30 Prozent mehr Langzeitarbeitslose in Österreich

03.12.2012 | 09:28 |   (DiePresse.com)

Die Arbeitslosigkeit stieg im November um 6,7 Prozent. Betroffen sind vor allem Leiharbeiter und Beschäftigte im Gesundheits- und Sozialbereich. Auch die Schulungssäle haben sich gefüllt.

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Die Wirtschaftskrise ist zwar noch nicht auf Österreichs Einkaufsstraßen angekommen, dafür aber beim Arbeitsmarktservice. Alleine im Vormonat sind über 23.000 Menschen zusätzlich auf Jobsuche gewesen. 270.436 Personen waren im November offiziell arbeitslos gemeldet, ein Zuwachs von 6,7 Prozent im Jahresvergleich. Dazu kommen noch 74.085 Schulungsteilnehmer, ein Plus von neun Prozent. Somit waren im Vormonat insgesamt 344.521 Personen auf Jobsuche (plus 7,2 Prozent), die Arbeitslosenquote laut Eurostat beträgt 4,3 Prozent.

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Bei den Langzeitarbeitslosen gab es im Vormonat gleich einen Zuwachs von 30,3 Prozent auf 5817 Personen. Besonders schwer hatten es außerdem Behinderte, Ausländer und Leiharbeiter. Auffallend ist auch, dass das Industrieland Oberösterreich überdurchschnittlich stark Personal abgebaut hat, galt doch die Industrie bisher als widerstandsfähig gegenüber der globalen Wirtschaftskrise. Und auch bei den Branchen zeigt sich, dass der angebliche Jobmotor Gesundheitsberufe besonders schwächelte.

Der Anstieg der Arbeitslosenzahlen fiel bei Männern (plus 8,7 Prozent) stärker aus als bei Frauen (plus 4,5 Prozent). Bei Personen über 50 Jahre gab es einen Zuwachs von 10,1 Prozent, bei Jugendlichen (15 bis 24 Jahre) von 4,4 Prozent.

Lichtblick: Mehr offene Lehrstellen

Bei den Ausländern stieg die Arbeitslosenrate um 12,2 Prozent. Die boomende Zeitarbeitsbranche hat einen Dämpfer erhalten, hier stieg die Zahl der Suchenden auf 28.876 Personen, ein Anstieg von 12,4 Prozent. Hingegen rückläufig war die Zahl der vorgemerkten Arbeitslosen mit Jobzusage (minus 6,9 Prozent).Der einzige Lichtblick ist der Arbeitsmarkt für Lehrlinge. Zwar gab es auch hier einen Anstieg der Lehrstellensuchenden um 2 Prozent, aber gleichzeitig legte die Zahl der offenen Lehrstellen um 4,5 Prozent zu.

Sozialminister Rudolf Hundstorfer (SPÖ) verweist einmal mehr auf die vergleichsweise noch immer niedrige Arbeitslosenrate in Österreich - mit 4,3 Prozent sei sie die geringste in der EU. "Die Beschäftigung wächst mit plus 35.000 Personen auf 3,467 Millionen Beschäftigte kräftig und der Lehrstellenmarkt entspannt sich weiter", so der Minister.

Er verwies auf die neue Kurzarbeits-Regelgung, die diese Woche ins Parlament gebracht wird. "Sie garantiert den Beschäftigten weiterhin maximalen Schutz, macht Kurzarbeit für Unternehmen billiger und hilft beim Erhalt von Arbeitsplätzen und der Vermeidung von Arbeitslosigkeit", unterstrich der Sozialminister. Derzeit sind 2.821 Beschäftigte in 31 Betrieben in Kurzarbeit. Die neue Regelung sieht vor, dass der Staat ab Jahresbeginn den Arbeitgeberanteil für die Sozialversicherung nicht erst ab dem siebenten Monat in Kurzarbeit, sondern bereits ab dem fünften Monat übernimmt.

(APA)

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40 Kommentare
 
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Alter und Qualifikation

Ein 58-jähriger Ing., der langzeitig im Baugewerbe in leitender Funktion (Führung von -zig Mitarbeitern) tätig war, bewirbt sich beim AMS als Berater. Er wird, obwohl beim AMS-Mitarbeiter gesucht werden, abgelehnt, da er ja keine pädagogische Ausbildung vorweisen kann. Eine Schulung ist dem AMS zu teuer, für einen sauteuren CAD-Kurs hatten sie Geld. In Wahrheit war ihnen der 58er zu alt und daher zu teuer. Daher werken Jungspunde (Innen) mit 3-Wochenkurs beim AMS und sollen älteren, erfahreren Menschen, die wegen Firmenauflösung keinen Job mehr haben, zu einem neuen Job verhelfen, da sie ja erst mit 65 in Pension gehen dürfen. Die fiktive, beschriebene Person ist mitlerweile in Pension. PS: ich könnte seitenweise über meine sehr eigenartigen Erlebnisse beim AMS erzählen. Das steht dann in meinen Memoiren.

Industrie ist Jobgarantie

Sonst gar nichts.

