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Elsner: "Wahlspenden an die SPÖ?"

16.10.2012 | 18:09 |  MANFRED SEEH (Die Presse)

Für Mittwoch, ist Ex-Bawag-Chef Helmut Elsner vor Gericht geladen. Der „Presse“ erklärte er seinen „Zustand“ und seine Milliardenklage.

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Die Presse: Herr Elsner, Sie haben kürzlich in New York eine 1,8-Milliarden-Dollar-Klage gegen Ex-Bawag-Chef Ewald Nowotny, Ex-Bawag-Vorstand Stephan Koren, gegen den ÖGB-Präsidenten Erich Foglar und Ex-ÖGB-Chef, nunmehr SPÖ-Sozialminister, Rudolf Hundstorfer, gegen die frühere Spitze des Brokerhauses Refco und andere eingebracht. Was erwarten Sie sich von dieser Klage?

Helmut Elsner: Die Klagseinbringung war notwendig, um in den Vereinigten Staaten den mir entstandenen Schaden einzuklagen. Die österreichischen Behörden, wie auch die Bawag, weigern sich ja beharrlich, dem Verbleib der verschollenen Millionen nachzugehen, obwohl vor allem die Staatsanwaltschaft über Rechtshilfeansuchen problemlos allen Zahlungsströmen nachgehen könnte.

Der Klage liegt offenbar die Einschätzung zugrunde, dass Investmentbanker Wolfgang Flöttl für die Pleite des Hauses Refco, an dem die Bawag beteiligt war, zumindest mitverantwortlich sein soll. Wie kommen Sie darauf? Warum geht die Bawag dann nicht gegen Flöttl, sondern gegen Sie vor?

Flöttl und einige andere Refco-Kunden haben schon 1997 massive Verluste auf ihren Refco-Konten eingefahren. Schon 1998 klaffte ein 400-Millionen-Dollar-Loch in der Refco-Bilanz. Dies geht aus Gerichtsunterlagen der US-Behörden hervor. Diese Verluste wurden von Refco acht Jahre lang vertuscht. Flöttl täuschte die Bawag ebenso und übermittelte der Bawag falsche Refco-Kontoauszüge. Die Bawag geht nicht gegen Flöttl vor, weil sie offensichtlich sein betrügerisches Handeln decken und sein Vermögen schützen will.

Warum das?

Der Grund dürfte sein, dass im Wahljahr 2006 mit dem der Bawag gestohlenen Geld Wahlspenden an die SPÖ geflossen sein könnten. Dafür gibt es bis jetzt noch keine Beweise. Außerdem werden auch noch die Mittäter von Flöttl geschützt, darunter ein ehemaliger Bawag-Treasurer, in den USA wegen Betrugs und Veruntreuung im Zusammenhang mit dem Refco-Verfahren verurteilt. Für seine Schmutzarbeit kassierte er 20 Millionen Kickbackzahlungen auf seine Schweizer Konten. Wie viele andere Investoren, Gläubiger und Banken täuschten das Refco-Management und Flöttl mittels getürkter Finanzberichte auch mich. Die OeNB (Nationalbank, Anm.) kam 2006 zum Schluss, dass die Finanzberichte von Flöttl „höchst unglaubwürdig“ wären.

Wie geht es Ihnen gesundheitlich? Ist damit zu rechnen, dass Sie bald vor Gericht erscheinen werden?

Ich musste mich bedauerlicherweise in der vergangenen Woche erneut einem medizinischen Eingriff unterziehen, welcher aufgrund akuter Probleme in der Lunge notwendig war. Derzeit bin ich deshalb nicht verhandlungsfähig. Das deutsche Gericht hat dies zuletzt dreimal bestätigt und Anträge von Richter Christian Böhm auf Einvernahme zurückgewiesen. Meine Ärzte verwiesen auf einen lebensbedrohlichen Zustand.

Helmut Elsner: Der gefallene Ex-Banker

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("Die Presse", Print-Ausgabe, 17.10.2012)

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31 Kommentare
 
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Gast: Andrea S. Koller
18.10.2012 07:37
0 0

Wann

kommen die Spenden an die Unis ans Licht?

1 0

Kommt da endlich

einmal die Wahrheit zum Vorschein?

Gast: asylwerber
17.10.2012 13:45
0 1

.... lebensbedrohlicher Zustand ...?

.. genauso wie damals in Südfrankreich beim Golfspielen. Damals hieß die Justizministerin allerdings Maria Moser und nicht ... wie eigentlich?

Antworten Gast: asylwerber
17.10.2012 14:23
0 0

Re: .... lebensbedrohlicher Zustand ...?

... selbstverständlich nicht Moser, sondern Berger.

1 0

wie bitte?

wieso ist IHM ein Schaden in Mrd - Höhe entstanden? Der Bawag, dem Steuerzahler, ok - aber ihm???

Wie kommt ein

rechtskräftig verurteilter Verbrecher eigentlich ins Ausland??

Antworten Gast: 1213
17.10.2012 14:15
4 0

Re: Wie kommt ein

bei uns wird jemand, der einen 6 fachen mörder und betrüger als öffentlicher amtsträger deckte, beweismittelfälschung und urkundenunterdrückung begang, pensionistensprecher, programmautor der parteiprogramms der spö 2012 und darf sein umfrageninstitut weiter auf steuerzahlerkosten betreiben.

