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Red Bull & Co.: Die Profiteure des Stratos-Sprungs

16.10.2012 | 12:43 |   (DiePresse.com)

Die riskante PR-Strategie von Red Bull geht weiter auf. Der Markenwert dürfte erheblich steigen. Aber auch andere Firmen naschen wohl am Erfolg mit.

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Bereits das Geschäftsjahr 2011 war für den Energydrink-Hersteller Red Bull ein äußerst erfolgreiches. Das Unternehmen machte um fast 40 Prozent mehr Gewinn als im Vorjahr und verdiente 311,2 Millionen Euro, wie "DiePresse.com" vor kurzem berichtete. Rund um den Globus wurden 4,63 Milliarden Dosen des Energygetränks verkauft - das entspricht 12,7 Millionen Dosen pro Tag. Und nach dem geglückten Stratos-Sprung von Felix Baumgartner aus 39 Kilometern Höhe dürfte auch 2012 ein ausgesprochenes Erfolgsjahr werden. Der Werbewert des Unternehmens dürfte noch einmal gewaltig gestiegen sein.

Unbezahlbarer Langzeiteffekt

"Von der Kosten-Nutzen-Rechnung ist das Projekt Stratos eines der besten Dinge, die es jemals im Bereich Sponsoring gegeben hat", sagt laut "Wirtschaftsblatt" auch Edwin Weindorfer vom Fachverband für Sponsoring und Sonderwerbeformen. Und das, obwohl die Projektkosten bei 50 Millionen Euro lagen. Der Werbewert der Aktion dürfte allerdings in die Milliarden gehen. Genaue Zahlen soll es der Zeitung zufolge bis spätestens Anfang Dezember geben.

Das Marktforschungsinstitut Focus hat errechnet, dass Red Bull, für die sechseinhalb Stunden Übertragungszeit am Sonntag auf ORF 1, wenn es den Werbeplatz gebucht hätte, rund 4,3 Millionen Euro zahlen hätte müssen. Doch nicht nur der ORF berichtete (die Berichterstattung vom Dienstag nicht zu vergessen) ausführlich, allein die "Kronen Zeitung" widmete am Montag dem Sprung sechs Seiten. Unbezahlbar scheint laut "Wirtschaftsblatt" aber vor allem der Langzeiteffekt zu sein. "Jetzt beginnt erst die Nachberichterstattung, die in Wahrheit über Jahre gehen wird", sagt demnach Marcel Grell von Focus. Ähnlich urteilt laut "Badischer Zeitung" auch der Werbeexperte Christoph Bösenkopf: "Der (Baumgartner, Anm.) ist eine fliegende Red-Bull-Dose".

Stratos-Sprung: Baumgartner bricht Rekorde

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PR-Strategie nicht ohne Risiko

Dabei fährt Red Bull eine durchaus riskante PR-Strategie, die sich das Unternehmen jedes Jahr rund ein Drittel seines Umsatzes - Red Bull gibt damit mehr als für die Herstellung seines Energydrinks selbst aus - kosten lässt. Denn ohne Risiko war der Stratos-Sprung nicht nur für Baumgartner selbst, sondern auch für das Unternehmen. Ein Unfall hätte einen massiven Imageverlust bedeuten können. "Trotz aller Risiken geht die lebensgefährliche PR-Strategie weiterhin auf", schrieb dazu kürzlich auch "Focus Online".

Tatsächlich hat eine Werbeaktion von Red Bull schon einmal tödlich geendet. 2009 starb der bekannte Schweizer Basejumper Ueli Gegenschatz bei einem Sprung vom Sunrise Tower in Zürich. Am Marketingkonzept änderte das freilich nichts.

Auch Outdoor-Spezialist Northland profitiert

Aber nicht nur Red Bull hat von dem spektakulären Sprung aus der Stratosphäre profitiert. Die TV-Stationen fuhren weltweit Rekordquoten ein. Auch der Grazer Outdoor-Spezialist Northland war in den vergangenen Tagen mehr als präsent. "Das Gesicht von Felix Baumgartner kennt jetzt jeder. Natürlich bringt das etwas für uns als Marke", zitiert das "Wirtschaftsblatt" Northland-Marketingleiterin Claudia Pichler.