Gesundheits- und alle anderen Dienstleistungsberufe können sie vergessen wenn es keine produzierende Industrie mehr gibt.

Die Industrie verkauft ihre Produkte nicht weil wir bei der EU sind sondern weil es sich um weltweit anerkannte Qualitätsprodukte handelt.

Investieren wir unser Geld in unsere Industriearbeitsplätze und nicht in Pleitestaaten die uns ohnehin nichts abkaufen können!

Arbeitslosigkeit stieg im November um 6,7 Prozent

Man muss den Sachverhalt positiv sehen.
Endlich wieder eine wirtschaftlich relevante Zahl
neben den Staatsschulden, die nicht rückläufig ist.

alle

Umfragen bitte ab jetzt nur mehr von Statistikern - passt.

Sogar geschönte Zahlen beweisen: Diese "Regierung" versagt in allen Belangen!


Re: Sogar geschönte Zahlen beweisen: Diese "Regierung" versagt in allen Belangen!

... und wir wählen sie zum Dank dafür immer wieder.

es is Winter

die Baubranche geht stempeln...

Re: es is Winter

ok dochned, legts euch einen Gemüsegarten zu.

2013 --> Wenns noch ein bisserl mehr Zahlen beim AMS ...

... bewerb ich mich dort auch mal !!!

Zu erwartende Reaktionen:

Die "Schulungs"-Lobby (darunter die AK) fordert noch mehr Geld ("gerade jetzt"), die Hetzergilde noch mehr Verschärfungen. Bei offiziell geringer Arbeitslosigkeit würde es heißen, man dürfe jetzt nicht locker lassen. Nota bene: Erst unlängst sind die Mittel für "aktive Arbeitsmarktpolitik" (Deppenkurse & andere Schikanen) auf ca. 1,4 Milliarden erhöht worden!!! Gier macht gierig. Die Ratten plündern das sinkende Schiff.

Re: Zu erwartende Reaktionen:

und die was diese kurse leiten oder mentoren leiten sind die größten pfeifen.

Oba geh, is bestimmt nur Rechte Hetze

Denn was sagt die ÖVP uns jeden Tag von neu? Richtig!

Nur die EU bringt uns Wohlstand und SICHERT Arbeitsplätze. Und die ÖVP mein lieber kennt sich da aus, dass ist ja eine Wirtschaftspartei. Jawohl!

PS: SPÖ + Grün Politiker sind ebenso angesprochen, aber die machen das nicht so herzergreifend wie die ÖVP!

na klar, gab ja auch heuer "weniger arme Arbeiter" in Österreich...

...ich nehme mal an, die gabs weil diese "armen Arbeiter" ihre eh schon schlecht bezahlten Jobs verloren haben, und damit aus der Arbeiterstatistik fielen.... das nenn ich Auswertung und Interpretation.

Deshalb gibts jetzt doch die hohen Arbeitslosenzahlen.

So macht der Sozialminister aus 2 schlechten Nachrichten, eine Gute und eine weniger Gute.

sic

zunächst müssen einmal die abstrusen Rechte der Arbeiterkammer

eingschränkt werden. Jeder Angestellte wird gegen den Arbeitgeber verteidigt, auch wenn sich jemand etwas zu Schulden kommen hat lassen und zurecht gekündigt wurde. Ich unterstelle jetzt einmal das einige dies ausnützen und Kündigungen provozieren denn mit dem Arbeitslosengeld kann man einige Zeit ja auch gut über die Runden kommen. Dann landen solche Leute beim AMS, nach 3-4 Kündigungen
bzw. häufigen Jobwechsel ist die Langzeit-arbeitslosigkeit vorprogrammiert, denn solche Personen würden wir sicher nicht anstellen. Von Absolventen div. AMS-Kurse weiss ich dass sie eigentlich garnicht mehr arbeiten wollen und auf Prüfungen legt keiner einen Wert weil sie nicht verpflichtend sind. Müssten die Kursteilnehmer bei "nicht bestehen" oder "nicht antreten" die Kursgebühr selbst bezahlen würde sich einiges schlagartig ändern.

Re: zunächst müssen einmal die abstrusen Rechte der Arbeiterkammer

darübehibaus machen manche ja nicht mal ein Geheimnis daraus faul zu sein und auf Kosten anderer Leben zu wollen.

Es wäre interessant zu wissen, was für einen Laden Sie da haben, dass bei Ihnen so viel Fluktuation herrscht. Haben Sie schon einmal darüber nachgedacht, dass es an Ihnen selbst liegen könnte? Ein Tipp: Nehmen Sie auf eigene Kosten an einem der Tausenden verpflichtenden AMS-Deppenkurse teil und erkennen Sie sich selbst! Sie werden nicht bestehen. Oder lassen Sie sich Ihr Einkommen sperren! Die AK übrigens - man muss es hier sagen - steht ganz dick und fett hinter der "aktiven Arbeitsmarktpolitik", wie das milliardenschwere Arbeitslosenschikaniergeschäft offiziös genannt wird, und fordert regelmäßig mehr Geld dafür!

