Unrentabel: OMV bohrt nicht nach Schiefergas

Umweltverträglichkeitsprüfungen für Schiefergasbohrungen sollen in Zukunft verpflichtend sein. Damit macht das Projekt "wirtschaftlich keinen Sinn".

Sinnlos bohrt nicht nach
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Sinnlos bohrt nicht nach
(c) APA (Hans Klaus Techt)

Der börsenotierte Mineralölkonzern OMV hat in Österreich seine Schiefergas-Pläne aus wirtschaftlichen Gründen aufgegeben, berichtete das ORF-Radio Niederösterreich. Ausschlaggebend für die Entscheidung war die Änderung des Gesetzes über die Umweltverträglichkeitsprüfung (UVP-Gesetz) Anfang Juli. Diese ist zwar noch nicht in Kraft, sieht aber eine Umweltverträglichkeitsprüfung für Schiefergasbohrungen in Zukunft verpflichtend vor. "Wir haben schon seit einigen Monaten die Arbeit eingestellt. Auch die Bewertung der Novelle der UVP hat dies bestätigt. Damit macht dieses Projekt zurzeit wirtschaftlich keinen Sinn. Derzeit gibt es keine weiteren Pläne zum Thema Schiefergas in Österreich", erklärte OMV-Austria-Exploration-&-Production-Geschäftsführer Christopher Veit bei einem Pressegespräch am Montag.

Die Projektkosten seien bisher gering ausgefallen, betonte OMV-Sprecher Johannes Vetter zur APA. Die neuen Bestimmungen hätten aber massive Auswirkungen. Laut ORF sei es nicht mehr kalkulierbar, ob und - wenn ja - wann gebohrt werden könne. Das mache das Projekt wegen der hohen Kosten momentan unrentabel.

Die Entwicklung einer eigenen "Fracking"-Methode, die eine umweltschonendere Förderung von Schiefergas ermöglichen soll, habe die Industrie bereits aufgegriffen, so Vetter. Es werde bereits weltweit an ihr gearbeitet. Beim Fracking-Verfahren wird mit Chemikalien versetztes Wasser in Bohrkanäle gepumpt, um das sehr tief gelegene Schiefergas aus den Gesteinsporen zu lösen.

Schiefergas-Probebohrungen vom Tisch

Die OMV hatte geplant, ab 2013 zwei Schiefergas-Erkundungsbohrungen im Weinviertel in Niederösterreich durchzuführen, wo ein riesiger Schiefergas-Vorrat liegt. Den damaligen Plänen zufolge sollte ab dem Jahr 2020 die Ausbeutung beginnen. Damit hätte Österreich 30 Jahre lang zur Gänze mit Gas versorgt werden können. Nach zahlreichen Protesten von Umweltschutzorganisationen und Bürgerinitiativen legte die OMV ihre Pläne dann vorläufig auf Eis.

Nun sind die Pläne offenbar ganz vom Tisch. Die geplanten Probebohrungen in Herrnbaumgarten und Poysdorf hätten 130 Millionen Euro gekostet, aufgrund der beschlossenen UVP-Novelle hätten die Kosten noch deutlich weiter steigen können, berichtete das ORF-Radio. Im Jahr 2011 förderte die OMV in Österreich 14 Millionen Fass Öl-Äquivalent (boe) und deckte damit rund 10 Prozent bzw. 15 Prozent des heimischen Erdöl- und Erdgasbedarfs.

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