Orange-Deal: Hutchison bessert nach

01.11.2012 | 17:49 |   (Die Presse)

Um die Bedenken der Europäischen Union bei der geplanten Übernahme des österreichischen Mobilfunkers Orange aus dem Weg zu räumen, bietet Hutchison auch Frequenzen für einen möglichen neuen Mitbewerber an.

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Wien/Bloomberg. Die Kartellbehörde in Brüssel stemmt sich gegen eine geplante Übernahme des österreichischen Mobilfunkers Orange durch Hutchison („3“). Um die Bedenken der EU aus dem Weg zu räumen, hat der Konzern aus Hongkong ein „finales Angebot gelegt“, sagt eine Hutchison-Sprecherin.

Darin würde das Unternehmen auch Frequenzen für einen möglichen neuen Mitbewerber anbieten. EU-Wettbewerbskommissar Joaquin Almunia machte genau das vor wenigen Wochen zur Bedingung für grünes Licht seiner Behörde.

T-Mobile fürchtet Fusion

Hutchison will Orange um 1,4 Mrd. Euro kaufen. Brüssel ist dabei ein Dorn im Auge, dass die Zahl der Mobilfunker im Land von vier auf drei schrumpfen würde. Die derzeitige Nummer zwei, T-Mobile, fürchtet, dass Hutchison – mit den Frequenzen von Orange ausgestattet – einen zu großen Vorsprung beim Ausbau des LTE-Netzes hätte.
Als Teil des Deals soll die Billigmarke „Yesss!“ samt Funkstationen um 380 Mio. Euro an die Telekom Austria weiterverkauft werden. Dieses Subgeschäft prüfen die heimische Bundeswettbewerbsbehörde und das Kartellgericht.

("Die Presse", Print-Ausgabe, 02.11.2012)

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2 Kommentare
Gast: Gotram
03.11.2012 17:47
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Sowieso zu günstig

Vergleichen wir unseren Handymarkt mit unseren Nachbarn, fällt rasch auf, dass wir zweifellos zu den günstigsten Ländern zählen - und das bei einer hervorragenden Qualität. Unsere Netze sind im internationalen Vergleich tiptop - dass Orange die Kampfpreise so nicht lange durchhalten kann, merkt man ja schon alleine daran, dass die neuen Tarife lediglich für Neukunden gelten. Hier wird mit allem Mitteln versucht, Marktanteil zu gewinnen - genau wie Drei es mit der Initiative 100% macht.

Durch den Deal bestünde also die Chance, dass das generelle Preisniveau steigt. Für den Konsumenten im ersten Augenblick schlecht, über kurz oder lang aber notwendig. Sämtliche Aussagen der Telkos deuten darauf hin, dass die Preise hochgehen werden, A1 ist ja ohnehin schon relativ hoch. T-Mobile wird seine Tarife auch nach oben korrigieren und / oder die Inklusiveinheiten verringern.

Die Reaktion von Drei wird wohl stark von der Fusion abhängen - vermutlich werden aber auch sie den Preis anpassen. Interessant wird T-Mobiles Marke Tele.Ring, hier bestünde noch die größte Chance, dass der Preis halbwegs gleich bleibt, dafür ist Service & Runderhum nicht mit dem teureren T-Mobile zu vergleichen.

Kurz: Die Fusion hätte Preistechnisch wohl Vorteile für T-mobile.

Dass sie sich dennoch über die LTE Sache aufregen ist gerechtfertigt. Erst verzögert der Deal die Lizenzvergabe um Jahre, und dann schaut T-Mobile blöd aus der Wäsche, weil Orange & Drei einen immensen Vorsprung haben.

Wird spannend.

Frechheit

Es ist dass gleiche wie bei der AUA Übernahme die Wettbewerbskomission treibt Unternehmen immer knapp vor den Ruin...

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