Backhausen: Aufatmen bei Belegschaft nach Übernahme

21.12.2012 | 13:37 |   (DiePresse.com)

Die verunsicherten Backhausen-Mitarbeiter wurden heute bei einer Betriebsversammlung über ihre berufliche Zukunft aufgeklärt.

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Heute um 8.00 Uhr sind die Beschäftigten der Textilfirma Backhausen bei einer Betriebsversammlung offiziell über die neuen Eigentümer und deren Strategie informiert worden. Laut Prokuristin Heidemarie Seidl ist die Belegschaft nach einem "Schockzustand" nun in "Aufbruchsstimmung" und "guter Dinge". Bis 6. Jänner steht die Produktion in Hoheneich im Waldviertel nun still, es handle sich aber um den rund um Weihnachten und Neujahr üblichen Betriebsurlaub.

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Die von der ehemaligen Eigentümerfamilie Backhausen vorgesehene österreichisch-indische Investorengruppe schürte laut Seidl bei vielen Beschäftigten Ängste, dass es zu einer Abwanderung der Produktion kommt. Bevor sich der Deal überraschend wendete, waren der indische Seidenfabrikant Chamundi Silks und die österreichische Sanierungsgesellschaft Value Management Services (VMS) als Käufer im Gespräch. Die Produkte von Chamundi Silks hätten in das Backhausen-Programm integriert werden sollen.

Bis zu 40 müssen gehen

Ab Jänner sollen die Mitarbeiter nach und nach wieder aufgenommen werden. Für 10 bis 20 der 80 Beschäftigten in der Produktion wird das aber dennoch vorerst das Aus bedeuten. Da die neuen Eigentümer das Geschäft in der Schwarzenbergstraße im 1. Wiener Bezirk nicht weiter betreiben werden, fallen noch einmal 20 Arbeitsplätze weg.

"Wenn wir nicht aufgetreten wären, wären jetzt alle Arbeitsplätze verloren gegangen. Der Masseverwalter hätte den Betrieb geschlossen", räumte Geschäftsführer Jürgen Teubenbacher ein.

Acht Millionen Euro Umsatz

Die Investorengruppe rund um Ex-Kanzler Alfred Gusenbauer und Hypo Niederösterreich will in den nächsten Monaten mehrere Millionen in die Hand nehmen, um den maroden Betrieb wieder auf Vordermann zu bringen. Da die Verkaufszentrale in Wien wegfällt und es zu weiteren Anpassungen kommen wird, rechnet Teubenbacher im ersten Jahr, also 2013, mit einem Umsatz von ach Millionen Euro. Ex-Firmenchef Reinhard Backhausen hatte für 2012 einen Umsatz in Höhe von zwölf Millionen Euro prognostiziert.

Bedenken, mit den neuen Eigentümern im Textilbereich unerfahrene Manager zu haben, hat man offenbar nicht. "Wir haben schon im Vorjahr mit Interfides zusammengearbeitet. Unser Team war damals begeistert", sagte Seidl. Die Interfides von Wirtschaftsprüfer Werner Festa und Jürgen Teubenbacher hält allerdings nur fünf Prozent an der neuen Backhausen-Firma BHN Sileo GmbH. Mehrheitseigentümer ist zu 51 Prozent die Firma Cudos rund um Ex-Kanzler Alfred Gusenbauer, Anwalt Leopold Specht und den Beratern Alon Shklarek und Andreas Frech. 44 Prozent hält die Hypo-Niederösterreich-Tochter Strategic Equity Beteiligungs-GmbH. Die Hypo war die größte Gläubigerin von Backhausen.

(APA)

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20 Kommentare

das übernächste weihnachtsfest wird

wahrscheinlich nicht mehr so erfreulich sein.
da werden die kerzerl wahrscheinlich beim ams gmünd brennen.
schon als al jaber bei backhausen einsteigen wollte, habe ich böses vermutet.
nun ist es noch ärger gekommen.
wobei die fehler der exeigentümer beinhart ausgenutzt wurden. wie es halt bei firmen des investoren - und sanierungsbereichs - den leichenflederern - üblich ist.
zu dieser strategie gehört auch schon angeschlagene unternehmen (im wirtschaftlichen koma) in den konkurs - wenn nötig mit etwas hilfe - zu treiben, um dann die reste um "einen appel und ein ei" aufzukaufen.
dann wird ein konzept erarbeitet, förderungen an land gezogen; gehts halbwegs gut, dann wird mit gewinn verkauft. geht`s daneben, dann ist vorgesorgt, dass die drahtzieher ungeschoren aussteigen. und dazu benötigt man die leute mit besten politischen kontakten.
das verkaufte haus am getreidemarkt konnte auch nichts mehr retten.
der alte herr backhausen tut mit schon ein bisserl leid. nicht nur weil er vor jahren meinem selbstgepressten apfelsaft so begeistert zugesprochen hat. sondern weil sein lebenswerk so unrühmlich vor den gusi geht.
neben baumann und eybl hat es nun den dritten renommierten waldviertler betrieb der textilindustrie erwischt.
ob eine zusammenführung dieser drei betriebe zu einer "waldviertler textilgruppe" langfristig funktionieren wird, kommt darauf an, wie schnell sich die renditeerwartungen der investoren erfüllen werden.

