1

Die Maria und der Michi sind jetzt dicke Freunde

Scheinbar, nachdem SIE ihren Rotweinkonsum an SEINEN angepasst hat..
(2 Flaschen in 70 Minuten)

Das schaff nicht mal ich.. ;-)

Gast: Besucher
12.09.2012 20:09
5 0

Gast

Ganz Wien soll grün und eine einzige Fußgängerzone werden. Wie einst sollen die Menschen einen halben Tag lang in die Innenstadt pilgern und wer es sich leisten kann, soll sich doch eine Pferdekutsche bestellen. Das wäre die grünste Stadt der Welt und ein Vorzeigemodell!!! Die Eu ist sicher bereit tatkräftig Fördermittel zur Verfügung zu stellen. Zurück zum Ursprung - ja natürlich!

Antworten Gast: An. Rainer
13.09.2012 15:10
1 0

soll sich doch eine Pferdekutsche bestellen

Nicht mehr die Grünste, eher mehr die Vollgeschi****enste..

Vermischung?

Vermischen da nicht Hofer- mit BILLA-Werbung?

Re: Vermischung?

Beides bedeutet Rückständigkeit. Die Billawerbung spielt in den 50ern. Eine Zeit der Überdüngung und stinkenden Traktoren. Hofer: "Zurück" sagt schon alles.

 
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Hobbyökonom