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Backhausen stellt Al Jaber Ultimatum

11.10.2012 | 13:43 |   (DiePresse.com)

Der Chef der Textil-Firma Backhausen will sich nach anderen Investoren umsehen, wenn Al Jaber nicht binnen einer Woche zahlt.

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Mit dem austro-saudischen Scheich Mohamed Bin Issa Al Jaber Geschäfte zu machen ist scheinbar wie in einem Märchen aus 1001 Nacht. Das hat nun nach der AUA und Kneissl auch die Textil-Traditionsfirma Backhausen zu spüren bekommen. Der Scheich, der sich noch vor zwei Wochen als Retter des maroden Familienbetriebs präsentierte, zahlte nicht, woraufhin Backhausen gestern ein Insolvenzverfahren eröffnen musste.

Eine Woche lässt Backhausen Al Jaber nun noch Zeit, das versprochene Geld zu zahlen. "Wenn er zahlt, ist er dabei. Wenn nicht, sehen wir uns nach einem anderen Investor um", gab sich Firmenchef Reinhard Backhausen am Donnerstag am Rande einer Pressekonferenz der Textil-, Bekleidungs-, Schuh- und Lederindustrie, deren Obmann er ist, ganz pragmatisch. Zwei bis drei unverbindliche Gespräche mit Interessenten seien bereits geführt worden. Sanierungsverwalter Wolfgang Mayrhofer vermutet hinter der Wochenfrist eine Ausstiegsklausel. Aber genau wisse er es nicht. Das Verfahren sei erst eröffnet worden und er gerade dabei, sich eingehend mit dem Fall zu beschäftigen.

Zukunft soll bis Jahresende feststehen

In jedem Fall soll bis Jahresende feststehen, wie es mit der Traditionsfirma weitergeht. Gläubiger haben bis 20. November Zeit, ihre Forderungen am Landesgericht Krems anzumelden. Selbst wenn Al Jaber in den nächsten Tagen zahlt, passiert also vorerst nichts. Am 31. Oktober findet bereits die erste Gläubigerversammlung statt. Die Berichts- und Prüfungstagsatzung wurde für den 12. Dezember anberaumt. Danach könnten die Gläubiger im Einvernehmen beschließen, das Sanierungsverfahren aufzuheben, erklärte Mayrhofer.

Backhausen hat Schulden in Höhe von 6,6 Millionen Euro. Innerhalb von zwei Jahren muss die Firma 30 Prozent davon zurückzahlen - das sieht das Sanierungsverfahren mit Eigenverwaltung per Gesetz vor. Um das Stoffproduzentenunternehmen zu retten, hätte Al Jaber bis 9. Oktober 2,85 Millionen Euro zuschießen müssen. "Wir haben ehrlich gesagt nicht verstanden, warum er das nicht getan hat. Damit haben wir gar nicht gerechnet. Er hat ja die Pressekonferenz mit uns gemeinsam gemacht", sagte Backhausen. Er sei enttäuscht, dass das jetzt in einem Verfahren geendet ist, meinte er im Ö1-"Morgenjournal". Nichtsdestotrotz sei er "durchaus zuversichtlich", dass Al Jaber zahlt. "Aber ich bin natürlich über die derzeitige Situation nicht glücklich", so der Firmenchef.

Billigproduzenten in Asien

Das in sechster Generation geführte Familienunternehmen wurde von der Krise voll erwischt und spürt wie die Textilindustrie insgesamt den Druck von Billigproduzenten aus Asien. Im ersten Halbjahr 2012 sanken die Umsätze in der Textilindustrie (329 Unternehmen, 12500 Beschäftigte) um 4,2 Prozent auf 1,18 Milliarden Euro. Die Exporte gingen um 3,1 Prozent auf 1,06 Milliarden Euro zurück, die Importe ließen um 5 Prozent auf 1,5 Milliarden Euro nach.

Einen erheblichen Einfluss hatten die stark gesunkenen Rohstoffpreise - vor allem bei Baumwolle, so Backhausen. Der Preis pro Kilo lag im Februar 2011 auf einem Rekordhoch von 3,47 Euro. Mittlerweile kostet das Kilo Baumwolle wieder 1,51 Euro und hat damit annähernd das Niveau von Februar 2010 erreicht.

(APA)

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7 Kommentare
Gast: Austrianer
16.10.2012 23:25
0 0

Al Jaber

tja.. warum verlässt man sich auch auf den hässlichen Hochstapler.. was hat der bisher in Österreich tatsächlich geschaffen - ausser Chaos?

Gast: Österreicher
11.10.2012 23:54
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unser Scheichilein

hat ja angeblich die österreichische Staatsbürgerschaft, da sieht man, dass unsere Politiker doch nicht so korrupt sind, wie es immer heißt, weil zahlen tut das Scheichilein ja nix.

Gast: bergziege
11.10.2012 23:08
0 0

Backhausen

soll sich besser um handfeste Investoren umsehen, wenn ihm die Tradition etwas wert ist. Die Vergangenheit hat doch gezeicht, dass auf
Al Jaber kein Verlass ist.

lächerlich

jahrelang geld ausgeben das nicht da ist (immobilien in st.gilgen) und dann in insolvenz, ultimaten stellen.

geld ?

hat der eigentlich wirklich geld ?

Gast: magra
11.10.2012 19:18
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den herrn müsste...

...man auf die österreichische watchlist setzen, immer viel versprechen und nix halten. man hofiert den herrn herum, der hat doch null handschlagqualität.

Gast: panoptikum
11.10.2012 16:53
2 0

Wer sich mit dem Herrn Al Jaber einläßt, ist selber schuld.

Man braucht nur die Zeitungen zu lesen, um mitzubekommen, dass man sich auf diesen Herren absolut nicht verlassen kann. Er hat sich in der Vergangenheit ja schon einige ähnliche Stückerl geleistet ...

Hobbyökonom