23.05.2013 18:14 Merkliste 0

Albrecht: "Sind wirtschaftlich noch nicht gesund"

31.10.2012 | 13:17 |   (DiePresse.com)

Die AUA soll 2013 das mit der Lufthansa vereinbarte 223-Mio.-Sparziel erreichen. Eine größere Krise könnte sie heute nicht verkraften.

Artikel drucken Drucken Artikel versenden Senden Merken AAA Textgröße Artikel kommentieren Kommentieren

Die AUA hat von Jänner bis September 2012 erstmals seit fünf Jahren in einem Neunmonatszeitraum schwarze Zahlen geschrieben, ist aber "wirtschaftlich noch nicht gesund", wie Konzernchef Jaan Albrecht am Mittwoch in einer Telefonkonferenz einräumte. "Das Fitnessprogramm ist noch nicht beendet. Größere Krisen könnten wir heute noch nicht verkraften." Von daher heißt es bei der AUA weiter auf die Kosten schauen und Doppelgleisigkeiten beim Personal beseitigen.

Der umstrittene Betriebsübergang des AUA-Flugbetriebs von AUA auf Tyrolean sei zwar mit 31. Juni "vollendet", aber es gebe nach wie vor "Doppelgleisigkeiten, die wir über Jahre mitgezogen haben", so habe man etwa zwei Flugplanungssysteme gehabt. Momentan laufen bei der AUA im Rahmen des vorhandenen Sanierungsprogramms noch fünf "Projekte". Bis Ende des Jahres soll hier das konkrete Kostensenkungspotenzial identifiziert sein, 2013 geht es an die Umsetzung, so Albrecht. Der AUA-Boss erhofft sich dadurch Einsparungen im zweistelligen Millionenbereich.

Sparprogramm soll 223 Millionen Euro bringen

Die AUA hat von der Konzernmutter Lufthansa ein hartes Sparprogramm verordnet bekommen, das heuer 223 Millionen Euro bringen sollte. Ein Drittel davon soll durch Erlössteigerungen zustandekommen, zwei Drittel durch Senkung der Kosten. Heute konkretisierte der Vorstand: Nicht im Kalenderjahr 2012, sondern von Juli 2012 bis Ende Juni 2013, also ab dem Inkrafttreten des Betriebsübergangs, werde man diese Vorgabe erreichen. Man müsse das "sozusagen durch zwölf Monate teilen".

Ob die AUA-Krise nun beendet ist? "Ich würde heute nicht von Krise sprechen. Wir haben das Unternehmen stabilisieren können. Aber es ist noch viel Arbeit, die vor uns steht", so Albrecht auf Nachfrage.

AUA erwartet noch operativen Verlust

Für das Gesamtjahr 2012 rechnet die AUA trotz der positiven Neunmonatszahlen mit einem operativen Verlust. Mit November und Dezember "liegen noch die traditionell schwächeren Wintermonate vor uns, sodass wir mit dem bereinigten Resultat noch nicht über der Nulllinie sein werden", sagte Albrecht. Unbereinigt, also mit den Sondereffekten aus dem Betriebsübergang, wird die Lufthansa-Tochter heuer positiv bilanzieren. Den "Nettounterschied" bezifferte der AUA-Vorstand heute mit 65 bis 70 Mio. Euro.

Wie dick das operative Minus ausfallen wird, hänge auch von den Treibstoffpreisen ab. In den ersten neun Monaten 2012 hat die AUA "knapp über 400 Millionen Euro" für Kerosin ausgegeben, etwa 50 Mio. Euro mehr als im Vergleichszeitraum des Vorjahres, sagte Finanzvorstand Heinz Lachinger. Eine Erhöhung des Kerosinzuschlags sei aber "zum gegenwärtigen Zeitpunkt" nicht geplant, so sein Vorstandskollege Karsten Benz.

Die AUA hat in den ersten neun Monaten 2012 einen kleinen operativen Gewinn von 5,9 Mio. Euro eingeflogen, nach einem Betriebsverlust von 31,5 Mio. Euro im Vorjahreszeitraum. Geholfen habe der Airline einerseits der Wettergott: "Wir haben einen guten Sommer gehabt ohne externe Faktoren", etwa einen Vulkanausbruch, so Albrecht. Andererseits trage das Sanierungsprogramm vor allem seit dem dritten Quartal Früchte. Neben den ergriffenen Personalmaßnahmen hat die AUA auch bei diversen Geschäftspartnern günstigere Konditionen herausgeschlagen. "Mit den 60 größten Lieferanten haben wir die Verhandlungen praktisch abgeschlossen", so der AUA-Chef. Die neuen Verträge seien seit Juli in Kraft.

Beim Personal hat die AUA in den ersten neun Monaten massiv abgespeckt. Zum Stichtag 30. September beschäftigte die Fluglinie 6320 Mitarbeiter, ein Jahr zuvor waren es noch 6836, also 516 Personen mehr. Vor dem heurigen Betriebsübergang haben laut Albrecht 117 Piloten und 217 Flugbegleiter das Unternehmen verlassen. Der Rest des Personalschwunds sei durch den Einstellungsstopp zustandegekommen, der noch bis Jahresende "aktiviert" sei.