Northland könnte damit auch endlich am Heimatmarkt Österreich stärker punkten. Denn laut "Zeit Online" ist die Marke zwar in China längst eine Macht, hierzulande aber kaum bekannt. 36 Northland-Niederlassungen gibt es mittlerweile weltweit. Das liegt teilweise aber auch an einer Abneigung gegenüber der Marketingbranche, wie Arno Pichler, Chef des Outdoor-Ausrüsters, zugibt: "Marketingmenschen waren für mich immer Warmlufterzeuger. Da schalte ich lieber die Heizung höher." Mit Baumgartners durchschlagendem Erfolg könnte sich diese Einstellung wohl geändert haben.

Riedel prominent auf der Kapsel

Und ein weiterer Name ging um die Welt: Wer den Aufstieg der Kapsel verfolgte, sah auch stundenlang den Schriftzug der Firma "Riedel". Dieser hat aber nichts mit dem österreichischen Traditions-Glaserzeuger Riedel zu tun. Vielmehr war die deutsche Riedel Communications für die gesamte Kommunikation am Boden sowie zwischen der Bodenstation und der Kapsel verantwortlich.

(phu)

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53 Kommentare
 
12
Gast: Andrea S. Koller
18.10.2012 07:58
0 0

Red Bull

ist auch EU-subventionsempfaenger.

Re: Red Bull

So wie alle anderen Lebensmittelhersteller in der EU auch.

1 0

Ein Witz ...

Kein Mensch, der bisher kein Gummibrauseliebhaber war, wir deswegen das Zeug kaufen.

Was anderes erzeugt bzw. vertreibt diese Firma nicht.

Die 10 Millionen, die die Zeit beim ORF gekostet hätte, sind nur fiktiv, da wird keine Dose mehr verkauft.

Der Markenwert, ist auch nur relevant wenn die Marke verkauft würde und ein Käufer dies zahlen würde.

Ist auch nicht anzunehmen.

Ist auch nicht mehrheitlich Österreichisch.

Gast: DeepLeap
17.10.2012 17:41
0 0

Werbung für Riedel??

Die Qualität der Kommunikation war mE äußerst bescheiden. Da konnte man ja den Armstrong bei seinem Mondspaziergang besser verstehen. Und das ist bekanntlich etwas her... Von wem war eigentlich die Visierheizung? Vaillant? Wäre wesentlich interessanter... :)

Gast: Gregor64
17.10.2012 13:05
3 0

Nicht nur Red Bull

.... sondern auch die Firma Bösendorfer verleiht Flügel.

Eine Milchmädchen-Rechnung ist

dass sich einzelne stundenlange Sport-Übertragungen in Milliarden-werte Werbung hochrechnen lassen.
Der Werbeerfolg der roten Limonade liegt an der umfassenden Präsenz in unzähligen Sportarten. Die Menge machts, nicht der einzelne Sprung.

Gast: hali29
16.10.2012 23:38
2 14

sehr gutt

ich sagen östtereicher baumgartner wahr grosartig. fahnt dass ganze sehr gutt. der sprung ward richtig gutt. kann verstehen nicht warum so viele hasen ihn. können wir stolz sein auf so gutte man in unsere land.

0 0

Re: sehr gutt

Was, Hasen sind durch die Wüste gehoppelt?

Ich hab keinen gesehen.

Wäre aber gleich eine gute Werbung für die Kleintierzüchter, macht RB beim Nächstenmal ...

Antworten Gast: hali29
17.10.2012 15:50
1 1

Re: sehr gutt

scheinbar hasen mich da auch viele. bin aber stolz östtereicher zu sein. trotzdem er wahr grosartig.

Gast: mmmh
16.10.2012 22:05
12 5

diese

leut haben als team ein ereignis globaler perzeption mit eleganter professionalität vorgelegt. das risiko blieb gottseidank im rahmen und daher ist der charakter der sponsormarke exakt aufgegangen...
was mich amüsiert, ist die schwierigkeit der österreicherinnen mit der globalen dimension umzugehen...

1 0

Re: diese

Geh, wird eh schon jeden Tag eine andere Sensationssau durchs globale Dorf getrieben.

Nächste Woche kräht kein Hahn danach.

Die Presse bei Wetten dass!

Die Presse könnte als PR Gag sich einen Leser suchen der es schafft, während der Sendung die komplette Presse durchzulesen.

