20.06.2013 04:46 Merkliste 0

Metaller-KV: Lohnanstieg um bis zu 3,4 Prozent

19.10.2012 | 11:46 |   (DiePresse.com)

Die Beschäftigten der Metall-Industrie haben sich mit den Arbeitgebern nach 17 Stunden Verhandlung geeinigt. Der Mindestlohn steigt auf 1636 Euro.

Artikel drucken Drucken Artikel versenden Senden Merken AAA Textgröße Artikel kommentieren Kommentieren

Die 120.000 Beschäftigten der Maschinen- und Metallwarenindustrie erhalten ab 1. November zwischen drei und 3,4 Prozent mehr Lohn und Gehalt. Konkret steigt der Mindestlohn für Geringverdiener um 3,4 Prozent, für Besserverdiener um 3,3 Prozent. Der Ist-Lohn erhöht sich bei unteren Einkommensbeziehern um 3,3 Prozent, besser bezahlte Mitarbeiter erhalten drei Prozent mehr.

Der Mindestlohn steigt auf 1636 Euro. Die Lehrlingsentschädigung erhöht sich um 3,4 Prozent, die Aufwandsentschädigung um drei Prozent. Änderungen bei den Arbeitszeiten gibt es vorerst nicht. Das Thema soll nun in einer Expertengruppe weiter besprochen werden. Darauf haben sich Arbeitgeber und Arbeitnehmer nach einem 17-stündigen Verhandlungsmarathon am Freitagvormittag geeinigt.

Thema Arbeitszeit ausgespart

Damit sind beide Seiten gesichtsschonend aus einer festgefahrenen Situation herausgekommen. Die Industrie musste sich von ihrem Herzensthema Arbeitszeitflexibilisierung verabschieden, die Gewerkschaften wiederum mussten sich mit einem niedrigeren Abschluss als im Vorjahr zufriedengeben, wo noch im Schnitt ein Lohnanstieg von 4,2 Prozent erreicht wurde. Unterm Strich bleibt aber für die Arbeitnehmer auch heuer mehr Geld im Börsel, da der Abschluss klar über der aktuellen Inflationsrate von 2,7 Prozent liegt.

Die Arbeitnehmer waren ursprünglich mit der Forderung nach fünf Prozent mehr Lohn in die Verhandlungen gegangen, die Industrie hatte wiederum die Gegenseite mit der Forderung nach Arbeitszeitvereinbarungen auf Betriebsebene gereizt.

Eigene Verhandlungen für Industrie

Beide Seiten zeigten sich nach einer harten Verhandlungsnacht versöhnlich. Der Abschluss sei "hart aber fair", meinte Pro-Ge-Chefverhandler Rainer Wimmer. Veit Schmid-Schmidsfelden vom Verhandlungsteam der Arbeitgeber sprach wiederum von einem Abschluss, der die Wettbewerbsfähigkeit der Betriebe erhalte. Dass der Fachverband der Maschinen- und Metallwarenindustrie (FMMI) heuer erstmals alleine verhandelt hat und nicht gemeinsam mit den anderen fünf Fachverbänden der Metallindustrie habe sich jedenfalls ausgezahlt, da man auf die speziellen Bedürfnisse des FMMI besser eingehen haben könne, so Schmid-Schmidsfelden vor Journalisten.

Er bedauerte, dass es keine Einigung bei den Arbeitszeitregelungen gegeben hat, äußerte sich aber gleichzeitig zuversichtlich, dass dies nun in einer Expertengruppe von Arbeitgebern und Arbeitnehmer möglich sein werde. Diese Hoffnung hatte die Industrie schon vor zwei Jahren, die Verhandlungen damals verliefen aber im Sand.

