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Metaller erhalten 3,4 Prozent mehr Geld

19.10.2012 | 18:29 |   (Die Presse)

Die Gewerkschaft ließ die Muskeln spielen – und die Arbeitgeber mussten ihre Forderung nach einer Arbeitszeitflexibilisierung wieder hintanstellen. Dafür wird eine Expertengruppe eingesetzt.

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Wien/Eid. Der große Knackpunkt Arbeitszeitflexibilisierung, den die Arbeitgeber im Rahmen eines Beschäftigungspakets unbedingt behandelt haben wollten, wurde letztlich ausgeklammert. Dennoch dauerte die vierte Verhandlungsrunde der Metallindustrie 17 Stunden, bis Freitagfrüh eine Einigung zustande kam. Sie sieht für die 120.000 Beschäftigten der Maschinen- und Metallwarenindustrie recht gut aus: Sie erhalten ab 1. November gestaffelt nach Gehaltshöhe zwischen 3,0 und 3,4 Prozent mehr Geld. Der Mindestlohn steigt auf 1636 Euro brutto.

Bei dem „harten, aber fairen“ Abschluss (Chefverhandler Rainer Wimmer von der Gewerkschaft Pro-GE) sitzt die Arbeitnehmerseite auf dem längeren Ast. Sie ist mit einer Forderung von fünf Prozent in die Verhandlungen gegangen. Der nunmehr erzielte Abschluss liegt zwar unter jenem des Vorjahres von 4,2 Prozent. Aber er liegt klar über der Inflationsrate von aktuell 2,7 Prozent und richtet sich nach der „Benya-Formel“ (Abgeltung der Inflationsrate plus halber Produktionszuwachs). Wimmer und sein Verhandlerkollege Karl Proyer (GPA-djp) sprachen von einem „sozial ausgewogenen“ Ergebnis, das die Kaufkraft sichere. Außerdem spiegle der Kompromiss die Stärke der Sozialpartnerschaft wider.

 

„Angemessener“ Abschluss

In diesen Tenor musste Veit Schmid-Schmidsfelden vom Verhandlungsteam der Arbeitgeber einstimmen, obwohl die Unternehmer nur mit einem Angebot von 2,8 Prozent ins Match gegangen waren: Der Abschluss sei „angemessen“ und erhalte die Wettbewerbsfähigkeit der Betriebe. Wirtschaftsminister Reinhold Mitterlehner (ÖVP) nannte die Einigung ohne Streiks ein „Signal dafür, dass man den Standort Österreich gemeinsam weiterbringt“.

Dass die Industrie ihr gesamtes Forderungspaket abseits der Zahlen auf dem Altar der Sozialpartnerschaft geopfert habe, wollte Schmid-Schmidsfelden naturgemäß so nicht sehen. Auch nicht, dass die Streikdrohung der Gewerkschaft gewirkt habe. Es sei zwar „bedauernswert“, sagte Schmid-Schmidsfelden, dass man die Arbeitszeit nicht angegangen sei. Man habe sich aber auf eine Arbeitsgruppe geeinigt.

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Die Industrie hat die Gewerkschaft heuer doppelt gereizt. Erstmals verhandeln die sechs in der Metallindustrie gebündelten Fachverbände Maschinen- und Metallwaren (FMMI), Bergbau/Stahl, Nichteisenmetalle, Fahrzeugindustrie, Gießereiindustrie und Gas-/Wärmeversorger getrennt. Damit soll auf die Bedürfnisse der einzelnen Branchen besser eingegangen werden. Die Gewerkschaft wertete dies als Affront. Den Verhandlungsreigen setzte am Freitagnachmittag die Nichteisenmetall-Sparte fort.

Überdies knallte der FMMI, der als Erster verhandelte, den Arbeitgebern ein zusätzliches Forderungspaket auf den Tisch. Es enthält neben der Arbeitszeitflexibilisierung mit längeren Durchrechnungszeiträumen auch den Vorschlag, dass Jüngere bis zu 42 Stunden und ältere Arbeitnehmer im Gegenzug nur 35 Stunden (ohne Lohnausgleich) arbeiten sollten. Außerdem will die Industrie ertragsabhängige Lohnsteigerungen auf Betriebsebene.

