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Minidividende spart Telekom Austria 150 Millionen Euro

25.09.2012 | 17:43 |  Von Hedi Schneid (Die Presse)

Die drastische Kürzung der Dividende lässt die Telekom-Aktie auf ein Allzeittief fallen. Das trifft die Staatsholding ÖIAG mehr als den mexikanischen Großaktionär Carlos Slim, er ist der reichste Mann der Welt.

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Eines muss man Ronny Pecik lassen: Er geht bei seinen Investments nicht nur Risikos ein – er hat auch ein feines G'spür für den richtigen Moment für den Ausstieg. Pecik ist im Oktober 2011 bei einem Wert zwischen acht und 8,50 Euro je Aktie bei der Telekom Austria (TA) eingestiegen. Das hat den Kurs kurzzeitig auf über neun Euro getrieben. Um 9,50 Euro je Aktie hat Pecik sein Paket im Juni an den mexikanischen Milliardär Carlos Slim und dessen America Movil verkauft – gestern, Dienstag, wurde der Deal geschlossen.

Am Dienstag war die Telekom-Aktie allerdings nur mehr 5,70 wert – zwischenzeitlich sackte sie mit 5,47 Euro sogar auf ein Allzeittief ab. Schuld an dem mehr als siebenprozentigen Absturz war die starke Kürzung der Dividende von 38 auf fünf Cent je Aktie für heuer und 2013, die der Aufsichtsrat am Montag beschlossen hatte.

Hat Slim also zu teuer gekauft? „Nein“, lautet die klare Antwort von Bernd Maurer, Analyst der Raiffeisen Centrobank (RCB). „America Movil hat ein klares strategisches Ziel, das lautet Europa. Der erste Schritt ist über die Telekom und die niederländische KPN gelungen. Da geht es nicht um kurzfristige Kursgewinne, sondern langfristige Interessen“, sagt Maurer zur „Presse“.

Deshalb glaubt der RCB-Spezialist auch, dass die Mexikaner ihren Anteil, der inklusive der von Slims Familienstiftung gehaltenen 3,14 Prozent bei 25,9 Prozent liegt, aufstocken werden. Dann könnte die Aktie wieder Aufwind bekommen – und Pecik in den Genuss des mit Slim vereinbarten Aufschlags kommen. Für den Fall, dass der Kurs in den nächsten drei Jahren über 9,50 Euro steigt, würde Pecik 15 Prozent der Differenz erhalten.

Dort muss das Papier aber erst hinkommen – ein steiniger Weg, sind sich die Analysten einig. Die Telekom kämpft wie viele europäische Rivalen mit der Abwanderung von Festnetzkunden, einem enormen Preisdruck im Mobilfunk und Umsatzeinbußen durch Regulierungsmaßnahmen der EU. Eine Absenkung der Roaminggebühren um einen Euro kostet die TA rund 60 Mio. Euro im Jahr. Bei der TA kommt noch der Gegenwind in Zentral- und Osteuropa dazu.
Gleich vier Banken haben ihre Empfehlungen revidiert: Die RCB stufte die Aktie von Kaufen auf Halten zurück und senkte das Kursziel von 8,50 auf 6,80 Euro. Die Berenberg Bank belässt die Verkaufsempfehlung, senkt aber das Kursziel von 6,20 auf 5,90 Euro. Die Deutsche Bank bleibt bei Halten, reduziert das Kursziel aber von 7,50 auf sieben Euro.

Nicht nur Analysten werteten die Dividendenpolitik der TA bisher als zu großzügig, zumal die Ausschüttungen an die Substanz gingen. Auch die Halbierung der Dividende für 2011 auf 38 Euro sei zu üppig gewesen. Die nunmehrige Kürzung sei daher richtig, weil der Konzern das Geld brauche. Sie falle allerdings überraschend drastisch aus, hieß es in Finanzkreisen. „Wir interpretieren das als Indikation, dass die Markterwartungen für 2013 zu optimistisch sind“, schreibt Maurer in seiner Analyse. Die zweite Dividendenkürzung binnen zehn Monaten konterkariere zudem die Glaubwürdigkeit des Managements.

