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Architekt: „Was gilt Wort der Nationalratspräsidentin?“

26.10.2012 | 18:44 |  von Gerhard Hofer (Die Presse)

Der Umbau des Parlaments gerät bereits während der Planungsphase in Turbulenzen. Der Sieger des Architektenwettbewerbs steht mit leeren Versprechen da und kämpft um seine Existenz.

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Wien. „Jetzt geht es um meine Existenz“, sagt der Linzer Architekt Andreas Heidl. Es ist Donnerstagnachmittag, und er sitzt in einem Wiener Kaffeehaus, trinkt Tee. Um 14 Uhr hatte er ein klärendes Gespräch mit Nationalratspräsidentin Barbara Prammer. Von ihr wollte er wissen, warum er 2008 als Sieger des Architektenwettbewerbs für den Plenarsaal bejubelt und gefeiert wurde und vor wenigen Tagen plötzlich einen Brief bekommen hat, dass die Vergabe nun widerrufen wurde. „Sie hat sich 30 Minuten Zeit genommen“, sagt Heidl.

Danach war für Heidl klar, dass aus seinem Traum, das Parlament mitzugestalten, ein Albtraum geworden ist. „Ich werde klagen müssen“, sagt er. Soll heißen: Er wird gegen den Widerruf Einspruch beim Bundesvergabeamt erheben. „Ich habe bisher immer nur darum gebeten. Aber jetzt verlange ich, dass die Nationalratspräsidentin ihre Zusagen einhält“, sagt Heidl. „Wo sind wir, wenn wir den Spitzen des Staates nicht mehr vertrauen können? Was gilt das Wort einer Nationalratspräsidentin und eines Parlamentsdirektors?“ Heidl ist aufgebracht.

 

„Wir haben unseren Sieg totgeschwiegen“

Parlamentsdirektor Harald Dossi war bei dem Gespräch anwesend. „Wir wollen einem renommierten Architekten keinen Schaden zufügen“, versicherte er der „Presse“. Aber seit der Vergabe habe sich viel geändert. Natürlich sei man an einer gütlichen Einigung interessiert, aber diese müsse juristisch abgesichert sein. „Es handelt sich schließlich um Steuergeld“, sagt Dossi. Dass Heidl sich ans Bundesvergabeamt wendet, sei ein Weg, um Rechtssicherheit zu erlangen. „Wir werden jede Entscheidung akzeptieren.“

Irgendwie hat Heidl es schon damals geahnt. Als am Tag seines Sieges in seinem kleinen Büro die Sektkorken knallten, sagte er zu seinen Mitarbeiten: „Ab jetzt leben wir nur noch von diesem Wettbewerb, wir werden kaum noch andere Aufträge bekommen.“ Er hat recht behalten. Wer ein derartiges Prestigeprojekt ergattert, der gelte für private Bauherren von vornherein als unerschwinglich. „Ich habe seit damals nur zwei Direktaufträge erhalten“, erzählt er. Und die gab es, weil die Auftraggeber nicht wussten, dass er den Sitzungssaal des Nationalrats gestalten soll. „Wir haben unseren Sieg totgeschwiegen“, erzählt Heidl. Umso intensiver stürzte er sich in das Projekt seines Lebens. Phasenweise habe er bis zu 40 externe Mitarbeiter engagiert, erzählt er. Wie viel Geld er ins Projekt gesteckt hat? „Ich möchte den Betrag nicht nennen“, sagt er und fügt hinzu: „Er ist sehr hoch.“ Ganz für Gottes Lohn habe Heidl nicht gearbeitet, betont Dossi. „2011 erhielt er für seine Vorleistungen 400.000 Euro“, sagt der Parlamentsdirektor.

 

Mindestens 250 Millionen Euro Kosten

Warum es überhaupt so weit kommen musste? Seit dem Wettbewerb habe sich eben viel geändert, argumentiert Dossi. „Wir sind auf eine Reihe juristischer Probleme gestoßen.“ 2008 glaubte man, die Sanierung des Plenarsaals reiche. Erste Berechnungen beliefen sich auf 17 Millionen Euro. Doch von Mal zu Mal wurde klarer, dass nicht nur ein Saal, sondern das ganze Gebäude ein Sanierungsfall ist. Heidls Projekt sei mit „einer effizienten Gesamtsanierung nicht vereinbar“, heißt es nun. Dossi verweist vor allem auf das finanzielle Risiko. Zwei Entwürfe unter einen Hut zu bringen käme wohl teurer als eine Generalsanierung in einem Guss.