Heute um 14:00 Uhr startet die erste Runde der Verhandlung der Nichteisenmetaller für den Kollektivvertrag 2013. Während auf Industrieseite ein frisches Verhandlungsteam antritt, müssen bei den Gewerkschaften nach dem nächtlichen Verhandlungsmarathon die beiden Chefverhandler Rainer Wimmer und Karl Proyer (GPA) noch einmal ran. An Elan scheint es ihnen nicht zu fehlen - auf die Frage mit welcher Forderung sie in die Verhandlungen gehen meinte Proyer trocken: „Fünf Prozent."

 

(APA)

Testen Sie "Die Presse" 3 Wochen lang gratis: diepresse.com/testabo

Mehr aus dem Web

Mehr auf DiePresse.com

43 Kommentare
 
12
Gast: Be-obachter
21.10.2012 17:05
1 0

Metaller-Lohnabschluss deutlich unter Produktivitätssteigerung

Das sei denjenigen gesagt, die da den Totengesang für die Industrie anstimmen.

Die Schere zwischen Arm & Reich vergrössert sich dennoch ständig, und daran ist nicht die Metallergewerkschaft schuld.

www.theotacheles.at

nachdenken, auch Arbeitgeber und Gewerkschafter brauchen neue Ziele! Die Alten halten in Zeiten der Krise nicht mehr! Argumentation unter www.theotacheles.at "KV-Verhandlungen", viel Spass!

H u r r r a a a a

ich kann mir jetzt endlich wieder 2x per Monat meinen Tank am Motorrad vollfüllen um dieses Schmerzensgeld
=nur blöd, dass ich damit aber nicht 1x 2 Monatskarten für´s Öffi in den Wintermonaten bekomme...

is´ mir aba eh wurscht, kauf´ich mir halt weniger Jaus´n...
...oder geh net mehr in´s Kino...
...Eintrittsgeld für a Kabarettveranstaltung brauch ich a net mehr...
...meine Kinder leben jetzt halt auch gesünder, weils´s hauptsächlich Kartoffel in Variationen gibt...

uswuswusw....

hmaaa - geht´s uns jetzt g u t

eigentlich ists kein wunder

immer wenn friedmanns ganz tolle dreifaltigkeit der radikalen wirtschaftsmassnahemn angeordnet werden (was österreich vermutlich bald ins haus steht) sind die gewerkschaften die ersten, die ins gras beissen.

und wenn man aktuell nach südafrika blickt, wird das bild nicht besser: die leute streiken und erhalten tatsächlich eine satte lohnerhöhung, die nichts mehr mit der wertschöpfung zu tun hat. die entscheidung macht schule und das ganze land streikt, weil ja jeder mehr kohle will.

das ist selbtmord auf raten und sehenden auges, mark my words.

Gast: Klaus
19.10.2012 21:06
2 2

und warum?

Warum müssen jetzt alle Unternehmer mehr bezahlen?

Nur weil da ein alter Mann mit weißem Haar und ein übermüdeter Mann mit billigem Anzug toll gefeilscht haben? Und das müssen jetzt alle ausbaden?

Na bravo ... :-(

Antworten Gast: Beantworter
19.10.2012 21:29
2 2

Re: und warum?


niemand muss zahlen. mach dir die hacken selbst und halts maul.

Gast: Pepigramler
19.10.2012 19:37
0 0

Da sind wir wieder dort, Verstehen tut das Niemand!

Wieso bekommen die Metaler 3,4 % mehr Geld und alle andern weniger bis gar nix?

Was ist da in diesen Land Gerecht in der roten sozialen Regieruung wie sie sich nennt. Ich würde es eher die rote S=Schulden P=Partei Ö=Österreich nennen.

Die Inflation ist in ganz Österreich die gleiche!
Warum bekommt da nicht einfach jeder der Arbeiten geht auch die 3,4% Gehaltserhöhung?

Warum Gewerkschaftsbosse und Politiker ???????????????????????

Der Friseur, Maler, Bäcker etc. verdient ohnedies weniger als der Metalarbeiter.

Soll so sein. Dafür hat jede Berufsgruppe einen eigenen Kollektivvertrag. Mit genug anderen darüber diskutiert. Niemand versteht das warum jede Gewerkschaft für sich verhandeln muss.

