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FMA: Staat kann von Banken erpresst werden

23.10.2012 | 17:56 |   (Die Presse)

Ohne Bankeninsolvenzrecht muss auch künftig der Staat bei Bankpleiten in die Bresche springen. Wann es kommen soll, ist weiterhin unklar. Die Banken fordern, dass Österreich zuerst einen EU-Entwurf abwarten soll.

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Wien/Höll/APA. Aus juristischer Sicht ist Erpressung eine Straftat, die mit einer Freiheitsstrafe von sechs Monaten bis zu fünf Jahren geahndet wird. Für die Banken gilt dieses Delikt scheinbar nicht. Dabei sei der Staat von den Banken noch immer erpressbar, sagte Kurt Pribil, Vorstand der Finanzmarktaufsicht (FMA), am Montagabend bei einer Podiumsdiskussion.

Die Erpressbarkeit habe sich laut Pribil bei den Verstaatlichungen der Hypo Alpe Adria, der Kommunalkredit und des Volksbanken-Spitzeninstituts ÖVAG gezeigt. Diese Institute seien vom Bund übernommen worden. Denn eine Pleite hätte das Fünf- bis Sechsfache gekostet. Das Finanzministerium weist die Äußerung des FMA-Vorstands zurück. „Der Staat ist nicht erpressbar“, betont Daniela Kinz, Sprecherin des Ministeriums.

Berechnungen des Wifo zufolge verlor der Steuerzahler mit den Hilfsaktionen für die drei Banken bislang 2,6 Mrd. Euro. Und das dürfte längst nicht alles sein. Denn die Kärntner Hypo braucht weitere 2,2 Mrd. Euro, um alle Risken abdecken zu können. Auch bei der KA Finanz, der Bad Bank der Kommunalkredit, gibt es Gerüchte über einen erneuten Staatszuschuss. Doch der Vorstand der KA Finanz bestreitet einen unmittelbaren Geldbedarf.

Immer wenn in Österreich ein Institut vor dem Bankrott steht, erklären die übrigen Bankchefs und die Aufsicht, wie wichtig eine schnelle Rettung durch den Steuerzahler sei. Nur so könne ein Schaden für den Finanzplatz und die Volkswirtschaft abgewendet werden. In der Vorwoche hinterfragte aber der Rechnungshof die Sinnhaftigkeit der Kommunalkredit-Verstaatlichung. Niemand habe damals eine fundierte volkswirtschaftliche Analyse gemacht, wonach die Kommunalkredit als eine „unter allen Umständen zu erhaltende, systemrelevante Bank“ einzustufen sei. Es konnte auch nicht nachgewiesen werden, dass ein Weiterbestehen des Instituts für die kommunale Finanzierung unabdingbar notwendig gewesen sei, kritisierte der Rechnungshof.

„Bank der Millionäre“ wurde gerettet

Die Banken bestreiten, den Staat hier genötigt zu haben. Bei der Podiumsdiskussion des Finanz-Marketing-Verbands am Montagabend erklärte Karl Sevelda, Vizechef der Raiffeisen Bank International, man könne nicht davon sprechen, dass die Banken den Staat erpresst hätten. Er könne sich aber mit der Constantia Privatbank „an einen Fall erinnern, bei dem der Staat massiv auf die Großbanken gesetzt hat“. Die Constantia Privatbank galt in Österreich als erste Adresse für Reiche. Sie verwaltete ein Kundenvermögen von mehr als zehn Mrd. Euro. Nach immensen Abflüssen von Kundengeldern stand das Institut im Herbst 2008 vor dem Zusammenbruch. Das Finanzministerium und die Aufsicht trommelte damals die Chefs der Großbanken zusammen. Über Nacht wurde die „Bank der Millionäre“ von den fünf führenden Finanzkonzernen des Landes (Erste Bank, Bank Austria, Raiffeisen Zentralbank, ÖVAG und Bawag-PSK) aufgefangen. Zur Weiterführung der Geschäfte stellten die neuen Eigentümer 400 Mio. Euro zur Verfügung.