Für Heidl sind das konstruierte Argumente. Spätestens seit 2010 sei bekannt, dass der Umbau mindestens eine Viertelmilliarde Euro kosten wird, sagt er und verweist auf mehrere Gutachten. Und trotzdem sei ihm auch danach versichert worden, dass an seinem Projekt festgehalten wird. Heidl zieht ein „Memorandum of Understanding“ aus der Tasche. Es ist am 9. Februar 2012 notariell beglaubigt worden. Es trägt die Unterschrift des damaligen Parlamentsdirektors Georg Posch. Darunter einen Stempel „Republik Österreich“. In dem Dokument wurde festgehalten, dass das Siegerprojekt in den Parlamentsumbau „integriert“ wird und „Heidl als Subplaner des Generalplaners“ agieren soll. „Ich habe also die schriftliche Zusage des Parlamentsdirektors“, sagt Heidl. Poschs Nachfolger Dossi sagt, die juristischen Probleme seien erst nach dieser Vereinbarung zutage getreten.

Im zweiten Anlauf wird die Generalsanierung nicht in einem anonymen Verfahren vergeben, sondern in einem „Verhandlungsverfahren mit wettbewerbsähnlichem Charakter“. In dem Verfahren wissen die Juroren, von wem welches Projekt stammt. „Präsidentin Prammer hat gemeint, ich könnte mich ja noch einmal bewerben“, erzählt Heidl.

("Die Presse", Print-Ausgabe, 27.10.2012)

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134 Kommentare
 
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ich verstehe das nicht ganz.

gibt es nun einen vertrag zwischen architekt und öffentlicher hand oder nicht? falls ja wird man wohl zahlen müssen. falls nein hat der architek etwas vorschnell externe mitarbeiter etc. beschäftigt.

Gast: tribe (fem)
28.10.2012 23:07
1 0

ad hedge:bin ganz bei ihnen!

dieses unerträgliche graue mauserl,dasdie grapschaffäre seines ehegespons einfach so geschluckt hat-als parlamentspräsidentin!!!-spiegelt die ganze erbärmlichkeit und widerwärtigkeit dieses amtes in der sterbenden 2.republik wider.....

Die Prammer kann nicht mal fehlerfrei "Grüß Gott" sagen


2 0

Also wenn ich das recht verstehe...

...hat man noch bevor IRGENDETWAS passiert ist, bereits € 400k plus eine noch zu verhandelnde Besänftigungszahlung für den Architekten, der nicht baut (würde er klagen, würde er wahrscheinlich gewinnen, so der Artikel stimmt) ÖSTERREICHISCHES STEUERGELD BEIM FENSTER RAUSGESCHMISSEN WORDEN....

Man sollte von dem Gehalt der NR- Präsidentin Pammer einen Solidarabschlag oder einen Dummheitspfennig einbehalten.

1 2

soviel

wie eine Unterschrift der GRÜNN_INNEN.

Gast: dieantwort
27.10.2012 22:45
5 0

Um Ihre Frage zu beantworten: Null, nada, nix.


Gast: kahageh!
27.10.2012 22:05
2 0

schade

Was das Wort dieser "Präsidentin" gelten soll?
Die Antwort ergibt sich von selbst... Diese Renovierung wird das nächste Desaster nach dem Stadthallenbad, dem Pratervorplatz, dem Justizzentrum, Wien Mitte usw. Aber... vielleicht kann Meischi einspringen, oder Alfons MP, Rumpold, Plech... eine neue Studie wird sicher erhellendes bringen und ... kosten!

Gast: postermayer
27.10.2012 21:59
4 0

aber klar

dass sich pragmatisierte EwigpolitikerInnen kein Bild von einem selbständigen Beruf machen können, der um seine Aufträge kämpfen muss, auf eigenes Risiko arbeitet und nicht darauf bauen (!!) kann, bei erster Gelegenheit in eine üppige Pension abdampfen zu können... vielleicht hatte er noch dazu kein passendes Parteibuch, ein Jammer!

lernt man das denn nicht auf der Architektenschule

zuerst der Vertrag, und dann die Leistung, so schwer ist das ja nicht, eigentlich

Antworten Gast: druckkostenbeiträger
27.10.2012 21:53
3 0

Re: lernt man das denn nicht auf der Architektenschule

wieder ein treffender "Kommentar" eines Ahnungslosen... Archititektenschule, allein dieser Ausdruck spricht Bände!

für diese ansammlung

an vollhämmern reichert ein saal in einer vhs oder einem haus der begegnung vollauf...

