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Telekom Austria: Staatsanwalt ermittelt gegen Schlaff

06.10.2012 | 13:14 |   (DiePresse.com)

Die Staatsanwaltschaft Wien ermittelt wegen fragwürdiger Provisionszahlungen rund um Ostgeschäfte der Telekom.

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Die Staatsanwaltschaft Wien ermittelt gegen den Investor Martin Schlaff und weitere fünf Personen im Zusammenhang mit den Telekom-Ostgeschäften. Der Sprecher der Anklagebehörde, Thomas Vecsey, bestätigte am Samstag einen dementsprechenden Bericht des Ö1-"Morgenjournals". In den Ermittlungen soll es um fragwürdige Provisionszahlungen rund um den Kauf des weißrussischen Mobilfunkanbieters Velcom und um eine angebliche Doppelrolle Schlaffs gehen. Insgesamt wird gegen sechs Personen ermittelt.

Eine Hausdurchsuchung bei dem Telekom-Kronzeugen Gernot Schieszler soll die Ermittler auf die Spur gebracht haben. Gefunden worden seien Unterlagen, die für die Polizeiermittler des Bundesamtes für Korruptionsbekämpfung den Verdacht aufwarfen, dass die Telekom Austria einmal mehr hohe Summen ohne nachvollziehbare Leistung gezahlt hatte, berichtete das ORF-Radio.

Beratungsvertrag über 200.000 Euro

Dass Schlaff bei den Akquisitionen der Telekom Austria (TA) in Osteuropa seine Finger im Spiel hatte und auch die Übernahme der weißrussischen Velcom im Jahr 2007 eingefädelt hatte, war bekannt. Weitere Details wurden im März aus den E-Mails der Telekom bekannt. Demnach hatte die Holdenhurst Ltd. mit Sitz in Zypern, die Schlaff gehören soll, damals einen lukrativen Beratungsvertrag mit der TA, der dem zypriotischen Unternehmen 200.000 Euro im Monat einbrachte.

Schlaff soll beim Kauf der Velcom eine Doppelrolle eingenommen haben, heißt es laut ORF in einem Bericht der Telekom-internen Untersuchungs-Taskforce BDO. "Es wurde festgestellt, dass Martin Schlaff nahestehenden Unternehmen gegenüber der Mobilkom Austria sowohl als Berater wie auch ab einem späteren Zeitpunkt der Transaktion als Verkäufer aufgetreten ist." Die Mobilkom kaufte die Velcom damals nicht direkt von Weißrussland, sondern erst nachdem sie von der zypriotischen Firma SBT übernommen worden war. Und an dieser SBT ist auch Schlaff zu 15 Prozent beteiligt.

1,24 Millionen Euro für "Beratungen"

Das Nachrichtenmagazin "profil" veröffentlichte in einer Vorabmeldung am Samstag zudem Aussagen des ehemaligen Telekom-Managers Gernot Schieszler im Zusammenhang mit den Ostgeschäften der Telekom. Demnach bestätigte er, im Auftrag seiner damaligen Vorgesetzten Boris Nemsic und Rudolf Fischer 2007 einen Vertrag mit einer Gesellschaft im Einflussbereich des Unternehmers und langjährigen Geschäftspartners von Martin Schlaff, Robert Nowikovsky, geschlossen zu haben. Diese Gesellschaft, Robicom, kassierte in weiterer Folge 1,24 Millionen Euro exklusive Umsatzsteuer für angebliche "Beratungen" in Zusammenhang mit der nie realisierten Übernahme des weißrussischen Festnetzbetreibers Beltelecom durch die Telekom.

Martin Schlaff soll auch im noch laufenden parlamentarischen Untersuchungsausschuss zu den Telekom-Ostgeschäften aussagen. Er hat - vorerst - für 11. Oktober zugesagt.

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74 Kommentare
 
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Gast: gerichtsdiener
08.10.2012 08:34
7 0

Schlaffs Netzwerk wird eine Anklage zu verhindern wissen. Da sei doch unsere politgesteuerte Justitz davor!


5 0

Re: Schlaffs Netzwerk wird eine Anklage zu verhindern wissen. Da sei doch unsere politgesteuerte Justitz davor!

wenn das zu Erwartende geschieht, das sich alles in Schwefeldampf bzw. in Nichts auflöst, dann ist die Republik moralisch und rechtsstaatlich total am Ende.

Wenn das völlige unwahrscheinliche Gegenteil eintritt und die ganze Menagerie vor dem Kadi antreten muss, dann hat das exakt die gleiche Wirkung.

Mit dem gewaltigen Unterschied, dass wir eine neue moderne, schlanke Bundesverfassung ausarbeiten würden (Schweizer Modell als Grundlage) und die gesamte politisch-administrative Mannschaft durch Nicht-Hefenbrüder ersetzt werden würde.