„Das haben wir nicht freiwillig gemacht“, behauptete Sevelda. In diesem Fall habe das Finanzministerium die „Erpressung“ an die Großbanken weitergegeben. Die Rettung der Constantia Privatbank ist übrigens gut ausgegangen. Das Institut konnte ohne Verluste verkauft werden. Das dürfte bei der Kärntner Hypo, der Kommunalkredit und der ÖVAG anders sein. Hannes Androsch, Aufsichtsrat der ÖIAG-Tochter Fimbag, geht davon aus, dass der Steuerzahler auf einigen Milliarden Euro sitzen bleiben wird.

Wann kommt ein Bankeninsolvenzrecht?

Um nicht mehr erpressbar zu sein, müsste die Regierung ein Insolvenzrecht für Banken verabschieden. Schon 2009 stellte der damalige Finanzminister Josef Pröll (ÖVP, arbeitet jetzt für Raiffeisen) entsprechende Pläne vor. Doch daraus wurde nichts. Mitte Oktober erklärten Bundeskanzler Werner Faymann (SPÖ) und Vizekanzler Michael Spindelegger (ÖVP) erneut, dass es „bald“ ein Insolvenzrecht geben soll. Auf einen Zeitpunkt wollte sich die Regierungsspitze aber nicht festlegen. Die Banken fordern, dass Österreich hier zuerst einen EU-Entwurf abwarten soll. Doch bislang liegen aus Brüssel nur Absichtserklärungen, aber keine Details vor.

Anders ist die Situation in Deutschland. Dort hat sich die Regierung gegen den Willen der Finanzbranche durchgesetzt und ein Insolvenzrecht beschlossen.

("Die Presse", Print-Ausgabe, 24.10.2012)

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22 Kommentare

Der Staat nein sogar die EU

kann nicht nur erpresst sie WERDEN schamlos erpresst von den Banken das ist Fakt.

Sonst ist nicht zu erklären, warum die Banken auch HEUTE ernome Risiken eingehen und einfach weitergezockt haben als gäbe es keine Krise.

Und die FMA blickt stumm ...

... auf dem ganzen Tisch herum.

Wir wissen, wie das ausgehen wird. Lösen wir endlich diesen Verein auf, Österreich braucht eine funktionierende FMA, wie sie z.B. in Liechtenstein vorhanden ist. JETZT!!!

Gast: Banken hinterfragen
24.10.2012 03:53
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„systemrelevante“ Banken erpressen Staaten

"Dank ihrer enormen Machtposition können sie ganze Gesellschaften erpressen."

mehr erfahren:
http://tinyurl.com/banken-mehr-hinterfragen

Gast: Spitzenpolitiker, die Bankenvertreter
24.10.2012 01:50
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Ein Insolvenzrecht für Banken. Ein Wahnsinn, was Banken als Unternehmen dank der Spitzenpolitiker für Sonderstellungen haben

Im Jahr 2012 kommt man drauf, dass Banken kein richtiges Insolvenzrecht haben!?

Aber ja, was will man sagen- der Staat nimmt bei privaten Banken Geld auf, statt es zB mittels einer Monetative selbst zu schaffen, verschuldet sich dieser für eine Fiat Money-Dienstleistung, die dieser als 4. unabhängige Staatsgewalt auch machen könnte.
Aber ja, lieber Geld aufnehmen, sich verschulden.

Manche Politiker, wie der ehemalige Finanzminister Josef "Pepi" Pröll, retten Banken, um dann zuzfällig in deren Konzern eine Spitzenposition zu besetzen.
Andere Politiker sind nebenbei oder nach Polittätigkeit in Aufsichtsräten von Banken.
Den Bankenbesitzern freut diese Verbandelung der Politiker zu Banken und das Gelderzeugenlassen bei deren Banken sicher.

"Volksvertreter" müsste man sein.
Dann braucht man der Masse konstant ein "wir" nur vorspielen, um diese hinterrücks auszunehmen.
Die meisten Politiker sind Bankenvertreter - direkt oder indirekt (indem diese nichts sagen, alles durchnicken) schlichte Bankenvertreter.

