Waldviertler-Chef: "Ich gehe notfalls ins Gefängnis"

09.11.2012 | 11:08 |  Von Matthias Auer und Eva Steindorfer (DiePresse.com)

Heini Staudinger denkt nicht daran, im Konflikt mit der FMA nachzugeben. Seinen Anlegern will er ab heuer Bilanzen vorlegen.

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Der Konflikt des Waldviertler Schuhherstellers Heini Staudinger mit der Finanzmarktaufsicht (FMA) steuert auf eine Eskalation zu. Staudinger weigert sich, der Aufforderung der FMA Folge zu leisten und seinen privaten Kreditgebern drei Millionen Euro zurückzubezahlen. Wie berichtet hat der Schuhproduzent den Banken abgeschworen. Staudinger finanziert sein Unternehmen seit über zehn Jahren mit Privatkrediten. Die Kreditgeber, Freunde des Unternehmens und Kunden, erhalten von Staudinger Zinsen in Form von Warengutscheinen. Staudinger betreibe illegale, konzessionspflichtige Bankgeschäfte, sagt die FMA. Eine Strafe von 50.000 Euro steht im Raum.

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"Dann gehe ich vor das Verfassungsgericht"

"Wenn die FMA mich straft, gehe ich vor das Verfassungsgericht", kündigt Staudinger im Gespräch mit der "Presse" an. Notfalls werde er "auch ins Gefängnis gehen". Das klärende Gespräch zu dem sich FMA und Staudinger gegenseitig eingeladen haben, steht damit unter keinem guten Stern.
 
Die FMA wirft dem Unternehmer vor, mit seiner Konstruktion den Anlegerschutz zu missachten. Staudinger will Spekulationen über den wirtschaftlichen Erfolg seines Unternehmens aus dem Weg räumen. Seit Ausbruch der Finanzkrise seien die Umsätze in die Höhe geschnellt. Das Unternehmen schreibe beständig schwarze Zahlen. Ein einziges Jahr in der Geschichte des Unternehmens habe er negativ bilanzieren müssen. Bisher mussten die Anleger seinem Wort trauen. Mehr als Umsatz und Gewinnaussicht, gab er nicht bekannt. Das werde sich nun ändern, sagt Staudinger. Ab dem heurigen Jahr bekommen alle Anleger die Bilanz mitgeliefert.

Das komplette Interview mit dem Schuhhersteller lesen Sie morgen in der "Presse".

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  • Waldviertler-Hersteller legt sich mit FMA an

    Symbolbild / Bild: (c) APA (GUENTER R. ARTINGER) GEA-Chef Heinrich Staudinger soll gegen das Gesetz verstoßen haben, weil er seit über zehn Jahren sein Unternehmen mit privaten Krediten finanziert. Für dieses Recht will er jetzt vor Gericht kämpfen.

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135 Kommentare
 
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Staudinger...

muss voll und ganz unterstützt werden, aber ich befürchte, dass dieselben, die jetzt für ihn schreien, bei verlusten gegen ihn schreien - und das sollten die unterstützer im hinterkopf haben: das es auch mal verluste geben kann - und da sollte man darauf verzichten, nach dem staat zu schreien...

Meine Bewunderung für Ihr Projekt und den Mut sich gegen die FMA aufzulehnen!

Ich finde es toll, dass in Zeiten wie diesen ein Mann es mit einer übergroßen Macht, die vom Staatsapparat gestützt wird, aufnimmt!
Der Staatsapparat, der uns alle durch Mißwirtschaft, fragliche Ausgaben, sündteure nicht nachvollziehbare Bauprojekte und Korruption unsere Steuergelder vernichtet und sich dann durch neu erfundene Steuern wieder bereichert, setzt einem unabhängigen Unternehmen, dass mit seinem Konzept über Jahre Erfolg und Gewinn bringt, das Messer an die Kehle!
Es ist so unfassbar und wieder einmal so typisch und bezeichnend für die Engstirnigkeit, unbegründete Arroganz, und Idiotie unserer Politik.
Ich wünsche Ihnen alles Gute für Ihren Kampf und versichere Sie meiner Bewunderung und Unterstützung! Ich hoffe, dass nach dieser „Pionierleistung“ andere folgen werden!


Gefängnis

Das möchte ich sehen wenn der Heini ins Gefängnis geht, der glaubt das ist dort ein Erholungsheim aber da kann man wunderbar über die Vergangenheit nachdenken, weil Zeit hat man da genug und der Stress ist dann auch vorbei

Podiumsdiskussion WIR SIND DAS VOLK

Heini Staudinger im Gespräch mit Betroffenen, Engagierten, Unternehmern & Politikern

Am 14. November ab 19:30 Uhr bei GEA Waldviertler Werkstätten in Schrems
(Niederschremserstraße 4b, 3943 Schrems)

Der Konflikt Waldviertel/GEA mit der FMA ist zwar der Anlass für diesen Diskussionsabend, aber nicht das Ziel.

