19.06.2013 09:11 Merkliste 0

Grundbuchgebühr wird zum Probegalopp

30.10.2012 | 16:59 |   (Die Presse)

SPÖ lässt die Bauern und Unternehmer beim Entwurf für die Grundbuchgebühr, auf den sich die Regierung am Dienstag im Ministerrat geeinigt hat, ungeschoren – und hofft so auf eine Zustimmung zur „Reichensteuer“.

Artikel drucken Drucken Artikel versenden Senden Merken AAA Textgröße Artikel kommentieren Kommentieren

Wien/ju. Die SPÖ sieht die Neuregelung der Grundbuchgebühr offenbar als Probegalopp für die Einführung von Vermögensteuern: Bundeskanzler Werner Faymann sagte am Dienstag, die im Gesetzesentwurf von Justizministerin Beatrix Karl vorgesehenen Ausnahmeregelungen für „Hauptwohnsitze, Familienunternehmen und dergleichen“ seien „keine schlechte Grundlage“ für die Definition von Vermögenswerten bei der geplanten Reichensteuer.

Der Entwurf für die Grundbuchgebühr, auf den sich die Regierung am Dienstag im Ministerrat geeinigt hat, sieht vor, dass für Immobilientransaktionen innerhalb der Familie sowie in der Landwirtschaft und bei Unternehmen der (niedrige) dreifache Einheitswert des Objekts als Basis herangezogen wird, dass sich die Gebühr aber bei allen anderen Transaktionen am hohen Verkehrswert bemisst. Der Unterschied macht selbst bei durchschnittlichen Immobilientransaktionen mehrere tausend Euro aus.

Androsch: Unfassbar kurzsichtig

Ex-Finanzminister Hannes Androsch (SPÖ) sagte zur „Presse“, er zweifle stark daran, dass die geplanten Ausnahmen „verfassungsrechtlich Bestand haben“. Auch die Konstruktion einer Gerichtsgebühr als „Steuer“ sei verfassungsrechtlich bedenklich. Er empfehle, von dieser „unfassbar kurzsichtigen und standortschädlichen Lösung“ Abstand zu nehmen.

Für die Vermögensteuer würde das Vorbild Eintragungsgebühr bedeuten, dass selbst bewohnte Immobilien, landwirtschaftliche Betriebe und Unternehmen von der „Reichensteuer“ ausgenommen oder zumindest viel niedriger versteuert würden. Das würde auf eine klassische „Mittelstandssteuer“ hinauslaufen, weil große Vermögen überwiegend in Form von Betriebsvermögen oder großen Agrar-Immobilien angelegt sind.

Auch die geplanten Einnahmen dürften so nicht erreichbar sein: Die vom früheren SP-Finanzminister Ferdinand Lacina abgeschaffte alte Vermögensteuer war zu 80 Prozent aus Steuern auf Betriebsvermögen gespeist worden.

Hausbesitzer: Versteckte Steuer

Für den Präsidenten des Österreichischen Haus- und Grundbesitzerbundes, Martin Prunbauer, wäre schon die am Verkehrswert bemessene Grundbucheintragungsgebühr eine Form der Vermögensteuer: „Eine Gebühr ist etwas, das ich bezahle, um eine Leistung zu bekommen“, sagte Prunbauer im Gespräch mit der „Presse“. Nachdem der Wert der Immobilie praktisch keinen Einfluss auf den Umfang der Leistung bei der Grundbucheintragung habe, sei alles andere als eine Fixgebühr also eine versteckte Steuer.

("Die Presse", Print-Ausgabe, 31.10.2012)

Testen Sie "Die Presse" 3 Wochen lang gratis: diepresse.com/testabo

Mehr aus dem Web

Mehr auf DiePresse.com

55 Kommentare
 
12

und die Kirchen

die müssen auch Grundsteuer bezahlen sonst gibt zunder

0 0

Hallo ÖVP, das klingt doch verlockend? Soviel Geld und das für nichts!

Bei den Grünen bekommt Ihr das auch nicht besser serviert. Dafür dürft ihr noch ein paar Monate mit eurer großen Liebe in der Koalition bleiben und eure gierigen Bonzenhintern auf Abgeordnetensesseln einrichten.

Eintragungsgebühr Reichensteuer

Von was haben die Roten überhaupt eine Ahnung? Die ganze Finazmisere haben nicht die Reichen verusacht sóndern die Banken, mit gezinkten Wertpapieren.

Zum Abschuss freigegeben

Seit gestern abends ist es auch dem jedem ORF Zwangskonsumenten klar - Faymann wurde zum Abschuss freigegeben.

Die (ur-voll völlig unabhängigen...) "Staatskünstler" haben im Zuge des Vorwahlkampfes ordentlich ausgeteilt, hauptsächlich in Richtung der künftigen Kanzlerpartei FPÖ.

