Nach der Vernehmung von Julius Meinl V und anderer Organe seiner Bank vergangenen Dienstag will nun die Meinl Bank die Justiz klagen: Im Nachrichtenmagazin "Format" kündigt Meinl Bank-Manager Peter Weinzierl Klagen gegen die zuständigen Staatsanwälte und die Richterin an. Beide würden wegen Amtsmissbrauchs angezeigt, die Republik auf Unterlassung geklagt, so der Banker. Die Vorwürfe der Staatsanwaltschaft in der "Anordnung zur Vorführung zur sofortigen Vernehmung" weist er zurück.
Die Justiz wirft Meinl und seinen Bankern vor, durch die Ausschüttung einer Dividende in Höhe von 211,9 Millionen Euro für das Jahr 2008 der Meinl Bank womöglich einen Vermögensnachteil zugefügt und dadurch möglicherweise Untreue und betrügerische Krida begangen zu haben. Rücklagen angesichts möglicher Anleger-Forderungen in Höhe von 350 Millionen Euro seien nicht in ausreichender Form in der Bank gebildet worden. Weinzierl weist die Vorwürfe zurück.
Anwaltskanzlei durchsucht
Neben den Vernehmungen fand auch eine Hausdurchsuchung in der Wiener Kanzlei DLA Piper statt, wurde aus der Kanzlei gegenüber der APA der "Format"-Bericht bestätigt. Gegen einen Kanzleipartner laufen demnach ebenfalls Ermittlungen, da dieser in den Vorbereitungen für die Hauptversammlungen 2008 und 2009 involviert gewesen sei. Der betreffende Anwalt konnte von der APA telefonisch nicht erreicht werden, die DLA-Piper-Anwältin Claudine Vartian bestätigte gegenüber der APA die Hausdurchsuchung und die Ermittlungen. Die Kanzlei sei in die Causa nicht involviert. Gegen die Beschlagnahme von Akten sei schon Widerspruch eingelegt worden.
(APA)
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