IHS zur Krise: Der Tiefpunkt ist bereits erreicht

20.12.2012 | 18:13 |   (Die Presse)

Österreich muss unbedingt seine Schulden abbauen, fordern die obersten Wirtschaftsforscher des Landes. Für unsinnige Wahlgeschenke dürfe 2013 kein Geld fließen.

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Wien/Hie. „Wir haben 2012 so wenig revidiert, wie schon lange nicht mehr“, sagt Karl Aiginger. Darüber dürfte der Chef des Österreichischen Instituts für Wirtschaftsforschung (Wifo) recht froh sein. Wenn die aktuelle Prognose hält, dürften Österreich und der Euroraum in puncto Krise bald das Schlimmste überstanden haben. „Es besteht die Chance, dass die Rezession so kurz war wie erwartet“, sagt Aiginger. Im zweiten Halbjahr dürfte die österreichische Wirtschaft stagniert haben. Trotzdem sollte sich laut Wifo für das Gesamtjahr ein Wachstum von 0,6 Prozent ausgehen. 2013 werde das Wachstum ein Prozent, 2014 1,8 Prozent betragen.

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Das Institut für Höhere Studien (IHS) sieht das fast genauso: 2012 prognostiziert es 0,7 Prozent, für 2013 allerdings nur 0,8 Prozent Wirtschaftswachstum. Für 2014 liegt die Prognose gleichauf mit jener des Wifo. „Wir sehen 2014 eine Rückkehr zum normalen Wachstumspfad“, so Christian Keuschnigg, Chef des IHS, bei der Präsentation der Winterprognosen der beiden heimischen Institute. „Den Tiefpunkt haben wir im vierten Quartal 2012 erreicht.“

Laut Aiginger muss man aber davon ausgehen, dass das Wirtschaftswachstum in den kommenden Jahren deutlich niedriger sein wird als in den Jahren vor der Krise. Die Zuwachsraten werden eher bei 1,7 bis 1,8 Prozent liegen, statt wie zuvor bei zwei bis zweieinhalb Prozent. Und natürlich gilt: keine Prognose ohne ernsthafte Vorbehalte. So geht etwa das Wifo davon aus, dass sich die Staatsschuldenkrise nicht mehr wesentlich verschärft und die Investoren ihr Vertrauen zurückgewinnen. Auch das IHS legt seiner Prognose zugrunde, dass sich die Krise „zurückbildet“. Allerdings sehr langsam. Das Institut rechnet damit, dass die Wirtschaftsleistung in der Eurozone 2013 stagniert, nachdem sie heuer um 0,5 Prozent zurückgegangen ist. 2014 werde es im Euroraum wieder ein Wachstum geben, mit 1,4 Prozent aber ein geringeres als in Österreich.

Um die Krise zu überwinden, müssten die Euroländer ihre Wettbewerbsfähigkeit stärken. Keuschnigg und Aiginger mahnen außerdem zu einem Abbau der Staatsschulden. Spekulationen über ein Abgehen vom Konsolidierungskurs könnten die Finanzmärkte verunsichern und steigende Risikoaufschläge für Staatsanleihen bedingen, so das IHS. Die Schulden müssten zurückgeschraubt werden, damit nicht der Staat selbst zum Risiko für das Wirtschaftswachstum wird, so Keuschnigg. Schließlich gehe es um die Wahrung der Interessen der nachfolgenden Generationen. Auch Aiginger zufolge sei eine Erhöhung des Defizits „nicht ratsam“.

 

Echte Schulden bei bis zu 200 Prozent

Zumal die Auslandsschulden allein ohnehin nicht die geeignetste Form seien, um die tatsächlichen Staatsschulden abzubilden, wie Keuschnigg sagt. Berechnet man alle Schulden mit ein, also auch ausgelagerte Schulden und Rückstellungen für zukünftige Verbindlichkeiten wie Pensionen, komme man leicht auf eine Schuldenquote von 150 bis 200 Prozent des Bruttoinlandsproduktes.

Deshalb sind sich die obersten Wirtschaftsforscher auch einig: Für Wahlzuckerln gibt es keinen Spielraum. Es dürfe kein Geld in die Hand genommen werden, um eine Klientel zu bedienen, „die laut schreit“, sagt Aiginger. Auch Konjunkturpakete seien derzeit keine nötig. Bernhard Felderer, Leiter des Staatsschuldenausschusses und ehemaliger Chef des IHS, warnte auch bereits vor teuren Wahlgeschenken wie dem Pendlerpauschale. Stattdessen müsse man in die Zukunft des Landes investieren, fordern Aiginger und Keuschnigg. „Wenn 25 Prozent der Österreicher nach der Schule nicht lesen können, dann ist das die wahre Krise“, so Aiginger.

