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Bei Bankenhilfe droht Verlust von 4,8 Milliarden Euro

26.09.2012 | 18:17 |  CHRISTIAN HÖLLER (Die Presse)

Der Rechnungshof empfiehlt, künftige Hilfspakete nach dem amerikanischen Modell abzuwickeln. Die Hypo Alpe Adria benötigt einen weiteren Zuschuss von 2,2 Mrd. Euro.

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Wien. Im Frühjahr 2009, als in Österreich das Bankenhilfspaket verabschiedet wurde, erklärte der damalige Finanzminister Josef Pröll (ÖVP, arbeitet jetzt für Raiffeisen), es werde „nichts verschenkt“, sondern das Staatsgeld werde lediglich „hergeborgt“. Für den Steuerzahler „handelt es sich um ein beinhartes Geschäft“. Doch davon ist heute keine Rede mehr.

Einem am Mittwoch veröffentlichen Bericht des Rechnungshofs zufolge könnte das Bankenpaket den Staat mit bis zu 4,8 Mrd. Euro belasten. Es ist das erste Mal, dass eine staatliche Stelle das mögliche Bedrohungspotenzial aus den Unterstützungsmaßnahmen für den Finanzsektor beziffert. Bis zur Jahresmitte 2011 lag das Minus laut Rechnungshof bei 680 Mio. Euro. Bei anhaltend schwierigen Rahmenbedingungen könnten weitere Belastungen hinzukommen, schreiben die Kontrolleure. Dies ist bereits eingetreten. Nach Angaben des Wirtschaftsforschungsinstitut vergrößerte sich das Minus bis Jahresmitte 2012 auf 2,355 Mrd. Euro.

Und das dürfte längst nicht alles sein. Anfang September ergab eine Sonderprüfung der Nationalbank, dass die Hypo Alpe Adria einen weiteren Zuschuss von 2,2 Mrd. Euro benötigt. Auch bei der maroden KA Finanz, der „Bad Bank“ der Kommunalkredit, gibt es Gerüchte über einen weiteren Kapitalbedarf von hunderten Millionen. Das wird vom Vorstand des Instituts jedoch bestritten. Rechnet man alle derzeit diskutierten Maßnahmen zusammen, ist die vom Rechnungshof angegebene Belastungsgrenze von 4,8 Mrd. Euro bald erreicht.

Doch warum drohen Österreich durch die Bankenhilfe Milliardenverluste, während andere Länder wie beispielsweise die USA hohe Gewinne erzielen?

USA: Profite durch Bankenhilfe

Erst kürzlich verkaufte der amerikanische Staat seinen Mehrheitsanteil am Versicherungskonzern AIG mit einem Profit von 12,4 Mrd. US-Dollar. AIG stand im Zuge der Finanzkrise vor der Pleite und musste vom Steuerzahler gerettet werden. Wie schaffen es die Amerikaner, sich von der Beteiligung gewinnbringend zu trennen?

Auch auf diesen Punkt geht der Rechnungshof ein und empfiehlt, dass Österreich bei allfälligen künftigen Bankenpaketen anders vorgeht und sich am amerikanischen Modell orientieren soll. Ähnlich wie in den USA wurden in Österreich auch Banken unterstützt, denen es wirtschaftlich gut geht – wie die Raiffeisen Zentralbank, die Erste Group und die Bawag.

Doch der wesentliche Unterschied bestand darin, dass in Österreich der Bund zwar das volle Risiko übernahm, für die Staatshilfe aber nur einen genau festgelegten Zinssatz von maximal 9,3 Prozent erhielt.

In den USA und in Deutschland ist der Staat dagegen direkt bei den Banken eingestiegen und übernahm Aktienpakete. „Dadurch war es dem amerikanischen Finanzministerium möglich, neben der Übernahme von Risiken auch an der Erholung der Finanzwirtschaft und damit am Anstieg der Aktienkurse der geretteten Kreditinstitute zu partizipieren und so den Aufwand für den amerikanischen Steuerzahler zu minimieren“, schreibt der Rechnungshof.