„Wir verschließen uns dem Thema Arbeitszeit und Ältere nicht“, sagte Proyer. Er betonte, dass Themen wie die Arbeitszeit jedoch die gesamte Industrie beträfen. Letztlich müsse das auf einer breiteren Ebene diskutiert werden und in eine Gesetzesänderung münden.

 

Höhere Mindestgehälter im Handel

Der Metaller-Abschluss weist traditionell die Richtung für die Kollektivverträge aller Branchen. Auf ein Lohnplus von 3,4 Prozent (Mindestlöhne) ab 1. Jänner hat sich in der Vorwoche schon das Metallgewerbe geeinigt. Seit Mittwoch wird auch im Handel gefeilscht. Die Gewerkschaften haben sich viel vorgenommen: Sie wollen vor allem für die Bezieher niedriger Einkommen mehr herausschlagen. Beim Mindestgehalt müsse es „in Richtung 1400 Euro“ gehen, sagte Proyer. Derzeit liegt es bei 1350 Euro brutto für Vollzeitkräfte. Im Vorjahr gab es für die rund eine halbe Million Beschäftigten im Handel ein Gehaltsplus von 3,6 Prozent.

Auf einen Blick

Die 120.000 Beschäftigten der Maschinen- und Metallindustrie erhalten ab 1. November zwischen 3,0 und 3,4 Prozent mehr Lohn. Darauf einigten sich die Sozialpartner am Freitag nach 17-stündigen Verhandlungen. Die Arbeitgeber zogen jedoch ihre Forderung nach einem Beschäftigungspaket mit Arbeitszeitflexibilisierung zurück. Damit beschäftigt sich nun eine Arbeitsgruppe. Die sechs Sparten der Metaller verhandeln heuer erstmals getrennt.

("Die Presse", Print-Ausgabe, 20.10.2012)

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43 Kommentare
 
12
Gast: Be-obachter
21.10.2012 17:05
1 0

Metaller-Lohnabschluss deutlich unter Produktivitätssteigerung

Das sei denjenigen gesagt, die da den Totengesang für die Industrie anstimmen.

Die Schere zwischen Arm & Reich vergrössert sich dennoch ständig, und daran ist nicht die Metallergewerkschaft schuld.

www.theotacheles.at

nachdenken, auch Arbeitgeber und Gewerkschafter brauchen neue Ziele! Die Alten halten in Zeiten der Krise nicht mehr! Argumentation unter www.theotacheles.at "KV-Verhandlungen", viel Spass!

H u r r r a a a a

ich kann mir jetzt endlich wieder 2x per Monat meinen Tank am Motorrad vollfüllen um dieses Schmerzensgeld
=nur blöd, dass ich damit aber nicht 1x 2 Monatskarten für´s Öffi in den Wintermonaten bekomme...

is´ mir aba eh wurscht, kauf´ich mir halt weniger Jaus´n...
...oder geh net mehr in´s Kino...
...Eintrittsgeld für a Kabarettveranstaltung brauch ich a net mehr...
...meine Kinder leben jetzt halt auch gesünder, weils´s hauptsächlich Kartoffel in Variationen gibt...

uswuswusw....

hmaaa - geht´s uns jetzt g u t

eigentlich ists kein wunder

immer wenn friedmanns ganz tolle dreifaltigkeit der radikalen wirtschaftsmassnahemn angeordnet werden (was österreich vermutlich bald ins haus steht) sind die gewerkschaften die ersten, die ins gras beissen.

und wenn man aktuell nach südafrika blickt, wird das bild nicht besser: die leute streiken und erhalten tatsächlich eine satte lohnerhöhung, die nichts mehr mit der wertschöpfung zu tun hat. die entscheidung macht schule und das ganze land streikt, weil ja jeder mehr kohle will.

das ist selbtmord auf raten und sehenden auges, mark my words.

Gast: Klaus
19.10.2012 21:06
2 2

und warum?

Warum müssen jetzt alle Unternehmer mehr bezahlen?

Nur weil da ein alter Mann mit weißem Haar und ein übermüdeter Mann mit billigem Anzug toll gefeilscht haben? Und das müssen jetzt alle ausbaden?

Na bravo ... :-(

Antworten Gast: Beantworter
19.10.2012 21:29
2 2

Re: und warum?


niemand muss zahlen. mach dir die hacken selbst und halts maul.

Gast: Pepigramler
19.10.2012 19:37
0 0

Da sind wir wieder dort, Verstehen tut das Niemand!

