Der austro-saudische Scheich und Investor Mohamed Al Jaber steigt beim österreichischen Traditionsunternehmen Backhausen ein. Seine Tochter Mashael will er nicht nur zur Miteigentümerin in dem Textilunternehmen machen. Sie soll auch als künftige Co-Geschäftsführerin der Firma Backhausen fungieren.
Das schreibt die bisherige Eigentümerfamilie Backhausen in einer Mitteilung. Auslöser dafür war freilich eine andere Information: Al Jaber habe Backhausen davon informiert, dass die für Freitag geplante Pressekonferenz in Wien von Freitag auf Montag (24. September) verschoben werden musste. Er müsse an einer "wichtigen, kurzfristig angesetzten politischen Konferenz in Saudi-Arabien teilnehmen".
Finanzdetails nicht bekannt
In dem Pressegespräch wollen Al Jaber, seine Tochter und die renommierte Stoffproduzentenfamilie Backhausen die Strategie des neuen Investors für den österreichischen Betrieb vorstellen. Zu den Finanzdetails ist bisher nur wenig bekannt. Es gilt als sicher, dass auch die Hausbanken an einer finanzkräftigen Partnerschaft für Backhausen höchst interessiert sind.
Die kurzfristige Verschiebung des Einstiegs-Pressegesprächs mit Backhausen ließ indes Beobachter der Investitionspläne des Scheichs die Augenbrauen hochziehen. Hatte Al Jaber doch zuvor schon mit zumindest verzögert eingelösten Zahlungsversprechen bei anderen Firmen im Land öfters von sich reden gemacht.
Bei der AUA sprang er damals ganz ab, bei Kneissl kam zwischen den ersten Rettungsplänen und der finalen Geldspritze die Pleite des Skiherstellers dazwischen. In Wien schlägt sich der Investor mit Klagen und Gegenklagen zu Investments in Hotelprojekte und Immofirmen herum. Trotzdem soll seine Verärgerung über Österreich - er sprach von einem Kleinkrieg gegen ihn - inzwischen verpufft sein.
(APA)
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