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Österreicher haben 707 Euro auf Konto liegen

02.10.2012 | 18:16 |   (Die Presse)

Die Nationalbank hat die Vermögenssituation der Österreicher neu erhoben. Zehn Prozent der Haushalte verfügen über weniger als 1000 Euro Nettovermögen. Die Hälfte der Haushalte besitzt weniger als 76.000 Euro.

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Wien/Jil. Der „normale“ Österreicher fährt ein Auto im Wert von 8000 Euro, hat 707 Euro auf dem Konto liegen und fast 12.000 Euro in Bausparverträge oder Lebensversicherungen investiert. Wenn er eine Immobilie besitzt, dann ist diese rund 200.000 Euro wert. Rund 23.000 Euro sind in Fonds, Aktien und Anleihen angelegt. Dazu hat der „normale“ Österreicher rund 40.000 Euro Schulden.

Das sind die Ergebnisse einer neuen und umfassenden Erhebung der Oesterreichischen Nationalbank zum Nettovermögen der österreichischen Haushalte. Die sogenannte HFCS-Studie (Household Finance and Consumption Survey) basiert auf Umfragen und wurde erstmals erhoben. Im März wird die Europäische Zentralbank (EZB) dann einen europaweiten Überblick vorlegen.

Der „normale“ Österreicher existiert freilich nicht – diese Zahlen spiegeln vielmehr Medianwerte für Haushalte (!) wider, die sich aus der Teilung der Bevölkerung in zwei gleich große Gruppen ergibt. Der Medianwert liegt genau in der Mitte. Die Durchschnittswerte sehen anders aus, sind aber nicht sehr repräsentativ, weil sie von besonders reichen oder besonders armen Bevölkerungsteilen verzerrt werden.

Der „Mittelwert“ eines österreichischen PKW beläuft sich demnach auf 13.088 Euro. Der „Mittelwert“ des in Anleihen investierten Geldes auf ganze 102.000 Euro. Der Anleihen-Medianwert liegt aber nur bei 14.000 Euro, was darauf schließen lässt, dass reiche Österreicher ihr Geld gerne konservativ anlegen – in Anleihen eben.

(C) DiePresse

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Singlefrauen sind reicher als Singlemänner

Fast 40 Prozent der Österreicher leben in Einpersonenhaushalten – deren Median-Vermögen liegt bei rund 19.000 Euro und ist damit um einiges niedriger als das Vermögen in Haushalten mit zwei Personen, die im Median rund 126.000 Euro Nettovermögen halten. Etwa 35 Prozent der Österreicher leben in Zwei-Personen-Haushalten.

Bei Singles ergibt sich ein interessantes Geschlechtergefälle: Singlefrauen halten im Median rund 19.000 Euro Nettovermögen und damit um 1000 Euro mehr als Singlemänner. Beim Mittelwert liegen wiederum die Männer vorne. Das zeigt, dass Singlemänner zwar insgesamt über mehr Vermögen verfügen, die „normale“ Singlefrau aber besser mit Geld umgehen kann.

Besondere Aufmerksamkeit haben die Daten zur Vermögensverteilung erregt. In der Studie ist von einer „ausgeprägten Rechtsschiefe der Vermögensverteilung“ die Rede. So haben annähernd 40 Prozent der Haushalte ein Nettovermögen zwischen null und 50.000 Euro, elf Prozent aber ein Vermögen von mehr als 500.000 Euro. Das Nettovermögen umfasst das Bruttovermögen (also Finanz- und Sachwerte) abzüglich Schulden.

 

Schulden stellen keine Gefahr dar

Auch die Analyse der obersten und untersten zehn Prozent der Haushalte zeigt die ungleiche Verteilung der Vermögen: Zehn Prozent der Haushalte verfügen über ein Nettovermögen von weniger als 1000 Euro. Am anderen Ende der Skala besitzen zehn Prozent der Haushalte hingegen jeweils mehr als 542.000 Euro Nettovermögen. Die Hälfte aller Haushalte besitzt weniger als 76.000 Euro (Medianvermögen).

Nun könnte man flapsig feststellen, dass die Studie lediglich offiziell bestätigt, dass Reiche reicher sind als Arme. Für jene Interessensgruppen, die sich das Stichwort „Verteilungsgerechtigkeit“ auf die Fahnen geheftet haben, sind diese Zahlen jedenfalls ein gefundenes Fressen. Der AK-Ökonom Markus Marterbauer nennt sie einen „Meilenstein für Versachlichung der wirtschaftspolitischen Diskussion“. Die Studie zeige deutlich, dass im Zentrum der künftigen Steuer- und Budgetpolitik mehr Verteilungsgerechtigkeit stehen müsse, so der SPÖ-Bundesgeschäftsführer Günther Kräuter.

