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Salzburg: 3,5 Mio. Umsatzverlust durch Innenstadtsperre

17.09.2012 | 20:21 |   (DiePresse.com)

Fünf Wochen lang war werktags die Fahrt durch die Innenstadt von 10 bis 14 Uhr verboten. Eine Studie des Altstadtverbands zeigt die Folgen.

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Die Wirtschaft in Salzburgs Altstadt hat durch die fünfwöchige Durchfahrtsperre der Innenstadt im Sommer Umsatzeinbußen von knapp 3,5 Millionen Euro hinnehmen müssen. Das sind 1,5 Prozent des Jahresumsatzes. Sollte sich das Szenario wiederholen, würden langfristig aber die Umsätze um 33 Millionen Euro zurückgehen, was Auswirkungen auf die gesamte Struktur in der Altstadt brächte. Das ergab eine breit angelegte Studie, die der Altstadtverband in Auftrag gegeben hatte und deren Ergebnisse am Montagabend präsentiert wurden.

Fünf Wochen lang war im Sommer werktags die Fahrt durch Salzburgs Innenstadt von 10.00 bis 14.00 Uhr verboten, wobei es Ausnahmen für Bewohner, Arbeitnehmer, Hotelgäste, Lieferanten, Gehbehinderte oder den öffentlichen Verkehr gab. Die Untersuchung zeigte nun, dass die Auswirkungen für die Stadtbewohner selbst am geringsten waren, weil nur jeder Achte in dieser Zeit mit dem Auto unterwegs war. Die Bewohner aus den umliegenden Bezirken, dem grenznahen Oberösterreich und aus Bayern kommen aber mit dem Auto, und dies werde auch so bleiben, sagte Studienautor Roland Murauer.

Aber gerade dieses Klientel ist für die Altstadt-Wirtschaft unverzichtbar, denn 70 Prozent des Umsatzes werde mit Kunden und Gästen aus diesen Gebieten und der Stadt Salzburg selbst erwirtschaftet. Und in der Befragung machten sie klar, dass sie von einer Wiederholung der Aktion so gar nichts halten: Fast zwei Drittel der Bayern würden in diesem Fall weniger oft kommen oder die Altstadt überhaupt meiden (24 Prozent), bei den Oberösterreichern wäre es nahezu jeder Zweite, und auch aus den Salzburger Bezirken würden 14 Prozent weniger oft und acht Prozent gar nicht mehr die Altstadt besuchen.

Inga Horny, Geschäftsführerin des Altstadtverbandes, wehrt sich nicht grundsätzlich gegen Verkehrsmaßnahmen. Allerdings müsse zunächst einmal klar definiert werden, welche Ziele man überhaupt erreichen wolle. Schon in den nächsten Wochen wird daher unter Federführung eines früheren Verkehrsplaners aus Zürich ein dreistufiger Workshop zum Thema "Vision Verkehr Altstadt" durchgeführt, in den Experten aus allen möglichen Bereichen eingebunden werden. Das Ergebnis dieses Prozesses soll Basis für Verhandlungen mit der Politik sein, um ein langfristiges Modell zu erarbeiten. Parallel dazu überprüft der Altstadtverband mit Unterstützung externer Verkehrsexperten all jene Vorschläge, die zurzeit von der Stadtpolitik zum Thema Verkehr einlangen.

Die Studie wurde von der Cima Austria Beratung + Management GmbH durchgeführt. Dazu wurden 1.511 Haushalte in der Stadt Salzburg, in den Landbezirken und in den angrenzenden bayerischen und oberösterreichischen Regionen telefonisch befragt. Weiters wurden 1.347 Passanten interviewt sowie Fragebögen an die Wirtschaftstreibenden verschickt, von denen 356 (42 Prozent) beantwortet zurückkamen.

(APA)

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12 Kommentare

ein Vergleich

in Wien gibt es eine WIRKLICHE Fußgängerzone (ohne Autoverkehr) und diese wird sogar vergrößert und keiner meckert.
In Salzburg dürfen Fußgänger zwischen den parkenden u. fahrenden Autos gehen, und jedesmal wenn man die autos aus der Innenstadt will, gibt es einen großen Aufschrei.
Da sterben Innenstadt bewohner, weil angeblich kein Arzt zu diesen fahren kann, da verhungern Leute, oder müssen erst das Wasser vom nächsten Brunnen zur Wohnung tragen.
In dieser Stadt leben überdurchschnittlich viele Verhinderer.

