Inflation sinkt 2012 auf 2,4 Prozent

2011 war die Inflationsrate noch bei 3,3 Prozent gelegen. Für 2013 erwartet die Statistik Austria einen weiteren Rückgang.

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Symbolbild Inflation – (c) Erwin Wodicka BilderBox com (Erwin Wodicka BilderBox com)

Im vergangenen Jahr mussten die Österreicher deutlich tiefer fürs Wohnen und Essen in die Tasche greifen. Die heimische Inflationsrate ist 2012 auf 2,4 Prozent zurückgegangen - nach 3,3 Prozent im Jahr davor. Im Dezember blieb die Jahres-Rate laut Statistik Austria mit 2,8 Prozent ebenso hoch wie im Vormonat November. Für 2013 erwarten die Statistiker aufgrund der schwachen konjunkturellen Entwicklung keinen Anstieg der Teuerung, sondern eher einen Rückgang. Die Europäische Zentralbank (EZB) sieht Preisstabilität bei einer Teuerungsrate von maximal zwei Prozent gewährleistet. Diesen Schnitt erreichte Österreich in den Jahre 2001 bis 2010

AK: Menschen spüren Teuerung Tag für Tag

Die Arbeiterkammer zeigte sich angesichts der aktuellen Inflationszahlen alarmiert: Die Preissteigerungen seien "immer noch hoch - vor allem bei den Ausgaben, die jeder hat". "Die Menschen spüren Tag für Tag, wie teuer alles ist", betonte AK-Präsident Herbert Tumpel in einer Aussendung. Die AK wünscht sich "klare Maßnahmen gegen die Preistreiber": So müsse etwa die Mietpreis-Spirale durch eine Reform des Mietrechts gestoppt werden.

Im Jahr 2012 stieg die Ausgabengruppe "Wohnung, Wasser und Energie" um 3,3 Prozent: Haushaltsenergie stieg um 3,6 Prozent, Heizölpreise um 8,4 Prozent; Gas kostete 5,0 Prozent mehr, Fernwärme um 8,0 Prozent und Strom um 0,8 Prozent. Wohnungs-Instandhaltung kam um 2,5 Prozent teurer. "Nahrungsmittel und alkoholfreie Getränke" wurden im Gesamtjahr 2012 im Schnitt um 3,3 Prozent kostspieliger. Der Bereich "Verkehr" verteuerte sich um 2,6 Prozent, primär verursacht durch die - im Jahresverlauf nachlassende - Dynamik bei den Spritpreisen (plus 6,3 Prozent).

Miniwarenkorb um 4,1 Prozent teurer

Der typische tägliche Einkauf - der sogenannte "Mikrowarenkorb", der hauptsächlich Nahrungsmittel enthält - hat in Österreich im Dezember um 4,1 Prozent mehr gekostet als ein Jahr davor; im November hatte der Jahreszuwachs hier noch 3,8 Prozent ausgemacht.

Der starke Anstieg der Nahrungsmittelpreise gegen Jahresende sei mit einem Anstieg der Fleischpreise im Jahresvergleich (plus 5,8 Prozent) zu erklären, betonte Auer. Der überraschend deutliche Anstieg könnte möglicherweise mit Preis-"Nachzieheffekten" zusammenhängen, weil sich Fleisch zuvor nicht in dem Maß verteuerte habe wie andere Lebensmittel. "Genau wissen wir es aber nicht." Ebenfalls deutlich teurer im Jahresabstand wurden Kaffee, Tee, Kakao (plus 8,3 Prozent), Zucker, Marmelade, Honig (plus 5,3 Prozent), Brot und Getreideerzeugnisse sowie Gemüse (jeweils plus 3,8 Prozent) und Milch (plus 3,5 Prozent). Lediglich Obst (minus 9,3 Prozent) verbilligte sich im vergangenen Jahr.

2013: "Schaue ungern in die Glaskugel"

Für 2013 rechnet die Statistik Austria nicht mit einem Anstieg der Inflationsrate, sondern eher mit einem Rückgang, ohne eine konkrete Prognose abzugeben. "Ich schaue ungern in die Glaskugel", sagte Statistik-Austria-Volkswirt Josef Auer. Die weitere Entwicklung der Teuerung sei sehr stark abhängig von der Konjunkturentwicklung und den eng damit verbundenen Rohölpreisen.

(APA)

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