Scheitert Inventur der Goldreserven?

26.11.2012 | 18:19 |   (Die Presse)

Der Rechnungshof will Österreichs Goldreserven prüfen. Experten meinen, dies sei praktisch nicht möglich, weil das Gold nicht eindeutig zuzuordnen sei. 80 Prozent des Goldes befindet sich in London

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Wien/Apa. Die Oesterreichische Nationalbank (OeNB) hat vergangene Woche viel über die 280 Tonnen Gold der Republik Österreich preisgegeben. Auf welchen Teil davon man aber wirklich Zugriff habe, lasse sich nicht erkennen, sagt eine US-amerikanische Organisation, die sich seit 15 Jahren mit dem globalen Goldmarkt beschäftigt.

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„Um das zu wissen, müsste die Bank nicht nur preisgeben, wie viel sie aktuell verliehen hat, sondern auch, ob das Gold in zuordenbaren oder nicht zuordenbaren Konten (allocated/not allocated) gehalten wird“, erläuterte Chris Powell vom Gold Anti Trust Action Committee (Gata).

Die OeNB musste vergangene Woche vor dem Parlament einräumen, dass sich 80 Prozent des Goldes in London befinden und erklärt, dass sie in den vergangenen zehn Jahren 300 Mio. Euro mit Goldleihgeschäften verdient habe. Nachdem ein Experte kommentiert hatte, dies lege nahe, dass ein großer Teil verliehen sei, ließ die Bank durchsickern, dass dies aktuell nur mehr 16 Prozent der Bestände betreffe. Eine Erklärung für die relativ hohen Erlöse aus der Goldleihe gab sie keine ab.

Zuordenbares Gold bedeutet laut Gata, dass die Barren genau gewogen, mit Seriennummern versehen dem Eigentümer direkt zugeschrieben werden können und auf Verlangen ausgefolgt werden müssen. Nicht zuordenbares Gold ist lediglich eine Forderung gegen die lagernde Institution, im besseren Fall also etwa die Bank of England (BoE) oder die Bank für Internationalen Zahlungsausgleich (BIZ). Gata geht davon aus, dass diese Forderungen unbesichert sind; ob dies wirklich der Fall ist, ist aber nie offiziell verlautbart worden. Institutionen wie BoE oder BIZ führen jedes Jahr Gold-Swaps im Volumen von etlichen hundert Tonnen durch.

Im Fall von nicht zuordenbarem Gold hätte die OeNB weder das Recht, konkrete Barren zurückzubekommen noch gäbe es eine Liste, die für eine Inventur der physischen Bestände verwendet werden könnte. „Als Konsequenz könnte sich ergeben, dass es praktisch unmöglich ist, große Teile der Goldreserven verlässlich zu prüfen“, meint Gata-Sekretär Powell. Der Rechnungshof wird 2013 die Nationalbank und deren Devisenbestände durchleuchten, hat bisher aber offengelassen, ob das erstmals auch die physischen Goldbestände umfasst.

Goldpreis manipuliert?

Gata wirft den westlichen Zentralbanken vor, den Goldpreis seit Jahrzehnten zu manipulieren, um ihre Währungen – vor allem den Dollar – zu stützen und die Zinsen niedrig zu halten. Ein großer Teil dieser Transaktionen werde mit Material von Zentralbanken durchgeführt, was dazu geführt habe, dass in deren Tresoren real nur mehr die Hälfte des Goldes lagere, das offiziell ausgewiesen werde. Kritiker weisen dies als „Verschwörungstheorie“ zurück.

("Die Presse", Print-Ausgabe, 27.11.2012)

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63 Kommentare
 
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Angeblich haben die Engländer unser Gold schon an die Chinesen verkauft.

;-)

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wenn die Öffentlichkeit erkennt ,dass das Gold der einzelnen Nationalbanken

weg ist ..nämlich zur Drückung des Goldpreises über Jahrzehnte verbraucht..stirbt der Dollar und mit ihm alle Fiat-Währungen ..Gold geht in unendliche Höhen ..Geithner macht nicht den gl.Fehler wie in den 80ern die amerk. Finanzminister ..

Wenn es eine Verschwörungstheorie ist...

...wird doch wohl niemand etwas gegen eine Inventur durch den Rechnungshof haben.

Und wer, bitte, hat diese GATA gefragt?


Wenn die OeNB tatsächlich

… Ordnung in ihre Bilanzen bringen wollte, könnte sie das Gold in London verkaufen und anschließend mit Lagerstandort Wien wieder zukaufen.

Wenn aber eine eindeutig nennbare Wertsache nicht mehr inventurfähig sein soll, weckt das für den Außenstehenden schon Zweifel am seriösen Geschäftsgebaren.

Schließlich hat man in der EU schon von der Praxis gehört, daß für Schafe Förderprämien kassiert wurden, die man bei der Kontrolle flugs auf die Nachbarweide trieb – und da gab es auch noch keine Ohrmarken …

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Re: Wenn die OeNB tatsächlich

"...in London verkaufen und anschließend mit Lagerstandort Wien wieder zukaufen."

Und wie kommt das Gold (280 Tonnen) dann nach Wien, oder glauben Sie in Wien hat ein Verkäufer gerade zufällig 280 Tonnen Gold herumliegen? Wird es portofrei von der Post oder dem Verkäufer zugestellt?
Da können Sie sich in London den Verkauf und anschließenden Kauf sparen, wenn Sie die 280 Tonnen gleich nach Wien schleppen!


Re: Wenn die OeNB tatsächlich

man kann 280T Gold sicher leicht verkaufen aber sicher nicht so einfach mehr zum gleichen Preis kaufen!