Kein Wunder, dass dann auch eine Fekter die Krise nicht in der Zeit erkennen konnte. Wie denn?- alle wurden überrascht, dass das Geldsystem, dass ohnehin immer rechnerisch anstehen muss, wieder mal ansteht- konnte man an der globalen Geldmenge und den diversen (Staatsschulden)-Grafiken nicht erahnen. Wie denn? -
Aber dafür sind Politiker an der Umverteilung aktiv beteiligt. Sicher auch monetär- anders kann man sich deren Agieren - nicht kindlich gesehen - nicht vorstellen.

Antworten Gast: Mario Nette
24.10.2012 12:17
1 0

Re: Ein Insolvenzrecht für Banken. Ein Wahnsinn, was Banken als Unternehmen dank der Spitzenpolitiker für Sonderstellungen haben


So ist es, und mehr und mehr Menschen erkennen das.

Statt den unerträglichen Zustand zu beheben, verlagern die Politmarionetten die Privilegien auf die supranationale Ebene, die sich jeder Kontrolle entzieht.

In früheren Zeiten haben Räuber dem Opfer mit dem Prügel eins über den Schädel gehauen, und sie ausgeraubt, bevorzugt die Schwächeren, die sich am wenigsten wehren konnten

Heute macht man es eleganter über das Geldsystem.

http://de.statista.com/statistik/daten/studie/163692/umfrage/staatsverschuldung-in-der-eu-in-prozent-des-bruttoinlandsprodukts/

Mit der wir - sind - bankrott - Karte, werden ganze Völker ihrer Leistungen beraubt, und selbst unseren Kindern die unsichtbare Schlinge um den Hals gelegt.

Innerlich muss man sich von dieser Gesellschaft ohnehin verabschieden, denn es sind unsere eigenen Leute, die uns ans Messer liefern.


Gast: Nicht naiv betrachtet
24.10.2012 01:35
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„Der Staat ist nicht erpressbar“ (aus dem Finanzministerium)

- der "Staat" bzw. dessen leitende Personen machen ja auch gerne selbst mit.

Vorgegaukelte Positionen im Staat, als Mittel zum Zweck, um die Masse auszunehmen.

Gast: gast1984
23.10.2012 22:13
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Die kommen wieder einmal früh drauf...


Gast: sozisforbanker
23.10.2012 20:31
0 0

der Staat? die hackler, arbeitnehmer, der mittelstand, die asvg pensionisten- die werden diese wahnwitzigen abermrd.bankensubventionen für die reichen und schönen auch in zukunft durch sozialabbau und noch mehr steuern, leistungskürzungen(asvg pensionen) begleichen müssen.


Re: der Staat? die hackler, arbeitnehmer, der mittelstand, die asvg pensionisten- die werden diese wahnwitzigen abermrd.bankensubventionen für die reichen und schönen auch in zukunft durch sozialabbau und noch mehr steuern, leistungskürzungen(asvg pensionen) begleichen müssen.

friedmanns vorboten... die vorbereitung für die demontage des staates sowie des kontinuierlichen ausbaus der macht von wirtschaft und blöderweise auch der banken. die masse wird eingepeitscht, die nächsten marionetten augewählt, dem volk wahlfreiheit vorgetäuscht und letzten endes liegt unsere zukunft schon fix ferrig ausgearbeitet in einigen schubladen...

"Staat kann von Banken erpresst werden"

Also das ist ja mal was ganz Neues. :-(

http://www.banken-in-die-schranken.org

Gast: Rabiatperle
23.10.2012 18:42
1 0

Die Banken sind das Krebsgeschwür der Gesellschaft


Das derzeitige Finanzsystem ist eine Feudalherrschaft wie im Mittelalter.

Wer Geld aus dem Nichts schöpfen kann, für das andere arbeiten, kann sich natürlich auch alles kaufen, auch ein demokratisches Kasperltheater samt Darstellern.

Wenn man sich mit dem Finanzwesen beschäftigt,
steigen einem die Grausbirnen auf. Diese Leute sind ja nicht zu dumm, um nicht zu wissen, was sie tun.

Für mich sind das alles Kriminelle, die dank ihrer Handlanger noch frei herumlaufen.

Re: Die Banken sind das Krebsgeschwür der Gesellschaft

tja, so lange die handlanger am ende der marionettenfäden baumeln und die herrschaften oben an den hebeln sitzen ist wahrlich allein die erkenntnis, dass es so ist, wie es ist eine nicht geplante. was nichts an der gewaltenverteilung ändert, da können andere möchtegernkasperln austrokanadischen zuschnitts oder auch braunblaue zahntechniker daherkommen wie sie wollen.

