ÖVAG schreibt deutlichen Betriebsverlust

30.11.2012 | 18:32 |   (DiePresse.com)

Nach neun Monaten gibt es ein positives Ergebnis - allerdings nur wegen Sondereffekten. Heuer und 2013 bilanziert die Bank rot.

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Die heuer im April teilverstaatlichte Volksbanken AG (ÖVAG) bilanziert auch das Jahr 2012 rot. Operativ wird die Bank auf Konzernebene - nach internationalem Rechnungslegungsstandard IFRS - das Jahr 2012 und voraussichtlich auch 2013 deutlich negativ abschließen. Das hat die Bank am Freitagabend zum Quartalsbericht bekräftigt. Der Quartalsbericht selbst ist wegen umfassender Bilanz-Sondereffekten infolge der heurigen Bankrettung nicht besonders aufschlussreich.

Am 9. November hat die ÖVAG für heuer bereits einen deutlich zweistelligen Millionenverlust auf Einzelinstitutsebene (UGB) prognostiziert. Für außenstehende kurios: Dennoch wird die ÖVAG im Konzern unterm Strich heuer zum Jahresende einen signifikanten dreistelligen Millionengewinn ausweisen. Für diese Differenz zwischen AG-Abschluss und Konzernabschluss ist der bilanzielle Effekt der Kapitalherabsetzung verantwortlich, der auf Konzernebene jetzt im September bilanzwirksam wurde.

Während das ("kapitalgeschnittene") Partizipationskapital aus der Emission 2008 im Einzelabschluss UGB als Eigenkapital ausgewiesen wird, zählt es nach Konzernbilanz IFRS zum Fremdkapital. Nach IFRS muss der nicht mehr zurückgezahlte bzw. mit Zinsen bediente Teil bereits jetzt als "zukünftiger Gewinn" gebucht werden. Im UGB wird die mehrere hundert Millionen schwere PS-Kapitalherabsetzung dagegen erfolgsneutral erfasst. Erträge aus sogenannten verminderten Rückzahlungskursen werden im UGB erst bei tatsächlicher Realisierung, also zum Tilgungszeitpunkt, erfasst.

Im Konzernergebnis des dritten Quartals 2012 wurde zudem ein weiterer bilanzieller Sondergewinn verbucht. Nach dem Rückkauf eigener Hybridanleihen fiel Mitte Juli ein Ertrag von mehr als 120 Millionen Euro an, der jetzt ergebnissteigernd bilanziert werden konnte. Ergebnisbelastend wirken hingegen Abschläge für das Abbauportfolio, teilte die Bank mit.

In der Konzernbilanz per September weist die ÖVAG folgende Werte aus: Das Ergebnis vor Steuern steht mit 642 Mio. Euro im Neunmonatsbericht. Das Konzernergebnis nach Steuern und Minderheitenanteilen liegt bei 599 Mio. Euro. Abzüglich der bilanziellen Sondereffekte ist das Bilanzbild freilich auch per Ende September unter Wasser.

Zum 30. September 2012 betrug die Bilanzsumme des ÖVAG-Konzerns 28,5 Milliarden Euro, das war ein Rückgang um 12,7 Milliarden Euro im Vergleich zum Ultimo 2011.

(APA)

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1 Kommentare

Vielleicht hängt es damit zusammen

dass, genau die selben Manager, die diese Bank in die pleite trieben, nach wie vor in den selben Positionen ihre unfähigkeit weiter ausleben? Danke Frau Fekter, danke Herr Faymann. Superentscheidung mit meinem Geld.

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