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Wifo und IHS senken BIP-Prognosen für 2013

28.09.2012 | 14:57 |   (DiePresse.com)

Das Wirtschaftsforschungsinstitut rechnet für 2013 mit einem Prozent Wachstum, das Institut für Höhere Studien mit 1,3 Prozent. Österreich zählt weiter zu den preisstabilsten Ländern.

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Die Experten des Wirtschaftsforschungsinstituts (Wifo) und des Instituts für Höhere Studien (IHS) haben ihre Konjunkturprognosen für Österreich für 2013 gegenüber der letzten Vorschau vom Sommer zurückgenommen. Statt wie bisher von 1,3 bzw. 1,7 Prozent gehen die Institute in ihrer aktuellen Herbst-Prognose nunmehr von einem Wirtschaftswachstum im kommenden Jahr von 1,0 bzw. 1,3 Prozent aus. Betont wird die hohe Unsicherheit der Prognose. Österreich werde dennoch zu den "Wirtschaftsmotoren" im Euroraum zählen. Nach 2,7 Prozent realem BIP-Plus im Vorjahr werden für das laufende Jahr 2012 unverändert 0,6 bzw. 0,8 Prozent Wachstum erwartet.

"Verbessert sich die Wirtschaftslage schneller als erwartet, dann könnte sich das Vertrauen der Marktteilnehmer festigen und das Wachstum nächstes Jahr kräftiger ausfallen", betont das IHS am Freitag bei der Vorlage der Herbst-Prognose. Letztlich sei dafür eine konsequente Politik zur Beseitigung der fiskalischen und ökonomischen Ungleichgewichte im Euroraum unerlässlich. Auch das Wifo meint, dass sich das Umfeld in Europa so ändern könnte, dass die "aufwärtsgerichteten" Kräfte leicht zunehmen.

Schlechteres internationales Umfeld

Begründet wird die Zurücknahme der Vorschau mit der Verschlechterung des internationalen Umfeldes. Österreichs Wirtschaft könne sich von der internationalen Dynamik nicht ganz entkoppeln. Für beide Institute stellen die Wirtschafts- und Staatsschuldenkrise im Euroraum und deren Folgen nach wie vor die größten Risiken der Prognosen dar. In den letzten Wochen habe sich die Lage auf den Finanzmärkten wieder entspannt, dazu habe die EZB-Entscheidung, allenfalls Staatsanleihen notleidender Staaten unter Bedingungen aufzukaufen, beigetragen, betont das IHS, das weiter davon ausgeht, dass sich die Vertrauenskrise im Euroraum langsam zurückbildet.

Die Lage am österreichischen Arbeitsmarkt stellt sich für die Institute im internationalen Vergleich weiterhin günstig dar. Die Beschäftigungsdynamik sollte sich allerdings abschwächen und die Zahl der Arbeitslosen weiter ansteigen, so das IHS. Die Arbeitslosenquote nach nationaler Definition sollte von heuer 7,0 Prozent auf 7,3 Prozent steigen, das Wifo erwartet einen Anstieg auf 7,4 Prozent. Nach Eurostat-Definition sollten es 4,8/4,6 Prozent werden, nach 4,4 Prozent in diesem Jahr.

Preisstabilität

Österreich zählt heuer wieder zu den preisstabilsten Ländern, so das IHS. Preistreibende Wirkungen würden jedoch von der Euro-Abwertung und den steigenden Importpreisen von Energie- und Nahrungsmittelrohstoffen ausgehen. Auch laut Wifo dürften die Verbraucherpreise deswegen weiter spürbar steigen. Wifo und IHS erwarten für 2013 eine Teuerungsrate von 2,1 bzw. 2,0 Prozent, nach 2,3 Prozent in diesem Jahr.

