Wien/Linz/apa. Trotz aller Sorgen aufgrund der Krise in der Währungsunion stehen die Österreicher mehrheitlich hinter dem Euro: 57 Prozent sehen die Einführung der Gemeinschaftswährung rückblickend als einen positiven Schritt. Das ergab eine vom Linzer Meinungsforschungsinstitut „market“ durchgeführte Umfrage bei 400 repräsentativ ausgewählten Personen über 16.
Immerhin 36 Prozent bezeichnen den Euro jedoch als „Fehler“. Besonders stark identifizieren sich Personen mit höherer Bildung mit der Gemeinschaftswährung: In diesem Segment gibt es 76 Prozent Zustimmung.
Die Österreicher haben allerdings Zweifel, was das wichtigste derzeit zur Verfügung stehende Instrument zur Euro-Rettung betrifft: So glaubt eine Mehrheit (63 Prozent) der Bevölkerung nicht, dass der dauerhafte Rettungsschirm ESM (tritt am 8. Oktober in Kraft) die Probleme der Währungsunion allein lösen kann. Nur 21 Prozent glauben, dass die Eurozone aufatmen kann, nachdem die deutschen Verfassungsrichter am 12. September grünes Licht für den ESM gegeben haben.
Zu „Grexit“ uneinig
Uneinig sind die Österreicher, was einen eventuellen Austritt Griechenlands aus der Eurozone anbelangt. 33 Prozent vermuten langfristig eher positive Folgen, 26 Prozent rechnen dagegen mit negativen Konsequenzen eines „Grexit“. 70 Prozent der Befragten äußerten die Sorge, dass die europäische Wirtschaft in den kommenden Jahren stagnieren könnte.
So positiv eine Mehrheit der Österreicher die Einführung des Euro im eigenen Land ansieht, so skeptisch steht Nicht-Euroland Dänemark zur Gemeinschaftswährung: Laut einer im Auftrag der Dänischen Nationalbank durchgeführten Umfrage wollen 70 Prozent der Dänen auch künftig im eigenen Land nicht mit dem Euro bezahlen. Die Dänen haben die Teilnahme an der Eurozone schon zweimal abgelehnt.
("Die Presse", Print-Ausgabe, 26.09.2012)
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