Frauenarbeit steigert Wirtschaftsleistung

15.10.2012 | 18:17 |   (Die Presse)

Wäre die Frauenerwerbstätigkeit so hoch wie die der Männer, könnte das österreichische Bruttoinlandsprodukt bis 2020 um fünf Prozent zusätzlich wachsen. Die Erwerbstätigenquote liegt bei 69,6 Prozent.

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Wien/Hie. Würden mehr Frauen arbeiten, könnte das Wirtschaftswachstum eines Landes erheblich gesteigert werden. Weltweit gebe es eine Milliarde Frauen, die mit der richtigen Politik stärker ins Erwerbsleben einbezogen werden und so die Wirtschaftskraft ihres Landes steigern könnte. Das geht zumindest aus einer Studie der Unternehmensberatung Booz & Company hervor.

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Der Großteil dieser Frauen lebe zwar in den Entwicklungs- und Schwellenländern, die Erwerbsquote in hochentwickelten Volkswirtschaften wie Österreich sei bereits relativ hoch. Aber auch in Österreich würde die Wirtschaft stärker wachsen, wenn mehr Frauen einen Job hätten, so das Fazit. Und zwar um zusätzlich fünf Prozent bis zum Jahr 2020. Ko-Studienautorin Christine Rupp macht allerdings Einschränkungen: „Im Durchschnitt ist die Produktivität einer jeden Frau, die dazukommt, nicht so hoch wie die eines Mannes.“ Zum einen würden nicht alle zusätzlich beschäftigten Frauen voll arbeiten. „Ein Drittel würde Teilzeit arbeiten, und das etwa in einer Dreitagewoche.“

Zum anderen würden Frauen öfter in schlechter entlohnten Berufen als Männer arbeiten, nach der Geburt eines Kindes länger ausfallen und unter dem Strich weniger verdienen. „Die Annahme ist, dass sich die zusätzlich beschäftigten Frauen so verteilen, wie jene, die jetzt schon arbeiten.“ Bereinigt um diese Faktoren seien Frauen aber genauso produktiv wie Männer, so Rupp.

Frauen geben mehr für Kinder aus

In Österreich betrug die Erwerbstätigenquote im Vorjahr laut Eurostat bei Frauen 69,6 Prozent, bei Männern 80,8 Prozent. Die Quote misst den Anteil der Erwerbstätigen zwischen 20 und 64 Jahren an der Gesamtbevölkerung. Laut Booz & Company würde das Bruttoinlandsprodukt dann um fünfProzent wachsen, wenn die Frauenerwerbstätigenquote auf das Niveau der Männer stiege. Die EU-weit höchste Frauenerwerbstätigenquote hatten 2011 Schweden mit 77,2 Prozent und Finnland mit 71,9 Prozent. An letzter Stelle lag Griechenland mit 48,6 Prozent.

Würden mehr Frauen arbeiten, brächte das dem Fiskus höhere Steuereinnahmen. „Und zweitens werden diese Frauen zu ganz starken Konsumentinnen“, sagt Rupp. Internationale Studien zeigen – zuletzt etwa eine Untersuchung der Weltbank –, dass Frauen ihr Einkommen überproportional in Kinder und deren Ausbildung investieren.

Um mehr Frauen ins Erwerbsleben zu holen, müssten in Österreich vor allem Kinderbetreuungsplätze geschaffen werden. In den Unternehmen seien Modelle für Teilzeit- beziehungsweise Heimarbeit gefragt. „Und auch beim Zugang zu den Führungsetagen sind wir noch nicht dort, wo wir sein sollten“, so Rupp.

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("Die Presse", Print-Ausgabe, 16.10.2012)

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44 Kommentare
 
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Frauen könnten Fachkräftemangel reduzieren

In Deutschland arbeiten immer noch viele Frauen Teilzeit, weil sich Familie und Beruf nur sehr schwer miteinander vereinbaren lassen. Dabei könnte durch die Frauen der Fachkräftemangel reduziert werden, schreibt Sofie Geisel auf http://www.atkearney361grad.de/2012/11/13/vereinbarkeit-von-beruf-und-familie-es-darf-noch-ein-bisschen-mehr-sein/

Frauen könnten Fachkräftemangel reduzieren

In Deutschland arbeiten immer noch viele Frauen Teilzeit, weil sich Familie und Beruf nur sehr schwer miteinander vereinbaren lassen. Dabei könnte durch die Frauen der Fachkräftemangel reduziert werden, schreibt Sofie Geisel auf http://www.atkearney361grad.de/2012/11/13/vereinbarkeit-von-beruf-und-familie-es-darf-noch-ein-bisschen-mehr-sein/

Würden nur 10% aller Frauen bei Ihren Kindern bleiben....

