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Die ÖIAG soll größer werden

20.09.2012 | 16:53 |  von Hanna Kordik (Die Presse)

Wie könnte die ÖIAG der Zukunft aussehen? Ein neues Konzept plädiert für ein „einheitliches Beteiligungsmanagement“ von Staatsunternehmen. ÖBB, Asfinag, Verbund und Bundesforste sollten dazugehören.

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Wien. Die Forderung wurde schon erhoben, als Markus Beyrer vor einem Jahr Chef der Staatsholding ÖIAG wurde. Und sie hat mit seinem Abgang und der Bestellung von Rudolf Kemler zu seinem Nachfolger an Vehemenz gewonnen: Die ÖIAG brauche ein Zukunftskonzept, heißt es immer wieder: Mit dem Verwalten der staatlichen Anteile an drei Unternehmen - nämlich OMV, Post und Telekom Austria - könne es wohl nicht getan sein.
Da ist was dran - und zwar mehr, als die zahlreichen ÖIAG-Kritiker denken. Denn es gibt bereits ein Grundkonzept, verlautet aus der ÖIAG. Und sie verweist auf Stefan Höffinger - den ehemaligen Österreich-Chef des Unternehmensberaters Arthur D. Little und nunmehrigen Geschäftsführer eines eigenen Unternehmens mit dem Spezialgebiet „Strategy Development".

„Industriebeteiligungskonzept"
Und tatsächlich: Höffinger hat, wie er der „Presse" bestätigt, gemeinsam mit der ÖIAG (und sicherlich mit dem Okay des Finanzministeriums) in den vergangenen Monaten Überlegungen über die Zukunft der Holding angestellt. Herausgekommen ist ein umfangreiches Papier mit dem Titel „Neue Wege für ein Industriebeteiligungskonzept der Republik Österreich".

Diesen Überlegungen liegt ein deklariertes Ziel zugrunde. Das da lautet: Österreich brauche dringend eine Grundsatzstrategie für die Weiterentwicklung staatlicher Anteile an Unternehmen. Immerhin gehe es um die Assets der Republik. Und: „Mit einem einheitlichen, professionellen Beteiligungsmanagement könnte Österreich in Europa eine Vorreiterrolle einnehmen", sagt Höffinger.
Was unter „professionell und einheitlich" zu verstehen ist, wird anhand einer in dem Papier gezeigten Grafik (siehe oben) deutlich. In Österreich gibt es 122 Unternehmen mit Bundesbeteiligung - doch sie alle in das Konzept aufzunehmen hätte wohl dessen Rahmen gesprengt. Also wurden ausschließlich die wesentlichen Beteiligungen des Bundes berücksichtigt. Also jene, bei denen ein strategisches Beteiligungsmanagement sinnvoll wäre - ausgenommen wurden Banken, Versicherungen und Pensionskassen sowie Klein- und Mittelunternehmen.
Herausgekommen sind vier „Schlüsselbranchen":

Mobilität: Hier werden die ÖBB, die staatliche Straßenbaugesellschaft Asfinag sowie der Wiener Flughafen genannt. Bei Letzterem handelt es sich zwar nicht um eine Bundesbeteiligung, allerdings um eine Beteiligung der öffentlichen Hand: Die Länder Wien und Niederösterreich halten jeweils 20 Prozent am Flughafen.
Energie: In diesen Bereich fallen der Stromkonzern Verbund sowie der Öl- und Gaskonzern OMV.
Kommunikation: Dazu gehören laut der Expertise die Post sowie die Telekom Austria.
Immobilienmanagement: Die Bundesimmobiliengesellschaft (BIG) würde in diesen Bereich fallen, ebenso die Österreichischen Bundesforste.