Im kommenden Jahr will die AUA aber wieder Kabinenpersonal einstellen, "weil wir wieder mit der Gesamtflotte unterwegs sein werden". 40 Flugbegleiter brauche die AUA, bei den Piloten sei keine Aufstockung geplant. "Wir können unser Flugprogramm heute voll abfliegen", so Albrecht. Das "Freelance-Programm", also der Einsatz ausgeschiedener Piloten, werde mit Ende November abgeschlossen sein, im März ende dann ein Umschulungsprogramm für Piloten. "Dann kommen wir aus", meinte der AUA-Chef. Der fünfprozentige Gehaltsverzicht, dem die Mitarbeiter 2010 zugestimmt haben, läuft übrigens noch bis 2015, bekräftigte Albrecht heute. "Das ist ein Fünfjahresprogramm. Diese Zahlen sind auch in den Ergebnissen miteingerechnet."

Beim Streckennetz sind laut Angaben von heute keine weiteren Kürzungen geplant - gestrichen hat die Airline etwa Verbindungen nach Bombay (Mumbai), Sotschi (Russland) oder Temesvar (Rumänien). Mit dem Sommerflugplan will die AUA sogar "eine neue Amerika-Strecke reinnehmen", so Benz. Ob es wieder Chicago sein wird - diese Destination hatte die AUA im Winter 2008/09 aus dem Flugplan gestrichen - wollte er nicht verraten.

Was die Rechtsstreitigkeiten mit der Gewerkschaft wegen des Betriebsübergangs betrifft, hofft Albrecht, "dass das Rechtsgutachten des Obersten Gerichtshofs (OGH) vielleicht noch in diesem Jahr ausgesprochen wird." Die Gewerkschaft hat beim OGH eine Feststellungsklage auf Nichtigkeit des Betriebsübergangs, die Nachwirkung des AUA-Bord-Kollektivvertrags und die Weitergeltung aller Betriebsvereinbarungen sowie das Austrittsrecht aus dem Unternehmen wegen wesentlicher Verschlechterungen der Arbeitsbedingungen eingebracht. In der Causa des per Ende 2012 gekündigten Betriebsrats Wolfang Hable, der gegen die AUA beim Wiener Arbeitsgericht eine Klage eingebracht hat, werde es wohl noch Jahre dauern, bis die letzte Instanz gesprochen hat.

Die Schäden aus dem Sturm "Sandy" an der US-Ostküste kann die AUA noch nicht beziffern. Sechs Flüge hat die Austrian Airlines deswegen streichen müssen, heute werden die Flüge nach Washington und New York wieder aufgenommen.

(APA)

Testen Sie "Die Presse" 3 Wochen lang gratis: diepresse.com/testabo

Mehr aus dem Web

Mehr auf DiePresse.com

30 Kommentare
 
12
Gast: Spyder
04.11.2012 16:45
1 0

Bilanzen und Betriebsergebnisse

Es ist erstmal nur eine 9-monatige Betrachtung.
Und sogar eine Bilanz in Österreich (und Deutschland) ist genau genommen das Papier nicht wert, auf dem sie gedruckt wird:
Das entsprechende Bilanzierungsrecht ermöglicht es - völlig legal - je nach Intention des Bilanzierenden bei exakt identischem Geschäftsergebnis zu völlig unterschiedlichen Bilanzergebnissen zu gelangen.
Insofern halte ich die "schwarzen Zahlen" allenfalls für einen Taschenspieler Trick von Franz und Co. Und die Absicht, die dahinter steckt, ist offensichtlich.

die AUA

ist saniert

Re: die AUA

haben Sie das vom WANDERER

Re: Re: die AUA

WANDERER = MINHARD

Re: Re: Re: die AUA

Das wäre mir neu!

Re: Re: Re: die AUA

= AUA

Gast: walter 3
01.11.2012 15:44
8 2

Mit

den Privilegien bei der AUA werden die nie in die Gewinnzone kommen!

Gast: sodot
01.11.2012 11:06
10 1

Albrecht: "Sind wirtschaftlich noch nicht gesund"

du bist auch nicht gesund im kopf.

die schon


nur die aua nicht!

AUA = unfit to fly

da hat sich nichts geändert bist heute, denke nur an den Minhard

Antworten Gast: Kigeca
01.11.2012 10:21
2 12

Re: AUA = unfit to fly

Konditionierter Angstbeisser!

Re: AUA = unfit to fly

so ist es

Der Realität ins Auge sehen!

Hätte Lufthansa die Airline nicht übernommen, würde es keine AUA mehr geben!
Und mehrere tausende Arbeitslose mehr in Österreich!

Gast: Furchtlos
31.10.2012 17:11
9 19

Ich finde

wir sollten uns in Österreich keine ausländischen Führungskräfte halten.

Re: Ich finde

ja genau, und nichts aus dem blöden ausland kaufen, nur noch made in austria.

kuba, wir wollen so sein wie du...

