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Spanischer Mutterkonzern feuert Alpine-Chef Dotter

17.10.2012 | 14:57 |  von Hanna Kordik und Gerhard Hofer (Die Presse)

Die Spanier haben kein Vertrauen mehr: Nach nur zehn Monaten an der Spitze des zweitgrößten heimischen Baukonzerns muss der Manager gehen.

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(Wien). Das Ungemach hat Johannes Dotter zweifellos kommen sehen. Jedenfalls hatte es für den Chef des Baukonzerns Alpine untrügliche Vorzeichen gegeben. Zum Beispiel, als vergangene Woche etliche Büros in der Wiener Zentrale in Oberlaa geräumt werden mussten - um Managern des spanischen Mutterkonzerns FCC Platz zu machen. Oder als er vor wenigen Tagen entmachtet wurde - indem der Spanier Alejandro Garcia Tuya in den Alpine-Vorstand gesetzt wurde. Oder als FCC-Finanzvorstand Viktor Pastor extra nach Wien reiste.

Johannes Dotter hat sich nicht geirrt. Am Dienstag Abend zitierten ihn Pastor und Tuya zu sich, um dem Österreicher mitzuteilen: Seine Dienste seien im Konzern nicht mehr erwünscht. Johannes Dotter muss gehen. Nach nur zehn Monaten an der Spitze von Österreichs zweitgrößtem Baukonzern.

So schnell kann's gehen. Aber die Spanier hatten eben kein Vertrauen mehr zu Dotter.

Das hat mehrere Gründe. Man kann auch sagen: Das Verhältnis zwischen dem österreichischen Manager und den spanischen Eigentümern war wohl von Anfang an ziemlich belastet. Im Unternehmen wird erzählt, dass Dotter gleich zu Beginn seiner Tätigkeit umfangreiche und vor allem kostenintensive Umbauarbeiten seines Büros vornehmen ließ. Sicherheitsschleusen inklusive - was in der Geschichte der Alpine beispiellos ist.

Wirklich verärgert zeigten sich die Spanier allerdings über den Aderlass im Alpine-Management, bei dem Johannes Dotter Regie geführt hatte: In nur wenigen Monaten mussten sechs hochrangige, überaus erfahrene weil langjährige Alpine-Manager das Unternehmen verlassen. Allesamt Männer, die als enge Vertraute des einstigen Alpine-Eigentümers und Chefs Dietmar Aluta-Oltyan gegolten hatten.

Das Fass zum Überlaufen brachten allerdings die Ereignisse der vergangenen Tage: Da wurde publik, dass die Alpine Bau GmbH eine Wertberichtigung in Höhe von 300 bis 400 Millionen Euro vornehmen muss. Das Eigenkapital sei de facto aufgebraucht. Es drohe heuer ein Verlust in dreistelliger Millionenhöhe. Die Alpine-Anleihe ging daraufhin auf Talfahrt. Anleger hatten in den vergangenen Jahren Papiere um 290 Millionen Euro gezeichnet. Und auch den Hausbanken war die negativ Publicity mehr als unangenehm. Immerhin hat die Alpine bei Erste Bank, Raiffeisen Oberösterreich, UniCredit und der russischen VTB Kredite in Höhe von 600 Millionen Euro. Den Gläubigerbanken waren Sicherheiten der Alpine zu wenig. Dem Vernehmen nach forderten sie eine Patronanzerklärung vom Mutterkonzern FCC, also eine Art Bürgschaft. Laut „Presse"-Informationen ist die FCC allerdings vorerst nicht bereit, einen Sanierungsbeitrag in Höhe von 150 Millionen Euro zu leisten.

FCC-Finanzvorstand Pastor war von Anfang an in die Bankengespräche involviert. Auch ein unverhohlenes Zeichen, dass die Spanier das Vertrauen zu Alpine Holding-Chef Dotter längst verloren hatten. Dieser hatte offenbar still und heimlich die KPMG beauftragt - nicht einmal der Aufsichtsrat wusste davon. Die Erkenntnis der Unternehmensberater, die dem Baukonzern heuer ein negatives Ergebnis in der Höhe von 263 Millionen Euro konstatierten, stieß bei den Spaniern auf Unverständnis: Wie konnte das sein, fragten sie sich. Zumal die Alpine im vergangenen Jahr ein durchaus respektables Ergebnis eingefahren und einen operativen Gewinn von 48 Millionen Euro ausgewiesen hatte. Die Bauleistung war sogar um 13 Prozent auf einen neuen Rekordwert von 3,6 Milliarden Euro gestiegen. Und jetzt sollte plötzlich alles den Bach runter gehen?