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So ist das halt, wenn man sich auf die "Roten" verlassen muss.

Nicht umsonst ist der Konsum pleite gegangen und die VOEST beinahe.

Antworten Gast: zylmurbafi
27.10.2012 19:48
1 0

Re: So ist das halt, wenn man sich auf die "Roten" verlassen muss.

na da haben sie aber ein schüpperl vergessen herr kollegae

u-ausschuss

das ganze gehört unabhängig untersucht, BEVOR es noch losgegangen und das ganze geld vernichtet ist. das muss viel billiger gehen, einfach durch handwerker, und so einen architektenwettbewerb braucht schon gar niemand.

Antworten Gast: atv
30.10.2012 15:01
0 0

Re: u-ausschuss

genau! wer braucht schon einen architektenwettbewerb bzw. einen architekten!
am besten wir vergeben alles direkt an jene firmen, die von vornherein zu billig kalkulieren und dann mit nachträgen die abrechnung in die höhe treiben oder noch besser, an firmen die sich dann während der bauzeit dazu entschließen, nicht mehr weiter arbeiten zu wollen! aber was reg ich mich über den kommentar auf, zum schluss kommt der hr. günther nussbaum mit seinem atv-team, untersucht den ganzen "pfusch am bau" und erklärt den beteiligten, dass alles ganz anders gemacht gehört. so wie im fernsehen halt.

Kann

eigentlich die Direktion des Parlaments geklagt werden? Besteht eine Haftung des NR-Präsidiums? Ist die Republik Österreich haftbar?
Warum mischt sich Frau Mag. Prammer in Agenden der Direktion ein?

@shout happen

"Warum mischt sich Frau Mag. Prammer in Agenden der Direktion ein? "?

Weil Prammer ist frau und frau ist schlau...

Antworten Antworten Gast: shut oup
28.10.2012 12:44
1 0

Re: @shout happen

"schlau"? also, wenn das alles ist, was "frau" zusammenbringt, die frau prammer nämlich, dann wird es nix mit der machtübernahme, trotz aller tschenderei . . .

fuer einen neubau

wer wuerde ein altes auto umbauen auf den techn. standard von heute ? niemand ! und aehnlich ists mit einem haus. also waere ein neubau billiger, zweckmaessiger, zeitgemaesser, bauplatz zb bei der hofburg. aber dazu fehlt dem land wohl die kraft, und der politik di klasse.

Antworten Gast: neubauerin
27.10.2012 21:56
1 0

Re: fuer einen neubau

es ist zum schreien, was sich hier an letztklassigem Gekläffe abspielt, ein Auto mit einem Haus, ja einem Wahrzeichen zu vergleichen, ist schon ein Gipfel an Ignoranz und Ahnungslosigkeit, abgesehen davon, dass es viele Menschen gibt, die viel Zeit und Geld investieren, um einzigartige Oldtimer instandzuhalten....

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Dieses Wesen wird unsere nächste Bundespräsidentin


Nach 12 Jahren Klestil und zwei Perioden von Heinz Fischer hielte man eine weitere Demontage dieses Amtes nicht mehr für möglich.
Es droht allerdings noch ärgeres Ungemach.
Die SPÖ ist gerade dabei, Frau Prammer in Stellung zu bringen,um die Nachfolge Fischers anzutreten.
Kalte Angstschauer jagen mir über den Rücken, wenn ich mir vorstelle, dass uns dieses Piepserl im Ausland repräsentiert und eine Ehrenkompanie abzappelt

Re: Dieses Wesen wird unsere nächste Bundespräsidentin

Eine gute Gelegenheit, das Amt des Bundespräsidenten_in endlich abzuschaffen. Verlangt Volksbestimmung!

Re: Dieses Wesen wird unsere nächste Bundespräsidentin

Mir geht´s genauso!

Re: Dieses Wesen wird unsere nächste Bundespräsidentin

Ich finde, sie ist ein gutes Spiegelbild der SPÖ-Wählerschaft.

Wortbruch

Reisst endlich das Hohe Haus ab und baut eine Sozialsiedlung an seiner Stelle. Das Parlament wird in den unbeheizten Theseustempel verlegt.

Re: Wortbruch

und dich regiert dann strounach oder strache, aber hoffentlich nur dich

 
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Hobbyökonom