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Hat sich die Flick-Stiftung an der Hypo bereichert?

20.09.2012 | 17:03 |  Von Christian Höller (Die Presse)

Wegen der Ermittlungen der Staatsanwaltschaft Klagenfurt hat die Flick-Privatstiftung den Erlös aus einem Hypo Alpe Adria-Investment in der Höhe von 3,2 Millionen Euro bei einem Notar hinterlegt.

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Wien. Der Skandal um die Hypo Alpe Adria hat auch die Flick-Privatstiftung erreicht. In der Stiftung wird ein Teil des auf mehrere Milliarden Euro geschätzten Nachlasses des im Oktober 2006 verstorbenen Unternehmers Friedrich Karl Flick verwaltet. Die Begünstigten der Stiftung sind seine Kinder.

Die Staatsanwaltschaft Klagenfurt geht nun der Frage nach, ob die Stiftung unrechtmäßig von Geschäften mit der Hypo Alpe Adria profitiert hat. Die Flick-Privatstiftung bestätigte am Donnerstag in einer Aussendung die Ermittlungen der Justiz. Sie erklärte zudem, dass man von sich aus Professor Josef Zechner von der Wirtschaftsuniversität Wien zur Klärung des Sachverhalts bestellt habe. Die Ergebnisse der Untersuchung sollen zu Jahresende vorliegen.

Bei den Erhebungen geht es um eine Kapitalerhöhung der Hypo im Jahr 2007, an der sich mehrere prominente Investoren wie die Flick-Privatstiftung beteiligt haben. In einer geheimen Nebenvereinbarung sagte die Hypo damals zu, die Aktien zu einem späteren Zeitpunkt zurückzukaufen. Das ist auch 2009 passiert. Doch diese Geld-zurück-Garantien sollen nach Ansicht von Experten dem Bankwesengesetz widersprechen. Denn Sinn von Eigenmittel ist es, dass sie der Bank jederzeit für die Risiko- und Verlustabdeckung zur Verfügung stehen.

Streit um die Verzinsung

Wegen der Geld-zurück-Garantie sei das volle Risiko nicht bei der Flick-Privatstiftung, sondern bei der Hypo gelegen, heißt es in einem von der Staatsanwaltschaft in Auftrag gegebenen Gutachten, das der „Presse“ vorliegt.

Trotzdem habe die Stiftung von der Hypo eine ungewöhnlich hohe Dividende erhalten. Die Verzinsung von sechs Prozent beziehungsweise 6,25 Prozent sei „insbesondere auch im Hinblick auf die kurze Bindungsdauer als marktunüblich hoch anzusehen“, so das Gerichtsgutachten. Die Hypo hätte das Geld „auf dem Markt auch zu günstigeren Konditionen beziehen können“. Der Verkauf der Vorzugsaktien an die Flick-Privatstiftung „unter den in der Nebenvereinbarung festgelegten Bedingungen war dazu geeignet, der Hypo einen Schaden zuzufügen“, steht in dem Gerichtsgutachten.

Die Stiftung sieht das freilich anders. Sie betont, dass sie mit dem Erwerb der Aktien auch ein Ausfallsrisiko getragen habe.
„In einem Insolvenzfall bestand somit das Risiko bis zum Totalverlust des Investments“, heißt es in einer Stellungnahme der Stiftung. Ihrer Ansicht nach habe es sich um ein „normales Risikoinvestment in die Hypo-Alpe-Adria-Gruppe mit einer risikoadäquaten Rendite“ gehandelt.

Warum die Justiz in der Causa gegen die Flick-Privatstiftung und nicht gegen andere Investoren ermittelt, hat folgenden Grund: In das Zustandekommen des Geschäfts mit der Stiftung war unter anderem der frühere Hypo-Aufsichtsratspräsident Wolfgang Kulterer involviert. Kulterer war bis 2010 auch Vorstand der Flick-Stiftung. Die Staatsanwaltschaft geht der Frage nach, ob Kulterer durch seine Doppelrolle der Stiftung einen Vorteil verschafft hat. Kulterer bestreitet alle Vorwürfe. Es gilt die Unschuldsvermutung. Professor Zechner soll nun für die Stiftung die Angemessenheit der Rendite beim Hypo-Investment überprüfen. Bis zur Klärung hat die Stiftung den Erlös aus dem damaligen Veranlagungsgeschäft in der Höhe von 3,2 Mio. Euro bei einem Notar hinterlegt. Sollte sich wider Erwarten herausstellen, dass der Stiftung ein unrechtmäßiger Vorteil zugekommen sei, werde man den entsprechenden Betrag zurückerstatten, so die Stiftung.

Professor Zechner ist übrigens auch Aufsichtsrat der Grazer Wechselseitigen-Versicherung, die früher an der Hypo beteiligt war. Gegen Vorstände der GraWe laufen im Zusammenhang mit Hypo-Vorzugsaktien Ermittlungen der Staatsanwaltschaft. Die Manager versichern, dass sie nichts Illegales gemacht haben. Die Stiftung sieht keine Unvereinbarkeit, dass Zechner im Aufsichtsrat der Grazer Wechselseitigen sitzt. Denn er habe für die Stiftung nur die Angemessenheit der Rendite zu überprüfen, heißt es.

("Die Presse", Print-Ausgabe, 21.09.2012)

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10 Kommentare

Dann bereichert sich jeder der ein Sparbuch der Hypo besitzt!


Gast: Omerta
21.09.2012 09:56
0 0

es bleibt

alles in der Familie. Das Ausfallsrisiko einer Landesbank ( war die nicht wie die steirische mündelsicher?) ist nicht gegeben. Die historischen Abläufe bestätigen dies zusätzlich.
Läuft K. noch frei herum? Das blitzartige Hinterlegen des göttlichen "Risiko" Geschenkes fing doch bei einem Interessensvertreter an? Davon liest man seltsamerweise nix mehr.

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hypo

diejenigen die ein sparbuch bei der hypo haben,sofort das geld ausbezahlen und dann gleich zusperren den laden

Die können ihren Kragen nicht vollkriegen

versuchen es mit allen Mitteln an die Kohle zu kommen.

Das sollte besser heißen:

Flick hat sich an der Hypo bereichert (es gilt die Unschuldsvermutung)

Gast: gast1111
21.09.2012 06:54
0 0

Professor Zechner ist übrigens auch Aufsichtsrat der Grazer Wechselseitigen-Versicherung,

..warum hat man nicht gleich den Kulterer als Gutachter genommen?

Die Geldgier

der Reichen ist unendlich groß!

Und dabei wurden sicher nicht nur die Flicks gut bedient,sondern viele reiche DEUTSCHE Zuwanderer-Familien an der Ostbucht des blauen Wörthersee.

Antworten Gast: STFU
21.09.2012 09:40
0 0

Re: Die Geldgier

Das Geld gleicht dem Seewasser. Je mehr davon getrunken wird, desto durstiger wird man. — Arthur Schopenhauer

Gast: prawda7654321
20.09.2012 23:27
1 0

da

einfache Antwort: JA

Hobbyökonom