Beide Institute erwarten für das kommende Jahr einen Rückgang des Budgetdefizits auf 2,6 bzw. 2,3 Prozent des BIP nach 2,9 Prozent in diesem Jahr. Neben den derzeit außergewöhnlich günstigen Refinanzierungsmöglichkeiten für Staatsanleihen ergeben sich vor allem aus der unerwartet dynamischen Beschäftigungsentwicklung zusätzliche Einnahmen, so das Wifo.

Schwächeres Konsumwachstum

Die Wirtschaftsforscher legen ihren aktuellen Prognosen einen Rückgang der Wirtschaftsleistung im Euroraum in diesem Jahr um 0,2/0,4 Prozent (Wifo/IHS) und für 2013 einen verhaltenen Anstieg um 0,6/0,5 Prozent zugrunde. Das Wachstum der deutschen Wirtschaft wird heuer jeweils auf 0,8 Prozent und 2013 auf 1,1/1,2 Prozent geschätzt. In den USA sollte sich die Konjunktur von 2,2/2,3 Prozent in diesem Jahr auf 1,8/2,0 Prozent im kommenden Jahr abschwächen. Das IHS prognostiziert für die Industriestaaten für heuer einen Rückgang auf 1,4 Prozent und für 2013 eine leichte Zunahme auf 1,6 Prozent. Das Wifo geht von einem globalen BIP-Wachstum von 3,1 Prozent in diesem und 3,3 Prozent im kommenden Jahr aus.

Gleichzeitig mit den Wachstumsprognosen haben die beiden Wirtschaftsforschungsinstitute auch ihre Prognosen für das Konsumwachstum in Österreich für das kommende Jahr etwas zurückgenommen. Dennoch sollten die privaten Ausgaben 2013 stärker zulegen als in diesem Jahr, nämlich um 0,7 (Wifo) bzw. 1,1 Prozent (IHS) nach 0,6 bzw. 0,8 Prozent in diesem Jahr. Unterstützt werde die Konsumnachfrage von der guten Beschäftigungsentwicklung und dem nachlassenden Preisdruck, heißt es.

Die Investitionstätigkeit dürfte auch 2013 schwach bleiben. Beide Institute haben ihre bisherigen Prognosen hier noch weiter zurückgenommen und gehen bei den Bruttoanlageinvestitionen nur mehr von einem realen Wachstum von 1,5 bzw. 1,4 Prozent nach zuvor 2,0 Prozent aus. Getrübt werde das Investitionsklima von der schwachen Konjunktur und der Unsicherheit im Euroraum. Positiv könnten sich dagegen die günstigen Finanzierungsmöglichkeiten und guten finanziellen Ausstattungen der Unternehmen auswirken.

Die verhaltene Weltkonjunktur wirkt sich auch bremsend auf den Außenhandel aus. Die Wirtschaftsforscher kappen ihre Prognosen sowohl für heuer als auch für das kommende Jahr recht kräftig. Die heimischen Warenexporte dürften heuer nur um 0,8 bzw. 1,1 Prozent wachsen statt wie bisher erwartet über 3 Prozent. Im kommenden Jahr sollten sie wieder um über 4 Prozent anziehen. Im Sommer wurde noch ein Export-Plus von mehr als 6 Prozent erwartet. Bei den Warenimporten erwartet das Wifo für heuer ein Minus von 0,3 Prozent, das IHS ein Plus von 0,3 Prozent. 2013 sollten es wieder über 4,0 bzw. 3,5 Prozent Plus werden.

Gut entwickelt hat sich laut Wifo die Arbeitskräftenachfrage. Das Institut rechnet für heuer mit einer Ausweitung um 1,5 Prozent. Diese Dynamik dürfte sich 2013 jedoch auf 0,5 Prozent verlangsamen. Das Beschäftigungswachstum könnte die Lohnsumme und somit das verfügbare Einkommen weiter stärken und bei konstant niedriger Sparquote den privaten Konsum unterstützen.