Wieso bekommen die Metaler 3,4 % mehr Geld und alle andern weniger bis gar nix?

Was ist da in diesen Land Gerecht in der roten sozialen Regieruung wie sie sich nennt. Ich würde es eher die rote S=Schulden P=Partei Ö=Österreich nennen.

Die Inflation ist in ganz Österreich die gleiche!
Warum bekommt da nicht einfach jeder der Arbeiten geht auch die 3,4% Gehaltserhöhung?

Warum Gewerkschaftsbosse und Politiker ???????????????????????

Der Friseur, Maler, Bäcker etc. verdient ohnedies weniger als der Metalarbeiter.

Soll so sein. Dafür hat jede Berufsgruppe einen eigenen Kollektivvertrag. Mit genug anderen darüber diskutiert. Niemand versteht das warum jede Gewerkschaft für sich verhandeln muss.

Die teuerrungen sind für alle gleich. Du hast nur einen Vorteil, du kannst dir aussuchen wo du Einkaufen gehst, ob du dir den Billigeren Diskonter aussuchst oder beim nächsten Geschäft um 5 euro mehr ausgibst für die selbe ware. ( Die 5 euro sind ein Beispiel.)


Re: Da sind wir wieder dort, Verstehen tut das Niemand!

Lieber Friseur, Maler, Bäcker organisiert euch wie die Metaller. Dann werdet ihr auch dasselbe erreichen. Sitzen, raunzen und über die Gewerkschaften schimpfen ist zu wenig.

**Niemand versteht das warum jede Gewerkschaft für sich verhandeln muss.**
Weil die Interessen und das Arbeitsumfeld der einzeln Fachgruppen unterschiedlich ist, deswegen unterschiedliche Fachgewerkschaften mit deren KollV. Wie soll das funktionieren, wenn die Metallergewerkschaft welche sich mit den Interessen der Metaller befasst, über den KV der Blumenbinder verhandeln soll?

Antworten Gast: hege1230
20.10.2012 15:52
0 0

Re: Da sind wir wieder dort, Verstehen tut das Niemand!

Liebe Friseur, Maler, Bäcker organisiert euch wie die Metaller. Danwerdet ihr auch das selbe erreichen. Sitzen und raunzen ist zuwenig.

**Niemand versteht das warum jede Gewerkschaft für sich verhandeln muss.**
Weil die Interessen und das Arbeitsumfeld der einzlen Fachgruppen unterschiedlich ist, deswegen unterschiedliche Fachgewerkschaften mit deren KollV. Oder soll die Metallergew. über den KV der Blumenbinder verhandeln?

Re: Da sind wir wieder dort, Verstehen tut das Niemand!

keine sorge - gewerkschaftn wirds nicht mehr lange geben... spätestens wenn auch Ö am tropf der weltbank hängt, diktieren die die spielregeln. der esm ist die schleuse dorthin, mark my words.

Antworten Antworten Gast: Be-obachter
21.10.2012 17:09
0 0

Re: Re: diktieren die die spielregeln

Wenn die Politiker soziale Unruhen auch in Österreich wünschen, dann können sie's ruhig soweit treiben.
Irgend ein starker Mann wird sich schon wieder für das Volk einsetzen, so wie in den 30ger Jahren des vorigen Jahrhunderts. Wetten?

Gast: Eisenträger
19.10.2012 18:58
2 3

wow! 3,4 Prozent


bei 7-9 Prozent Realinflation.

Danke. Danke. Danke.

Gast: Arbeitsmarkt
19.10.2012 18:16
2 1

Löhne sinken trotzdem

Der Hundstorfer macht daraus doch mit "Links" sinkende Löhne. Das AMS mit seine Drücker-Kolonne hat keine Probleme damit bei der Job-Flaute.

Antworten Gast: kortl sowas pockst ned
19.10.2012 20:33
1 0

Re: Löhne sinken trotzdem

Da kann man nur sagen. wo die SPÖ regiert ist das Chaos Fixiert.
Nur die eigenen Taschen füllen und den guten Freunden die besten Jobs vergeben. Ob er Ahnung davon hat oder nicht. Wenn was ned passt bekommt er oder die den nächsten Chef Posten als Minister. Keiner Fragt mehr was die Jetzige Ministerin eine damalige Chefin dieser mit der Kommunalkredit zu tun hat. Das ist unser Politik. Das beste ist: Geh hakeln zahl Steuer und halt dei goschn.