Gast: moralos
18.09.2012 18:09
1 0

Und wieder siegen

die Großen. Die haben ihr Zentrum am Stadtrand mit ihren Mega-Einkaufshallen und die kleinen, die Tag ein und Tag aus für die Kunden da sind und auch in Österreich ihre Steuern, Abgaben zahlen und auch den rechtlichen Verpflichtungen ordnungsgemäß nachkommen sind wieder einmal die Blöden. Leider haben die keine Lobby. Die haben ja nur die Großen, die kennen auch die Entscheidungsträger. ...

Gast: Joe Berger
18.09.2012 16:29
4 0

Die Salzburger Altstadt

ist keine Fussgängerzone, sondern ein Gratisparkplatz für priviligierte Ausnahmegenehmigungsbesitzer.


na bumm

wenn weniger leute kommen gibts tatsächlich weniger gschäft? wau, wahnsinnserkenntnis. ich finds ja belustigend, dass wir hierzulande eine studie für sowas brauchen. ups, das spielt ja in der stadt, wo die leute zu dämlich sind, ihre autos nicht an versenkbaren pollern zu demolieren. tscha!

Gast: 23
18.09.2012 10:31
2 1

eins und eins,das macht....

...schau an,...
wer hätte sich das gedacht, das dieses Ergebnis rauskommt??????
sollte für die Mariahilferstraße und ganz Wien zu denken geben.....
man kann eine Stadt halt nicht wie ein Dorf (Wiese,Acker,Blumen,...) behandeln....

Selber schuld

Hätte "die Wirtschaft", wer immer das auch ist, nicht so einen Wirbel um die Sperre weniger z usätzlicher Straßen gemacht, wäre es keinem Touristen aufgefallen. Aber wenn schon an der Autobahnabfahrt "Zentrum gesperrt" steht, was soll man sich da denken.
Selber schuld.

Gast: Wer die falschen Fragen stellt oder die richtigen gar nicht....
18.09.2012 09:23
4 1

Die Hintergründe sind vielschichtiger:

Salzburg befindet sich im Dauerstau, Autos finden keinen Platz mehr und gleichzeitig werden mehr Verkehrsverbindungen benötigt, z.B. eine schnelle Nord-Südverbindung unter der Salzach oder den Tunnel zwischen Schallmoos und dem UKH.

Weiter fehlen genügend Parkplätze, wo man das Auto abstellen könnte, und attraktive Öffis benutzen könnte.

Tatsache ist aber, die Öffis sind in Salzburg unverschämnt teuer.

Eine Einzelfahrt mit dem Bus, auch wenn es nur 1 Station ist kostet beim Fahrer 2Euro30.

Weiteres Problem, die Hauptverbindungsstraßen (Nord-Südverbindung) führen entlang der Salzach und sind permanent überlastet.

Eine einseitige Massnahme wie die Innenstadtsperre ist unter all den oben geschilderten Fakten zu wenig und bring daher nichts.

Zusammengefasst:
Keine Parkplätze, keine attraktiven Öffis und viel zu teuer, gegenseitige Verhinderungstaktik der Stadtpolitiker/Parteien bei Projekten für den Normalbürger.

Dafür wird alles getan, dass die Prominenz auf den für Normalbürger gesperrten Plätzen mit ihren Luxusautos unter Polizeischutz vorfahren dürfen.

So schauts aus!

4 1

um die wirtschaft zu schädigen, wird ja demnächst auch die mahü gesperrt.


Gast: gast:1
18.09.2012 07:12
3 7

die Salzburger Altstadt

ist derart überschaubar - wer das nicht zu Fuß schafft hat in der Tat ein Problem...

Wurde in dieser Rechnung auch bedacht wie viel mehr Umsatz ggf. mit dem Tourismus gemacht werden kann, wenn man beim Flanieren nicht von fuß-faulen bayerischen Autofahrern bedroht wird?

Die würdelose Prostituierung manch österreichischer Gemeinde für den Tourismus kotzt mich an...

Re: die Salzburger Altstadt

darum geht es doch gar nicht. in der altstadt bewegt man sich eh nur zu fuss. nur ohne funktionierendes p

Re: Re: die Salzburger Altstadt

wie oft sind Sie in der Salzburger Altstadt?
nur in der Getreidegasse sind die Autos verbannt, sonst dürfen sie überall fahren und parken - mit Genehmigung

Rote Politiker!!!

sag och nur

Hobbyökonom