Die teuerrungen sind für alle gleich. Du hast nur einen Vorteil, du kannst dir aussuchen wo du Einkaufen gehst, ob du dir den Billigeren Diskonter aussuchst oder beim nächsten Geschäft um 5 euro mehr ausgibst für die selbe ware. ( Die 5 euro sind ein Beispiel.)


Re: Da sind wir wieder dort, Verstehen tut das Niemand!

Lieber Friseur, Maler, Bäcker organisiert euch wie die Metaller. Dann werdet ihr auch dasselbe erreichen. Sitzen, raunzen und über die Gewerkschaften schimpfen ist zu wenig.

**Niemand versteht das warum jede Gewerkschaft für sich verhandeln muss.**
Weil die Interessen und das Arbeitsumfeld der einzeln Fachgruppen unterschiedlich ist, deswegen unterschiedliche Fachgewerkschaften mit deren KollV. Wie soll das funktionieren, wenn die Metallergewerkschaft welche sich mit den Interessen der Metaller befasst, über den KV der Blumenbinder verhandeln soll?

Antworten Gast: hege1230
20.10.2012 15:52
0 0

Re: Da sind wir wieder dort, Verstehen tut das Niemand!

Liebe Friseur, Maler, Bäcker organisiert euch wie die Metaller. Danwerdet ihr auch das selbe erreichen. Sitzen und raunzen ist zuwenig.

**Niemand versteht das warum jede Gewerkschaft für sich verhandeln muss.**
Weil die Interessen und das Arbeitsumfeld der einzlen Fachgruppen unterschiedlich ist, deswegen unterschiedliche Fachgewerkschaften mit deren KollV. Oder soll die Metallergew. über den KV der Blumenbinder verhandeln?

Re: Da sind wir wieder dort, Verstehen tut das Niemand!

keine sorge - gewerkschaftn wirds nicht mehr lange geben... spätestens wenn auch Ö am tropf der weltbank hängt, diktieren die die spielregeln. der esm ist die schleuse dorthin, mark my words.

Antworten Antworten Gast: Be-obachter
21.10.2012 17:09
0 0

Re: Re: diktieren die die spielregeln

Wenn die Politiker soziale Unruhen auch in Österreich wünschen, dann können sie's ruhig soweit treiben.
Irgend ein starker Mann wird sich schon wieder für das Volk einsetzen, so wie in den 30ger Jahren des vorigen Jahrhunderts. Wetten?

Gast: Eisenträger
19.10.2012 18:58
2 3

wow! 3,4 Prozent


bei 7-9 Prozent Realinflation.

Danke. Danke. Danke.

Gast: Arbeitsmarkt
19.10.2012 18:16
2 1

Löhne sinken trotzdem

Der Hundstorfer macht daraus doch mit "Links" sinkende Löhne. Das AMS mit seine Drücker-Kolonne hat keine Probleme damit bei der Job-Flaute.

Antworten Gast: kortl sowas pockst ned
19.10.2012 20:33
1 0

Re: Löhne sinken trotzdem

Da kann man nur sagen. wo die SPÖ regiert ist das Chaos Fixiert.
Nur die eigenen Taschen füllen und den guten Freunden die besten Jobs vergeben. Ob er Ahnung davon hat oder nicht. Wenn was ned passt bekommt er oder die den nächsten Chef Posten als Minister. Keiner Fragt mehr was die Jetzige Ministerin eine damalige Chefin dieser mit der Kommunalkredit zu tun hat. Das ist unser Politik. Das beste ist: Geh hakeln zahl Steuer und halt dei goschn.

Gast: freiberufl. Akadem.
19.10.2012 17:38
4 3

Unter den schwierigen Bedingungen hat die Gewerkschaft prima verhandelt.



Und an die Deppen, die hier ihren dummen Müll posten:

Euch stellt doch ein Arbeitgeber bestenfalls als Klobesen ein.