...hätten wir weniger Sozial verwahrloste Jugendliche und keine Arbeitslosigkeit.

Gast: Das Ekel Alfred
16.10.2012 12:52
0

Und erst die 300.000 beim AMS


Wenn diese alle einen Job hätten, wäre das BIP um mindestens 3% höher.



Gast: Hans im Glück
16.10.2012 09:01
0

Je mehr Frauen Arbeiten um so weniger Kinder haben wir.

Diese +5% können sich durch weniger Bürger schnell in ein MINUS verwandeln.

Ich bin für mehr eigene Kinder als für Zuwanderung.

Das ist kein Statement gegen Flüchtlinge.

Männerbasing - nein danke!

Männerbashing nein danke
Natürlich, Männer bzw deren Erwerbstätigkeit ist schuld am niedrigen Wirtschaftswachstum.
Denn Frauen sind einfach die besseren Menschen, will uns die Feministinnenlobby glaubhaft machen.
Wenn Männer mehr als Fr. arbeiten --> geringes Wachstum
Wenn Männer mehr Geld als Fr. verdienen --> Vernachlässigung der Kinder;
Wenn Männer sich mehr ("Halbe /halbe") um ihre Kinder kümmern wollen --> Väterrechtsaktivisten

Was bleibt, ist dass ein Mann in allen Bereichen mehr leisten muss als eine Frau, weniger Rechte hat und sich am besten für sich und seine Geschlechtsgenossen und am besten gleich die gesamte Menschheitsgeschichte an der Frauen angeblich ja überhaupt nicht beteiligt waren, schämen muss.

NEIN DANKE, und im übrigen wann war in Ö. das Wirtschaftswachstum am höchsten? Eben, in 60-70ern als weniger Frauen im Erwerbsleben waren.

Gast: entlebucher
15.10.2012 20:32
0

eine selten alberne Behauptung,

was wäre denn bei noch höherer Männererwerbstätigkeit ?

Genau. Wer braucht noch Familie. Ist doch voll so 1980!

Nein, denn Arbeiten soll der Mensch, am Besten Tag + Nacht, 24/7, damit sich jemand an einer %-Zahl erfreuen kann und deswegen mehr Kredit auf Kosten der Sklaven aufnehmen kann.

Antworten Gast: Hans im Glück
16.10.2012 09:04
1

Re: Genau. Wer braucht noch Familie. Ist doch voll so 1980!

Das Hamsterrad kann so heiß glühen wie es will.

Dank dem ESM werden unsere Politiker nie genug Steuereinnahmen bekommen um allen Verpflichtungen nach zu kommen.

Danke grüneSPÖVP.

Gast: Es Presso
15.10.2012 20:17
0

Trugschluss

Und woher kommen die Arbeitsplätze?

Antworten Gast: Baur4
15.10.2012 20:28
2

Häupl in Wien zeigt wie es geht!

U-Bahn Aufsicht
Hundekotkontrolle
Parkpickerlwächter
Fahrradbeauftragter
Fußgängerbeauftragter
usw.

Bald werden wir mehr Beschäftigte wie Griechenland in der Verwaltung haben.

Antworten Antworten Gast: Wie wahr
15.10.2012 22:33
0

Sie brauchen doch nur mehr Regeln

einzuführen.

Agesehen von den Chefitätsposten in den AGs gehts ja eigentlich nur darum.

Kinder sind eigentlich auch nicht notwendig. Wir haben sowieso Zuwanderung, was zusätzlich für ein BIP-Wachstum sorgt und ein enormes Beschäftigungsfeld bietet. ;-)
.