4 0

Staatsanwalt ermittelt so ungern wie unwillig gegen Schlaff


aber wegen des penetranten und aufdringlichen Herrn Schieszler der sich als Kronzeuge angeboten hat und sich einfach mit seinen Geständnissen nicht abweisen lässt (besonders pikant, der Staatsanwalt lehnt Schieszler als Kronzeugen bis heute ab) der plötzlich alles zugeben will und verzweifelt versucht sein Wissen anzubringen, ist das nur mühselig zu verhindern.
Aber die beamteten Bemühungen den lästigen Quälgeist abzudrehen gehen weiter.

Aber vielleicht trifft den Schieszler noch rechtzeitig "völlig unerwartet" der Schlag und dann ist es für alle Beteiligten eine win-win Situation - außer für die Steuerzahler, die das alles blechen dürfen/durften.

Re: Staatsanwalt ermittelt so ungern wie unwillig gegen Schlaff

wunderbar beschrieben, besonders wie unangenehm der staatsanwaltschaft ein voll geständiger und auskunftswilliger angeklagter ist, ja sehr erhellend, da dürften offensichtlich einige höhere und mächtige schon gehöriges hosenflattern verspühren.

kann mir irgendjemand sagen, wie die Herren

Taus, Androsch usw. zu ihrem Vermögen kamen? Hier wäre Transparenz wirklich spannend .

Antworten Gast: Argesauge
07.10.2012 21:43
4 0

Re: kann mir irgendjemand sagen, wie die Herren

man nennt das Freunderlschaft...

Re: kann mir irgendjemand sagen, wie die Herren

Es war die Zeit nach der endgültigen Pleite der Verstaatlichten in Österreich....

....wobei interessanter Weise die Hausbank vom Taus die BAWAG war und die Bank vom Androsch die RaiKa-Oberösterreich !!

Antworten Gast: Rating Agent 007
07.10.2012 20:05
5 0

Re: kann mir irgendjemand sagen, wie die Herren

Das war ganz einfach: Die Telekom muss um jeden Preis im Osten kaufen, das ist ihr Business-Case. Schwierig ist nur die Suche nach Personen, die einen Teil des Geldes wieder an die Führungskräfte zurückgeben. Dazu müssen erst einmal Jahre zuvor alle Führungskräfte, die nicht parteikonform sind, gegen neue ausgetauscht werden. Idealer Rahmen dazu ist die Privatisierung, mehrfacher Eigentümerwechsel über Jahre undurssichtige Beteiligungen usw. Überflüssig erscheint die Demütigung der alten Führungskräfte, die teilweise in der Firma ohne Arbeit eingesperrt und öffentlich erniedrigt wurden? Wenn alle im Boot (inneren Kreis) sind, organisiert man sich zum Schein noch über Managementklubs, Golfspielen, Segeltörns usw. Erfolgsprämien und gekaufte Kursmanipulation dienen zur Ablenkung und Zwischenfinanzierung. Dann der DEAL: Man gibt ein Angebot ab. Plötzlich tritt die Ost-Mafia auf den Plan und es ist unsicher ob man für die Kosten 95% oder 100% der Telekom bekommt. Anstelle von 95% auszugehen erklärt. Sofort erklärt man sich als "Beamter". Gänzlich unmöglich ein auch noch so kleines "Rechtsrisiko"(!) einzugehen. Da muss ein Zwischendealer her, der dann mit 100% Aufschlag (oder doch nur 95%?) dieses unerträgliche Beamtenriskio übernimmt. Übrig bleiben bei mehreren Deals mehr als 1 Mrd Euro. Überflüssig zu erwähnen, dass die Ost-Mafia doch keinen Anspruch auf die 5% hatte und viele Beteiligte inzwischen inhaftiert sind.

Re: Re: kann mir irgendjemand sagen, wie die Herren

wunderbar beschrieben wie durch privatisierung der staatlichen betriebe und dann nachfolgende ständige umorganisationen und umbesetzungen an der ceo- und cfo- schicht die richtigen plaziert wurden und werden.

4 0

Blöd dass die Untersuchung wegen des peinlichen Geständnisses des Kronzeugen nun nicht mehr zu verhindern ist...


Jetzt steht die Oberstaatsanwaltschaft und die Politik die die Machloike jahrzehntelang gedeckt hat, weil sie selbst Teil des System ist im Regen. Beide werden von der untersuchenden Kraft zu Getriebenen.

Der Schneeball, das Geständnis, welche die Lawine jetzt auslöst ist selbst mit massivster politischer Weisung und medialer Verzerrung nicht mehr aufzuhalten und unter die sich bereits massiv aufbäumenden Tuchent zu kehren.

http://www.profil.at/articles/1240/560/343548/martin-schlaff-telekom-skandal-1-2-millionen-schlaff-partner

Aber schuld an allem ist am Ende nur der Haider und seine Erben !