Antworten Gast: Proletensohn
19.10.2012 19:09
2 4

Re: Unter den schwierigen Bedingungen hat die Gewerkschaft prima verhandelt.


dich stellt aber gar keiner ein. deswegen bist du auch ein freiberuflicher unternehmensberater, der anderen ratschläge geben will, die keiner braucht. hackel ´was, promovierter sandler.

Re: Re: Unter den schwierigen Bedingungen hat die Gewerkschaft prima verhandelt.

der Apfel fällt nicht weit vom Stamm

Antworten Gast: Hans K.
19.10.2012 17:52
2 0

Re: Unter den schwierigen Bedingungen hat die Gewerkschaft prima verhandelt.

Genau !!!

Antworten Gast: gertl 46
19.10.2012 17:48
1 1

Re: Unter den schwierigen Bedingungen hat die Gewerkschaft prima verhandelt.

Ein guter Arbeiter bekommt auch einen guten Lohn.
Freue mich über 4% Lohnerhöhung
Ergibt sich aus der Tatsache daß ich diesen unfähigen roten Haufen schon lange nicht mehr finanziere

Antworten Gast: DI Königer
19.10.2012 17:46
1 0

Re: Unter den schwierigen Bedingungen hat die Gewerkschaft prima verhandelt.

Deftig gesagt, aber wahr gesprochen.

Gast: Be-obachter
19.10.2012 17:09
5 1

Erstens einmal:

Die Inflationsrate beträgt weit mehr als 2,7%!

Den sogenannten "Warenkorb" können sich die Inflationsmathematiker irgendwo hineinstecken.

Die 3.2 Prozent verschlingt allein schon der Weg zur Arbeit, weil die Kosten für Öffis und Treibstoff so exorbitant gestiegen sind.

4 0

rechenbeispiel

metaller-KV ist durch (+3,4%), hier ein kleines rechenbeispiel das jemand gepostet hat:

2012 bei 2.500.- Euro pro Monat

Jahresleistung (inkl. AG Beitrag):...45.916,00
Jahresnetto:.......23.972,62
Staatsabgaben:..21.943,38

2013 bei 2.585.- Euro pro Monat (+3,4%):
Jahresleistung:....47.477,26 (+3,4%)
Jahresnetto:........24.620,92 (+2,7%)
Staatsabgaben:...22.856,34 (+4,2%)

Teuerungsrate angenommen +3,0%
Arbeitnehmer:...-0,3%
Staatlichkeit:....+1,2%

Re: rechenbeispiel

interessanter effekt: die staatsabgaben steigen damit fast um das doppelte dessen, was der hackler mehr aufs konto kriegt. erklärt vermutlich, warum sowas überhaupt durchgeht?

Antworten Gast: Insider1
19.10.2012 17:41
0 0

Re: rechenbeispiel

Völlig richtig - kann jeder sofort selbst nachrechnen (z.B. AK Wien, Brutto-Netto-Rechner).

2500/Monat = 35000/Jahr (ohne Arbeitgeberbeiträge)

3,4% Erhöhung = 36190/Jahr

35000 Brutto = 24227 Netto (hängt etwas vom Alter ab - Pensionsversicherung unterschiedlich für jeden Jahrgang)

36190 Brutto = 24890 Netto (macht 2,74% Nettoerhöhung bei 3,4% Bruttoerhöhung)

Wen Sie Kinder haben, fällt der Vergleich noch um einiges schlechter aus - die Familienbeihilfen werden ebenfalls nicht! inflationsangepasst.

6-7% Inflation

keine Änderung der Progression, also saftige Reallohnminderung..

Danke Faymann und Spindelegger!!!

Lohnanstieg ist Fehlmeldung!!!!

Beruhig dich wieder !

Hunderttausende öffentlich Bedienstete haben eine NULLOHNRUNDE verpasst bekommen- sei daher froh, dass du überhaupt was kriegst !

 
12

Hobbyökonom