Gast: gast999
15.10.2012 19:56
0

für die redaktion

http://www.statistik.at/web_de/presse/060073

die angebliche lohnschere der frauen

tabelle ansehen und dann auch welche gruppen da unterschieden werden

Bla, bla, bla

1. Wenn Frauen etwas erreichen wollen, dann sollen sie erst einmal Leistung bringen, anstatt dauernd nur zu jammern und Bevorzugung aufgrund ihres Geschlechts zu fordern.

2. Wenn Frauen in Führungspositionen tatsächlich irgendeinen Vorteil brächten (noch dazu für angeblich "weniger Lohn"), dann würden sich die Unternehmen um sie raufen. Da dies nicht der Fall ist, wird es wohl doch nix sein mit den angeblichen "Vorteilen" (was eine Frau an der Spitze hingegen wirklich bringt ist Stagnation und Bedeutungsverlust, siehe zB HP, Yahoo und seit neuestem auch der IWF!).

3. Ich behaupte, dass die implizierte Kausalität zwischen Frauenbeschäftigung und Wirtschaftswachstum genau umgekehrt ist: wenn eine Gesellschaft genug Wohlstand erreicht hat, kann sie es sich auch eher leisten, die Voraussetzungen zu stemmen, die Frauen den Einstieg ins Erwerbsleben zu IHREN Vorstellungen (einerseits Bevorzugung bei der Bildung, siehe Medizinerinnenquoten, aber andererseits jederzeitige Unterbrechung, Wiederaufnahme und Abbruch der Erwerbstätigkeit und somit ultimativ Verschwendung von Ressourcen) zu ermöglichen sowie zahlreiche Frauen auf wirtschaftlich unproduktiven Positionen (Staatsdienst, Verwaltung, HR etc.) mitzuschleifen. Anders gesagt: nicht die Wirtschaft wächst wegen den Frauen, sondern die Frauen können Karriere spielen, weil die Wirtschaft wächst.

Gast: Klaus
15.10.2012 19:40
0

(Red.)

wer hat den Artikel bitte geschrieben? "(Red.)" ist zu dünn ... bitte den namen dazu angeben ... war wohl ein Weiblein ...

Gast: Lingus
15.10.2012 19:33
1

Dann waren die anderen 19 nicht gut genug.


Gast: Klaus
15.10.2012 19:12
0

zur Überschrift

Ja und? Wenn jemand - egal ob Mann oder Frau - nach oben will dann muss das durch Leistung und Erfolg passieren.

Gast: wägar
15.10.2012 18:37
3

Warum wird nicht geschrieben

dass es "noch immer zuwenig Frauen auf baustellen, in Werkshallen gibt"?

Dort fehlen nämlich wirklich Arbeitskräfte, während bei hochbezahlten Mänägerstellen eh schon Überbesatzung herrscht.

Wir brauchen keine Klugsprecher, sondern Leute die anpacken, schweissen, bauen und etwas reales leisten.

Hochbezahlte Quatschposten gibts shcon genug; klar dass da Feministinnen abcashen wollen.

Sie sollten aber wissen, dass Chefposten rar sind, und dass es bis dorthin ein langer und harter Weg ist.

Wie sollte etwa jemand, die nicht die harte Laufbahn über die Baustelle oder die Produktion gelaufen ist, dann plötzlich hunderte Männer unter sich befehligen?

Das ist völllig unrealistisch.

Erstens werden die hart und hochverantwortlich arbeitenden Männer demotiviert sein, wenn ne Dame mit weissser Bluse auf der Baustelle auftaucht und dort die grosse Lippe riskiert (aber peinlich darauf schaut nur ja nicht - igitt! - schmutzig zhu werden...

Es muss eben alles zusammenpassen, und jemanden nur aufgrund eines Körpterteiles auf einen Posten zu hieven ist gerlinde gesagt naiv...

Die Wirtschaft heute ist knallhart, was wollen da die Pseudo-kommunistinnen?

Frauen wollten (lt. Frauenpolitiikerinnen) teilzeitarbeiten - das wurde ihnen gewährt.
Jetzt wird gejammert, wegen der achh so miesen Bezahlung dieser Arbeitsplätze...