Rechnungshof sieht mangelnde Kontrolle

Die Kontrolleure führen hier zwar keine Beispiele an, doch die Kursentwicklung bei den österreichischen Banken zeigt, dass dem Bund hier viel Geld entgangen ist. Als die Finanzkrise im Frühjahr 2009 den Höhepunkt erreichte, fiel der Aktienkurs der Erste Group auf sieben Euro. Mittlerweile ist er auf 17 Euro gestiegen. Auch bei der Raiffeisen Bank International hat sich der Kurs seitdem verdoppelt. Doch die Chefs der Banken legten sich gegen einen Staatseinstieg quer und konnten sich hier gegenüber der Regierung durchsetzen.

Daneben enthält der Rechnungshofbericht noch weitere Kritikpunkte. Hier ein kleiner Auszug:
•Beim Bankenpaket sind viele Stellen eingebunden: Finanzministerium, Nationalbank, Finanzaufsicht, Finanzprokuratur und ÖIAG-Tochter Fimbag. Hier wäre eine Bündelung an einer Stelle besser gewesen.
•Für die Banken, die Staatshilfe bekommen haben, wurde eine Reihe von Auflagen beschlossen. Diese sollten von der ÖIAG-Tochter Fimbag überprüft werden. „Die Fimbag führte die ihr übertragene Auflagenkontrolle unzureichend durch, weil sie die vertraglich eingeräumten Buch-, Betriebsprüfungs- und Einsichtsrechte nicht ausübte“, kritisiert der Rechnungshof. An einer anderen Stelle heißt es, dass sich die Gehälter des Fimbag-Vorstands zwischen 2009 und 2010 um 42 Prozent auf 318.000 Euro erhöhten.

Die Fimbag sagt, dass sie sich bei der Kontrolle der Auflagen auf die Berichte der Nationalbank verlasse.

("Die Presse", Print-Ausgabe, 27.09.2012)

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15 Kommentare
Gast: Me Again
28.09.2012 12:52
1 0

Nationalbank schaut 10 Jahre zu

Aerger, Kummer, oder Hoffnung der "Nowotny" wird es schon richten? Alles falsch - SPOE und OEVP stecken wie immer unter einer Decke...

Gast: Haftung der mutmaßlichen Straftäter
27.09.2012 17:11
0 0

...... damalige Finanzminister Josef Pröll (ÖVP, arbeitet jetzt für Raiffeisen), es werde „nichts verschenkt“, sondern das Staatsgeld werde lediglich „hergeborgt“.

Haftet seine Parteikollegin Finanzministerin Fekter nun für diesen mündlich vor Zeugen abgeschlossenen Vertrag?
Und stimmt es, das Niederösterreich große Teile seine spekulativen Verlustgeschäfte, noch vor Finanzminister Josef Pröll, über die Raiffeisenbank
in die Hypo Alpe Adria ausgelagert hat?

0 1

Bei Bankenhilfe droht Verlust von 4,8 Milliarden Euro

nein kein Verlust da Alternativlos. Andere Länder hatten scheinbar eine Alternative siehe USA.

Die heutigen Sozialisten

Beuten das Volk aus um es den Banken zuzuschieben!

Wer nimmt nun

den Verbreiter von allergrößten Unwahrheiten Pröll in die Verantwortung? Nie mehr wieder ÖVP, diese Partei muss büßen!

So wie es aussieht...

...hat die Rettung der Banken und somit des Geldes der Reichen mehr gekostet, als sich der Staat leisten konnte. Nun muss an Pensionen (Kürzungen) und der Ausbildung (Kürzungen, Verlängerung der Arbeitszeit) eingespart werden. Dadurch schadet sich der Staat natürlich mittelfristig selbst, da solcherart Kaufkraft und Produktivität weiter verringert werden. Aber Hauptsache alles bleibt wie es ist und die Bankdirektoren bekommen noch fettere Prämien.