Anfang der Woche bestätigte der Alpine-Konzern in einer schriftlichen Erklärung, dass „der Konzernabschluss für das Geschäftsjahr 2012 vor allem aufgrund der Entwicklungen bestimmter Projekte einen erheblichen Verlust aufweisen" wird. Zuvor hatte sich Johannes Dotter in einem internen Schreiben an seine Mitarbeiter gewendet. Darin schreibt er: „Gleich zu Beginn ist es uns wichtig festzuhalten, dass wir keine Liquiditätsprobleme haben und die volle Unterstützung unseres spanischen Eigentümers FCC haben." Dotters Brief endete ironischerweise mit dem Satz: „Ich bin überzeugt davon, dass wir gemeinsam die zukünftigen Herausforderungen meistern werden."

 

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17 Kommentare
Gast: Blankenstein Husar
22.10.2012 02:00
0 0

Ja, Himmelherrschaftsseiten noch einmal !!!!

....genau diese "hochrangigen" und "erfahrenen" "Manager" , die von Dotter gefeuert wurden haben ja die Alpine jahrelang in diese missliche Lage gewirtschaftet.

Vielleicht war es ja überhaupt ein Fehler, sich spanische Partner ins Boot zu holen?

Das alles kommt mir sehr spanisch vor.....

Gast: orinoko
19.10.2012 10:55
0 0

Wer steht dafür gerade?

Im Zuge der letzten "Finanzkrise" wurden der Alpine offenbar 180 Mio € Haftungen durch die öffentliche Hand gewährt. Damals waren nur Betrieb mit über 50 Mio € Umsatz zugangsberechtigt ( warum eigentlich? ). Es muß jemand diese Garantie beschlossen haben und somit in der Verantwortung stehen! Üblicherweise bekommt man so eine Unterstützung nur, wenn es wirtschaftlich nicht zum Besten steht. Ergo muß die Situation bereits damals auch bekannt und zumindest aus den Bilanzen bzw. Prüfberichten für zB Aufsichtsrat, Banken etc.. ersichtlich gewesen sein! Ich kenne kein anderes Bauunternehmen, daß auch in den Genuß dieser Unterstützung gekommen ist, schon gar nicht unter 50 Mio € Umsatz - die Kleinen hätten sowieso nichts gekriegt und sorgen nur für Beschäftigung und Steuern! Was also ist mit diesen 180 Mio los und warum greift das niemand auf?

Gast: Oesterreicherrr
18.10.2012 19:30
0 0

so schauts aus

in Spanien haben wohl die 1 Million leerstehenden Wohnungen und halbfertigen Gebäude noch nicht gereicht? Jetzt müssen Sie bei uns noch die Kredite von den Banken verzocken, die spanischen Mehrheitseigentümer mit Hilfe von unseren Genossen die Sie anlocken, damit die roten Brutstätten für Wahlen wachsen.

dotter ...

... war wohl nicht das gelbe vom ei ;-)

Gast: Blankensteiner Husar
18.10.2012 09:35
0 0

Oooooooh! So eine Überraschung! Der Alluta zieht die Notbremse und ein halbes Jahr darauf kracht die Bude!

Aber man fragt sich natürlich schon, wo das ganze Geld hingekommen ist. Denn wenn man den Sachverständigen Nussbaumer auf ATV - Pfusch am Bau schaut, dann bauen die Baufirmen ja eh immer nur die Hälfte an Material und Qualität ein.
Wird wohl bei einem Riesenkonzern nicht anders sein!

Selbstfaller der Eitelkeit

Dotter hat den alten schmäh versucht.alle Projekte aus der Zeit vor ihm , schlecht machen,schlecht reden und schlecht rechnen lassen.
Manager die die Projekte, deren Story inkl. der Schmiergeld Nehmer kennen entfernen,sich mit Jasagern und kriechern umgeben und dann auf großen Sanierer, inkl fetter Prämien und Optionen, machen. Dies wurde von der FCC durchschaut, daher ist Dotters Schuss nach hinten losgegangen.
Würde man die Dottertaktik bei der Porr und Strabag- wo Dotter auch schon war und gefeuert wurde-anwenden,wäre die Krise gleich groß,wenn nicht noch größer. Die Anleihe Banken und die Wirtschaftsprüfer werden sich bei Dotter bedanken. Ebenso die FMA und die Staatsanwaltschaft,nie wieder Arbeit bekommen werden.

