24.05.2013 21:06 Merkliste 0

Baumärkte Obi und Hornbach straucheln, Baumax hofft

21.12.2012 | 18:39 |   (Die Presse)

Obi baut in Österreich 33 Mitarbeiter ab. Bei Hornbach brach der Gewinn um 40 Prozent ein. Baumax bekommt zur Rettung 80 Millionen Euro. Die Probleme sind bei allen Baumärkten ähnlich gelagert.

Artikel drucken Drucken Artikel versenden Senden Merken AAA Textgröße Artikel kommentieren Kommentieren

Wien/Es/Ag. Es steht nicht gut um den deutsch-österreichischen Heimwerkermarkt. Die Annahme, dass die Leute in der Krise vermehrt selbst die Ärmel hochkrempeln und ihr Nest verschönern, scheint nicht der Wahrheit zu entsprechen. So wurde bekannt, dass die Wien-Zentrale der Baumarktkette Obi jeden sechsten der 206 Mitarbeiter abbauen will. Laut „Wirtschaftsblatt“ beordert die deutsche Obi-Mutter die Einkaufs-, Verwaltungs- und Führungsebene zurück nach Deutschland. Die Wien-Tochter ist derzeit für die Agenden in Österreich und einen Teil Osteuropas zuständig.

 

Österreich: Erfreulich stabil

Am Freitag meldete die deutsche Baumarktkette Hornbach für das dritte Quartal einen Gewinneinbruch um 66 Prozent (inklusive Auslandsgeschäft). Unterm Strich bleiben Hornbach 6,5 Mio. Euro, obwohl der Nettoumsatz leicht auf 746,4 Mio. Euro anstieg. In Österreich sei die Entwicklung aber erfreulicherweise stabil, hieß es in der deutschen Hornbach-Zentrale. Zwar liege das Betriebsergebnis leicht unter Vorjahresniveau, es sei aber im Vergleich zum Konzern überdurchschnittlich.

Schon länger sanierungsbedürftig ist die österreichische Kette Baumax. Die Gruppe machte zuletzt bei 1,25 Mrd. Euro Umsatz 57 Mio. Euro Verlust. Am Donnerstag gab es für die Eigentümerfamilie Essl „gute“ Nachrichten: Die 15 Gläubigerbanken einigten sich darauf, dass die Rückzahlung bestehender Darlehen für drei Jahre ausgesetzt wird. Zusätzlich machen die Banken 80 Mio. Euro für die Sanierung locker.

 

Familie Essl schießt zwölf Mio. zu

Die Familie Essl steuert weitere zwölf Mio. Euro bei. Bereits voriges Jahr flossen 40 Mio. Euro aus dem Privatvermögen der Essls in die angeschlagene Firma. In Österreich soll es bei Baumax weder Filialschließungen noch Kündigungen geben. Im Ausland sieht es anders aus. Besonders verlustreich waren die Geschäfte in Ungarn und Kroatien. 25 Mio. Euro mussten abgeschrieben werden.

Die Probleme sind bei allen Baumärkten ähnlich gelagert. „Nach der Wende sind alle großen westeuropäischen Player nach Osteuropa gegangen“, sagt Wolfgang Richter vom Marktforschungsinstitut Regioplan: „Es gab viel Nachholbedarf beim privaten Häuslbauen und Sanieren. Die Betriebsform Baumarkt hat es dort vorher nicht gegeben.“ Dieser Bedarf sei jetzt abgeflacht, der private Konsum in vielen osteuropäischen Ländern stark rückläufig.

Österreich diente bisher für deutsche Baumärkte wie Obi als regionale Expansionszentrale. Jetzt würden die Ressourcen wieder vermehrt nach Deutschland zurückgeholt. Doch auch in Österreich halten sich die Heimwerker zurück: Das Segment Garten, in dem die Baumärkte in den letzten Jahren noch Umsatzzuwächse verbuchten, sei jetzt ausgereizt, neue Trends nicht in Sicht.

Außerdem hätten viele Baumärkte den Trend zum Onlineshopping verschlafen: „Die meisten Bohrmaschinen hat in diesem Jahr Amazon verkauft“.

 

Essl-Interview Seite 22

Auf einen Blick

Heimwerkertief. Baumärkte machen derzeit kein gutes Geschäft. Marktführer ist in Österreich der Sanierungsfall Baumax. An zweiter Stelle kommt Lagerhaus, an dritter Hagebau. Dann folgen gleichauf die derzeit ebenfalls strauchelnden deutschen Märkte Hornbach und Obi. Obi baut in Wien 33 von 206 Mitarbeitern ab. Hornbachs Gewinn rauschte um 66 Prozent nach unten.

