Die vorzugsweise auf das Inlandsgeschäft ausgerichteten österreichischen Kleinbetriebe haben den Konjunktureinbruch 2008/09 besser weggesteckt als die eher exportorientierten größeren Unternehmen: Sie konnten seither ihre Gewinne deutlich steigern und Eigenkapital aufbauen. Dies geht aus dem neuesten "Mittelstandsbericht" des Wirtschaftsministeriums hervor.
Der Report zeichnet mit Hilfe der Bilanzdatenbank der KMU Forschung Austria die letzten beiden Geschäftsjahre nach 2008/09 nach. Überraschendes Ergebnis: die kleinen und mittleren Unternehmen (KMU) haben stärker als die größeren Firmen Eigenkapital aufgebaut und die Abhängigkeit von den Banken reduziert. Sie bleiben aber nach wie vor viel stärker auf Kredite angewiesen als die Großunternehmen.
Kleine haben geringere Gewinnausschüttungen
Während die Eigenkapitalquote der Großen konstant bei 33 Prozent blieb, stieg jene der KMU um 3,4 Prozentpunkte auf 28,5 Prozent an - besonders stark bei den (schwach kapitalisierten) Kleinstunternehmen. Experten führen diese Entwicklung auf geringere Gewinnausschüttungen zurück und sprechen von einer "steigenden Innenfinanzierungskraft".
Die KMU sicherten vor allem für die ländlichen Gebiete Arbeitsplätze, weil sie lokal nachgefragte Güter und Dienstleistungen anbieten, erklärte VP-Wirtschaftsminister Reinhold Mitterlehner. "Sie sind damit auch für die aktuell schwächelnde Konjunktur eine wichtige Stütze."
Laut aktuellem Mittelstandsbericht hat sich nach 2008/09 die Profitabilität der KMU wieder deutlich erhöht - von 1,9 Prozent Umsatzrendite 2008/09 auf 3,1 Prozent im Geschäftsjahr 2010/11.
Die 308000 österreichischen Klein- und Mittelbetriebe beschäftigten zwei Drittel der unselbstständig Beschäftigten und machen zusammen einen Nettoumsatz von 398 Milliarden Euro. Ihre Zahl ist in den vergangenen zwei Jahren um drei Prozent gestiegen.
(APA)
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