 

(APA)

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17 Kommentare
Gast: Doppelter
28.09.2012 19:12
0 0

Wifo und IHS - dopplelt hält besser und kostet doppelt

was Österreich diese Doppelgleisigkeit kostet!

Ein Irrsinn, diese doppelten Dampfplauderer.

Wachsen, wachsen, wachsen,

gefangen in der Todesspirale des Zinseszins...
Wachsen, wachsen, wachsen...

Gast: Heute ist ein schöner Tag!
28.09.2012 17:23
0 0

Aus diesen Werten wird Politik und Politische Entscheidungen getroffen...

Und bitte nicht den Kopf hängen lassen, 1% oder 1.3% Wachstum sind super, es ist wieder mal typisch Österreich das bei diesen Traumwerten das Jammern beginnt, anstatt zu sagen, das ist super!

Wir sollten aufhören zu jammern, Österreich lebt im Schlaraffenland, gegen den willen aller Internationalen Studien die uns immer wieder eine Katastrophe heraufbeschwören wollen, meiner Meinung war schon die Pensionsreform ein sehr schwerer Fehler der eindeutig dort hin geht wo jetzt Griechenland und Co. sind.

Wir haben die geringste Jugendarbeitslosigkeit in Europa, wir haben eine mehr als hohen Beschäftigung, Arbeitslose und Sozialfälle sind international mehr als gut abgesichert, und selbst die Krankenversorgung kann sich mehr als sehen lassen!

Nicht Österreich sollte sich International orientieren, sondern die Welt sollte sich nach Ostereich orientieren, da hätten verdammt viele Staaten eine sorgenfreie Zukunft!

(Es ist nicht alles gut, Korruption auf der politischen Ebene, die Dinge habe ich jetzt mal ganz großzügig zur Seite geschoben, sie sind in Summe relativ irrelevant, sei dienen nur dazu das Fußvolk tagtäglich zu ärgern, und über was sollen wir uns sonnst aufregen?)

Antworten Gast: Aufgeweckter
28.09.2012 19:14
0 0

Re: Aus diesen Werten wird Politik und Politische Entscheidungen getroffen...

so ein Schwachsinn! 1,3 Prozent bedeutet Rezession und deckt nicht einmal die Kosten unserer Bürokratie - geschweige denn Wachstum für die Produktiven.

Beamte haben die westlichen Staaten ruiniert.

Schmeck´s Hofrat.

Dieses Blabla

geht einem am _____ vorbei

Antworten Gast: Halbwissen
28.09.2012 16:49
2 0

Re: Dieses Blabla

Aber nicht mehr lange !

Die Schlinge zieht sich schön langsam zu.
Die Exportweltmeister werden die größten Überkapazitäten haben. Und das Geld ist schon lange im Süden verbraten.

Gast: Tourist
28.09.2012 15:16
2 2

Die Suedeuropaeer sind Schuld!

Anstatt unsere Waren zu kaufen sparen die!
Dabei heisst es doch sparen waere gut und wuerde der wirtschaft helfen.

Ist wohl volkswirtschaftlich was anderes wie fuer die Hausfrau oder den Betriebswirt.

Re: Die Suedeuropaeer sind Schuld!

Nicht "die" ...!
Es fehlt mir bei Ihrem Statement der Gedanke hinter dem geeinten Europa.
Also "wir".

Gast: NocheinParteiloser
28.09.2012 15:10
1 2

Die Rezession wird sicher kommen, die Vorbereitung dafür wurden perfekt gemacht!

In den meisten Teilen der Eurozone sind die "einnahmenseitigen Sparpakete" auch schon wirksam. Die Abgabenquote steigen eigentlich überall, die Staatsausgaben auch noch immer.

In Österreich werden die Maßnahmen aber erst etwas zeitverzögert wirksam werden, geplant ist deren Umsetzung ja bis 2016. Auch in Ö, wenn man die kalte Progression berücksichtigt, soll die Budgetsanierung zu 80% einnahmenseitig gemacht werden.

