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Studie: Studenten träumen von Festanstellung

17.09.2012 | 16:56 |   (Die Presse)

Statt der Gründung einer eigenen Firma wünschen sich die meisten heimischen Studenten nach dem Studium lieber eine Anstellung. Aber nur sieben Prozent wollen Beamte werden – so eine neue Studie.

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Wien/Jil. Für österreichische Studenten ist die Gründung eines eigenen Unternehmens nach dem Studium nicht gerade ein Traumziel. Ganze 76 Prozent der heimischen Studenten streben nach Abschluss ihrer Ausbildung eine klassische Festanstellung an. Das ist das Ergebnis einer Studie, die die Universität St. Gallen in Kooperation mit dem Beratungsunternehmen Ernst & Young durchgeführt hat. Für die Studie wurden weltweit 93.300 Studierende befragt – davon 4500 aus Österreich. Die Stichprobe ist also sehr repräsentativ – in Österreich studieren rund 360.000 Personen, davon sind fast 200.000 Frauen.

KMU besonders beliebt

Großer Beliebtheit erfreuen sich in Österreich laut der Studie Jobs bei Klein- und Mittelunternehmen (KMU): 34 Prozent der Studenten wollen in KMU eine Festanstellung nach dem Studium finden – international sind es nur 22 Prozent. Die Klein- und Mittelunternehmen werden in Österreich aber auch eher als Sprungbrett betrachtet. Karrierechancen rechnen sich die Studierenden eher in großen Firmen aus.

„Junge Menschen mit Karrierewunsch ziehen eher die Beschäftigung bei Großunternehmen in Erwägung. Deshalb müssen die Mittelständler, die ja den überwiegenden Teil der österreichischen Unternehmen ausmachen, den Studierenden früh genug die Vorteile einer Beschäftigung bei KMU vermitteln“, sagt Helmut Maukner, ein Managing Partner bei Ernst & Young. Direkt nach dem Studium ein eigenes Unternehmen zu gründen kommt in Österreich nur für acht Prozent der Studenten infrage. In Argentinien sind es ganze 23 Prozent der Studierenden, die eine eigene Firma gründen wollen, in Irland 16 und in Portugal immerhin zwölf Prozent.

Auch fünf Jahre nach Ende des Studiums wollen nur 29 Prozent ein eigenes Unternehmen gründen – in Mexiko sind es doppelt so viele und im offiziell noch immer kommunistischen China sogar 40 Prozent. „Dies scheint vor allem damit zusammenzuhängen, dass heimische Studierende das finanzielle Risiko einer Unternehmensgründung mehr scheuen“, so Maukner.

Österreichs Studierende liegen bei der Gründungsabsicht allerdings vor Deutschen oder Schweizern. Und fast vierzig Prozent der Studierenden in Österreich geben laut Studie zumindest an, konkret über die Gründung eines eigenen Unternehmens oder die Aufnahme einer freiberuflichen Tätigkeit nachzudenken. Ein weiterer Hoffnungsschimmer für die heimische Wirtschaft: Nur sieben Prozent der Studierenden streben nach dem Studium eine Karriere als Beamte an – und das in einem Land mit mehr als 50 Prozent Staatsquote.

Studenten fordern Unterstützung

Mit der Unterstützung der (größtenteils staatlichen) Universitäten sind die Studenten aber nicht sonderlich zufrieden. Rund 60 Prozent wünschen sich mehr Kontakte zu Investoren und Coaching an den Unis. Lediglich 20 Prozent sind der Ansicht, dass dies bereits ausreichend angeboten wird. Genauso wünschen sich fast 60 Prozent direkte finanzielle Unterstützung, die zur Zeit nur fünf Prozent der Studenten in Österreich als ausreichend erachten.

Auf einen Blick
Studenten und ihre Wünsche: Im (zumindest offiziell) noch immer kommunistischen China wollen vierzig Prozent fünf Jahre nach dem Studium eine eigene Firma gründen – in Mexiko sind es gar 60 Prozent. Und in Österreich? Nur 29 Prozent.
Grund: Das finanzielle Risiko ist zu groß. Zwar liegen heimische Studierende noch vor jenen in Deutschland und der Schweiz – aber das Traumziel ist und bleibt die Festanstellung und nicht die Selbstständigkeit: Fast 80 Prozent wünschen sich einen fixen Job, so eine neue Studie.

("Die Presse", Print-Ausgabe, 18.09.2012)

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13 Kommentare
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Was man anerzieht...