Der Dividendenschnitt, mit dem sich die Telekom rund 146 Mio. Euro spart, wird auch von Telekom-Betriebsratschef Walter Hotz und Kleinaktionärsvertreter Wilhelm Rasinger begrüßt. Rasinger meint sogar, dass man die Ausschüttung ganz hätte aussetzen sollen, bis der Konzern wieder substanzielle Gewinne schreibt. Er mokiert sich darüber, dass es des Herrn Pecik bedurft habe, dass beim Vorstand und Aufsichtsrat wirtschaftliche Vernunft eingekehrt sei.

Neben Slim ist übrigens die ÖIAG der größte „Verlierer“: Die Staatsholding, die 28,4 Prozent an der Telekom hält, bekommt für 2012 nur mehr 6,29 Mio. Euro Dividende. Im Vorjahr waren es noch 47,8 Mio. Euro. Die Minderung des Beteiligungsertrags ist eine bittere Pille für Finanzministerin Maria Fekter (ÖVP).

Mit dem Dividendenschnitt ist die Telekom nicht allein. Bereits vor Monaten schraubten Telefon-Riesen wie France Telecom oder Telefonica wegen der schwachen Wachstumsaussichten auf ihren Heimatmärkten ihre Ausschüttungen zurück. Die Deutsche Telekom hingegen hält an der versprochenen Gewinnbeteiligung von 70 Cent pro T-Aktie fest.

("Die Presse", Print-Ausgabe, 26.09.2012)

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7 Kommentare

An die Wand fahren ...

... wird das genannt, was hier passiert! Der Konzern wird kaputt gemacht um die Regierung zum Verkauf an den mexikanischen Investor zu zwingen ...

..bringt der TA 150 Mio

Und wieviel kostet der TA der Kusrssturz?

Wenn man die Aktionäre so dramatisch um ihre Dividenden besch...t, darf man sich nicht wundern, wenn die die Aktie verkaufen. An der Dividende sparen ist schon auch in Ordnung-aber diese gleich auf unter ein Viertel heruntersetzen ist eine Bankrotterklärung.

Leider "denken" die Wirtschaftsbosse alle so engstirnig. Hauptsache, die eigene "Dividende" in Form von Bonuszahlungen stimmt.

Es ist schon höchste Zeit für einen Stronach.

Gast: Halbwissen
25.09.2012 21:26
2 0

Der Pecik war doch nur ein Strohman !

Null Risiko !

Re: Der Pecik war doch nur ein Strohman !

Bitte abwarten. Eventuell könnten wir in Zukunft auch zu diesem Thema eine Erfahrung in Sachen verdeckter Finanzierung machen.

Gast: DER BÜRGER
25.09.2012 14:34
9 0

ES GEHT ABWÄRTS

War gestern die Aktie noch knapp über 6 so ist sie heute (25.9.2012) knapp über 5.
Welche Leistung hat der Vorstand & Aufsichtsrat in den letzten Jahren erbracht.
> Belegschaft (Qualifizierte Techniker) abbauen, die nun an allen Ecken und Enden fehlen.
> Freunderl voll bedient (Maischberger & Co).
> Mehr Dividende ausbezahlt als nötig.....

In einem Satz ausgedrückt.

SIE FAHREN DAS UNTERNEHMEN VOLL AN DIE WAND.

> Wo ist das versprochene Glasfasernetz gebliegen (Der Österreichweite Ausbau)?
> Was hat die Fusionierung A1 & Telekom wirklich gebracht?

Antworten --> SIEHE OBEN.

Man kann auch sagen:
WIR HABEN DIE RICHTIGEN (für diesen Job), ABER NICHT DIE BESTEN
© Hickersberger

Der Vorstand & Aufsichtrat muss sofort das Unternehmen ohne Prämien usw. verlassen --> FRISTLOS. Sie haben Volkswirtschaftlich schon genug angerichtet --> ABGANG MEINE DAMEN & HERREN ABER FLOTT...............

Re: ES GEHT ABWÄRTS

nicht so garstig, der schöne hannes wirds schom richten, hat er doch auch von den aktienmacholoikes nix gewußt, wie denn auch. schön reden schön aussehen , ja das genügt heute in verbindung mit den richtigen politischen netzwerken für einen millionenjob, die kunden sind gelegentlich nur störenfriede.

Gast: kaasbauer
25.09.2012 12:05
5 0

so, und was hat nun der

Herr " Investor " so Grossartiges , ausser für die eigene Tasche, geleistet ? Nichts, wir aber die Erkenntnis gewonnen, dass die ÖIAG vollkommen nutzlos und lediglich eine Versorgungsstation von
ÖVP - Freunden ist.

Hobbyökonom