("Die Presse", Print-Ausgabe, 21.12.2012)

 
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44 Kommentare
 
12
thomasaltendorf
22.12.2012 12:34
1

bitte

diese drogen hätte ich auch gerne und bei der nächsten steuerprüfung gebe ich sie meinem prüfer.

Emil Huber
21.12.2012 17:16
1

Zufall, nichts als Zufall!

Immer vor Wahlen fallen die Prognosen der Wirtschaftsforschungsinstitute regierungsfreundlich aus.

Es ist kein Nachteil wenn man beim WIFO und IHS ein Parteibuch von SPÖ oder ÖVP hat.

news2
21.12.2012 13:13
1

IHS>für unsinnige wahlgeschenke soll kein geld mehr fließen.; dann können die abermd. der hackler u asvg pensionen - die in die bankenmärkte und subventionierten geldeliten geflossen sind - sofort zurückgeholt werden.


submersible
21.12.2012 11:13
2

solange die Schulden und wahlzuckerlpartei den kanzler stellt

und die Medien manipuliert, wird sich nichts ändern!

Danke an die Löwelstrasse.

Austriak
21.12.2012 10:49
1

IHS Heini

Nur zur Erinnerung: Deine Beamtenfreunde-Politiker haben sich gleich im Vorfeld die Parteienförderung(Wahlkampf) nur so hinaufgesetzt!

Alle leiden NICHT an Alzheimer so wie SIE.


Austriak
21.12.2012 10:40
1

ERSTE EINSPARUNG - IHS

wäre schon mal ein Anfang,usw.

Austriak
21.12.2012 10:38
1

So lange WIR Deppen (Volk) kuschn...........

.............Zahlen und die Gangster immer wieder Wählen,wird es weiter bergab gehen.

Und ER der Heini vom IHS gehört auch zu den...........

Austrian Economist
21.12.2012 10:26
4

"IHS zur Krise: Der Tiefpunkt ist bereits erreicht"

Wenn das IHS das meint, dann hat die Krise GERADE ERST BEGONNEN.

wolf61
21.12.2012 10:06
5

Ha, Ha, Ha... der IHS macht wieder gute Laune...

... aber die Wirklichkeit wird 2013 halt anders aussehen...

homunculus
21.12.2012 09:38
3

Klar, die Krise war und ist ja uch nur auf die USA beschränkt ;-)


Toast
21.12.2012 09:35
8

Na Gott sei Dank!

Und ich dachte schon die Schlagzeile "Die Krise kommt im Weihnachtsgeschäft an" wäre wahr.

Dabei ist eh alles schon vorbei und ab sofort fließt wieder Milch und Honig. Wird wohl sowas wie ein Weihnachtswunder sein.

berndmoron
21.12.2012 09:27
5

wenigstens die wirtschaftsforscher

arbeiten bis 65, so anstrengend sind deren jobs.

Antworten Austriak
21.12.2012 10:41
0

Re: wenigstens die wirtschaftsforscher

und ssoooo schlecht bezahlt................

Antworten Antworten achill
21.12.2012 17:14
0

Re: Re: wenigstens die wirtschaftsforscher

und SOO volkwirtschaftlich (und irgendwo anderweitig) produktiv.

17und4
21.12.2012 09:26
8

es gibt keine Wahlgeschenke, das bezahlen wir uns alle

selber, genauer, die, die das bezahlen bekommen meist nicht von dem zurück.

Mag. Robert Cvrkal
21.12.2012 09:21
7

Wirklich AUFWÄRTS oder nur mit Haftungen und Belastungen

S & P hat Zypern neuerlich abgestuft, Ausblick negativ.

Alles schon bei Griechenland gehabt. Zypern bekommt Hilfen aus den Rettungsfonds, die Spekulanten verdienen sich eine goldene Nase und die Steuerzahler dürfen für Malversationen und Fehlentscheidungen blechen. Ach ja nach der Hilfe wird Zypern wieder hochgestuft. In ein paar Wochen folgt das nächste Land.

http://www.wienerzeitung.at/meinungen/gastkommentare/507139_Die-Todsuenden-der-Politik.html

Und nachdem Griechenland, Zypern, Portugal pleite sind und die Grand Nation vor dem Abgrund steht, dürfen die Österreicher mit dem nächsten Belastungspaket und damit Rückgang der Wirtschaft rechnen

right_way
21.12.2012 09:19
6

Sogesehen ist ein EU-Austritt alternativlos :)

Denn würden wir nicht ständig von der EU (natürlich unter der zusätzlichen Kriminellen Energie von Rot-Schwarz) enteignet werden, das Geld den AL nachschicken oder sie importieren, hätten wir bereits eine Menge an Schulden abbauen können.