Ich persönlich glaube, dass ein guter Teil dieser Entwicklung (die ja nicht per se negativ zu sehen ist) der Erziehung zuzuschreiben ist. Auch mir hängt die Doktrin vom "sicheren" Job, noch in den Ohren - die Realität zeigt, dass gerade heutzutage mehr Flexibilität nötig ist (nur weil lediglich 7% Beamte werden wollen, heißt das ja nicht, dass auch nur 7% der Neu-Akademiker beim Staat anheuern. Die zu vergebenden Stellen werden ja wahrscheinlich doch besetzt werden wenn das Angebot stimmt, ursprünglicher Wunsch hin oder her - obwohl dieser Trend immerhin tatsächlich ein Hoffnungsschimmer sein könnte :D).
Ich hoffe, dass meine Generation erkennt, dass sich das Verhältnis langsam wieder umkehrt und einige, auch bekannte Firmen (bspw. aktuell Airbus/EADS), zunehmend Schwierigkeiten haben gute junge Leute zu finden und sich nicht "unter Wert verkaufen". Ich finde das kann dem Selbstbewusstsein und dem Mut zum Start ins Berufsleben schon einen kräftigen Schub geben.

Gast: HelleOlga
18.09.2012 13:21
1 0

Nur sieben Prozent wollen Beamte werden


Wenn das stimmt, dann besteht noch Hoffnung für den Beamten-Stadel/Staat Österreich, dass das Land in Zukunf wieder etwas fortschrittlicher wird und nicht nur von arbeitsscheuen, der Frühpension entgegensehenden Staats-"Dienern" bevölkert wird...

klar, wer tut sich in österreich

schon die selbständigkeit an? nicht einmal leute, die in ihrem job zu den besten des landes gehören! maximal noch irgendwelche friseure und montageunternehmen, die der mär der freiheit aufsitzen und dann von diversen zahlscheinen verschiedenster zwangsbeiträge zurück auf den teppich geholt werden.

und am allerliebsten in den staatsdienst und wenn wir schon beim träumen sind: mit dem dienstvertrag am liebsten gleich das ansuchen um frühpension einreichen.

viva austria.

Gast: Halbwissen
18.09.2012 10:08
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Jeder strebt dort hin wo er das meiste für sich herausholen kann !

In der Schweiz gibt es viele Großunternehmen und wer Karriere macht zahlt wenig Steuern. Wieso Unternehmerrisiko eingehen wenn das Nest schon gemacht ist ?

In Österreich gibt es wenige Großunternehmen und wer Karriere macht hat auch nicht viel mehr als in KMUs in der oberen Managementebene. Wieso ein Unternehmerrisiko eingehen ausser im geschützten Bereich bei 50 Prozent Staatsquote ?

In China möchte jeder ein Unternehmen gründen und Milliadär werden. Nirgends stehen die Chancen besser. Allerdings werden es nur die die gute Beziehungen zur korrupten Regierung haben.

In Mexiko und Portugal gibt es sowieso nichts zum verlieren. Nicht einmal einen Job. Dort ist es die Verzweiflung die einem in den Unternehmerwahnsinn treibt.

Verwaltungsbeamter will eigentlich niemand werden, da es Zeitverschiss ist. Aber wer nichts findet oder nichts kann wird es dann halt. Dies Erklärt dort die hohe Unzufriedenheit und warum sie so hohe Gehälter einfordern.



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Wieder ein Beweis

dass eine Firmengründung in Österreich und das Überleben dieser unter den Sozialstaatumständen nicht leicht ist.

Deswegen. ..

... gehts den Mexikanern und Chinesen soviel besser als uns und den Deutschen.
Zufriedener sind sie sicher auch.
Und Soziologie ist eine Wissenschaft.

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Eines ist sonnenklar

wer was werden will, wer gut verdienen will, wer sich was aufbauen will muss oesterreich nach dem studium verlassen.

mfg aus dem nicht sozialistischen ausland

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Re: Eines ist sonnenklar

Ich würde eher sagen, dass jemand der fleißig ist, was kann und bereit ist hart zu arbeiten es überall zu etwas bringen kann!

4 0

Re: Eines ist sonnenklar

Na, die meisten wollen halt ein sicheres leben in bekannter umgebung, ist ja keine schande. Suis cuique :-)

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Re: Re: Eines ist sonnenklar

!Korrektur: Sui cuique

Gast: Hans im Glück
17.09.2012 19:37
1 6

Es geht immer um den Market Leader...

Es würde sehr vorteilhaft für Österreich sein wenn man herausfinden könnte warum die Studenten im Mexiko eher ein Unternehmen gründen wollen.

Was machen die Mexikaner besser in ihrem Bildungssystem, dass die Studenten vom Unternehmertum begeistert sind.

Haben die auch eine Gesamtschule? Ist das dort auch der letzte Schrei?

Antworten Gast: Studenterl
18.09.2012 10:18
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Re: Es geht immer um den Market Leader...

Antwort: in Mexiko gibt es nicht so viele Publizistik- Politologie-, Psychologie- und sonstige Unnützstudenten.

Antworten Antworten Gast: naseweiss
19.09.2012 15:55
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Re: Re: Es geht immer um den Market Leader...

In mexiko studieren die jungen leute eher die kokainkurse

Hobbyökonom