Gast: aha
27.09.2012 02:28
1 0

ich habe ja nie verstanden

wieso wir die den bayern wieder abgenommen haben, nachdem sie sich zuerst auf den kopf gestellt und mit den ohren gewackelt haben, um sie zu kriegen.
noch weniger verstehe ich, warum sie jetzt unbedingt gehalten werden muss.
den leuten, die dort veranlagt sind, kann man das geld sicher billiger auszahlen, als es kostet, dieses wrack weiterzuschleppen.
also: gebt den sparern ihr geld und lasst diese unselige bank endlich über den jordan gehen.
ist doch sinnlos, soviel gutes geld dem schlechten hinterherzuwerfen und das noch dazu in ein fass ohne boden, wie sich doch mittlerweile zur genüge gezeigt haben sollte.

5 0

Danke Pröll

Hoffe du haftest mit deinem Privatvermögen für den Schaden!

Gast: b745
26.09.2012 21:34
0 4

schüssel haider kosten uns milliarden und es gibt keine ermittlungen

warum?

Die Bürger müssen von den Zinsen der Staatsschulden profitieren!

Die Umschuldung der öffentlichen Schulden auf die Staatsbürger, wäre ein wichtiger Schritt aus der Staatsschuldenkrise. Was zunächst für Bürger wie eine Horrorvorstellung klingen mag, ist im Grunde die Lösung des Problems, denn Folgendes wird mit der Umschuldung erreicht:

1. die Staatsfinanzen werden von den Finanzmärkten entkoppelt und entflochten.
2. die Bürger erhalten die Zinsen der Staatsverschuldung – bekommen so einen Teil ihrer Steuern wieder zurück – ein sozial gerechter Steuerausgleich.

Dies hat weiter zur Folge, dass

3. Spekulation und gefakte Ratings keinen Einfluss mehr haben auf die Staatsfinanzen.
4. erstmals ein Schuldenschnitt zwischen den Bürgern (bzw. der SBB als Gläubigervertreter) und dem Staat in beliebigem Umfang möglich wird – auch die totale Entschuldung der Staaten!

Konzept (siehe Ökonetik):
Nach der Gründung einer Staatsbürgerbank, kaufen die Bürger kreditfinanzierte Staatsanleihen...

1 1

Re: Die Bürger müssen von den Zinsen der Staatsschulden profitieren!

Pssst! Nicht so laut. Bei ihrem Modell würden ja die Privat-Banken nichts mehr an den Schulden der Staaten verdienen ;-)

Wenn wir Politiker hätten, die wirklich Volksvertreter wären und keine Banken-Lobbyisten, dann hätte ihr gutes Modell eine Chance umgesetzt zu werden.

http://oekonetik.info/umschuldung/

Re: Re: Die Bürger müssen von den Zinsen der Staatsschulden profitieren!

Um Gottes Willen, Sie haben den nackerten Link gepostet - was passiert wenn sie uns bei dieser "Verschwörungs-Schweinerei" erwischen?


Die Fimbag führte die ihr übertragene Auflagenkontrolle unzureichend durch

und jetzt?

Gast: Finanzrat
26.09.2012 18:58
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sich die Gehälter des Fimbag-Vorstands zwischen 2009 und 2010 um 42 Prozent auf 318.000 Euro erhöhten

...neben saftigen ÖNB-Pensionen und das Ergebnis ihrer bisherigen Arbeit einem Desaster gleichkommt. Wann wird deren Vorstand und Aufsichtsrat zur Verantwortung gezogen?

Antworten Gast: gast45
26.09.2012 21:52
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Re: sich die Gehälter des Fimbag-Vorstands zwischen 2009 und 2010 um 42 Prozent auf 318.000 Euro erhöhten

.. der hannes androsch braucht halt auch ein taschengeld ..und so eine gescheite lederhosen in altaussee die kostet schon ganz ordentlich .. und auch wenn er das salz sicher gratis bekommt (hoffentlich versteuert er den eigenverbrauch auch ordentlich :-), zum verschenken hat er wie der niki lauda eben auch nichts :-)

Hobbyökonom