Beruhigende Nachrichten kommen von der Schuldenfront. Nur 17 Prozent der Haushalte haben mit dem Hauptwohnsitz besicherte Schulden und nur 21 Prozent haben unbesicherte Schulden – also etwa überzogene Konten oder Kreditkartenschulden. Generell sind reiche Österreicher stärker verschuldet als ärmere. Das liegt vor allem daran, dass Schulden in erster Linie zum Kauf einer Immobilie aufgenommen werden – und weniger (wie beispielsweise in den USA häufig der Fall) für den privaten Konsum.

Der Schuldenstand der privaten Haushalte stelle daher ein „relativ geringes Risiko“ für die Finanzmarktstabilität dar, so die Studie. Als positiv wird auch hervorgehoben, dass Österreicher anders als Amerikaner mit ihrem gesamten Vermögen für Schulden haften und notfalls sogar das Einkommen gepfändet werden kann.

("Die Presse", Print-Ausgabe, 03.10.2012)

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150 Kommentare
 
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Gast: Hirnmechaniker
13.10.2012 23:43
2 2

der Median dürfte stimmen

Lohnkosten für Arbeitgeber 8.000
Abzug für geben von Arbeit 2.000
Brutto 6.000
Steuern und Sozialabgaben -2.700
Netto 3.300
Unterhaltszahlungen -1.200
Zahlung für Scheidungsschulden -1.000
Zahlung für Miete -400
Zahlungen für Auto, Reperaturen,.. -250
Lebensmittel und Genuss -200
Versicherungen, Extraabgaben -100
normale Sparquote 150
Beim 13. und 14. steigt die Unterhaltszahlung, der Rest bleibt für Urlaub mit Kindern, Sonderinvestitionen wie PC, Waschmaschine, neue Möbel, Fahrrad. Laufschuhe und irgendwann einen neuen Dacia. Und ich bin nicht der durchschnittliche Österreicher, zähle zur gutgestellten Mittelschicht. Wie ein geschiedener Arbeiter mit 1.700 brutto durchkommt kann ich mir nicht vorstellen. Nun, ich hätte die Eheschulden nicht übernehmen müssen, aber dann wäre ich die geldgierige Ex nicht los und vielleicht Alkoholiker, meine geistige Gesundheit war das wert (und ich will nicht in die Krankheitskostenfalle geraten mit 30€/Nacht für stationäre Vollpension und so). Fakt ist: 6.000 Euro sind vom Staat verordnet. Soviel zum selbstbestimmten Leben... von mir kriegt keine Partei ein Kreuzerl, die rutschen mir das Kreuz hinunter bis unters Steissbein, bei dem Kreuz das ich mit denen habe.

Gast: DerDurchBlick
10.10.2012 02:14
0 0

Ein Traum!

Wenns doch nur so wäre !

Österreicher haben 707 Euro auf Konto liegen

Ahja? Und wo sind meine 707 EUR?

Gast: barra
04.10.2012 03:01
3 3

Österreicher haben 707 Euro auf Konto liegen

und nix gut sprechen deitsch.

weil sonst läge das geld auf dem - kurz: am - konto.
aber mich interessiert eigentlich WANN 707 euro auf dem konto liegen
- am monatsanfang, oder monatsende, oder am 15.?

Re: Österreicher haben 707 Euro auf Konto liegen

Das stimmt schon so. Es heißt ausgeschrieben "auf dem Konto" und nicht am Konto. Nur lässt man eben in Titeln (Schlagzeilenform) Artikel gerne weg.

Gast: sozisunddiebanker
03.10.2012 23:34
3 1

sind die österericher loser? steuern zahlen u. arbeiten bis zum umfallen? für wem? für die banken und finanzindustrie wird alles gerichtet. - und die SPÖ führt nur unglaubwürdige pseudodebatten über gerechtigkeit und fairness.


Der reiche Mittelstand?

Ich bin eine alleinerziehende "Gutverdienerin" mit einen im Ausland studierenden Sohn. Die FH kostet im Monat 615 € x 12 = 7.380 €. Dazu kommt die WG mit monatl. 280 € (billig). Nebenbei muss er noch arbeiten, um sich das Futter zu verdienen. Ich erspare mir gar nichts im Monat; ich bekomme - weil zu hohes Monatseinkommen - kein Mobilitätsstipendium für meinen Sohn. Ich lebe mit einem guten Einkommen echt an der Kippe. Ich bin sozusagen eine Nettozahlerin in das Umverteilungssystem von der Mitte nach Unten und nach Oben!

Nichts blöders als Statistiken!

Hab vor kurzen eine Statistik über Grünflächen welche jeder Österreicher haben sollte gelesen, weiss nicht mehr wieviele qm ein jeder haben sollte. Hab mich dann auf den Balkon gestellt, aber vergeblich eine Grünfläche gesucht!

Gast: Stiftungsrat
03.10.2012 18:31
1 1

Wenn's mehr hätten, würden's eh nur übermütig werden.


4 0

10% haben weniger als 707

so sollte die überschrift lauten...

Gast: Hudriwudri
03.10.2012 15:00
2 1

'Das zeigt, dass Singlemänner zwar insgesamt über mehr Vermögen verfügen, die „normale“ Singlefrau aber besser mit Geld umgehen kann.'