Gast: freiberufl. Akadem.
19.10.2012 17:38
4 3

Unter den schwierigen Bedingungen hat die Gewerkschaft prima verhandelt.



Und an die Deppen, die hier ihren dummen Müll posten:

Euch stellt doch ein Arbeitgeber bestenfalls als Klobesen ein.

Antworten Gast: Proletensohn
19.10.2012 19:09
2 4

Re: Unter den schwierigen Bedingungen hat die Gewerkschaft prima verhandelt.


dich stellt aber gar keiner ein. deswegen bist du auch ein freiberuflicher unternehmensberater, der anderen ratschläge geben will, die keiner braucht. hackel ´was, promovierter sandler.

Re: Re: Unter den schwierigen Bedingungen hat die Gewerkschaft prima verhandelt.

der Apfel fällt nicht weit vom Stamm

Antworten Gast: Hans K.
19.10.2012 17:52
2 0

Re: Unter den schwierigen Bedingungen hat die Gewerkschaft prima verhandelt.

Genau !!!

Antworten Gast: gertl 46
19.10.2012 17:48
1 1

Re: Unter den schwierigen Bedingungen hat die Gewerkschaft prima verhandelt.

Ein guter Arbeiter bekommt auch einen guten Lohn.
Freue mich über 4% Lohnerhöhung
Ergibt sich aus der Tatsache daß ich diesen unfähigen roten Haufen schon lange nicht mehr finanziere

Antworten Gast: DI Königer
19.10.2012 17:46
1 0

Re: Unter den schwierigen Bedingungen hat die Gewerkschaft prima verhandelt.

Deftig gesagt, aber wahr gesprochen.

Gast: Be-obachter
19.10.2012 17:09
5 1

Erstens einmal:

Die Inflationsrate beträgt weit mehr als 2,7%!

Den sogenannten "Warenkorb" können sich die Inflationsmathematiker irgendwo hineinstecken.

Die 3.2 Prozent verschlingt allein schon der Weg zur Arbeit, weil die Kosten für Öffis und Treibstoff so exorbitant gestiegen sind.

4 0

rechenbeispiel

metaller-KV ist durch (+3,4%), hier ein kleines rechenbeispiel das jemand gepostet hat:

2012 bei 2.500.- Euro pro Monat

Jahresleistung (inkl. AG Beitrag):...45.916,00
Jahresnetto:.......23.972,62
Staatsabgaben:..21.943,38

2013 bei 2.585.- Euro pro Monat (+3,4%):
Jahresleistung:....47.477,26 (+3,4%)
Jahresnetto:........24.620,92 (+2,7%)
Staatsabgaben:...22.856,34 (+4,2%)

Teuerungsrate angenommen +3,0%
Arbeitnehmer:...-0,3%
Staatlichkeit:....+1,2%

Re: rechenbeispiel

interessanter effekt: die staatsabgaben steigen damit fast um das doppelte dessen, was der hackler mehr aufs konto kriegt. erklärt vermutlich, warum sowas überhaupt durchgeht?

Antworten Gast: Insider1
19.10.2012 17:41
0 0

Re: rechenbeispiel

Völlig richtig - kann jeder sofort selbst nachrechnen (z.B. AK Wien, Brutto-Netto-Rechner).

2500/Monat = 35000/Jahr (ohne Arbeitgeberbeiträge)

3,4% Erhöhung = 36190/Jahr

35000 Brutto = 24227 Netto (hängt etwas vom Alter ab - Pensionsversicherung unterschiedlich für jeden Jahrgang)

36190 Brutto = 24890 Netto (macht 2,74% Nettoerhöhung bei 3,4% Bruttoerhöhung)

Wen Sie Kinder haben, fällt der Vergleich noch um einiges schlechter aus - die Familienbeihilfen werden ebenfalls nicht! inflationsangepasst.

6-7% Inflation

keine Änderung der Progression, also saftige Reallohnminderung..

Danke Faymann und Spindelegger!!!

Lohnanstieg ist Fehlmeldung!!!!

Beruhig dich wieder !

Hunderttausende öffentlich Bedienstete haben eine NULLOHNRUNDE verpasst bekommen- sei daher froh, dass du überhaupt was kriegst !

 
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Hobbyökonom