Re:

sorry, aber was sind Sie für ein Mensch, sie wollen also sagen jeder Chef welcher Laschierer in seinem Unternehmen hat ist selbst schuld ??? Da wundert mich nichts mehr, Ihr Chef tut mir leid dass er es mit Ihnen offensichtlich aushalten muss.

Re: zunächst müssen einmal die abstrusen Rechte der Arbeiterkammer

Ich wollte zuerst einen langen Gegenkommentar verfassen.Allerdings habe ich den Eindruck,dass Sie nicht nur resistent auf Gegenargumente reagieren sondern dass Sie eine äußerst klischeehafte und vor allem negative Vorstellung von arbeitslosen Menschen haben.Ich vermute Sie sind ein Arbeitgeber,der es für einen Gnadenakt hält,wenn man für Sie arbeiten darf.Genauso liest sich zumindest Ihr Posting.Wenn Sie von Ihrer Tätigkeit so viel Ahnung haben wie vom komplexen Thema Arbeitslosigkeit werden Sie bald Konkurs anmelden müssen.Und das würde mich sehr freuen.

Re: Re: zunächst müssen einmal die abstrusen Rechte der Arbeiterkammer

Sie sollten bevor Sie mich so einschätzen schon genau lesen was ich geschrieben habe, nämlich dass "EINIGE"......
Es erübrigt sich zu erwähnen dass ich andere Schicksale selbstverständlich auch kenne und auch anders beurteile. Wenn sie mir den Konkurs wünschen dann sind halt
einige Menschen mehr arbeitslos und ich kann dann den sozialen Staat nicht mehr mit meinen Steuern unterstützen. Also Sie sollten sich lieber ein erfolgreiches Unternehmen wünschen mit engagierten, glücklichen Mitarbeitern die teamfähig sind und keinen Egotripp fahren.

Re: Re: Re: zunächst müssen einmal die abstrusen Rechte der Arbeiterkammer

Wenn es Ihrer Ansicht nach ohnehin nur "einige" sind,frage ich mich warum Sie sich die Mühe machen,deshalb zu posten.Ich bin überzeugt,dass es tatsächlich nur "einige" sind.Die schwarzen Schafe gibt es überall und es ist schlicht menschenverachtend, arbeitslose Arbeitnehmer generell als arbeitsscheu zu denunzieren nur weil sie vielleicht Rechte in Anspruch nehmen,die Sie ihnen pauschal absprechen möchten.Mit gleicher Berechtigung könnte man die "abstrusen Rechte" der Wirtschaftskammer in Frage stellen.Die vertreten auch Unternehmer,die besser keine wären,weil sie sich primär als Herrenmenschen verstehen die sich Domestiken halten.Arbeit und Glück haben in den seltensten Fällen etwas miteinander zu tun und ist für mich in dem Zusammenhang kein Thema.

Re: Re: Re: Re: zunächst müssen einmal die abstrusen Rechte der Arbeiterkammer

man muss die Relation sehen, wenn von 300.000 AL, 10.000 "Einige" sind reicht es aus mehrere Kleinunternehmer zu ruinieren.

Re: Re: Re: Re: Re: zunächst müssen einmal die abstrusen Rechte der Arbeiterkammer

Wie wollen Sie diese,Ihrer Schätzung nach 10.000 so kenntlich machen,dass Sie nicht die restlichen 290.000 in der gleichen Art denunzieren,ein roter Stern,ein grüner Kreis oder was stellen Sie sich da so vor?
Es gibt jedes Jahr Erhebungen,die besagen,dass die überwiegende Anzahl der Firmenpleiten auf Fehler im Management zurückzuführen sind,dabei ist die Firmengröße irrelevant.Was für eine billige Ansage,den unternehmerischen Mißerfolg den Mitarbeitern in die Schuhe zu schieben!

Re: Re: Re: Re: Re: Re: zunächst müssen einmal die abstrusen Rechte der Arbeiterkammer

Sie wollen leider nicht verstehen worum es geht, Sie beharren auf ihrer Linie....sinnlos!

Re: Re: Re: Re: Re: Re: Re: zunächst müssen einmal die abstrusen Rechte der Arbeiterkammer

Na Sie doch auch!Daher-siehe mein erstes Posting zu Ihrem Kommentar.

Re: zunächst müssen einmal die abstrusen Rechte der Arbeiterkammer

dieses system produziert genau das was von den linken kräften im land gebraucht wird: hilflose hascherln die vom staat absolut abhängig sind und denen der gedanke an eigenverantwortung so gründlich ausgetrieben worden ist, dass sie gar nicht anders können als links wählen.

Das kleine Österreich leistet sich:

10 Arbeitsminister*
10 Sozialminister*
10 Frauenminister(Innen)*
10 Arbeiterkammern*
10* ÖGB´s*
und weil das noch immer zu wenig Arbeitnehmervertretung ist, auch noch viele Fachgewerkschaften, jede wieder mal 10

* Einmal im Bund und 9 x mit gleichen Aufgaben in den Ländern.

Lt. UBS-Analysten mussten die ärmsten zehn Prozent der Österreicher in den Jahren 2000 bis 2010 einen realen Einkommensverlust von rund 35 Prozent hinnehmen.

 
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