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Als der Asfinag-Boss Toiletten putzen musste

16.10.2012 | 18:11 |  HANNA KORDIK (Die Presse)

Einmal TV-Star sein: Asfinag-Vorstand Klaus Schierhackl arbeitete für die Doku-Soap „Undercover Boss“ vier Tage lang im eigenen Unternehmen.

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Es gibt Unternehmen, die rangieren auf der nach unten offenen Beliebtheitsskala im allerletzten Kellerabteil, irgendwo unterhalb des dritten Untergeschoßes. Zum Beispiel die staatliche Straßenbaugesellschaft Asfinag. Geht wohl nicht anders bei einem Unternehmen, das für Baustellen verantwortlich ist. Oder für den Verkauf von Autobahnvignetten. Zuletzt machte die Asfinag Schlagzeilen im Zusammenhang mit der Inseratenaffäre – auch nicht gerade ein „Feel good“-Thema.

Aber es gibt ja noch Klaus Schierhackl. Der ist Vorstand der Asfinag – in der ihm der Ruf vorauseilt, einen überaus strengen Ton an den Tag zu legen. Andererseits wird Schierhackl nicht müde, der Asfinag ein menschliches Antlitz verpassen zu wollen. Ohne Rücksicht auf Verluste – von Ansehen und körperlicher Befindlichkeit.

Wie das? Klaus Schierhackl kommt ins Fernsehen. Und zwar im Frühjahr. Dann strahlt der ORF nämlich die erste Folge von „Undercover Boss“ aus. Das TV-Format läuft beim deutschen Fernsehsender RTL schon in der vierten Staffel, wird also offenbar gern gesehen, und da dürfen die Österreicher dem natürlich um nichts nachstehen. Das Konzept ist ja auch verblüffend simpel: Ein Firmenchef wird bis zur Unkenntlichkeit „verkleidet“, mischt sich einige Tage lang unter seine Arbeitnehmer – und darf solcherart erfahren, wie beinhart der Alltag der Untergebenen tatsächlich ist. Der p. t. Zuschauer wiederum darf daheim im Wohnzimmer das seltsame Versteckspiel schenkelklopfend, mit einer guten Portion Schadenfreude verfolgen. Und alle sind glücklich.

Vor zwei Wochen war es für den Asfinag-Chef so weit: Er musste sich einen Bart wachsen lassen, dann wurde ihm noch eine Brille verpasst. Und dann startete die viertägige Tour in diverse Autobahnmeistereien. Dort wurde den verdutzten Mitarbeitern folgende Geschichte aufgetischt: Schierhackl, der selbstredend einen anderen Namen bekommen hat, sei ein Langzeitarbeitloser.

Und das ORF-Kamerateam habe er deswegen im Schlepptau, weil für die Sendung „Am Schauplatz“ eine Reportage über die Wiedereingliederung Langzeitarbeitsloser in den Arbeitsmarkt gedreht werde. Dann folgten die vier wohl anstrengendsten Tage im Berufsleben des Asfinag-Bosses: Er musste Tunnels waschen, Böschungen mähen, Nachtdienste absolvieren, Toiletten putzen. Und einen toten Igel von der Autobahn entfernen.

Schierhackl sagt trotzdem, dass er das Ganze ungeschaut wieder machen würde, „weil es für mich eine prägende, sehr interessante Erfahrung war“. Er habe „eine ganz andere Asfinag kennengelernt, mit vielen positiven Eindrücken“. Die Mitarbeiter, die vergangenen Freitag über die wahre Identität des „Langzeitarbeitslosen“ aufgeklärt wurden, sollen sich wiederum freuen, dass sie jetzt mit dem Boss per Du sind.

Und die ORF-Zuschauer werden sicher auch ganz happy sein.

 

E-Mails an: hanna.kordik@diepresse.com

("Die Presse", Print-Ausgabe, 17.10.2012)

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14 Kommentare
Gast: Affffe
17.10.2012 15:12
2 0

Durchaus nicht schlecht

mal die Erfahrung zu machen, die man am Chefsessel nicht macht.

Das einzige Problem ist trotzdem, er ist danach wieder Chef und kann alles vergessen. Für viele Personen ist das aber der Alltag ohne Rückkehr ins gemachte Nest, also absolut nicht vergleichbar, aber immerhin vielleicht bessert es die eigene Sicht auf andere.

Gast: Zu Nami
17.10.2012 12:57
2 0

ausbaufähiges Konzept

Wär auch mal lustig unseren Wiener Bürgermeister zu sehen wie er statt mit dem Dienstwagen mit öffentlichen Verkehrsmitteln in die Arbeit fährt. Er hat zwar eine Autobushaltestelle vor der Haustür, aber pünktlich zur Ausweitung der Parkpickerlzonen einen neuen Audi bekommen, obwohl der alte noch sehr gut ausgesehen hat. Da weiss man wenigstens wofür die Einnahmen aus der Parkaumbewirtschaftung benötigt werden.

Dass er im Krisengebiet knapp ausserhalb der neuen Pickerlzone wohnt stört ihn auch nicht, denn der Chauffeur wartet ja beim Auto auf ihn. Damit's noch ein bisserl schneller geht, schneidet er beim Verlassen der Ausfahrt flott in den fliessenden Verkehr hinein. Falls es kracht, zahlen's eh die Steuerzahler.

p. t. Zuschauer

nix versten!! Bitte um Hilfe. Was heißt das?


Re: Re: p. t. Zuschauer

Danke!

Re: Re: Re: p. t. Zuschauer

Gerne - mußte auch erst suchen; und jetzt weiß ich (wieder), warum man das eher nicht schreiben sollte...

Gast: A. Rand
17.10.2012 11:05
0 0

Bei staatlichen Unternehmen

bitte auch immer die Bezeichnung Staatsunternehmen verwenden,denn nur "Unternehmen" könnte irreführend sein bzw. es könnte zu Verwechslungen kommen mit Unternehmen u. Unternehmern die mit persönlichen Haftungen,Kapital u. ohne Subventionen arbeiten !! Danke im voraus !! ps: Auch hätten/haben Privatunternehmer in der Regel keine Zeit zum herumkaschperln,ausser man hat eben z.b ein Unternehmen im Unterhaltungsbereich(Erlebniseinkaufszentrum/Giga-Plex-Kino etc.) u. stärkt so den Bekanntheitsgrad !!

Imponiert mir, dass er das mitmacht.


Gast: Das Ekel Alfred
17.10.2012 09:49
1 0

Und alle sind glücklich


Gestatten, langzeitarbeitslos!



0 0

nette

pr masche ;)

mich wundert ohnehin, ....

... dass das nicht jeder chef eines großen unternehmens macht, auch wenn kein tv dabei ist.
der erkenntnisgewinn wäre ein nicht zu unterschätzender.

0 0

Re: mich wundert ohnehin, ....

stimme vollinhaltlich zu!

Undercover Boss

wird wann ausgestrahlt?

Gast: Tornado
17.10.2012 08:20
9 1

Als was kommt Fr. Schmied verkleidet?

wir freuen uns auf unsere Chefin:

wenn in der ersten Stunde, die Maturanten verschlafen, dann die Rauferein in der Pause zwischen den Migranten losgehen, am Kopierer eine Schlange steht, der éinzige PC 10min zum Booten braucht, kein Locher/Schere/Hefter aufzutreiben sind, usw.

Vorschlag: als Schmiedchen Schleicher!
KOMM TRAU DICH! der 16.Bezirk wartet schon!

Hobbyökonom