Das muss einfach zu einer höheren Belastung für die Menschen der Realwirtschaft führen, weil ja diese für die gewünschten Einnahmen der Staatlichkeiten sorgen müssen. Den Menschen fehlt zunehmend die Kaufkraft, besonders bei einer realen Betrachtung (UBS Studie beachten!). Die Unternehmen sind weiter in der Handlungsfähigkeit sehr beschränkt, damit auch in der Unternehmensentwicklung. Es gibt doch kaum Neuinvestitionen!

Die Staatlichkeiten, welche gewaltige Gelder mehr einnehmen, die verwenden diese Gelder zur Finanzierung der eigenen Hoheitsgebiete, also den geschützten Bereichen. Die geschützten Bereiche, der Förder- und Frühpensionswahnsinn bringen aber kaum etwas, vernichten eher nur die Leistungen der Anderen.

Die Anderen wollen aber immer weniger, können meist auch nicht mehr schaffen, die werden die Leistungserbringung immer mehr einstellen.

Die nächste Rezession kommt sicher, weil die Vorbereitungsarbeiten dazu einfach zu perfekt gemacht wurden.

Gast: TI36
28.09.2012 14:54
5 2

Wenn einem dann noch klar

ist, dass das auch noch alles "schöngerechent" ist kann einem nur übel werden.

die wirtschaft wächst nicht, weil wir ein zu hohes budgetdefizit haben

wenn wir das ganz schnell auf null zusammenstreichen UND dann noch die steuern für die stronache dieser welt ebenfalls auf null senken, wird alles gut. euer frank schellhorn institut für marktwirtschaftliche gerechtigkeit!

wie kann es sein, dass wir preisstabilität haben?

wir sind doch, pace schellhorn, schon seit jahren in der öra der hyperinflation. denn die böse ezb druckt und druckt und druckt das, was wir freunde des freien marktes als das schlimmste auf der welt empfinden (neben der staatlichen krankenversicherung): PAPIERGELD! wir ertrinken in einem meer von paiergeld und daher haben wir hyperinflation. die obige meldung daher bitte ignorieren! die realität hat hier nix verloren!

Jedes Jahr das gleiche Spiel

Kollektivvertragsverhandlungen stehen an oder laufen bereits und dann kommen immer diese Meldungen.

Zufall?

Ist das alles gelaufen und die Löhne wieder unterhalb der Inflation geblieben geht es der Wirtschaft plötzlich wieder besser!

Zufall ? Nein Verschwörungstheorie..

Gast: Ende
28.09.2012 14:11
1 1

Noch mehr Arbeitslose?

Jetzt muss langsam Schluss sein, mit der Krise. Banken regulieren, Steuern fair verteilen und mehr gut bezahlte Jobs sind die Lösung. Vielleicht sogar durch Arbeitszeitverkürzung bei vollem Lohnausgleich.

Re: Noch mehr Arbeitslose?

regulieren ist ganz schlecht. warum? weil es schlecht ist, darum. und wir sollten weniger die arbeitszeit verkürzen, als vielmehr die steuern von grasser, meinl, mesndorff und stronach senken! das wär doch toll, und würde uns allen auf wundersame weise helfen. denn von den brosamen die grasser, frank & co uns zuwerfen, könnten wir doch alle miteinander ganz gut leben, das team stronach macht das gerade vor. daher: hört auf die reichen zu besteuern, das führt nur zu einem aufgeblähten staat,. der dinge wie schulen, krankenhäuser, öffentliche verkehrsmittel und dergl firlefanz baut!

3 2

reality check for reality deniers...


Gast: Schlacht
28.09.2012 12:27
3 4

schlecht > schlechter > EU

in diesem Verein gibt es - außer den Banken die auf Pleite spekulieren - nur Verlierer.
Schuld ist der siebenschläfrige Schildbürger selbst, der seinen lahmen Hintern nicht hochkriegt.

Hobbyökonom