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Austrian fliegt auf Gewinnkurs

01.11.2012 | 16:41 |   (Die Presse)

Erstmals seit fünf Jahren hat die österreichische Lufthansa-Tochter Austrian Airlines die Verlustzone verlassen. Die Rosskur zeigt positive Wirkung. Lufthansa-Konzernchef Franz verschärft das Sparprogramm.

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Frankfurt/Wien/eid. Das Lob von Lufthansa-Boss Christoph Franz ging der AUA-Führung sicher runter wie Öl: „Die AUA ist in einem schwierigen Restrukturierungsprozess auf einem guten Weg.“ Die Rosskur, die AUA-Boss Jaan Albrecht der hoch defizitären Lufthansa-Tochter seit Jahresbeginn verordnet hat, zeigt positive Wirkung. Erstmals nach fünf Jahren schreibt die AUA schwarze Zahlen: In den ersten neun Monaten gab es ein bereinigtes Betriebsergebnis von 5,9 Mio. Euro, nach einem Minus von 31,5 Mio. Euro im Vergleichszeitraum 2011.

Wesentlich dazu beigetragen haben die vollen Flugzeuge im traditionell starken Sommerquartal, die die Auslastung um 3,5 Prozentpunkte auf 77,7 Prozent steigerten. Vor allem aber schlägt der harte Sparkurs mit dem Betriebsübergang auf die eigene Regionaltochter Tyrolean positiv zu Buche. So verdoppelte sich das operative Ergebnis im dritten Quartal fast von 31,6 auf 61,1 Mio. Euro.

„Die Zahlen spiegeln unsere Bemühungen wider und zeigen, dass wir Gewinne machen können“, sagte Albrecht bei der Präsentation der Ergebnisse. Um gleich vor allzu großer Euphorie zu warnen: „Wir sind auf gutem Weg, aber noch nicht so gesund, eine größere externe Krise allein zu verkraften.“

Angesichts der harten Wintermonate mit traditionell schwacher Nachfrage geht Albrecht im Gesamtjahr von einem negativen Betriebsergebnis aus. Rechnet man allerdings den Sondereffekt (Vorgriff auf künftig geringere Pensionsverpflichtungen infolge des Betriebsübergangs) in Höhe von 65 bis 70 Mio. Euro hinzu, wird die AUA operativ positiv sein.

500 Mitarbeiter weniger

Albrecht lässt aber nicht locker, was den Sparkurs betrifft: „Wir haben noch viel Arbeit vor uns.“ 223 Mio. Euro lautet das Sparziel auf Jahresbasis seit dem Betriebsübergang am 1. Juli, und die will der AUA-Boss auch erreichen. Die großen Brocken – Neuverhandlung  der Verträge mit Kunden und Lieferanten wie dem Flughafen Wien und der Betriebsübergang – sind weitgehend abgearbeitet. Durch den Abgang von 117 Piloten und 217 Flugbegleitern, die nicht zur Tyrolean wechseln wollten, und die Nichtnachbesetzung freier Stellen wurde der Personalstand um rund 500 Jobs auf 6320 Mitarbeiter reduziert. Jetzt dreht Albrecht noch an den feinen Stellschrauben: Die Beseitigung einiger Doppelgleisigkeiten von AUA und Tyrolean etwa beim Crew-Planungssystem soll noch einen niedrigen zweistelligen Millionenbetrag bringen.

Während die AUA die Erwartungen von Konzernboss Franz erfüllte, verlor die „Perle“ Swiss etwas an Glanz: Der Einbruch des Betriebsergebnisses um ein Drittel auf 163 Mio. Euro ist hauptsächlich auf den starken Franken zurückzuführen. Weil es aber auch bei der Catering-Tochter LSG SkyChefs gut lief, konnte die Lufthansa in den ersten neun Monaten den Betriebsgewinn (Ebit) mit 697 Mio. Euro fast stabil halten (minus 1,6 Prozent). Im dritten Quartal verbesserte sich das Ebit um 18,7 Prozent auf 863 Mio. Euro.