Denn Es geht nicht um Heini, um GEA, die FMA oder die Waldviertler.
Es geht um unsere Klein- und Mittelbetriebe die es in der heutigen Bankenwelt oft schwer haben.
Es geht um diverse sinnvolle Projekte mit Bürgerbeteiligung.
Es geht um unser Bürgerrecht uns selbst zu organisieren - Bürgerrecht statt Bankenrecht!

nur so ein gedanke

wer war denn die bank welche dem heini den kreditrahmen gesenkt hat?? vielleicht gar die gansbartkommunisten die gieblkreuzler, prölls beste engst freunde?? hat wer infos? eigentlich interessant wie in österrreich noch dazu in einer strulturschwachen, wenn nicht der strukturschwächsten region österreichs, mit inovativen firmen und deren eigentümern umgegangen wird, aber... für luftblasen skylinks mit gigantomanischen kostensteigerungen udgl ist zaster immer genug da.

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Re: nur so ein gedanke

Das macht jede Bank so. Dem Kaindl wurde ja auch seinerzeit alle Kredite fällig gestellt weil die Bank die schönen Liegenschaften zum Zwangsversteigerungs-Tarif haben wollte.

Ablenkung

Gibt's bei den Banken nicht's mehr zu prüfen, dass sich die FMA darum kümmern muss ?!?!??!

Na ja

also einerseits gab es den Schmäh bereits bei den Raiffeisenlagerhäusern in den 80iger Jahren. Da wurden die Verrechnungskonten, wenn positiv, mt guten Zinsen steuerfrei bedient. Zweites einerseits ..jene Banken, die hohe Verluste erlitten haben, müssen nun die Schulden abtragen und schröpfen die Kunden bis zum geht nicht. Kämen nun neue Konkurrenten, die eine lupenreine Vergangenheit haben, und nicht einen Mühlstein verdienen müssen, wären die Zombiebanken bald weg (und der Staat müßte zahlen). Andererseits sehe ich seine Schuhe noch in Schilling angeschrieben. Anderfalls wären sie unverschämt teure Bobotreter.

auf Nachahmung wird gehofft!!!

Ein mutiger Mann der Herr Staudinger. Er sollte unterstützt werden. Von mir zumindest wird er unterstützt, denn ich sehe mich baldigst um gutes österreichisches Schuhwerk aus Schrems um. Ist doch toll: man kauft sich ordentliche Qualität und unterstützt noch dazu eine Abwanderungsgegend.

Der tut wenigstens was für die Schremser Region. Komunalabgaben, ARbeitsplätze, usw.....

Lieber Hr. Staudinger ich wünsche ihnen viel Kraft dass sie das ganze gut überstehen.

Bin überzeugt davon, dass das kein Einzelfall bleibt - hoffentlich. Wird halt blöd für die Bankenmafia.


Re: auf Nachahmung wird gehofft!!!

10 mal grün für ihr posting. je früher wir aufstehen, desto weniger können sie uns auf den kopf kacken.

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"Notfalls werde er "auch ins Gefängnis gehen"


Alle Achtung! Wünsche viel Glück, Unterstützung und Erfolg!

Herzliche Grüße ins Waldviertel!

die FMA ist wohl immer der dumme...

nimmt die finanzmarktaufsicht zum schutz der anleihenkäufer ein unternehmen unter die lupe regen sich die leute auf, weil die FMA zu genau agiert

tut sie nichts regen sich auch wieder leute auf, weil sie zu wenig kontrolliert!

ich persönlich finde, dass das was herr staudinger sich hier leistet eine absolute frechheit ist!!!

wenn er anleihen ausgibt, so hat er die käufer über die entwicklungen im unternehmen zu informieren!

gewinn, umsatz, auftragslage, verbindlichkeiten,uvm sind den anlegern regelmäßig mitzuteilen!

außerdem sollten diese zahlen im bedarfsfall von der FMA überprüft werden können!

denn durch ein dulden solch verhaltens werden diversen betrügern tor und tür geöffnet, die sich dann auch als lokale,ökologische,liebe klein unternhemer ausgeben, und dann nachdem sie das ganze geld eingesammelt haben irgendwo im ausland damit untertauchen!

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Re: die FMA ist wohl immer der dumme...

Nur weil es Mörder gibt, dürfen Sie auch nicht jedem unterstellen ein Mörder zu sein.