Laut Höffinger könnte der Staat als Kernaktionär für diese vier Schlüsselbranchen „einen standortpolitischen und ökonomischen Mehrwert schaffen". Voraussetzung dafür ist aber offenbar ein einheitliches Beteiligungsmanagement. Wovon die ÖIAG derzeit noch weit entfernt ist: Sie verwaltet derzeit lediglich die Bundesanteile an Telekom, Post und OMV. Die anderen genannten Unternehmen haben diverse Ministerien als direkte Eigentümervertreter: Asfinag und ÖBB gehören zum Verkehrsministerium, der Verbund und die Bundesimmobiliengesellschaft zum Wirtschaftsministerium. Die Bundesforste ressortieren zum Landwirtschaftsministerium.

Politisches Gewohnheitsrecht

Die Logik hinter diesen verschiedenen Zuständigkeiten erschließt sich freilich den Wenigsten. Und sie sind auch so etwas wie politisches Gewohnheitsrecht. In der Vergangenheit haben sich jedenfalls die betroffenen Minister aller Couleurs mehr oder weniger lautstark dagegen gewehrt, die Macht über eines „ihrer" Unternehmen zu verlieren.
Dem hält das neue Konzept entgegen: Ein einheitliches Beteiligungsmanagement - zusammengefasst unter dem Dach der ÖIAG - würde zahlreiche neue Möglichkeiten eröffnen. So wäre etwa eine „Think-Tank-Funktion" für sämtliche Schlüsselbranchen möglich. Soll heißen: Für die Bereiche Verkehr und Energie könnte beispielsweise ein übergreifendes Konzept für Elektromobilität entwickelt werden. Motto: Das Beteiligungsmanagement in einer Hand kann dies effizienter bewerkstelligen als mehrere Eigentümervertreter das tun können.

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Darüber hinaus wird in dem Papier empfohlen, das Staatsfonds-Konzept wiederzubeleben. Etwa, indem ÖIAG-Dividenden teilweise für Start-ups zweckgewidmet werden. Zitat aus dem Konzept: „Vorstellbar wäre, Teile der Erträge für befristete Eigenkapitalspritzen an Wachstumsunternehmen und Betriebe von Zukunftstechnologien einzusetzen."

Das Konzept liegt also auf dem Tisch - was damit passiert, ist halt die Frage. Experte Höffinger gibt sich jedenfalls zuversichtlich: „Die Chance für die Realisierung einer überzeugenden Beteiligungsstrategie der Republik ist jetzt da", sagt er. Und: „Österreich wird davon profitieren. Vor allem mit gezielten Investitionen in die industriellen Initiativen der kommenden Generation."

("Die Presse", Print-Ausgabe, 21.09.2012)

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19 Kommentare

Jobbörse für Präpotente eröffnet!

Es gibt nun wieder Jobs für die größten Versager der Nation, natürlich gut bezahlt und ohne jegliche Haftung!

Da gibt es dann wieder diese Geschichten, wo ist das Geld hin, wer hat es genommen?

Keine Sorge es gilt dann wieder die Unfähigkeitsvermutung

Gegenvorschlag:

Wie wäre es damit, die besagten Unternehmen endlich zu privatisieren?

Dass der Staat nicht gerade der weltbeste Unternehmer ist, hat er jahrzehntelang eindrucksvoll bewiesen, und auf die Verteilung weiterer Versorgungsposten bin ich nicht neugierig.

Defizite der ÖBB

Übernimmt die Gewinn bringende OMV und keine Gewinnausschüttung für Manager genau so wie der Gratis Strom von den Wasserkraftwerken
die der Österreicher mit Milliarden an Steuergeld Bezahlt hat OOHHOO geht ja nicht das Wasser kostet
ja viel Geld wenn es durch die Turbinen Läuft und das Kostet den Privat Anbieter Milliarden.

Gast: Hans im Glück
21.09.2012 09:44
0 0

Läuft schon wieder eine Anleihe aus?

Das ist die Salamitaktik.

Immer wenn eine Gr-Anleihe zurück zu Zahlen ist wird man einen sauberen Schnitt machen.


Gast: Markus Trullus
21.09.2012 09:35
1 0

Augenauswischerei

Alles Quatsch, Leute, lasst euch das doch nicht einreden; hier geht es ausschließlich darum, lukrative Ausgedinge für die ab den Wahlen 2013 frei werdende Politiker zu sichern. Denn Aufsichtsratsposten für abgehalfterte Politiker, Postenschacher auf "Teufel komm raus" wird dort dann fröhliche Urstände feiern. Das ist dann "Staatliche Korruption" zum xten Potenz!!!!