Ach, woher. Das einzige, was das zeigt, ist, dass die Vermoegensverteilung bei Singlemaennern schiefer ist als bei Singlefrauen.

Gast: Viervierteltakt
03.10.2012 12:17
7 6

Timing ist alles.

ORF meldet schon: Studie "entfacht Steuerdebatte". Das lenkt von diversen Korruptionsfällen ab - Neid zieht halt immer gut.
Danke, Ewald Nowotny, für das perfekte Timing.

Gast: Birnstingl Pepi
03.10.2012 12:09
12 1

Wer hat meine 707 Euro??

Das hätte ich gern gewusst.

1 1

Re: Wer hat meine 707 Euro??

Der Finanzminister !!

Antworten Antworten Gast: barra
04.10.2012 03:04
0 0

Re: Re: Wer hat meine 707 Euro??

sie meinen die fekterin.

13 6

Seit wann

ist der Daseinszweck der Nationalbank das erstellen dubioser Studien auf Umfragebasis? Ist das nicht eigentlich Aufgabe der Statistik Austria, oder ist diese politisch zu schwer beeinflussbar?

Gast: hdjksio
03.10.2012 11:10
25 12

Was genau ist Gerechtigkeit?

Meldung:
Zehn Prozent der Haushalte verfügen über ein Nettovermögen von weniger als 1000 Euro, zehn Prozent der Haushalte hingegen jeweils mehr als 542.000 Euro Nettovermögen.

Reaktion eines Amerikaners:
Was kann ich tun, um mehr Geld zu VERDIENEN, damit ich auch mehr als 542.000 EUR haben kann? Ich sollte mich besser qualifizieren, dadurch einen besseren Job finden, härter arbeiten, innovativ sein, unternehmerisch sein, mehr LEISTEN als alle anderen. Immerhin muss das Vermögen gerecht VERDIENT werden.

Reaktion eines Österreichers:
Was kann ich tun, um mehr Geld zu BEKOMMEN, damit ich auch mehr als 542.000 EUR haben kann, aber nicht mehr arbeiten muss? Wir sollten den Reichen ihr Geld VERTEILEN, sie dreifach, vierfach versteuern, ihr Geld in unsere Taschen "fliessen" lassen. Immerhin muss das Vermögen gerecht VERTEILT werden.

Antworten Gast: Gast 0000
04.10.2012 15:23
2 2

Naja,

Sie haben im Prinzip natürlich recht.
Aber das ist ein solcher beinharter Ego-Trip, bei dem die meisten leider unter den Rost fallen werden... Und ich sage das, obwohl i c h schon kein Philantrop mehr bin...

Absolut richtig!

Der einzige Denkfehler in Ihrer Argumentation liegt darin, dass sie glauben die USA als Vorbild nehmen zu müssen.

Antworten Antworten Gast: hsjkksk
03.10.2012 12:09
1 8

Re: Absolut richtig!

Kommt drauf an, ob Ihre Grundlebenseinstellung "von anderen Verlangen" oder "selber Schaffen" ist.

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Strafsteuer

Ich stamme aus kleinsten Verhältnissen, ebenso meine Frau, habe mein ganzes Leben gearbeitet und keine 4 Wochen Krankenstand genommen. Ich war Alleinverdiener, habe drei Kinder, alle Drei über Maturaniveau, Staatliche Stipendien habe ich fast keine bekommen, Einkommen zu hoch. Unter harten bedingungen konnte ich mir mit meiner Frau und eigener Hände Arbeit ein eigenes Haus bauen und sogar jetzt (seit 3 Jahren in Pension) ein kleines Sparguthaben zurücklegen. Ich habe also einen Besitz ("Vermögen") im Gesamtwert von etwa € 300.000. Bin ich wirklich so reich, dass ich jetzt eine Vermögenssteuer zahlen soll?
Praktisch jeder meiner Generation hätte die Möglichkeit gehabt, meinen Lebensweg zu machen. Viele haben es nicht getan, sie haben heute wenig und wollen jetzt, dass zu ihnen umverteilt wird. Dafür habe ich kein Verständnis

Re: Strafsteuer

ich empfehle ihnen den ortner vom 14.9.---sie sind leider einer von den deppen, die sich was geschaffen haben...da kann sich die partei der gelebten verteilungsgerechtigkeit dann bedienen.

1 4

Re: Strafsteuer

nein

ein armes immoschaf*mähhh*

Antworten Gast: Sozial Warmer
03.10.2012 15:04
2 4

Re: Strafsteuer

Klarer Fall: Sie sind eine reiche Sau und gehoeren enteignet.

Re: Strafsteuer

besser könnte man es nicht sagen, ich bin zwar erst 20Jahre jung, nur hatte ich als kleiner Junge(14 jahre) immer schon gewusst, das ich nicht so ein einfacher fauler Mensch werden will und seit diesem Tag hab ich hart gearbeitet, gelernt

Re: Re: Strafsteuer

da fehlt ja die hælfte von meinem beitrag.

 
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Hobbyökonom