0 3

Re: Wie kommt ein

denken bitte denken ich danke.

Antworten Gast: matt03
17.10.2012 10:42
2 2

Re: Wie kommt ein

Ein Schengenland ist kein Ausland.

Re: Re: Wie kommt ein

Ach!
Deutschland ist also Österreich?

Antworten Gast: matt03
17.10.2012 10:42
0 2

Re: Wie kommt ein

Ein Schengenland ist kein Ausland.

Gast: eamonclever
17.10.2012 09:43
1 2

der rote elsner patzt die roten an?

meine güte, der muss jetzt schon in einer traumwelt leben, wie seine gattin dies ja schon seit jahren tut.
Irgendwer finanziert den unsinn, wahrscheinlich schlaffes bruder oder so ähnlich ;-)

bald schon schreien sie

es laut am Heldenplatz die ewig dummen SPÖ Wähler !
Wer hat uns verraten ? SOZIALDEMOKRATEN!!!

Antworten Gast: Remno
17.10.2012 09:12
1 4

Re: bald schon schreien sie

Das lautere Geschrei betrifft die Volkspartei.

0 0

Re: Re: bald schon schreien sie

sie sind blind.

Gast: Es gilt die viel strapazierte Unschuldsvermutung
17.10.2012 05:33
13 0

Ein herzliches Dankeschön an die Bonzensippe

Ich glaub ihm jedes Wort!!! Gerade die Roten legen beim Einsammeln von Spenden auf Kosten Dritter eine schamlose Rücksichtslosigkeit an den Tag, die der Sozialdemokratie, wenn vielleicht einmal alles aufgedeckt wird, nicht wiedergutmachenden Schaden zufügen wird. Und wer lacht sich dann ins Fäustchen? Die Straches und Konsorten, selbst über etliche Skandale ehrwidrig rußgeschwärzt, haben dann bei uns das große Sagen.

1 0

Re: Ein herzliches Dankeschön an die Bonzensippe

klar klar. Ohne hier eine Lanze für Rot brechen zu wollen - Martinz war ein Schwarzer.
Das Problem betrifft links rechts und wahrscheinlich ganz rechts auch

2 0

Re: Ein herzliches Dankeschön an die Bonzensippe

Es würde an sich damit zusammenpassen, da es ja vor etwa 6 oder 7 Jahren geheißen hatte, die SPÖ wäre komplett überschuldet. Dann war plötzlich keine Rede mehr davon.

Wenn er gegen die SPÖ etws Aussagen könnte, kann man scho vermuten warum er ins Ausland geflüchtet ist....

... Aber es hat sicher nix mit der roten Justizfärbung zu tun. ..... Wer weis was der alles weis....

Gast: Advocatus diabolii
16.10.2012 23:06
14 2

Lebensgefaährlicher Zustand

aber so ein Interview , nur ein paar Tage danach kein Problem....das ist wie die plötzliche Gesundung vom Pröll nachdem er seine Politischen Ämter zuruecklegte und ne Raiffeisen Position uebernahm...welch Zufall das es immer um Banken geht ....

4 1

Re: Lebensgefaährlicher Zustand

Ein Interview ist allerdings längst nicht so anstrengend wie eine Gerichtsverhandlung.

Ich glaube man muss kein Freund von Elsner sein um zu erkennen, dass er in Österreich vom Gericht nicht gerade fair behandelt wird. Die Anklage gegen die Hauptschuldigen scheint nur von den USA aus möglich zu sein, beispielsweise.

Das ist eine Schande für einen Rechtsstaat, der ja Österreich sein sollte.

"...gestohlenen Geld Wahlspenden an die SPÖ geflossen sein könnten."

Könnten? Aber nicht doch, Herr Elsner. Das wissen sie doch viel besser und genauer... ;-)

3 0

Re: "...gestohlenen Geld Wahlspenden an die SPÖ geflossen sein könnten."


Wer legt sich schon mit der mächtigen Polit-Lobby an, wenn er selbst im Glashaus sitzt und Gefahr läuft, dass die ihm bei zu geringem Wohlverhalten das letzte Hemd ausziehen?

Und E. war williges Werkzeug ohne es zu checken.

20 1

danke elsner

die amerikaner können sie nicht beeinflussen das wird lustig, wenn da was raus kommt ist schluss mit lustig

2 1

Re: danke elsner


Na, ich bezweifle ob sich da was in den nächsten 20 Jahren tut. Man betrachte die anhängigen und bewußt im Sand verlaufen lassenden Korruptionsverfahren.

Korruptionsverfolgung ist in Österr. vermutl. eine Frage der Größenordnung.
Je größer die Beträge um so größer der Gedächtnisverlust und die mangelnde "Erinnerlichkeit" - und schon ist die Bahn wieder frei für den nächsten Griff in die Steuergeldkassa.

Gast: Gruselbauer
16.10.2012 21:38
8 1

noch mehr Millionen fürn Werner

da Marcel wird die Paddeikassa
schaou aufgfüüd hobn.
frogst nan nua.
möglich daas eahm do ollahaund einfolln tuat.

 
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Hobbyökonom