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Fekter zu Forschung: "Große haben Töpfe ausgeräumt"

04.10.2012 | 08:19 |   (DiePresse.com)

Die Umstellung der EU-Fördergelder zu den KMU könnte zur Abwanderung von Leitbetrieben führen, sagt IV-Kapsch. Man dürfe die Großen nicht ausschließen.

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Die EU hat ihre Förderung für industrielle Forschung umgestellt und lässt das Geld künftig Klein- und Mittelbetrieben zukommen und nicht mehr der Großindustrie. Das könnte zur Abwanderung von forschungsintensiven Leitbetrieben führen, was auch die KMU treffen würde, kritisierte der Präsident der Industriellenvereinigung, Georg Kapsch, am Mittwochabend bei der Eröffnung des Alpbacher Finanzsymposiums. Es sei zwar falsch gewesen, dass die Großindustrie bisher den Großteil der Fördermittel kassierte, aber ganz ausschließen dürfe man sie auch nicht.

Das veranlasste VP-Finanzministerin Maria Fekter mit den Worten "jetzt hat er mich provoziert" spontan aus dem Zuhörerraum auf das Podium zu stürmen. Die großen Firmen hätten "die Töpfe ausgeräumt" für Forschung, die sie ohnehin betrieben hätten. Dabei gebe es gerade in Österreich viele mittelständische Unternehmen, die in ihren Nischen "Weltmeister" seien und Unterstützung bräuchten. Österreich sei bei der öffentlichen Forschungsförderung Nummer drei in der OECD, aber bei privaten Forschungsgeldern "grottenschlecht", so Fekter.

Immerhin 60 Prozent der Forschungsgelder kommen aus der Industrie, warf Kapsch dagegen ein, "aber gefördert über öffentliches Geld", wischte dies Fekter beiseite. Kapsch sieht durch die neue Förderpolitik auch weniger Probleme für die Großindustrie, aber "gerade Unternehmen mit 500 bis 1000 Mitarbeitern kommen unter die Räder". Aber er sei gerne bereit, zu Fekter ins Büro zu kommen, um über den Rahmen für die Förderung industrieller Forschung zu diskutieren, bot der oberste Vertreter der heimischen Industrie an.

(APA)

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6 Kommentare
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Die IV will von den Förderungen nicht ausgeschlossen werden?

Ansonsten geben sie sich als neoliberal. Was jetzt? Steuern runter und Förderungen bis zum geht nicht mehr? Die KMU`s gehören gefördert das ist eine richtige Entscheidung.

Gast: Revolutionsbroschüre
04.10.2012 12:24
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Ein Staat wie auch ein Staatenverbund der auf Schulden lebt

wird gelinde gesagt, nie die soziale Frage befriedigend lösen können.
Als gelernter Kapitalist, sage ich es bäuerlich.
Wenn ich immer nur die Kühe melken würde, die wenig Milch geben, hätte ich als wirtschaftender Bauer, wie auch meine Kühe die ein pralles ungemolkenes Euter besitzen, ein großes Problem.

Zuerst werdne die Firmen bis auf das Minimum geschröpft .....

..... um danach publicitywirksam politische Forschungsprogramme (gemäß 5 Jahres Plan) aufzulegen, wo offenbar Politiker besser wissen, was die Firmen in Zukunft an Innovationen brauchen, wie die Geschäftsführer der betroffenen Unternehmen selbst.

Wie wäre es, sich einmal Gedanken darüber zu machen, weniger an diversesten Steuern und Abgaben zu kassieren und damit am Ende den Unternehmen noch Kapital übrig zu lassen, um aus eigener Kraft Innovationen zu stemmen?

Dies würde jedoch bedeuten, dass der große landeseigene und nationale Förderungsapparat plötzlich nutzlos wäre, Firmen rascher mit neuen Produkten auf den Markt kämen, weil die ganze bürokratische Papierkram wegfällt und die Ideenbringer gestärkt werden würden.

Beispiele Wie Amazon, Apple und Microsoft zeigen, wie man aus eigener Kraft und mit einer entsprechenden Umwelt klein anfangen und groß werden kann. Dies inkludiert, dass nicht sofort Steuern und Abgaben den ersten Gewinn auffressen.

Gast: Hornigg
04.10.2012 11:45
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Ich haett da einen Herzinfarkt gekriegt

... wenn ich da steh statt dem Kapsch und die Fekter stuermt mich.

Gast: sdflkjztr
04.10.2012 10:54
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Privatwirtschaft sollte privat und international konkurrenzfähig sein, nicht "staatlich verbeamtet"...

Bisher scheinen es Privatunternehmen in Österreich sehr leicht gehabt zu haben. Statt Wirtschaftsleistung hat man EU- und Steuergelder angezapft und sich lautstark als erfolgreich selbst beweihräuchert. Wäre man (wie in manch anderen Ländern) tatsächlich privatwirtschaftlich unterwegs, so wäre man oftmals schon Konkursmasse.

Diesbezüglich sollte sich in Österreich positiv etwas verändern: Privatwirtschaft sollte privatwirtschaftlich geführt werden, sodass die Privatwirtschaft zu recht auf die Beamten schimpfen darf, die ja teils nur deshalb eingesetzt werden müssen, da es Fördergelder zur Unterstützung der Privatwirtschaft zu verteilen gibt.
Alle anderen "Staatsdiener" wären ja sinnvoll, gerade im Bildungs- und, Wissenschaftsbereich, aber auch in der Medizin etc., der bisher im internationalen Vergleich aufgrund der österreichischen Steuerpolitik und Gesetzgebung zu wenig Investitionen tätigen konnte, was sowohl Personal als auch Sachmittel betrifft.

In letzter Zeit hat man ua am ausgetragenen Streit Europa - China gesehen, dass staatliche Förderungen für Privatunternehmen ein Auslaufmodell sein müssen. Chinesischen Solarunternehmen werden staatliche Förderungen vorgeworfen. EU-Länder und die USA wären dadurch nicht konkurrenzfähig. Vergessen wird dabei nur allzu gerne, dass es ua ein deutsches staatlich in der Forschung gefördertes Unternehmen war, das sich (und damit alle anderen auch) aus Gier ausverkauft hat. Will China jedoch eu-geförderten Wein verbieten, Aufschrei!

Das Diktat der leeren Kassen ...

... hat eben auch seine guten Seiten, so lange nicht gilt: 1 EURO = 1 Stimme.

Dafür gibt es ja schon eine aufkeimende Konkurrenz"bewegung", die von Beginn an in diese Richtung "gelenkt" wird.

Wird also Zeit für die ÖVP (vielleicht gerade noch recht-zeitig), sich eines Besseren zu besinnen und den Förderkuchen stimmengerechter zu verteilen.

Wir werden ja sehen, wie weit hier eine Ministerin "ihren Mann" zu stehen vermag. Ihr Ruf lässt zumindest einiges erhoffen.

Hobbyökonom