Inflation sinkt 2012 auf 2,4 Prozent

16.01.2013 | 16:19 |   (DiePresse.com)

2011 war die Inflationsrate noch bei 3,3 Prozent gelegen. Für 2013 erwartet die Statistik Austria einen weiteren Rückgang.

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Im vergangenen Jahr mussten die Österreicher deutlich tiefer fürs Wohnen und Essen in die Tasche greifen. Die heimische Inflationsrate ist 2012 auf 2,4 Prozent zurückgegangen - nach 3,3 Prozent im Jahr davor. Im Dezember blieb die Jahres-Rate laut Statistik Austria mit 2,8 Prozent ebenso hoch wie im Vormonat November. Für 2013 erwarten die Statistiker aufgrund der schwachen konjunkturellen Entwicklung keinen Anstieg der Teuerung, sondern eher einen Rückgang. Die Europäische Zentralbank (EZB) sieht Preisstabilität bei einer Teuerungsrate von maximal zwei Prozent gewährleistet. Diesen Schnitt erreichte Österreich in den Jahre 2001 bis 2010

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AK: Menschen spüren Teuerung Tag für Tag

Die Arbeiterkammer zeigte sich angesichts der aktuellen Inflationszahlen alarmiert: Die Preissteigerungen seien "immer noch hoch - vor allem bei den Ausgaben, die jeder hat". "Die Menschen spüren Tag für Tag, wie teuer alles ist", betonte AK-Präsident Herbert Tumpel in einer Aussendung. Die AK wünscht sich "klare Maßnahmen gegen die Preistreiber": So müsse etwa die Mietpreis-Spirale durch eine Reform des Mietrechts gestoppt werden.

Im Jahr 2012 stieg die Ausgabengruppe "Wohnung, Wasser und Energie" um 3,3 Prozent: Haushaltsenergie stieg um 3,6 Prozent, Heizölpreise um 8,4 Prozent; Gas kostete 5,0 Prozent mehr, Fernwärme um 8,0 Prozent und Strom um 0,8 Prozent. Wohnungs-Instandhaltung kam um 2,5 Prozent teurer. "Nahrungsmittel und alkoholfreie Getränke" wurden im Gesamtjahr 2012 im Schnitt um 3,3 Prozent kostspieliger. Der Bereich "Verkehr" verteuerte sich um 2,6 Prozent, primär verursacht durch die - im Jahresverlauf nachlassende - Dynamik bei den Spritpreisen (plus 6,3 Prozent).

Miniwarenkorb um 4,1 Prozent teurer

Der typische tägliche Einkauf - der sogenannte "Mikrowarenkorb", der hauptsächlich Nahrungsmittel enthält - hat in Österreich im Dezember um 4,1 Prozent mehr gekostet als ein Jahr davor; im November hatte der Jahreszuwachs hier noch 3,8 Prozent ausgemacht.

Der starke Anstieg der Nahrungsmittelpreise gegen Jahresende sei mit einem Anstieg der Fleischpreise im Jahresvergleich (plus 5,8 Prozent) zu erklären, betonte Auer. Der überraschend deutliche Anstieg könnte möglicherweise mit Preis-"Nachzieheffekten" zusammenhängen, weil sich Fleisch zuvor nicht in dem Maß verteuerte habe wie andere Lebensmittel. "Genau wissen wir es aber nicht." Ebenfalls deutlich teurer im Jahresabstand wurden Kaffee, Tee, Kakao (plus 8,3 Prozent), Zucker, Marmelade, Honig (plus 5,3 Prozent), Brot und Getreideerzeugnisse sowie Gemüse (jeweils plus 3,8 Prozent) und Milch (plus 3,5 Prozent). Lediglich Obst (minus 9,3 Prozent) verbilligte sich im vergangenen Jahr.

2013: "Schaue ungern in die Glaskugel"

Für 2013 rechnet die Statistik Austria nicht mit einem Anstieg der Inflationsrate, sondern eher mit einem Rückgang, ohne eine konkrete Prognose abzugeben. "Ich schaue ungern in die Glaskugel", sagte Statistik-Austria-Volkswirt Josef Auer. Die weitere Entwicklung der Teuerung sei sehr stark abhängig von der Konjunkturentwicklung und den eng damit verbundenen Rohölpreisen.