Der Anlegerschutz bei Banken ist auch nur gegeben für Spareinlagen udn dabei auch nur weil Banken privilegiert sind, dass der Staat mit Steuergeld dafür haftet.

Wie Staudinger selbst gesagt hat: Wenn er betrügen würde, dann gibt es dafür ja das Strafgesetz.

Ihm zu unterstellen ein Betrüger zu sein - umsomehr als es keinerlei Anzeichen dafür gibt sondern sein einziges "Verbrechen" darin besteht, dass die Banken bei ihm ihre Macht nicht ausspielen können - ist in unserem Rechtssystem strafbar.

Re: die FMA ist wohl immer der dumme...

dudelsack = dodelsack

Re: Re: die FMA ist wohl immer der dumme...

geh thomi, zurück in den kindergarten mit dir, computer sind nichts für 4 jährige!

Ich sollte der FMA fast dankbar sein.

Weil durch den Wirbel bin ich auf gute Schuhe gestoßen und hab gleich zwei Paar (für mich und Gattin) geordert. Und ein Freund hat sich auch welche geholt.

Und schöne Möbel haben’s auch…

Re: Ich sollte der FMA fast dankbar sein.

Ja genau. i werd mich und meine ganze Familie mit diesen Qualitätsschuhen ausstatten. Solch ein cooler Typ sollte unbedingt unterstützt werden. Weiter so. Von dieser Sorte sollte es mehr geben.

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Re: Re: Ich sollte der FMA fast dankbar sein.

Ich habe mir die jetzt auch angeschaut. Für die Verarbeitungsqualität sind sie auch relativ günstig.

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Re: Ich sollte der FMA fast dankbar sein.

ICH habe mir gestern 2 Paare geholt und bin von der Qualität ziemlich beeindruckt! Made in Austria! UND mit 1 Jahr Garantie bitte!!! Also WER verkauft heute Schuhe mit 1 Jahr Garantie? Gutes Leder, gute Sohle, die kann man auch 3x austauschen, und sehr aber sehr KOMFORTABEL!!!

Ich habe mir gedacht SO einen Kerl MUSS man unterstützen!!! ;-)

Danke FMA!!! hahaha

hat die FMA nicht genug Arbeit mit den Banken,

dass sie Zeit findet sich im kleine Fische zu kümmern?

oder hat die lokale grüne Mafia ein neues Geschäft gewittert ...

Was wäre wenn

Hr. Staudinger klein beigegeben hätte und seinen Betrieb duch Verhinderung seitens der Banken nicht vergrößert hätte?
Schätzen sich diese diese Bänkster dermaßen abgehoben ein, daß es ohne sie nicht geht? Ist denen egal ob sich in diesem Gebiet Menschen über mehr Arbeitsplätze freuen dürfen?
Schön langsam bin ich wieder fürs Sparstrumpfsparen, damit diese Bänkster wissen von wem sie eigentlich leben. Nämlich vom Einleger.
Nach dem Motto: Da könnte ja jeder kommen und mit seinem Geld machen was er will!

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Re: Was wäre wenn

....die Firma pleite macht und sämtliche Einlagen verloren sind ????

Dann würden genau diesselben "Einleger" die FMA wegen mangelnder Aufsicht beschuldigen, die Republik auf Schadenersatz klagen und Schadenersatz wieder aus Steuergeldern beziehen!

Manche lernen´s nie!!!

Re: Re: Was wäre wenn

Nur leider hat in diesem Fall der Schimmel hinten ausgeschlagen.
Da merkt man welche "Experten" bei der FMA am Werke sind.
Den kleinen aussichtsreichen Unternehmer unterstützen sie nicht, dafür verludern sie anderswo (wie in diesem Forum schon x-mal aufgezählt) Milliarden.
Weg mit diesem Idiotenverein!

Re: Re: Was wäre wenn

mein gott, lassen sie sich windeln geben.

Re: Re: Re: Was wäre wenn

Sogar die Deutschen haben schon gegneisst, daß die Bankenaufsichten überflüssig sind.
Ekkehard Wenger: Wenn man sich die Geschichte der letzten Kapitalmarktkrisen anschaut muss man leider immer wieder feststellen, dass die zuständigen Aufsichtsbehörden nicht nur versagt, sondern sich als nutzlos und überflüssig erwiesen haben. Ich denke deshalb, dass man die Aufsichtsbehörden und das Aufsichtsregularium zurückdrängen muss, denn es hilft nichts, wie man sieht.

Re: Re: Re: Was wäre wenn

Sie wissen nicht, daß Sie vom Bauern leben.

 
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