("Die Presse", Print-Ausgabe, 22.12.2012)

Testen Sie "Die Presse" 3 Wochen lang gratis: diepresse.com/testabo

Mehr aus dem Web

Mehr auf DiePresse.com

76 Kommentare
0 0

Re: Re: Die Leute haben weniger Geld in der Tasche!

wen die Suppe vom Fußvolk immer dünner wird teilt man keine zusätzlichen Löffel aus.

Re: Re: Die Leute haben weniger Geld in der Tasche!

"Glaubst das Strache ..."? Ich weiß jetzt Alles über Sie. Rotgrüne Intelligenz, stimmt's?

0 1

Ich weiß jetzt alles über Sie: Blau-schwarze Intelligenz!


Re: Re: Quotendiva -48% (ein maskuliner Kopf erträgt das nicht):

... Wetten, dass hinter soviel Weisheit die Quotenerfüllung steckt?

An alle die einen ehrlichen Preisnachlass suchen

Der Diskonter Hofer macht es, kann es und will die diversen Produktverbilligungen (Nachlass vom OriginalArtikel; kein extra billiger Zukauf) direkt an den Kunden weitergeben. Hofer, ist mit Sicherheit einer der ehrlichsten (weit abgehoben von den sonstigen Märkten), OkkasionsAnbieter. Der relativ günstige Einkauf, wird dir dort noch mit so manchem Artikel-Schmankerl „vergoldet“. Auch die Kundenfreundlichkeit (Filiale Wien 22 „Hirschstettnerstraße“) wird dort großgeschrieben. Frequentierte die Filiale jetzt seit 8 Jahren und kann nur herzliches Dankeschön sagen.

4 0

Hofer: Bei identischen Artikeln zumeist um etwa 20% teurer als bei Aldi Süd!

Grund?? Nur diee twas höhere USt. in A gegenüber D und der (vielleicht) weitere Transportweg??

Re: An alle die einen ehrlichen Preisnachlass suchen

--- sie lasen eine werbeeinschaltung ----

mit baumärkten hat das nämlich nichts zu tun!

Re: Re: An alle die einen ehrlichen Preisnachlass suchen

Damit meine ich (wenn der Vergleich auch etwas hinkt) die diversen Preisnachlässe, die oft (ganz egal wo) überhaupt NICHT DURCHSCHAUBAR sind. Der Hofer ist clean. Seine Okkasionsprodukte sind keine extra nachgekauften Minderwerterzeugnisse um den Konsumenten damit in die Preisfalle zu locken. In diesem Sinne, wünsche ich Ihnen u. ihrer Familie ein schönes Christkindl und ein gutes neues Jahr.

5 0

die

brauchen nur - laut Wirtschafts"Forschern" - 3 Jahre warten,dann wird alles besser - wenn es nicht schlechter wird.

Baumärkte Obi und Hornbach straucheln, Baumax hofft...

... dass die beiden fallen? ;o)))

Korrektur

Die Gruppe machte zuletzt bei 1,25 Mio. Euro Umsatz 57 Mio. Euro Verlust

Kann man das korrigieren.
Danke

Re: Korrektur

Was bitte soll man Korrigieren?

0 0

Milliarden, nicht Millionen!


Re: Re: Korrektur

Falsch! Nicht "Korrigieren", sondern "korrigieren". Geben Sie mehr Obacht bei der Wahl Ihrer Getränke.

Re: Korrektur

Ja, denn das klingt zu sehr nach ÖBB.

10 0

if you pay peanuts

you get monkeys.

und als kunde pfeif ich auf bedienung von leuten, die selber keine ahnung haben. die rauszuschmeissen ist hoffentlich nicht der ganze plan, oder?

Re: if you pay peanuts

In den letzten 12 Monaten wurden bei Baumax 800 Mitarbeiter abgebaut. Bei der sozialen Firma Essl hat es sicher einen Sozialplan für die Mitarbeiter gegeben. Vielleicht haben sie aber auch nur eine Eintrittskarte für das Essl-Museum bekommen.

Personalmangel

Kompetente Verkäufer sind bei den Baumärkten jetzt schon Mangelware! Aber überhaupt einmal einen MA zu finden grenzt an ein Wunder, jetzt werden noch mehr Leute gekündigt!! Die Zeiten wo Qualität und Beratung wichtig waren sind leider vorbei!

Re: Personalmangel

In ganz Europa wird man sich in Zukunft mit weniger Service und Qualität zufrieden geben müssen!

Re: Personalmangel

die MA wurden bei Obi in der Wiener Zentrale gekündigt bzw. haben sich selber was Neues gefunden.