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Re: Die Banken sind das Krebsgeschwür der Gesellschaft

Das ist der Vorteil der unabhängigen Nationalbanken. "Wenn ich die Währung eines Landes in der Hand habe, interessiert es mich nicht mehr wer die Gesetze macht."

Es gibt nur noch wenige Staaten, die eine staatliche Nationalbank haben. Das sind alles Schurkenstaaten. U.a. vorher Irak, Libyen etc.

Antworten Antworten Gast: Wertschöpfer
24.10.2012 02:17
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Re: Re: Die Banken sind das Krebsgeschwür der Gesellschaft

Irak, Libyen - hat es schon Kriege gegeben.
Daher wohl kaum diese Länder mehr.
Eher noch Venezuela und Nordkorea - eventuell haben diese noch Zentralbanken, die man einem Staat(svolk) zuordnen kann.

Wer die Geldschöpfung inne hat, hat die Macht über das Geld in einer Volkswirtschaft. Über die Steuerung der Geldmenge kann man Krisen schaffen, die dank Politikergesetze wieder Geld und Vermögen nach oben umverteilen. Die Regierungspolitiker erlauben alles ja immer mit Gesetzen.


Wenn man immer das Gegenteil tut, von dem was Nowotny für gut/richtig hält...

Bitte selber mal ausprobieren, Sie werden verblüfft sein.

Gast: trader1
23.10.2012 17:22
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erpresser diese banker ?

claudia schmied ? ehemals vorstand der kommunalkredit, davor sekretärin im BSA und jetzige unterrichtsministerin ...

der verzetnitsch, der hundsdorfer, der kaske, der elsner ?.. alles brave gewerkschafter, gelernte köche, aufsichträte und vorstände der bawag ..

der molterer ?, früher bauernbundbeamter und jetzt "grosser banker" in der EIB .
.. und nicht zu vergessen die ehemaligen ministersekretäre mit ihren handys in dennen noch immer die handynummern der minister an erster stelle eingespeichert sind ....

die leute lassen sich nur mehr beschränkt für dumm verkaufen ... und wenn die politik sich dauernd ins bankgeschäft reinmischt und günstlinge auf posten setzt, für die die keinerlei fachwissen haben, dann hat sie natürlich auch den schaden zu verantworten ......

Gast: Schläfer des Mafiaparagrafen
23.10.2012 17:20
1 0

Österreich noch immer von Banken erpressbar

Und warum wird da unsere Cobra
nicht sofort in Marsch gesetzt?

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Lesenswerter Artikel !


[...] «Banken sind global im Leben, aber national im Sterben», sagte Mervyn King, Vorsitzender der Bank of England, Anfang 2009. Für einige Länder war die Bürde zu gross. Die Teilverstaatlichung des heimischen Bankensektors hat die Staatsfinanzen Islands ruiniert, Grossbritanniens und Irlands Schulden wurden bedrohlich aufgebläht. «Die Schweiz entging im Oktober 2008, als die UBS am Abgrund stand, nur knapp einer Katastrophe», sagt Harvard-Professor Ferguson. [...]

http://www.private.ch/de/medienpreis/pdf/11/dittli1.pdf

Gast: Beidhändig Money destra...
23.10.2012 16:21
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...Money sinistra

Unsere Politiker haben sich mit der vor seinen Wählern verheimlichten jahrzehntelangen
Spendenkassiererei von den Bankstern erpressbar gemacht. Sie sind die eigentlichen Hauptschuldigen.
Und damit sind ihnen alle legalen Wege zum zurückrudern einer wirklich anständigen Regelung zum Wohle eines gesunden monetärem Staatswesen versperrt.

Gast: PÖHSE
23.10.2012 15:47
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..noch immer von Banken erpressbar...



Na, Gott sei Lob und Dank !

Man stelle sich vor, Politik orientierte sich am Wohl der Mehrheit der Bürger !

Horribile dictu !

Gast: GAST763eghdf78
23.10.2012 15:46
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Beamtenterror

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