Seltsames Spiel der HypoNö!

Die langjährigen Kunden(Besitzer) enteignen und dubiosen Geldgebern,an deren Spitze sonderbarerweise ein abgehalfterter Politiker steht(woher hat er die Taschen voller Geld eigentlich?)alle Rechte übertragen. Ein Sittenbild der Geldmächtigen im Land!Man kriegt den Eindruck,als gäbe es schon bei uns so Organisationen wie im südlichen Italien!

Re: Seltsames Spiel der HypoNö!

die camorra in italien ist gegen unsere polit -raiffeisen- hypo- filzläuse , ein spitzbubenverein, und zieht vor denen achtungsvoll den hut

Aufatmen bei Belegschaft?

Die werden noch ihre Wunder erleben;

Ehrlich.

Bisher habe ich den Gusenbauer auch für einen Sozialisten gehalten; welches System inhaliert die Charaktere?

Re: Aufatmen bei Belegschaft?

Keine Angst der ist schon ein richtiger Sozialist genauso wie H.Androsch einer ist.
Wer das Politkasperltheater noch nicht durchschaut hat,glaubt eben noch an Ideale .
Die sind aber nach dem erfolgten Aufbau der Republik schnell verschwunden.

Re: Aufatmen bei Belegschaft?

Hätte sich der Gusi doch schon als Kanzler so bemüht...!
Aber da ging es nicht um seine eigene Marie...alles klar ?

Gerüchte usw...

Das Problem bei Familienbetrieben die lange bestehen ist eben, dass die Qualifikation sich aus der Tatsache Familienmitglied zu sein ergibt - mit allen Vor- und Nachteilen.
Die Produkte sind Top - keine Frage, das Problem dürfte aber tatsächlich die Geschäftsführung gewesen sein.
Dass Gusenbauer Geschäfte macht ist okay - das macht hoffentlich einigen Berufspolitikern Mut sich endlich in Richtung harte Arbeit zu verabschieden - und Politiker die sich endlich aus ihren Ämtern verabschieden sollten gibt es genug.

Re: Gerüchte usw...

Ich kannte den "alten Baron Backhausen" und konnte damals schon feststellen, dass es diese Firma sehr schwer haben würde, mit den europäischen Firmen mitzuhalten. Von der Ausrüstung von Palais oder der Oper kann man nicht leben, man muss in den Markt der Transportunternehmen hineinkommen.
Die nachfolgenden Neffen haben es auch nicht besser verstanden.
Eine Verteufelung von Gusenbauer & Co finde ich unfair, der Mann ist doch clever und kennt den Markt.

Re: Re: Gerüchte usw...

der alte backhausen war niemals baron.

Re: Gerüchte usw...

endlich ein posting mit hirn, danke.
bei backhausen waren zuviele familienhände in der firmenkasse, wenn das wegfällt ist das unternehmen mit gewinn zu führen.

verstehe nicht..

die reaktion einiger hier. wäre es besser, alle hätten ihre arbeitsplätze sofort verloren?

im übrigen finde ichs gut, dass der pseudoscheich offensichtlich seine anzahlung los ist.

Re: verstehe nicht..

der pseudoscheich wurde von der hypo selbst zuvor "gepusht" - der backhausen selbst hatte mit dem davor auch nix am hut....

Re: Re: verstehe nicht..

falsch, der scheich war lange zeit ein kunde und hat seine rechnungen immer bezahlt.

schon sonderbar,

wenn plötzlich die Hypo NÖ, die zuvor Kreditgeber und größter Gläubiger war, einem Sanierungspaket zustimmt bei dem "zufällig" auch der Gusi mit dran beteiligt ist. Die haben doch die Anteile um nix gekriegt, übernehmen jetzt zwar die "Haftungen", aber das auch nur pro forma. Fakt ist, der Gusi wird "die restlichen Suderer" aus der Produktion auch noch abbauen, die "Marke" mit Minimalaufwand aufpolieren + dann an den "Meistbietenden" verscherbelt. ganz nach neoliberaler Heuschreckenart. Freundschaft Gusi

Re: schon sonderbar,

Auch der liebe Her Androsch lagert seine Produktionen aus .
Ein echter sozialistischer Patriot eben.

Der Parade Sozialist Gusenbauer

Schau schau Verrat am eigenen Land und Volk macht sich eben bezahlt !<<

Re: Der Parade Sozialist Gusenbauer

tja in der sandkiste hatte er wohl so einige seiner unheimlichen visionen, unser kleiner nostradamus-rosso

Re: Re: Der Parade Sozialist Gusenbauer

kuckuk kuckuk, wo ist denn der kommentar von vsmaster, welcher auf gusis gespielin doris b hinwies ? das pfiffen doch alle vogerln von den dächern warum so angerührt.

Re: Re: Re: Der Parade Sozialist Gusenbauer

Das ist doch so üblich seine Gespielinnen ein Amterl odersonstige Funktion zu verschaffen die Heide Schmidt könnte ein Liedchen singen.
Ja Das ist ebenso in der Alpenrep. ORF,Zeitungen,Alle staatsnahen Betriebe.

Re: Re: tja aus dieser sandkiste hatte er wohl auch ...

seine Gespielin Doris B. gehoben und sie der Republik als Ministerin des Verkehrs übermannt :-o

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