Re: Re: Personalmangel

Stimmt, die wurden Taxilenker oder Bundeskanzler.

Re: Re: Re: Personalmangel

nö, SOLCHE De::p:pen hat's dort nie gegeben....

Obi und Hornbach straucheln, Baumax hofft

Ist der Markt erst ruiniert, lebt es sich ganz ungeniert:

Zusperren - es hat doch keinen Sinn, gierige Pleiteunternehmen mit Steuergeldern zu retten - Unternehmen müssen Steuer zahlen!

"Baumärkte", wie sie sich nennen, sind das Typische Beispiel, wie Infrastruktur missbraucht wird, um die Nahversorgung zu begraben. Gärtner, Werkzeug-, Elektrohandel & Co haben dem grenzenlosen Wahn der Kontinental-Konzerne nichts entgegen zu setzten.

Re: Obi und Hornbach straucheln, Baumax hofft

Weil der Durchschnittsbürger nicht zwischen einem Fachgeschäft und einen Ramschladen unterscheiden kann!

Es gab von Anfang an zu viele Baumärkte in Österreich

.
Die Lieferanten haben sich ein Wachstum der Branche erhofft, was aber an natürliche Grenzen gestoßen ist. Und der Überlebens-Preiskampf gab den Ketten den Rest.

Re: Es gab von Anfang an zu viele Baumärkte in Österreich

Gibt es eigentlich einen Baumarkt der seine Mitarbeiter tatsächlich weiterbildet? Ich hab immer das Gefühl die Ausbildung dort hört gleich nach dem Grüßen auf.

Re: Re: Es gab von Anfang an zu viele Baumärkte in Österreich

.
Der ruinöse Preiskampf im Baustoffhandel erlaubt keine der erforderlichen Kompetenz von Verkaufsberatern angemessenes Lohnniveau. Davon leben dann die Gerichte und einschlägige Medienserien.

Schön dumm schau ma aus da Wäsch

Habe mir unlängst beim Bauhaus Bürosesselrollen gekauft. 5 Stück je 5,30 Euro. Extra verrechnet die metallenen Verbindungsstifte 5 Stück je 1,90 Euro. Zu Hause angekommen montierte ich die Flüsterrollen. Die haben sich kaum bewegt. Sie steckten mehr oder weniger fest. Bauhaus hat sie ohne viel Herumgerede anstandslos rückverrechnet.
Was mich trotzdem maßlos wurmt: Wie kommen solche schadhaften Produkte überhaupt zum Kunden? Wer ist dafür verantwortlich, dass ein derartiger „Dreck“ (ich vermute es steckt eine asiatische Exportfirma dahinter) verkauft wird??? Überdies komme ich mir als bar zahlender Kunde immer mehr gefrotzelt und hinters Licht geführt vor. Mich wundert´s nicht, wenn Baumärkte in die Miesen abdriften: Sie kaufen billig ein/günstig, und verkaufen den neuwertig-reparaturbedürftigen Krempel fahrlässig-rücksichtlos an uns gelackmeierten Konsumenten weiter.

Re: Schön dumm schau ma aus da Wäsch

Da haben sich offensichtlich 2 Ahnungslose gefunden, einmal ein "Schlitzohr" und ein "monkey" vom Bauhaus.

Was Du da gekauft hast sind gebremste Rollen, die sich nur drehen, wenn man ordentlich auf dem Drehstuhl sitzt und solcherart die Bremsen gelöst werden.

Das soll ein Wegrutschen des Drehsessels bei ungünstigen Sitzen und in der Folge Verletzungen verhindern.

Re: Re: Schön dumm schau ma aus da Wäsch

Die Räder haben (unüblich) blockiert. Und selbst auf dem Stuhl sitzend kam ich kaum vom Fleck. Hab die Hin- und Herrollerei etliche male ausprobiert, der Erfolg war gleich Null. Weder vorwärts, rückwärts oder seitwärts war eine beschleunigte Verbesserung wahrzunehmen. Habe in meinem langen Leben schon etliche Räder nachjustiert, nur ein derartiger (…) ist mir bis heute nicht untergekommen. Aber vielleicht denken Sie jetzt ich sitze liegend auf dem Bürosessel? Dann ist eine natürliche Fortbewegung (wie Sie sie verstehen) ja wohl kaum möglich. Trotzdem, herzliche Grüße und ein erfolgreiches Jährchen 2013

Re: Schön dumm schau ma aus da Wäsch

Sie kaufen billig ein/günstig, und verkaufen den neuwertig-reparaturbedürftigen Krempel fahrlässig-rücksichtlos an uns gelackmeierten Konsumenten weiter.

