Nahrungsmittel teurer als im Vorjahr

Die Weltbank warnt in ihrem jüngsten Bericht vor dauerhaft hohen Preisen. Im Vergleich zum vergangenen Jahr seien die Preise für Nahrungsmittel heuer im Schnitt um sieben Prozent höher.

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Nahrungsmittel teurer als im Vorjahr
Nahrungsmittel teurer als im Vorjahr – (c) Erwin Wodicka BilderBox com (Erwin Wodicka BilderBox com)

Brüssel/Go/Red. Hohe Nahrungsmittelpreise sind der Weltbank ein Dorn im Auge. Und so warnt die Organisation in ihrem jüngsten Bericht erneut davor, dass auf den Märkten keinerlei Entspannung in Sicht sei. Im Vergleich zum vergangenen Jahr seien die Preise für Nahrungsmittel heuer im Schnitt um sieben Prozent höher. Bei Getreide liege das Plus bei zwölf Prozent. „Die hohen Preise scheinen sich als neue Norm einzustellen“, sagt Otaviano Canuto, Weltbank-Vizepräsident für Armutsbekämpfung. Zwar könne man derzeit noch keine Nahrungsmittelkrise wie im Jahr 2008 beobachten, dennoch sollte die Sicherstellung der Versorgung mit Lebensmitteln Priorität haben, sagt Canuto weiter. Werden Lebensmittel teurer, haben vor allem die Armen zu kämpfen. Denn sie müssen in Relation mehr Geld ihres Einkommens dafür aufwenden, ihre Ernährung sicherzustellen.

 

Düngemittelpreise gestiegen

Die mittelfristige Prognose der Europäischen Kommission für die Agrarmärkte bis 2022 bestätigt diese Annahmen indes zum Teil.

Zwar gebe es seit 2000 einen Aufwärtstrend bei den Preisen für so gut wie alle landwirtschaftlichen Produkte. Der Weltmarktpreis für Mais zum Beispiel ist seit dem Jahr 2010 von rund 150 auf fast 250 Dollar pro Tonne gestiegen. Allerdings sind die Preise für Düngemittel und Treibstoffe zuletzt stärker gestiegen als die Agrarpreise. Nach dem aktuellen dürrebedingten Höhepunkt der Preise für Weizen, Mais und Gerste (alle drei bewegen sich um die 250 Dollar pro Tonne) sei bis zum Jahr 2016 ein Sinken der Preise auf rund 150 Dollar zu erwarten, ehe sie bis zum Jahr 2022 auf 170bis 200 Dollar ansteigen. „Wir erwarten keine Entspannung der knappen Marktsituation“, sagte Tassos Haniotis, der in der Kommission für die Analyse der Agrarmärkte zuständig ist.

("Die Presse", Print-Ausgabe, 01.12.2012)

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