Schwache Nachfrage

Das genügt Franz jedoch nicht, zumal das Kerngeschäft Flugreisen weiterhin schwächelt. Angesichts der sinkenden Nachfrage und der hohen Belastungen durch Kerosin und Gebühren, für die die Fluggesellschaft in Summe 9,5 Mrd. Euro auf den Tisch legen musste, verschärft er das zu Jahresbeginn gestartete Sparprogramm „Score“. Es soll eine Ergebnisverbesserung von 1,5 Mrd. Euro bringen.  „Wir haben noch nicht die Ertragskraft erzielt, die wir brauchen, um notwendige Investitionen tätigen zu können“, sagte er. Die operative Marge von 3,1 Prozent reiche nicht aus, um auf Dauer die Zukunft des Unternehmens abzusichern. Details will Franz erst zu Jahresende nennen. Die Gründung einer Billig-Airline und die Streichung von rund 1100 Stellen in der Verwaltung gehören dazu. Einen weiteren Personalabbau schloss Franz nicht aus.

Luftfahrt-Aktien beflügelten am Mittwoch die europäischen Börsen: Sowohl die Papiere der Lufthansa als auch jene von Air France/KLM legten um mehr als sieben Prozent zu. Der französisch-niederländische Rivale der Deutschen präsentierte für das dritte Quartal ein Nettoergebnis von 306 Mio. Euro – nach nur 14 Mio. Euro im Vergleichsquartal 2011. Das war deutlich mehr als Analysten erwartet hatten. Händler nannten die Zahlen „exzellent“ – obwohl Air France/KLM in den ersten neun Monaten einen Verlust von 957 Mio. Euro verbuchte.

Auf einen Blick
AUA. Erstmals seit fünf Jahren schreiben die Austrian Airlines schwarze Zahlen: In den ersten neun Monaten gab es ein bereinigtes Betriebsergebnis von 5,9 Mio. Euro, nach einem Minus von 31,5 Mio. Euro im Vergleichszeitraum 2011.

("Die Presse", Print-Ausgabe, 02.11.2012)

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30 Kommentare
 
12
Gast: Spyder
04.11.2012 16:45
1 0

Bilanzen und Betriebsergebnisse

Es ist erstmal nur eine 9-monatige Betrachtung.
Und sogar eine Bilanz in Österreich (und Deutschland) ist genau genommen das Papier nicht wert, auf dem sie gedruckt wird:
Das entsprechende Bilanzierungsrecht ermöglicht es - völlig legal - je nach Intention des Bilanzierenden bei exakt identischem Geschäftsergebnis zu völlig unterschiedlichen Bilanzergebnissen zu gelangen.
Insofern halte ich die "schwarzen Zahlen" allenfalls für einen Taschenspieler Trick von Franz und Co. Und die Absicht, die dahinter steckt, ist offensichtlich.

die AUA

ist saniert

Re: die AUA

haben Sie das vom WANDERER

Re: Re: die AUA

WANDERER = MINHARD

Re: Re: Re: die AUA

Das wäre mir neu!

Re: Re: Re: die AUA

= AUA

Gast: walter 3
01.11.2012 15:44
8 2

Mit

den Privilegien bei der AUA werden die nie in die Gewinnzone kommen!

Gast: sodot
01.11.2012 11:06
10 1

Albrecht: "Sind wirtschaftlich noch nicht gesund"

du bist auch nicht gesund im kopf.

die schon


nur die aua nicht!

AUA = unfit to fly

da hat sich nichts geändert bist heute, denke nur an den Minhard

Antworten Gast: Kigeca
01.11.2012 10:21
2 12

Re: AUA = unfit to fly

Konditionierter Angstbeisser!

Re: AUA = unfit to fly

so ist es

Der Realität ins Auge sehen!

Hätte Lufthansa die Airline nicht übernommen, würde es keine AUA mehr geben!
Und mehrere tausende Arbeitslose mehr in Österreich!

Gast: Furchtlos
31.10.2012 17:11
9 19

Ich finde

wir sollten uns in Österreich keine ausländischen Führungskräfte halten.

Re: Ich finde

ja genau, und nichts aus dem blöden ausland kaufen, nur noch made in austria.

kuba, wir wollen so sein wie du...

Gast: br
31.10.2012 16:18
20 8

Der umstrittene Betriebsübergang des AUA-Flugbetriebs von AUA auf Tyrolean sei zwar mit 31. Juni "vollendet",

Der Albrecht - Dodl weiss nicht einmal wiviele Tage der Juni hat.

Aber Airline CEO mit 800000€ Gehalt...