Es gilt natürlich auch für die Baumärkte die Unschuldsvermutung (Schlitzohr)

Re: Schön dumm ... "an uns gelackmeierten Konsumenten weiter":

Nicht an uns; ich geh'dort nicht hin!

Sie sind ein "gelackmeiertes" Wiederholungsopfer, wie Sie selbst erkennen!

Die meisten dieser "Schnäppchenjäger" haben auch noch die A-Vignette um überhaupt dorthin zu kommen!

Schnipp schnapp Schnäppchen,
jedem sein Deppchen!

Re: Re: 3- zur Zeit, ...

heißt OBI, Horngach und Baumax "haben gewertet"? :-o

1 1

Re: Schön dumm schau ma aus da Wäsch

sehr interessant...

da fehlen noch ein paar ...

Banken, Automobil und Baumärkte sind in der Krise. Bin schon gespannt, wann die Elekto- und Möbelbrache folgen.

Wachstum auf Pump mit der 0% Finanzierungslüge zuzüglich Nebenspesen zu finanzieren geht auf Dauer nicht.

5 1

Re: da fehlen noch ein paar ...

Die ehemalige echte Möbelbranche ist schon lange im sterben.
Von dem Mist der beim schwedischen und sonstigen L...... ,..... z verscherbelt wird kann doch keiner von Möbel sprechen !!

Re: Re: da fehlen noch ein paar ...

dann musst was gscheites kaufen!
wennst zum Billigstanbieter rennst bist selber Schuld!

0 0

Re: Re: Re: da fehlen noch ein paar ...

Hatte ich irgendwo erwähnt ,das ich in diesen Läden einkaufe???

8 0

...flossen 40 mio aus dem privatvermögen der Essl's

na ja, wenn man bedenkt das das Privatvermögen der Ess's aus den Baumäxen aufgebaut wurde ist so ein Schritt nur recht und billig.
Sollten sich aber auch andere zu Herzen nehmen.

Re: ...flossen 40 mio aus dem privatvermögen der Essl's

Die 40 Mio. haben sie sicher nur unter Druck der Banken gezahlt. Fragt sich nur wieso sie erneut einen Kredit aufnehmen wenn das zehnfache in den Stiftungen angelegt ist? War jetzt eine blöde Frage: dort ist die Rendite höher.

Schreibfehler

"Schon länger sanierungsbedürftig ist die österreichische Kette Baumax. Die Gruppe machte zuletzt bei 1,25 Mio. Euro Umsatz 57 Mio. Euro Verlust."

Da sind hoffentlich 1,25 Mrd. € Umsatz gemeint :)

Re: Schreibfehler

.
Wenn man sie NICHT HAT, ist es egal, ob es Millionen oder Milliarden sind ...

Re: Schreibfehler

vielleicht wurde der artikel von herrn zirm verfasst. der ist immer ein bischen ungenau

Re: Schreibfehler

danke, ich wollte es gerade schreiben...

Re: Re: Schreibfehler

Lauter Lehrer, lauter Lehrer - statt dass sie Ferien machen!

Re: Schreibfehler

Schade, man meint einen Artikel eines kompetenten Redakteurs zu lesen, u. dann können Milliarden nicht von Millionen unterschieden werden => Wechsel zu SN HD

Re: Re: Schreibfehler

Mehr als eine Milliarde (1000 Millionen) Euro Umsatz halte ich für nicht wahrscheinlich, es könnte sich um
125 Millionen Euro handeln.

Re: Re: Re: Schreibfehler

ich hoffe für baumax, dass es doch 1,25 mrd sind, denn wenn sie mit 125 mio umsatz 57 mio verlust schreiben brauchen sie über ein sanierungsprogramm nicht mehr nachzudenken!

Re: Re: Re: Schreibfehler

Der Gesamtumsatz der bauMax-Gruppe hat sich im Jahr 2011 um rund + 3 % auf 1,52 Mrd. EUR erhöht. Ende 2011 waren bei bauMax rund 11.000 Mitarbeiter beschäftigt. Die Anzahl der bauMax Märkte ist im vergangenen Jahr auf 155 angewachsen. Es wurden insgesamt sechs neue Standorte eröffnet: Pleven (BG), Bukarest II (RO), Karlovac (HR), Izmir, Bodrum und Ankara (TR).

Re: Re: Re: Re: Schreibfehler

Stand Dezember 2012: 9200 Mitarbeiter

Re: Re: Re: Schreibfehler

nein - es sind wirklich Milliarden

Hobbyökonom