Richtig persönlich wurde es gegen den Kärntner Landeshauptmann, auch gegen Frank Stronach deswegen musste man auch ein wenig Mittelschulkabarett zu den untragbaren Wiener Verhältnissen bieten. Michael & Maria als liebliches, Mussaka verzehrendes Pärchen darzustellen wurde von der obersten Heeresführung offenbar noch bewilligt.

Damit niemand am Bildungsauftrag des öffentlich Rechtlichen Meinungsbildners zweifeln kann, wurde dann auf Faymann eingetreten.

Ich weiss schon, wie es weitergeht...

Originell

wie sich ein skandalöser Gesetzesentwurf der ÖVP, bei dem sie auch noch ihre Kernklientel mit warmen Ausnahmen bedenkt, journalistisch als SPÖ-Verantwortung darstellen lässt.

Und wie die Poster zeigen, funktioniert's. Back to the future, Die Presse?

Gast: Gebühr oder Steuer
31.10.2012 06:24
3 0

Eintragungsgebühr

Die Eintragung ins Grundbuch entspricht einer Leistung im Gegenwert von max. 200.- Euro und zwar unabhängig von Größe und Wert der Immobilie - sind ja bloß ein paar Zeilen in einer Computer-Datenbank.

Außerdem gehts den Staat einen Sch..dreck an ob am Türtaferl Maier oder Müller steht. Sind etwa die Kosten eines Reisepasses an die Kosten der Auslandsreise oder an irgendwelche Einkommensverhältnisse gebunden. Natürlich nicht, ist ja auch ein Fixpreis für eine Gegenleistung.

Zum Thema Reichensteuer: Hier bitte ich schon um mehr Verständnis - irgendwer muß doch die Inserate eines Herrn Faymann oder einer Frau Bures bezahlen - jene Mittel aus den Wunschkennzeichen sind doch leider begrenzt, da MÜSSEN einfach neue Quellen her !

Diese Witzfiguren, die die Staatskassa als Selbstbedienungsladen sehen, gehören einfach 2013 in die Wüste geschickt.

Gast: Wen schützt die ÖVP ?
31.10.2012 06:12
2 1

Gast 13

Die Großimmobilienspekulanten, die sich in den letzen 20 Jahren blöd verdient haben, werden also von der ÖVP weiter geschützt und werden als Untenehmer begünstigt
Die Dummen sind die, die Vorsorgewohnungen oder privat ein, zwei Wohnungen als Altersabsicherung gekauft haben.
Danke aber jetzt reicht es. Ich wähle schon aus Protest den Stronach.

Gast: sozisforbanker
30.10.2012 21:59
3 0

die SPÖ schadet den kleinen häuslbauern(die z.b. im alter ihr haus verkaufen wollen oder müssen!), arbeitnehmern, u.asvg pensionen, wo es nur geht und schützt nur mehr die reichen, spekulanten u großbauern. faymann und die SPÖ haben jede soziale glaubwürdigkeit verloren.

faymann u.die SPÖ werden 2013 zweistellige wahlverluste einfahren. nicht wegen der strache FPÖ-sondern weil man schon wieder nur die häuslbauer u.asvg pensionen massiv belastet- nur um die banken u reichen zu stützen.
die SPÖ sozialabbaupakete gegen die asvg pensionen u.asvg arbeitnehmer sind skandalös.
der grüne kogler sagt zu faymanns SPÖ Politik:- ein erbärmliche performance- österreich bleibt eine steueroase für superreiche, so der grüne politiker in den medien. während die SPÖ die häuslbauer, die asvg arbeitnehmer/ u.asvg pensionen weiter voll belastet- stützt die SPÖ weiter die banken u.spekulantenmärkte. faymann u.die spö zeigen mit ihrer unsozialen umfallerpolitik-das ihre zusagen nichts wert sind. seit beginn der inszenierten banken/finanzkrise 2008, die ja in erster linie auf den wohlstand der europäischen arbeitenden völker u. asvg pensionisten abzielt, hat faymann unzähligemale versprochen- die verursacher u.gewinner dieser bankenkrise- die zocker, spekulanten, banker u.reichen müssen dafür aufkommen. aber nun werden auf dem rücken der unschuldigen häuslbauer, hackler, asvgpensionen, familien u. arbeitnehmer die finanzmärkte weiter geschützt u.subventioniert. die SPÖ u.faymann subventionieren über den sozialabbau bei den asvg pensionen u.den nun geplanten steuerbelastungen für die häuslbauer die finanzmärkte, banken u.reichen eliten. 154MRD Euro kostet die jugendarbeitslosigkeit in der EU schon. aber auch die asvg hacklerpensionen will die SPÖ abschaffen

Gast: gast45
30.10.2012 21:06
3 0

nebenbei ..

was haben faymann, bures und schmied gemeinsam ? .. die staatsanwaltschaft ermittelt ....

Gast: RA
30.10.2012 20:01
4 0

Was mich echt wundert,

ist die Unverfrorenheit dieses mutmaßlichen Verbrechers, mit der er sich immer noch traut, in der Öffentlichkeit aufzutreten.

Mit ein bißchen Charakter würde er leise abtreten, auf Nimmerwiedersehen.