Warum nicht?

Keiner wird so dumm sein und alles auf ein mal verkaufen und kaufen.

Barren für Barren und nach einer gewissen Zeit ist das Projekt erfolgreich abgeschlossen.

BWL 1

als privater Unternehmer musst du peinlich genau bilanzieren, sonst kriegst eine vom Finanzamt drüber - und gleichzeitig schaffts die Nationalbank nicht einmal Inventur zu machen ;-)

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um die gold bestände zu überprüfen schicken's den graf ali oder seine maria, nee besser den ernst strasser oder den hochegger, den meischi, nee ich weiss, besser den petzner und die scheuch brüder!!!


Mit Dieben fängt man Diebe?


welcher Hund liegt da wohl begraben.


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Re: welcher Hund liegt da wohl begraben.

Ein Wuff Namens Nowotny

Man beginnt den Ausgang von WK2 immer mehr zu bedauern.


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Re: Man beginnt den Ausgang von WK2 immer mehr zu bedauern.

Ich nicht. Ob es die Deutschen oder die Engländer nicht herausrücken kommt aufs selbe heraus.

Ich würde sagen: garnicht großartig spekulieren, was vielleicht wäre, sondern einfach ein paar Transporter hinschicken und das Zeug abholen lassen. Wir haben genug Platz. So viel ist das ja leider nicht mehr.

Re: Re: Man beginnt den Ausgang von WK2 immer mehr zu bedauern.

Das dürfte ja das Problem sein :
die geben das österreichische Gold nicht heraus .
Das Winkeladvokatentum hat wie üblich andere Erklärungen (s.o.),
aber tatsächlich dürfte des Gold als Kriegsbeute einbehalten werden .

Nach 70 Jahren ist es an der Zeit
die "Befreier" endgültig loszuwerden
.

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Re: Re: Man beginnt den Ausgang von WK2 immer mehr zu bedauern.

"...sondern einfach ein paar Transporter hinschicken ..."

290 Tonnen, auf ein ein paar Transporter mit dem geringen Volumen?
Was glauben Sie welche Belastung auf den Achsen wirksam werden, weil Sie das "Zeug" ja nicht über den ganzen Transporter verteilen können.
Die Versicherungskosten und Bewachungskosten?

Und dann bei einem Verkauf das Ganze wieder retour nach London oder New York oder sonstwohin?

Das wäre Schildbürgerei!


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Re: Re: Re: Man beginnt den Ausgang von WK2 immer mehr zu bedauern.

Es war ja auch keine Schildbürgerei, das aus Wien abzutransportieren und später dorthin zu bringen. Sonderbares Argument. Das Gold gehört nach Österreich.

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Re: Re: Re: Re: Man beginnt den Ausgang von WK2 immer mehr zu bedauern.

"...Schildbürgerei, das aus Wien abzutransportieren..."

Das Gold war nie in Wien!

Schon 1938 wurden die Österreichischen Goldreserven von ENGLAND dem Rechtsnachfolger Österreichs, dem 3. Reich ohne Probleme ausgefolgt.
Glauben Sie, dass man etliche 100 Tonnen Gold in Wien kaufen und verkaufen kann?

Man kann in England verkaufen und in der Schweiz kaufen.

So müssten wir nicht mehr die Echtheit der Barren in England prüfen und der Transportweg verkürzt sich um einiges.

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Re: Man kann in England verkaufen und in der Schweiz kaufen.

Wieso soll sich der Transportweg verkürzen?
Sollten wir in der Schweiz Gold kaufen, würde dieses Gold doch in der Schweiz bleiben!
Kein vernünftiger Mensch wird Tonnen von Goldbarren herumschleppen!
Und die Echtheit brauche ich nicht prüfen, weil niemand die Barren ja "körperlich" übernehmen würde. Dafür haben Sie eine Forderung auf die entsprechende Summe!

Ja, genau. Die Vernünftigen lassen sich nur Fotos zeigen oder zuschicken.


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Re: Ja, genau. Die Vernünftigen lassen sich nur Fotos zeigen oder zuschicken.

Sind Sie so einfältig oder tun´s nur so?
Wenn Sie Aktien kaufen, verlangen Sie dann Fotokopien wenn Sie Geld zur Bank bringen, schreiben Sie dann die Seriennummern auf oder machen Sie Fotos von den Banknoten oder begnügen Sie sich mit einem Kontoauszug?

Re: Re: Ja, genau. Die Vernünftigen lassen sich nur Fotos zeigen oder zuschicken.

Genau das ist der Pferdefuß vom ganzen System.

Es gibt keine Seriennummer für Aktien.

Genau darum können sie auch betrügen wie sie wollen. So können sie auch naked short selling betreiben bis keiner mehr weiß was oben und was unten ist.

Das Vertrauen ist verspielt.

Jetzt ist die Zeit reif um über handfeste Dinge zu reden.

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Re: Re: Re: Ja, genau. Die Vernünftigen lassen sich nur Fotos zeigen oder zuschicken.

Bleiben´s beim ganz gewöhnlichen normalen Aktienhandel und nennen Sie mir einen einzigen adäquaten Fall, wo die Bank gekaufte und im DEPOT VERWAHRTE Aktien nicht herausgegeben oder verleugnet hätte!
Und sollte es irgendwo vielleicht doch passiert sein, dann weisen Sie mir nach, dass der betrogene sein Recht NICHT erhalten hätte und die Bank sich die fremden Aktien behalten hätte!

Ja, genau. Die Vernünftigen lassen sich nur Fotos zeigen oder zuschicken.

MF Global

 
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