Damit die ÖIAG(NEU) genauso versilbert werden kann wie die alte ÖIAG!

Der Staat braucht Geld, Geld, Geld,...
Die Baddeien brauchen Posten, Posten, Posten,...
Die Lobbyisten brauchen Korruption, Korruption, Korruption,...

...ergibt alles in allem ein k.u.k. Reich für die neue ÖIAG! So ist das mit der "Wirtschaft" made in Austria.

Gast: Callisto
21.09.2012 07:38
7 0

Schnell noch Versorgungsposten schaffen falls die Wahlen schiegehen.

Mehr ist das nicht.
Privatisieren ORF, Post, Telekom, OMV & Co. - das wäre die Lösung und keine Haftung vom Steuerzahler wie bei den Bankversorgungsposten der Politversager.

1 0

Re: Schnell noch Versorgungsposten schaffen falls die Wahlen schiegehen.

Genau - es ist eine wirklich geniale Idee, das ÖFFENTLICH RECHTLICHE Fernsehen sowie die Post und Telekom zu privatisieren.

Dass genau diese Branchen für eine funktionierende Demokratie zwingend notwendig sind entgeht bei diesem Vorschlag nicht wahr?
Und dass sie aus genau diesem Grund NICHT privatisiert werden sollten.

Was nicht heisst, dass ich den aktuellen Postenschacher der insbesondere beim ORF ganz grausam ist gutheisse.

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Re: Re: Schnell noch Versorgungsposten schaffen falls die Wahlen schiegehen.

Bitte welche funktionierende Demokratie braucht Telefon Fernsehen und Post in öffentlicher Hand??? Eine Demokratie braucht Medienvielfalt, Meinungsfreiheit und möglichst keine Kartelle bei Versorgern wie Post und Telefon.

Antworten Antworten Gast: Callisto
21.09.2012 09:07
2 0

Re: Re: Schnell noch Versorgungsposten schaffen falls die Wahlen schiegehen.

Diese linkskorrupte Demokratur kann zum Teufel gehen - niemand, außer den dadurch gut Versorgten, würde ihr nachtrauern.

0 0

Re: Re: Re: Schnell noch Versorgungsposten schaffen falls die Wahlen schiegehen.

Seit wann ist die ÖVP links???

Re: Re: Re: Re: Seit wann ist die ÖVP links???

Mit den überwiegenden Politteilen wohl schon Jahre, wenn nicht Jahrzehnte. Die allerletzten Hemmungen hier nur mehr als Schoßhündchen der SPÖ zu fungieren, werden wohl auch demnächst aus "Gründen des Koalitionsvertrages" fallen?

0 0

Re: Re: Re: Re: Re: Seit wann ist die ÖVP links???

Das kann man umgekehrt (nämlich dass die SPÖ rechtskonservativ ist)genauso sehen.Abgesehen davon wird die ÖIAG seit Jahren von ÖVP nahestehenden Personen geführt.

nachdem die ÖVP gerade zugrunde geht

und nach der NR-Wahl keinen Einfluss mehr haben wird, hat dieses gute Konzept keine Chance auf Verwirklichung. SPÖ und GA werden das Gegenteil tun.

faymann muss sich nach der nächsten wahl

einen neuen, gut dotierten job sichern. für sich und seine kumpani

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Also nur ums zu verstehen ...

... Briefträger gibts weniger, dafür werden die Anzugträger mehr?

Antworten Gast: soises
21.09.2012 07:37
1 0

Re: Also nur ums zu verstehen ...

so is es

Gast: Brennstein2
20.09.2012 18:41
10 0

ÖIAG muss grösser werden

Die Parteien brauchen dringed Versorgungsposten für Günstlinge und abgehalfterte Politiker.

Re: ÖIAG muss grösser werden

so ist es.

Hobbyökonom