Wo Frauen arbeiten wird rel. wenig bezahlt, wo Männer arbeiten ist Fortschritt, Innovation und Produktivität.

Dieses Naturgesetz kann man nicht durch Gesetze ändern!

Gast: Femibeobachter
15.10.2012 18:35
1

Weniger als 50% der Muetter sind Maenner!

Das ist doch die Hoehe! Der Glas-Ceiling fuer Maenner muss durchbrochen werden! Wo bleibt die EUdSSR-Verordnung!

Gast: Ösi
15.10.2012 18:32
0

Frechheit! Frauen-Bashing wihin man schaut!

Ich fordere, die umgehende Einführung der Frauenquote! JETZT!
Wer minder begabt ist, muss eben gefördert werden, ist ja bei Kleinkindern nichts anderes!

Tschüssi

Gast: Walther G.-
15.10.2012 18:27
1

Natürliche Ungleichheit

Frau ist eben nicht gleich Mann, und umgekehrt. Gott sei Dank! Und, bitte!, daran nichts ändern. Auch nicht mit “Quoten“.

Gast: 547b
15.10.2012 18:10
0

Persönlicher Einsatz

Ich kenne keine einzige Frau aus dem Studium die ähnlich hart wie ich studiert und gearbeitet hat (Praktika). Ich kenne auch keine die einen ähnlich guten Job wie ich hat und demnach einen ähnlichen verdienst. Demgegenüber kenne ich unzählige Männer - aus der selben Referenzgruppe - die ausgesprochen fleißig studierten, hohes geleistet haben und jetzt in top Jobs untergekommen sind. Das sind tendentiell jene Jobs aus denen man dann relativ gut "quer-wechseln" kann in Führungspositionen.

Ich sage nicht, dass es keine Übervorteilung bei Frauen gibt, aber man müsste mal representativ und explizit die Lage bei jenen nachvollziehen die sich vergleichbare Voraussetzungen durch eigenen Einsatz geschaffen haben.

Alles andere ist Apples & Oranges.

Gast: gast55
15.10.2012 17:57
3

sag mal journalist

hast schon mal eine studie gelesen von der austria statistik - wohl nicht, ansonsten ist der absatz nicht erklärbar

"Nach einer Erhebung der Statistik Austria betrug im Jahr 2010 die Gehaltslücke zwischen Männern und Frauen in Österreich nominell 40%. Unter Berücksichtigung der Unterschiede im Beschäftigungsausmaß lagen die Bruttojahreseinkommen von Frauen noch immer um 19% unter jenen der Männer. In Deutschland ist diese Lücke mit nominell 22% und bereinigten acht% deutlich geringer."

es ist frauen nicht verboten, am bau zu arbeiten, in bergwerken, am hochofen, in der rohstoffgewinnung und -förderung, bei der müllabfuhr, im tunnelbau, in all den gut bezahlten aber sehr gefährlichen sogenannten männerjobs

ich möchte mal einen beitvag in den medien lesen, der darauf stellung bezieht, dass männer im 21 jhrd immer noch 6 jahre im schnitt eher sterben als frauen, dass sie in allen bereichen von der gesellschaft ausgebeutet und verheizt werden

Antworten Gast: rampage
15.10.2012 18:35
3

Re: sag mal journalist

Richtig! Machen Sie sich einmal schlau wie viele Installateurinnen es z. B. gibt. Die können Sie österreichweit an einer Hand abzählen - die haben nämlich keine Lust einen 150 kg Gaskessel eine enge Kellesrtiege hinunterzutragen, aber im Vorstand einer großen Firma, ja, da würde das schwache Geschlecht aber schon gern sitzen und sich den Hintern wärmen!

Gast: gast999
15.10.2012 17:52
1

super

die weltwirtschaft kann man nicht substanziell voranbringen, wir verbrauchen aktuell 1,5 erden, wo doch nur eine erde vorhanden ist, wir leben also auf kosten der zukunft

die weltwirtschaft wird absacken, das steht außer frage

ps.. und täglich grüßt das murmeltier

Wo bleibt die Kindergärtner Quote?

Warum teilt man Menschen nicht bei der Geburt schon in Berufsgruppen ein, dann spart man sich die Quoten.

 
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