Re: Aber schuld an allem ist am Ende nur der Haider und seine Erben !

bravo, schön gesagt. endlich ist die wahrheit heraussen und die spö ist entschuldigt, denn da war nix, wird nix sein und darf nix sein. die schuldigen-no na- haider, strache, mölzer, so einfach ists und die welt für sozialträumer ist wieder in ordnung.

Gast: Einer aus dem inneren Kreis schreibt selbst:
07.10.2012 13:41
5 0

Schon vor Jahrzehnten hat Tauss diese Aktion in einem Club 2

angekündigt. Es ging darum wie er sein Netzwerk Junge ÖVP finanziert. Ein solch gutes Geschäft kann also kein Zufall gewesen sein.
Man muss davon ausgehen, dass die Aktionäre der TA von diesen PErsonen betroge wurden. Der aus den Bilanzen ablesbare Wertverlust beträgft seither über 5 Mrd Euro. Mehr als eine Mrd davon gingen an Tauss und Co.

Antworten Gast: Gödels friend
07.10.2012 16:27
11 0

Re: Schon vor Jahrzehnten hat Tauss diese Aktion in einem Club 2

auch wenn strafrechtlich nichts zu machen ist: moralisch-politisch ist es schon rein
quantitativ die größte Schweinerei der 2.Republik. Unter dem Deckmantel des
"Global Player" der groß im Osten investiert
wurden die Gelder der Festnetzkunden
von mehreren Jahre de fakto gestohlen. Mit dem Ergebnis das Österreich einen im Vergleich zu D oder CH desaströsen Zustand der Festnetzinfrastruktur aufweist.

Gast: Einer aus dem inneren Kreis lässt schreiben:
07.10.2012 13:37
13 0

Nemsic, die TU-Wien, Tauss und Schlaff

sind dann die Hauptkorruptionäre des Telekom Skandals gewesen? Mensdorff P. und die übrigen erscheinen nur noch als Handlanger.

7 0

Re: Nemsic, die TU-Wien, Tauss und Schlaff


Sie haben es als einer der ganz wenigen erfasst!

Gast: Humpelstilzchen
07.10.2012 11:14
13 1

Der war schon bei den Honeckers gerne gesehen

Und wurde reich in dieser Zeit.
Ein echter Leistungsträger. Und Sympathieträger.

Gast: aja
07.10.2012 10:54
10 0

Bitte mal den %278a lesen. Vielleicht fällt Ihnen dabei etwas auf...


Kriminelle Organisation

§ 278a. Wer eine auf längere Zeit angelegte unternehmensähnliche Verbindung einer größeren Zahl von Personen gründet oder sich an einer solchen Verbindung als Mitglied beteiligt (§ 278 Abs. 3),


1.
die, wenn auch nicht ausschließlich, auf die wiederkehrende und geplante Begehung schwerwiegender strafbarer Handlungen, die das Leben, die körperliche Unversehrtheit, die Freiheit oder das Vermögen bedrohen, oder schwerwiegender strafbarer Handlungen im Bereich der sexuellen Ausbeutung von Menschen, der Schlepperei oder des unerlaubten Verkehrs mit Kampfmitteln, Kernmaterial und radioaktiven Stoffen, gefährlichen Abfällen, Falschgeld oder Suchtmitteln ausgerichtet ist,

2.
die dadurch eine Bereicherung in großem Umfang oder erheblichen Einfluß auf Politik oder Wirtschaft anstrebt und

3.
die andere zu korrumpieren oder einzuschüchtern oder sich auf besondere Weise gegen Strafverfolgungsmaßnahmen abzuschirmen sucht,

ist mit Freiheitsstrafe von sechs Monaten bis zu fünf Jahren zu bestrafen. § 278 Abs. 4 gilt entsprechend.

Gast: _warum_
07.10.2012 10:48
10 0

...warum fällt mir bei diesen Typen immer...

...New York City der 1930er Jahre ein?

Gast: Bürger&Wähler
07.10.2012 10:13
5 0

Und es gilt die Frage: "Wos war sei Leistung???"


6 0

Netrepkos Kinderwagen kennt die Antwort...


Re: Netrepkos Kinderwagen kennt die Antwort...

Bitte keinen Schrott posten!

Die Netrepko is a nettes Medale!

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Die Netrepko is a nette Medaille auf Schlafs Strichliste


noch Fragen?

Re: Die Netrepko is a nette Medaille auf Schlafs Strichliste

Ja, bitte um genauere Infos. Danke.

Re: Re: Die Netrepko is a nette Medaille auf Schlafs Strichliste

Staatsbürgerschaft!

Da wird

der Gusi aber keine Freude haben!

 
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Hobbyökonom