Höhe der Abfertigung?



Antworten Gast: Biga
17.10.2012 23:58
0 1

Re: Höhe der Abfertigung?

Die Frage ist: Wieviel ist genug, um dem Rufmord (Dotter'scher Schaden) gerecht zu werden? Hr. Dotter ist keine 61 wie so manch anderer GF der Alpine, sprich, wie weitermachen?

Herr Dotter

Sie schreiben gerade so, als ob Dotter an diesem Desaster verantwortlich wäre. Haben sie schon einmal etwas von den Pflichten eines ordentlichen Kaufmannes gehört bzw. der kaufm. Sorgfaltspflicht?
Offenbar nicht! Die Herren aus Spanien offensichtlich auch nicht! Denn sonst hätten sie nämlich schon längst etwas gegen diese missliche Lage, in der sich das Töchterchen befindet, getan! Vielleicht recherchieren sie in dieser Sache einmal in diesem Stile!
Glauben sie wirklich, dass ein nach ihren Angaben "kostspieliger Büroumbau"
angesichts des Schuldenstandes der Alpine und geschweige dem der FCC, hier wirklich erwähnenswert ist!
Da hätte ich mir von einer Zeitung wie die ihre etwas Professionelleres erwartet!

Gast: baufuchs
17.10.2012 20:05
0 1

Herr Dotter

Sie schreiben gerade so, als ob Dotter an diesem Desaster verantwortlich wäre. Haben sie schon einmal etwas von den Pflichten eines ordentlichen Kaufmannes gehört bzw. der kaufm. Sorgfaltspflicht?
Offenbar nicht! Die Herren aus Spanien offensichtlich auch nicht! Denn sonst hätten sie nämlich schon längst etwas gegen diese missliche Lage, in der sich das Töchterchen befindet, getan! Vielleicht recherchieren sie in dieser Sache
einmal in diesem Stile!
Glauben sie wirklich, dass ein nach ihren Angaben
"kostspieliger Büroumbau" angesichts des Schuldenstandes der Alpine und geschweige dem der FCC, hier wirklich erwähnenswert ist!
Da hätte ich mir von einer Zeitung wie die ihre etwas Professionelleres erwartet!

Wohl wieder ein ÖVP

Leistungsträger, gell!

2 0

Re: Wohl wieder ein ÖVP

Herr Dotter kam von der eher roten Wiener städtischen Porr.
Und er machte nach seinem Amtsantritt einen Kassasturz, der doppelt so negativ ausfallen sollte, um dann die Dottersche Sanierung umso schöner ausschauen zu lassen. Natürlich sollte diese "Übertreibung" nicht an die Öffentlichkeit geraten, aber irgendwer (sicher nicht Dotter selber!!) hat das dann sehr publik gemacht und die Krise war da, über die Dotter nun gestürzt ist.

Antworten Gast: KHUber
17.10.2012 20:03
1 1

Re: Wohl wieder ein ÖVP

können Sie das näher ausführen oder handelt es sich nur um "warme Luft".

Gast: TI36
17.10.2012 19:43
4 0

Wer die Decke vom Misthaufen

runterreist, wird in die Wüste geschickt.

Re: Wer die Decke vom Misthaufen

Glauben Sie, dass der in die Sahara runterreist (sic!)?

10 1

wenn manager eine gute firma ruinieren

wir haben heuer ein kleines bauprojekt mit der alpine (horn) abgewickelt. alles gute und bemühte leute, vom bauleiter bis zum hilfsarbeiter. aber wie heißt es doch: der fisch fängt beim kopf zu stinken an.

Antworten Gast: Biga
18.10.2012 00:22
2 1

Re: wenn manager eine gute firma ruinieren

So ein schwachsinniges Kommentar kann man auf ebensolchen Seiten posten an denen man auch über die Konsistenz seines Stuhlganges berichtet, nicht hier, nicht bei einem solchen Thema! Der Kopf ist notwendig, ansonsten schwimmt der Fisch erst gar nicht. Auch ein Mr. Dotter kann innerhalb von 9 Monaten eine Firma wie die Alpine nicht ruinieren...fragen Sie sich mal warum seit dem ersten Aluta-Anteilsverkauf keine derartigen Themen auftauchten...ja genau...und warum platzt plötzlich der Knoten als im Sommer diesen Jahres die letzen Anteile verscherbelt wurden? na eben....grübeln Sie ruhig noch ein bisschen...ein Bauernopfer ist schnell gefunden!

Hobbyökonom