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Metaller-KV: Erste Runde ohne Einigung

19.09.2012 | 20:57 |   (DiePresse.com)

Die Gehaltsforderung von fünf Prozent sei "unter diesen Bedingungen nicht nachvollziehbar", so die Arbeitgeber. Das Fazit nach drei Verhandlungsstunden: eine "mühselige Gschicht".

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Nach etwa drei Verhandlungsstunden ist die erste Runde für die neuen Gehaltsabschlüsse in der Metallindustrie zu Ende gegangen. Wie erwartet kam es zu keiner Einigung. Pro-Ge-Chef Rainer Wimmer bezeichnete die Verhandlung im Anschluss vor Journalisten als "mühselige Gschicht". Für die Arbeitgeber betonte der Obmann des größten Metallfachverbandes FMMI, Christian Knill, dass die Gehaltsforderung von fünf Prozent "unter diesen Bedingungen nicht nachvollziehbar und schwer erfüllbar" sei. Das sehen die Arbeitnehmervertreter naturgemäß nicht so und bleiben bei der geforderten Erhöhung.

Auch IV-Präsident Georg Kapsch lässt die von den Arbeitnehmervertretern ins Treffen geführten Argumente Produktivitätszuwachs und Gewinnsteigerung bei den Unternehmen nur bedingt gelten. Auf den Erfolgen der Vergangenheit könne man bei Einmalzahlungen und Prämien aufbauen, "aber nicht bei Zahlungen, die nachhaltig in die Zukunft wirken", betonte Kapsch.

Erstmals getrennte Verhandlungen

Die Gewerkschaften Pro-Ge und GPA-djp verhandeln heuer erstmals mit allen sechs Metallverbänden getrennt. Der Startschuss fiel heute mit der Maschinen- und Metallwarenindustrie (FMMI), die rund 120.000 der 180.000 Metaller vertritt. Der nächste Termin wurde für den 26. September anberaumt. Kommt es da wieder zu keiner Einigung, ist noch eine Verhandlung für den 5. Oktober vorgesehen. Am 15. Oktober sollen dann die Gespräche mit dem Berg- und Stahlbau beginnen.

Nach dem ersten Treffen sei der Gewerkschaft überhaupt nicht klar, was die Arbeitgeber wollen, sagte Wimmer. "Die Arbeitgeber haben eine Reihe von Forderungen, die sie aus Sicherheitsgründen geheim halten", gab er sich zynisch. Man werde den 26. September nutzen, "um gescheiter zu werden, was die überhaupt wollen".

GPA: "Mit uns reden sie nicht"

Karl Proyer (GPA), Verhandlungsführer auf Arbeitnehmerseite neben Wimmer, findet, dass die "Beschäftigen das Recht haben zu erfahren, was die Arbeitgeberseite will". Die Gewerkschaft erfahre zwar aus Medien, dass die Metallindustrie eine Arbeitszeitflexibilisierung wolle, "aber mit uns reden sie nicht". Das Problem sei, so Wimmer, dass "in der Öffentlichkeit jemand anderer kommuniziert als am Verhandlungstisch".

Die Verhandlungsfortschritte auf Industrieseite wurden heute erstmals nicht vom Chefverhandler der FMMI präsentiert, sondern von Fachverbandsobmann Knill. Knill sagte dazu: "Die Verhandler sollen sich aufs Verhandeln konzentrieren." Außerdem habe Johannes Collini, ein Vorarlberger Unternehmer, sein Flugzeug erwischen müssen.

Das Wort Streik nahmen die Arbeitnehmervertreter Wimmer und Proyer noch nicht in den Mund, betonten aber, dass es ihnen angesichts der "wirtschaftlich guten Situation" der Betriebe ernst sei mit der kräftigen Lohn- und Gehaltserhöhung. Knill sieht das nicht so: "Was wir brauchen ist Planungssicherheit. Wir können nicht alles über einen Kamm scheren - auch nicht bei den prozentuellen Erhöhungen."

(APA)

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4 Kommentare
Gast: ichwillaucheinenbonus
20.09.2012 09:30
1 0

5%

5% ....um himmels willen, was die arbeitnehmer hier unverschämt fordern. Jedes jahr müssen wir diesen desperados aufs neue erklären, daß gerade krise war, krise ist oder krise sein wird, und sie eigentlich froh sein können, daß für uns überhaupt ruachln dürfen.
Wo kommen wir denn da hin, wenn jeder sein stückerl vom kuchen haben will! glaubts ihr wirklich, daß ich euch von meinem bescheidenen bonuserl auch nur 100000 euro geb? was rauchts ihr eigentlich?

Gast: rudiratlos999
20.09.2012 07:29
0 0

wer möchte nicht jedes Jahr 5% mehr

leider werden die Arbeitgeber die gestiegenen Lohnkosten auf die Produktpreise überwälzen und damit existiert die Erhöhung real nicht. Außerdem werden von den 5% mehr, je nach Steuerklasse, vielleicht 3,5% übrig bleiben. Der einzige, der sich mit Lohnerhöhungen die Taschen fült, ist der Staat.

Gast: WZ-Wode
19.09.2012 21:12
1 0

5% für alle Arbeitnehmer

Das wäre OK und gerecht!

Auch für Beamte Bundes und Gemeindebedienstete, Handwerker einfach alle Berufe.

Das Recht um Kaufkräftiger Einzukaufen hat jeder Arbeitnehmer.

Gewerkschafter, Bundeskanzler, Bürgermeister etc. Seid ihr auch dafür.

Ich bitte um ein positives Machtwort von den mächtigen die da was zum reden haben.

Wäre mal ein andere Gefühl als nur bei jeden Einkauf die Teuerrungen hinnehmen zu müssen.

Antworten Gast: Metaller
21.09.2012 11:22
0 0

Re: 5% für alle Arbeitnehmer

Natürlich wäre das korrekt und erstrebenswert.
Die Sache ist aber so: wenn die Metaller hohe Abschüsse erzielen, profitieren auch die Anderen mit höheren Abschlüssen alliquot mit. Kriegen die Metaller wenig, kriegen die Anderen noch weniger.

Hobbyökonom