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Metaller-KV: "Prozentschraube greift viel zu kurz"

18.10.2012 | 15:09 |   (DiePresse.com)

Die Industrie fügt hinzu: "Überzogene Erhöhungen bedeuten Personalabbau". Die Gewerkschaft wieder lehnt Arbeitszeitregeln auf Betriebsebene strikt ab.

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Die Verhandlungen über den Kollektivvertrag (KV) in der Metallindustrie gehen in die vierte Runde. Gibt es auch heute Nacht keine Einigung, stehen Warnstreiks im Raum. Die Arbeitgeber haben Donnerstagmittag im Vorfeld der heutigen Verhandlungsrunde vor überzogenen Forderungen und damit verbundenen möglichen Folgen für Jobs gewarnt. Der Fachverband der Maschinen- und Metallwaren Industrie (FMMI) appellierte in einer Aussendung erneut an die Arbeitnehmerseite, ein gemeinsames "Beschäftigungssicherungspaket" zu schnüren. Bisher habe sich alles um die Prozentschraube gedreht, das greife viel zu kurz, so FMMI-Obmann Christian Knill.

Die Arbeitnehmervertreter fordern eine Lohnerhöhung um fünf Prozent. Für Knill haben die Gewerkschaften mit ihrer Forderung "die Latte so hoch gelegt, dass wir beim besten Willen nicht drüberspringen können, ohne viele unserer Mitglieder in ihrer Existenz zu gefährden". Verwiesen wird auf das Angebot der "differenzierten Erhöhungen von bis zu 2,8 Prozent, zu denen die Industrie bei Änderungen bei der Arbeitszeit bereit ist. Arbeitszeitregeln auf Betriebsebene sind für die Gewerkschaften aber das Ende der Sozialpartnerschaft und werden daher strikt abgelehnt.

Gewerkschaft schlägt Expertenbeirat vor

"Überzogene Erhöhungen bedeuten Personalabbau - das muss allen Verantwortlichen klar sein", erklärte Knill laut Aussendung. Das "Beschäftigungssicherungspaket" des FMMI sieht unter anderem Lohnerhöhungen abhängig von der wirtschaftlichen Lage und der wirtschaftlichen Situation der Betriebe vor. Zudem sollten jüngere Arbeitnehmer länger arbeiten und damit mehr verdienen können. Bei den Guthabenstunden entspreche das derzeitige Bandbreitenmodell nicht den Konjunkturzyklen der Industrie.

Den Gewerkschaften habe der FMMI vorgeschlagen, einen Expertenbeirat beizuziehen, um "tragfähige Lösungen zu entwickeln". Verhandelt werden heute die Löhne und Gehälter der Maschinen- und Metallwarenindustrie, zu der 120.000 Mitarbeiter zählen. Heuer feilschen erstmals die sechs Fachverbände der Metallindustrie getrennt, insgesamt geht es um 180.000 Metaller. In den ersten drei Runden war man sich bisher nicht entgegengekommen.

(APA)

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6 Kommentare
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Leute machts a gscheite Geschichte daraus bitte

Leute machts a gscheite Geschichte daraus bitte

Gast: Klaus3
18.10.2012 19:11
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nachdem

es für die Staatsangstellten 2013 eine Nulllohnrunde gibt wird heuer auch für die Privatangestellten nicht viel drinn sein.

Antworten Gast: Be-obachter
18.10.2012 20:49
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Re: Berichtigung:

Hier geht es nicht um Privatangestellte, sondern um Arbeiter in der Metallbranche.

Und gegenseitiges Hickhack wird nichts bringen. Denn wenn sich die Entwicklung so fortsetzt, werden alle zusammen wohl bald dafür bezahlen müssen, dass sie arbeiten gehen dürfen...
(Sarkasmus)

Gast: Plach2
18.10.2012 16:59
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Nirgends in der Eurozone sind die realen verfügbaren Einkommen seit 2000 stärker geschrumpft als in Österreich

Haben wir wirklich zu wenig Arbeitnehmervertreter?

10 AK´s (im Bund und Länder)
10 ÖGB´s
10 Sozialminister
10 Arbeitsminister
(10 FrauenministerInnen)

..... weil das noch immer zu wenig ist, auch noch viele Fachgewerkschaften, jede wieder mal 10.....

Gast: NocheinParteiloser
18.10.2012 15:58
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Die Metallunternehmen werden zunehmend verlagern (müssen)!

Abgesehen von den aktuellen Forderungen der Gewerkschafter ist es doch so, dass die Unternehmen bis über 50% der Wertschöpfung an die Staatlichkeit abliefern müssen. Davon sind sowohl Arbeitnehmer als auch Arbeitgeber betroffen.

In den letzten 15 Jahren wurde diese Entwicklung, eine Entwicklung des ansteigenden Wettbewerbsnachteils, durch heftige Einbußen bei den Realeinkommen kompensiert. Die Menschen verdienen einfach viel weniger und haben so die Unternehmen gerettet, auch den Staat immer fetter gemacht.

Keine Frage, dass den Arbeitnehmern zunehmend die Lebensgrundlage verloren geht und Handlungsbedarf ist.

Wenn man die Bruttolöhne hochzieht, dann füttert man aber wieder nur den Staat (kalte Progression), die Unternehmen werden aber so belastet, dass diese reagieren müssen. Den Arbeitnehmern bleibt dann wieder fast nichts, die Arbeitgeber werden vertrieben.

Die Verhandler haben doch keine Chance, weil die Ursache für die Probleme gleich gar nicht bei den Verhandlungen erscheint. Diese Ursachen kann man ja nur in Inseraten (Alle Farben!) betrachten oder im Budget erkennen (Ruhegenießer).

Es wird nicht mehr lange bis zum Ö Frühling dauern können. Ben Ali, Mubarak, Gaddafi haben sich ja auch noch 12 Monaten vor dem Frühling sehr sicher gefühlt und weiter gemacht wie es immer schon gemacht wurde.

Antworten Gast: Franz66
18.10.2012 17:00
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Re: Die Metallunternehmen werden zunehmend verlagern (müssen)!

Lt. OECD hat:
•die Republik Österreich eine der höchsten Steuerquoten der Welt (Arbeit ist unterdessen einschließlich Arbeitgeberbeiträgen mit mehr als 60 Prozent durch Steuern und Abgaben belastet); immer wieder kommen Finanzminister mit ihren Steuereinnahmen ganz dramatisch nicht aus.

Hobbyökonom