Die Wohnbauförderungsstatistik für das Jahr 2011 kommt zu dem Ergebnis, dass eine zunehmend steigende Wohnungsnachfrage auf einen starken Rückgang bei der geförderten Bauleistung trifft. Die Konsequenz daraus sei eine Verlagerung in Richtung frei finanzierter Wohnbau, der stärker vom Kapitalmarkt abhängig sei, kritisiert Andreas Pfeiler, Geschäftsführer des Fachverbandes der Stein- und keramischen Industrie, der die Wohnbauförderungsstatistik gemeinsam mit der Arge Eigenheim in Auftrag gab. Der Vorsitzende der Gewerkschaft Bau-Holz, Josef Muchitsch warnt: "Österreich verabschiedet sich vom leistbaren Wohnen."
Die Förderungszusicherungen im Neubau seien innerhalb von zwei Jahren um 25 Prozent von fast 34000 im Jahr 2009 auf das Allzeit-Tief von 25.300 Einheiten im Vorjahr zurückgegangen. Besonders stark waren die Rückgänge in Wien, im Burgenland, in Salzburg, Niederösterreich und Vorarlberg. Der Rückgang betreffe die Eigenheimförderung mit 8.500 Zusicherungen stärker als den Geschosswohnbau mit 16.800 Zusicherungen, heißt es. 2011 sei der Einbruch der Förderungszusicherungen durch den derzeitigen Boom bei freifinanziertem Wohnbau kompensiert worden. Mit 43.300 Wohnungsbewilligungen sei 2011 so viel gebaut worden wie seit Mitte der 1990er Jahre nicht mehr.
Mieten bei Privatwohnungen steigen stärker
2011 stiegen die Wohnkosten in Mietwohnungen im gemeinnützigen Sektor im Bereich der Inflationsrate von 2,3 Prozent, bei privaten Mietwohnungen deutlich stärker mit 4,3 Prozent. Die Politik müsse endlich aufwachen und dem Grundbedürfnis Wohnen zum sozialpolitischen Schwerpunkt erklären, fordert Muchitsch. Sinkende Förderungszahlen würden zu steigenden Wohnkosten führen, gerade auch am privaten Markt. Mit zahlreichen Experten seien Instrumente in der Strategie "Wohnen 2020" für leistbares Wohnen erarbeitet worden. Sie sollen der Bundesregierung noch im Oktober vorgestellt werden.
Rückläufig waren im vergangenen Jahr nicht nur die Sanierungszusicherungen, sondern auch die Sanierungsausgaben. Mit 700 Millionen Euro sind sie den Angaben zufolge gegenüber 2010 um 14 Prozent gefallen.
(APA)
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