Die Verhandlungen über den Kollektivvertrag (KV) in der Metallindustrie gehen in die vierte Runde. Gibt es auch heute Nacht keine Einigung, stehen Warnstreiks im Raum. Die Arbeitgeber haben Donnerstagmittag im Vorfeld der heutigen Verhandlungsrunde vor überzogenen Forderungen und damit verbundenen möglichen Folgen für Jobs gewarnt. Der Fachverband der Maschinen- und Metallwaren Industrie (FMMI) appellierte in einer Aussendung erneut an die Arbeitnehmerseite, ein gemeinsames "Beschäftigungssicherungspaket" zu schnüren. Bisher habe sich alles um die Prozentschraube gedreht, das greife viel zu kurz, so FMMI-Obmann Christian Knill.
Die Arbeitnehmervertreter fordern eine Lohnerhöhung um fünf Prozent. Für Knill haben die Gewerkschaften mit ihrer Forderung "die Latte so hoch gelegt, dass wir beim besten Willen nicht drüberspringen können, ohne viele unserer Mitglieder in ihrer Existenz zu gefährden". Verwiesen wird auf das Angebot der "differenzierten Erhöhungen von bis zu 2,8 Prozent, zu denen die Industrie bei Änderungen bei der Arbeitszeit bereit ist. Arbeitszeitregeln auf Betriebsebene sind für die Gewerkschaften aber das Ende der Sozialpartnerschaft und werden daher strikt abgelehnt.
Gewerkschaft schlägt Expertenbeirat vor
"Überzogene Erhöhungen bedeuten Personalabbau - das muss allen Verantwortlichen klar sein", erklärte Knill laut Aussendung. Das "Beschäftigungssicherungspaket" des FMMI sieht unter anderem Lohnerhöhungen abhängig von der wirtschaftlichen Lage und der wirtschaftlichen Situation der Betriebe vor. Zudem sollten jüngere Arbeitnehmer länger arbeiten und damit mehr verdienen können. Bei den Guthabenstunden entspreche das derzeitige Bandbreitenmodell nicht den Konjunkturzyklen der Industrie.
Den Gewerkschaften habe der FMMI vorgeschlagen, einen Expertenbeirat beizuziehen, um "tragfähige Lösungen zu entwickeln". Verhandelt werden heute die Löhne und Gehälter der Maschinen- und Metallwarenindustrie, zu der 120.000 Mitarbeiter zählen. Heuer feilschen erstmals die sechs Fachverbände der Metallindustrie getrennt, insgesamt geht es um 180.000 Metaller. In den ersten drei Runden war man sich bisher nicht entgegengekommen.
(APA)
WirtschaftswachstumDas Plus und Minus der EU-Länder im ersten Quartal
KreativDie Welt der Werbung
Cash-KaiserDiese Firmen horten am meisten Bargeld
''Plagiarius''Dreisteste Fälschungen ausgezeichnet