Abwarten bis nach der Wahl

Wer weiss, ob es die beiden Parteien noch im zweistelligen Prozentsatz gibt!

SPÖ und ÖVP sind leider nur mehr Stillstandbewahrer und Abzocker!

Nur wer bezahlt die Rechnung, hmmm ...

9 0

Unglaublich diese Arroganz

Eine Eintragungsgebühr ist eine Gebühr für den Aufwand der Eintragung und muss für JEDE Eintragung gleich viel kosten!

3 0

Re: Unglaublich diese Arroganz

Die Immobilien in AT laufen gerade in eine gigantische Spekulationsblase. Da möchte der Sozialist Faymann natürlich kräftig mitverdienen.

Je höher die Transaktionssteuern, desto rascher steigen die Preise! Irgendwie müssen/wollen die "Spekulanten" diese Abgabe ja wieder hereinbringen.

Gast: Hans im Glück
30.10.2012 19:29
6 0

Wie wäre es mit SPAREN beim Bund Herr Inserator?


Faymann soll sich zuerst einmal zu seinem Inseraten-Skandal äußern!


Bis dahin ist jede weitere Wortmeldung des Skandal-Kanzlers entbehrlich.

SPÖVP darf vielmehr keine Basis mehr für die nächste Regierung sein!


Gast: Genossenheim
30.10.2012 18:47
5 0

Der Schmäh der Sozialisten

Wenn jetzt jemand lt Grundbuch eine Immobilie besitzt und diese mit einem saftigen Kredit belegt hat, dann ist er IMHO nicht reich, sondern ein Schuldner. Werden dann die Schulden gegengerechnet oder läuft das wieder auf den selben Schmäh hinaus wie bei der KESt auf Girokonten wo Soll- und Habenzinsen verechnet werden? Dort zahle ich 25% KESt für etwas wo ich vorher bereits kräfitg mit Sollzinsen belastet wurde und im Endeffekt nichts übrig bleibt.

2 1

Re: Der Schmäh der Sozialisten

Jemand, der eine Immobilie besitzt, ist nicht viel reicher, als jemand, der sie mietet!

Denn auch das Haus ist irgenwann abbruchreif und verursacht dann immense Kosten. Die Abschreibung des Hausese bezahlt ein Mieter eben kleinweise.

Entscheidend ist, wie luxuriös jemand wohnt, NICHT ob es Eigentum ist oder nicht.


Gast: Gasti
30.10.2012 18:38
4 0

Warum sitzt der noch nicht?

Was ist los mit unserer Justiz? Veruntreuung ist kein Kavaliersdelikt. Und organisierte (Partei-)Kriminalitaet auch nicht.

Als Buerger dieses Landes fordere ich, dass Recht und Gesetz endlich Nachachtung verschafft werden.

Mit diesem gesicht würde der Bundesnichtkanzler ....

.... mehr Geld als Watschenmann im Prater verdienen.

Gast: Sekundant
30.10.2012 17:14
13 0

Das Grundwirtschaftsschema der Genossen:

Sprich von Ungerechtigkeit.
Nimm jemanden etwas weg.
Verteil es an die eigene Klientel.

Gast: Helmut Holec
30.10.2012 17:09
10 0

Faymann: Grundbuchgebühr als Basis für Reichensteuer......

.....ich glaube besser wäre, wenn man die Grundbuchgebühr für den Umbau aufgelassener Kasernen in Politikergefängnisse verwendet, der Bedarf wird sehr gross sein.....damit sie uns nach ihren aktiven Korruptionstätigkeiten nicht abhanden kommen....natürlich wird man die ehem. Politiker mit einen grünen Minna-Taxi abholen, die letzte "Dienstfahrt" zum Nulltarif sozusagen!
be.es:
Taxifahren dürfte ihm ja nicht unbekannt sein!

Antworten Gast: Bärenfalle...
30.10.2012 18:14
6 0

Re: Faymann: Grundbuchgebühr als Basis für Reichensteuer......

Klar, dann können wir sie auf unsere Kosten weiterhin durchfüttern.

Ich würde sagen:

Privatvermögen (die Roten können sich da vorbildhaft solidarisch zeigen) als Wiedergutmachung für die angerichteten Schäden enteignen (EU, ESM, ....) und nur in Unterhosen über die nächste Außengrenze geworfen. Reisepass bleibt natürlich hier.



Gast: Plach2
30.10.2012 16:49
16 0

Das kennen wir doch schon! Mit diesem Schmäh hat uns schon einmal die SPÖ abgezockt!

Vor einigen Jahren trommelte die SPÖ: "Die Reichen sollen für ihr Sparbuch zahlen".

Wenig später waren wir alle reich und zahlen seither für unser bereits versteuertes Geld noch einmal 25% KEST.

Re: Das kennen wir doch schon! Mit diesem Schmäh hat uns schon einmal die SPÖ abgezockt!

Steuer auf den Ertrag des "Geldes". Nicht auf das Geld selbst.

 
12

Hobbyökonom