Gast: br
31.10.2012 16:18
20 8

Der umstrittene Betriebsübergang des AUA-Flugbetriebs von AUA auf Tyrolean sei zwar mit 31. Juni "vollendet",

Der Albrecht - Dodl weiss nicht einmal wiviele Tage der Juni hat.

Aber Airline CEO mit 800000€ Gehalt...

Gast: Santa
31.10.2012 15:02
23 9

Die AUA ist billig und veraltet

Die Flotte ist veraltet. Das Personal im Kundenbereich überarbeitet und schlecht ausgebildet. Die Sparmassnahmen haben die Performance auf einen nie dagewesenen Tiefstlevel sinken lassen. Auch technische Gebrechen haben deutlich zugenommen.
Heute stellt sich die AUA als veraltet und billig dar. Da können die neuen Sitze auch nicht´s daran ändern. Kundenzufriedenheit ist am Tiefstpunkt angelangt, vermutlich geht es dem Personal auch so.

Re: Die AUA ist billig und veraltet

und woher wollen sie das wissen? Stammtischexperte für eh alles? von solchen Leuten brauchen wir mehr in Ö!

Antworten Antworten Gast: Santa
01.11.2012 14:04
10 0

Re: Re: Die AUA ist billig und veraltet

Weil es so ist und dies von Kunden und AUA Mitarbeitern bestätigt wird. Ein Argument dagegen und und keine Polemik ist gefragt

Gast: Saiffenstayn
31.10.2012 14:39
8 14

"sind immer noch nie nie nie gesund ........

weil es nie genug sein kann !

in einer Welt der Gier und des Geizes und der Boni und Profite ...

nie genug nie genug .......
da muß immer noch jemand dafür büssen, weil nie nie nie genug

Irgendwie jämmerlich dieser ständige Jammer der Jemmer-EXPERTEN
...... und das wollen Profis sein ??

14 4

Re: "sind immer noch nie nie nie gesund ........

Von Gier und Profiten kann bei einem defizitären Betrieb wohl keine Rede sein. Jedes Unternehmen muss nachhaltig gesund und positiv wirtschaften, sonst ist es recht bald Geschichte.

Nur Politiker und manche verklärt Denkenden verstehen das leider nicht.

Und außerdem betreiben Eigentümer ein Unternehmen meist nicht aus Freude daran und versenken Investoren ihre Gelder nicht zum Jux in einem Unternehmen sondern wollen eine Rendite dafür sehen. Ihnen dies zu verwehren stellt unser Wirtschaftssystem als Ganzes in Frage.

Und da wir noch kein besseres System gefunden haben - entsprechende langjährige "Feldversuche" unserer östlichen Nachbarn oder z.B. Kubas waren ja auch kapitale Fehlschläge - müssen wir wohl derzeit dabei bleiben, auch wenn es Machem wohl nicht gefällt.


Antworten Antworten Gast: Saiffenstayn
31.10.2012 18:23
7 6

Re: Re: "sind immer noch nie nie nie gesund ........

man schreibt "schwarze Zahlen" und ist dennoch "DEFIZITÄR" !!!! ???

Mein Freund der Bilanzbuchhalter sagt,
dass man "das Betriebsergebnis immer im Sinne des Vorstandes "herrichtzen" muss" aber vielleicht ist der auch nur ein Gutmensch ........

Das ständige Gejammere giert doch nur nach "öffentlichen Zuschuß" ....


Re: Re: Re: "sind immer noch nie nie nie gesund ........

Warum schreiben Sie wenn Sie keine Ahnung haben?

Antworten Antworten Antworten Antworten Gast: Saiffenstayn
01.11.2012 11:26
3 5

Re: Re: Re: Re: "sind immer noch nie nie nie gesund ........

Danke !

Bitte schreiben Sie einen umfassenden Kommentar und klären Sie uns auf!

Das Gesudere von sogenanten SpitzenManagern - die sich CEO u.ä. nennen - soll doch nur Stimmung machen. ....

Entweder es rechnet sich - zumindest für irgend einen Beteiligten - oder man sperrt zu!

Aber nur ständig nach "niedrigeren Arbeitskosten" zu schreien und gleichzeitig aber halbwegs zahlungsfähige Kunden haben zu wollen geht halt nicht!
Wenn die Leut nix verdienen können sie auch nix kaufen - und auch nicht mit der AUA fliegen.

Diese "neoliberalen" Wirtschaftsexperten, die immer den selben Quatsch palavern, sind einfach bloß anstrengend!

Der soll gehen wenn er es schwer findet . aber er nimmt sein gehalt udn sudert herum !!!

Re: Re: Re: Re: Re: "sind immer noch nie nie nie gesund ........

Hat seine Kaiserliche Hoheit jetzt den Saiffenstayn zum Wirtschaftsminister befördert weil er aus dieser Ecke seinen üblichen Bödsinn vermeldet?

11 3

Ist die 500 Mio. Mitgift vom österreichischen Staat leicht schon aufgebraucht?

So passts.

 
12

Hobbyökonom