Gast: Santa
31.10.2012 15:02
23 9

Die AUA ist billig und veraltet

Die Flotte ist veraltet. Das Personal im Kundenbereich überarbeitet und schlecht ausgebildet. Die Sparmassnahmen haben die Performance auf einen nie dagewesenen Tiefstlevel sinken lassen. Auch technische Gebrechen haben deutlich zugenommen.
Heute stellt sich die AUA als veraltet und billig dar. Da können die neuen Sitze auch nicht´s daran ändern. Kundenzufriedenheit ist am Tiefstpunkt angelangt, vermutlich geht es dem Personal auch so.

Re: Die AUA ist billig und veraltet

und woher wollen sie das wissen? Stammtischexperte für eh alles? von solchen Leuten brauchen wir mehr in Ö!

Antworten Antworten Gast: Santa
01.11.2012 14:04
10 0

Re: Re: Die AUA ist billig und veraltet

Weil es so ist und dies von Kunden und AUA Mitarbeitern bestätigt wird. Ein Argument dagegen und und keine Polemik ist gefragt

Gast: Saiffenstayn
31.10.2012 14:39
8 14

"sind immer noch nie nie nie gesund ........

weil es nie genug sein kann !

in einer Welt der Gier und des Geizes und der Boni und Profite ...

nie genug nie genug .......
da muß immer noch jemand dafür büssen, weil nie nie nie genug

Irgendwie jämmerlich dieser ständige Jammer der Jemmer-EXPERTEN
...... und das wollen Profis sein ??

14 4

Re: "sind immer noch nie nie nie gesund ........

Von Gier und Profiten kann bei einem defizitären Betrieb wohl keine Rede sein. Jedes Unternehmen muss nachhaltig gesund und positiv wirtschaften, sonst ist es recht bald Geschichte.

Nur Politiker und manche verklärt Denkenden verstehen das leider nicht.

Und außerdem betreiben Eigentümer ein Unternehmen meist nicht aus Freude daran und versenken Investoren ihre Gelder nicht zum Jux in einem Unternehmen sondern wollen eine Rendite dafür sehen. Ihnen dies zu verwehren stellt unser Wirtschaftssystem als Ganzes in Frage.

Und da wir noch kein besseres System gefunden haben - entsprechende langjährige "Feldversuche" unserer östlichen Nachbarn oder z.B. Kubas waren ja auch kapitale Fehlschläge - müssen wir wohl derzeit dabei bleiben, auch wenn es Machem wohl nicht gefällt.


Antworten Antworten Gast: Saiffenstayn
31.10.2012 18:23
7 6

Re: Re: "sind immer noch nie nie nie gesund ........

man schreibt "schwarze Zahlen" und ist dennoch "DEFIZITÄR" !!!! ???

Mein Freund der Bilanzbuchhalter sagt,
dass man "das Betriebsergebnis immer im Sinne des Vorstandes "herrichtzen" muss" aber vielleicht ist der auch nur ein Gutmensch ........

Das ständige Gejammere giert doch nur nach "öffentlichen Zuschuß" ....


Re: Re: Re: "sind immer noch nie nie nie gesund ........

Warum schreiben Sie wenn Sie keine Ahnung haben?

Antworten Antworten Antworten Antworten Gast: Saiffenstayn
01.11.2012 11:26
3 5

Re: Re: Re: Re: "sind immer noch nie nie nie gesund ........

Danke !

Bitte schreiben Sie einen umfassenden Kommentar und klären Sie uns auf!

Das Gesudere von sogenanten SpitzenManagern - die sich CEO u.ä. nennen - soll doch nur Stimmung machen. ....

Entweder es rechnet sich - zumindest für irgend einen Beteiligten - oder man sperrt zu!

Aber nur ständig nach "niedrigeren Arbeitskosten" zu schreien und gleichzeitig aber halbwegs zahlungsfähige Kunden haben zu wollen geht halt nicht!
Wenn die Leut nix verdienen können sie auch nix kaufen - und auch nicht mit der AUA fliegen.

Diese "neoliberalen" Wirtschaftsexperten, die immer den selben Quatsch palavern, sind einfach bloß anstrengend!

Der soll gehen wenn er es schwer findet . aber er nimmt sein gehalt udn sudert herum !!!

Re: Re: Re: Re: Re: "sind immer noch nie nie nie gesund ........

Hat seine Kaiserliche Hoheit jetzt den Saiffenstayn zum Wirtschaftsminister befördert weil er aus dieser Ecke seinen üblichen Bödsinn vermeldet?

11 3

Ist die 500 Mio. Mitgift vom österreichischen Staat leicht schon aufgebraucht?

So passts.

 
12

Hobbyökonom