Besser unsere Kinder trinken Red Bull,...

...als irgendeinen Glucose gepanschten Wein, wo man nach Konsum 14 Tage Schädelweh hat.

Antworten Gast: ido
17.10.2012 01:16
11 0

Re: Besser unsere Kinder trinken Red Bull,...

oO - wie wärs wenn wir unsere Kinder weder Wein (wegen dem lieben Alkohol) und Red Bull (wegen "kiloweise" Zucker, und anderer eher ungesunder Faktoren), trinken lassen?

Verstehe eigentlich auch den Sinn deines Postings nicht, aber das ist hier bei der Presse ja nichts Neues...

Red Bull

Die Kondition des Felix Baumgartner beweist ganz klar, dass er dieses Getränk NICHT konsumiert.

Re: Red Bull

Grundsätzlich richtig! Ich bitte aber zu bedenken, dass beispielsweise der Großteil der Athleten bei der Tour de France nach der Etappe gerne zu Red Bull greifen, da man verlorengegangene Kalorien am effektivsten mit viel Zucker wieder auffüllen kann. Und wenn Red Bull etwas hat, dann ist es Zucker.

0 0

Re: Re: Red Bull

Weil wir "Athleten" auch auf "Dauer Tour de France" sind.

Und was dort so auch noch konsumiert wird, ist noch weniger empfehlenswert.

Re: Red Bull

Ganz richtig! Da Red Bull Flügel verleiht, wäre er wohl noch weiter aufgestiegen und - da er sich ja laut Servus-TV bereits "AM RANDE DES WELTALLS" befand - wohl für immer außerhalb des Weltalls verschwunden ...

Gast: blink
16.10.2012 19:22
0 2

jetzt fängt die presse auch schon damit an...

bitte hört mit dem "& co"-schei* auf. ALLE online-medien benutzen das kürzel bis zum erbrechen. ich kann/will das nicht mehr lesen.

PR- Strategie

auf Gedeih und Verderb
das Spiel mit dem Leben ist der grösste Quotenbringer,ob eine Aktion gut geht oder nicht, ist in den Augen des Voyeurs unerheblich
Nervenkitzel bringt Umsatz

Re: PR- Strategie

so... what's new?

Re: Re: PR- Strategie

nichts neues
nur der Beweis,dass so manche Firma dafür auch über Leichen geht

Re: Re: Re: PR- Strategie

und wo genau sind sie leichen?

Antworten Antworten Antworten Antworten Gast: Auslandsoesterreicher
17.10.2012 07:45
3 3

Re: Re: Re: Re: PR- Strategie

Antwort: Auf der Strasse!

Erinnern sie sich nicht mehr, als es unzaehlige Verkehrstote ("Verunfallte") gab (und vielleicht noch gibt), die dieses "rot gezuckerte Sprudelwasser" zuvor mit Alkohol getrunken hatten und dann nach ihrem Discobesuch "verunfallt" sind?? Schon vergessen???

Jeder Lebensmittelarzt warnt vor diesem Getraenk!
---fuer die Wissenschaft bring dieser unspektulaere und nichtssagende Sprung ueberhaupt nichts. War nur ein Werbegag fuer die Selbstdarstellung.

...ein Auslandsoesterreicher

Antworten Antworten Antworten Antworten Antworten Gast: Auslandsoesterreicher
17.10.2012 17:53
1 0

Re: Re: Re: Re: Re: PR- Strategie

Zur Richtigstellung:
Ich vermute "Starfish" meint die Leichen auf der Strasse.
Ja, der Warnhinweis steht auf allen Getraenkedosen.
Und bez. Lebensmittelarzten, diese warnen Diebetiker v.a. wegen des hohen Zuckergehalts, nicht vor dem Getraenk selbst.

Re: Re: Re: Re: Re: PR- Strategie

die "Toten" sind immer mündige Bürger, die nicht aufgrund des Konsums von Red Bull verstarben,sondern selbst entscheiden, nach Alkoholkonsum ein Kraftfahrzeug zu lenken.

Btw, auf Red Bull Dosen steht eindeutig, den Inhalt NICHT mit Alkohol zu mischen. Wers trotzdem tut, ist selber schuld - speziell, wenn er betrunken Auto fährt.

 
12

Hobbyökonom