Wobei der Auf- aus Ausbau der Totalüberwachung Österreichs kostet ja auch noch eine schöne Stange. Die Wartungs- und Serverkosten nicht zu vergessen!

peter789
21.12.2012 09:19
7

Wirtschaftsforscher: Für Wahlgeschenke dürfe 2013 kein Geld fließen.

Genauso, wie es
* verantwortungslose Politiker gibt, die superteure Wahlzuckerl verteilen, gibt es auch
* verantwortungslose Wähler, die ausschließlich vom Staat leben, diesen ausnehmen, wo es nur geht (hinter mir die Sintflut) und die eben DIESE POLITIKER wählen.

Antworten Austrian Economist
21.12.2012 10:28
2

Re: Wirtschaftsforscher: Für Wahlgeschenke dürfe 2013 kein Geld fließen.

der Mensch maximiert immer seinen eigenen Nutzen. das ist natürlich und gesund.
krank ist nur unser sozialistisches Korruptionssystem

BÄNKSTER
21.12.2012 08:17
9

Kaufkraft


Die Reallöhne des Mittelstandes sind etwa seit 2000 im Sinken, vorallem wegen stark steigender Kosten für Energie, Wohnen und Lebensmitteln.

Wenn der Anteil des Einkommens für obige lebensnotwendige Ausgaben langsam aber stetig steigt, dann bleibt immer weniger übrig für weniger lebensnotwendige Dinge des Lebens.

Jedenfalls kann es unter solchen Bedingungen kein anhaltendes Wachstum geben, wie wir es etwa in den 90er Jahren gesehen haben.

charlykappel
21.12.2012 08:02
3

Schuldenabbau

Über Schuldenabbau brauchen wir nicht lange diskutieren. Wer 134 Mio. verspiel, 440 Mio. nicht auffindbar sind, da haben wir keine Schulden. Die Schulden haben andere, aber wir nicht!

persil 4.0
21.12.2012 07:53
13

Die Krise


hat bei uns noch nicht einmal richtig begonnen!

Nachdem wir mit der EU sämtliche Wettbewerbsvorteile der europäischen Staaten verspielt haben, werden die USA jetzt wieder davonziehen!

Schiefergas, 1/5 des europäischen Preises und Selbstversorger(Exporteur)!

Schieferöl, Selbstversorger und Exporteur!

Und in der EU überlegen unsere Supersozialisten den ganzen Tag darüber nach, wie man Energie noch teurer machen kann und wie man die Steuern noch weiter erhöhen kann....


Antworten submersible
21.12.2012 11:16
0

Re: Die Krise

ich frage mich, ob die Russen oder die Amis die Schiefergaspropaganda bezahlt haben....

ist ja sooo böse das Zeug.... echt.... wirklich wahr.... hab ich auf Youtube gesehen.... dort sieht man auch den Planeten niburu und den weltuntergang....

Antworten 17und4
21.12.2012 09:29
2

Re: Die Krise

und sind dabei serh Fantasievoll, nicht nur zum Schaden der Bürger, es geht dabei auch die internationale Konkurrenzfähigkeit verloren, aber das dauert länger und da ist meist ein Wahl dazwischen.

AlexAlex
21.12.2012 07:39
3

Hahahahahaha......

es hat sich gar nichts geändert. die Verschuldung ist in den letzten Jahren stark gestiegen und kann nicht zurückbezahlt werden. Die EU ist auf dem guten weg in eine Planwirtschaft und der bürokratische super Staat wird immer grösser. wenn der Staat sparen will bedeutet das immer höhere steuern und neue steuern. bin gespannt was da auf uns zukommt.

eumlinger
21.12.2012 07:28
8

Schuldenabbau.

das können wir bei SPÖ/ÖVP vergessen.
Dazu müßten sie Die ASFINAG "aufmachen".
Das wird sich nicht spielen hier.
Nicht mit der SPÖ.
Beide Parteien, die SPÖ, sowie die ÖVP sind nicht mehr fähig dieses Land zu lenken.
Zu groß sind ihre Verstrickungen in Betrug und KOrruption.

Wacht auf Landsleute
seht das Dilemma in dem diese Verbrecher in Rot stecken.
Wacht auf und sagt auch NEIN zu Korruption und auch NEIN zu diesem Machtmisbrauch der ÖVP.

 
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