(APA)

 
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54 Kommentare
 
12
julrich
17.01.2013 11:47
0

Miniwarenkorb um 4,1 Prozent teurer

Das ist auch ein Wert auf den ich bei meinen Einkäufen in den letzten Jahren war.
Immer so zwischen 3-5% bei allem was ich normal monatlich kaufe/bezahle.

Es ist halt fraglich ob man hier nicht allgemein beide Prozentwerte kommuniziert. Ist halt fraglich was jemand mit niedrigen Einkommen eine Inflationsrate bringt in der Dinge enthalten sind die er sich nicht leisten kann.

cerberus
17.01.2013 08:27
2

Glaubt doch eh kein Mensch mehr

was da periodisch durch gezielte Desinformation publiziert wird. Hier müssen niedrigste Werte unters Vok gebracht werden, um die armseligen Lohnerhöhungen und die erbärmlichen Sparzinsen offiziell zu rechtfertigen.

achill
17.01.2013 08:07
0

die Inflation

singt und singt - und mit klingen die Ohren (und leider gar nicht die Brieftasche).

berndmoron
16.01.2013 20:27
4

auf heizöl 20% ust draufschlagen

ist überhaupt die größte frechheit.

sackbauer
16.01.2013 18:51
3

die

Linken Träumer werden es nie kapieren

ruck_zuck
16.01.2013 18:38
7

ahahaha...

... wohl der Witz des Tages!

Analphabet
16.01.2013 18:33
9

Lügenbarone

sind unterwegs.

achill
16.01.2013 18:13
4

bitte bitte

neueste Inflationsumfragen im Salzburgerhof beachten!

sepp4
16.01.2013 17:37
5

Alles

wird teurer nur die Pensionen und der Gehalt der Staatsbediensteten bleibt gleich. Danke Frau Fekter!

thomasaltendorf
16.01.2013 16:17
15

die inflationsrechnung

ist ein betrug der sonderklasse, der warenkorb müßte auf energie, lebensmittel, wohnen, verkehr begrenzt werden. damensurfanzug gr.46 haben im warenkorb nichts zu suchen, auch wenn er gerade um 37% günstiger geworden ist.

Antworten hast
17.01.2013 20:44
0

Re: die inflationsrechnung

abgesehen davon:

bei technischen und elektronischen geräten wird die technische weiterentwicklung eingepreist!

soll heißen: wenn der durchschnitts-fotoapparat letztes jahr 1000 megapixel hatte und 100.-euro kostete, und der heutige durchschnitsfotoapparat 100.-euro kostet, aber 1500 megapixel hat, ist der fotoapparat BILLIGER GEWORDEN!

das funktioniert bei allen gräten. waschmaschinen mit einem programm mehr, tel. mit etwas mehr speicherkapazität,...

mit derartigen methoden kann man natürlich tolle inflationswerte veröffentlichen.

ServusMiteinend
16.01.2013 14:02
14

Nur mehr bei 2,4% ?

Die Pensionisten kriegen 1,8% Pensionserhöhung. Viel mehr Inflation kann sich die Masse eh nicht leisten.

Mühsam ernährt sich das Eichhörnchen, das uns die letzten Euros aus den Taschen zieht damit es sich die Vorratsdatenspeicherung leisten kann ...

iggi
16.01.2013 13:34
12

"Nahrungsmittel allein kosteten um 4,9 Prozent mehr."

somit stellt bunkern von lebensmitteln eine unversteuerte investition dar.

Antworten jordi.laforge
16.01.2013 13:47
8

Re: "Nahrungsmittel allein kosteten um 4,9 Prozent mehr."

Ein voller Öltank bringt derzeit noch mehr.

Nachhaltige Rendite bringt aber so gesehen ein eigener Garten.

RAL
16.01.2013 13:23
16

FEIN

Da ich mir täglich einen Fernseher, einen Laptop und ein Handy kaufe, mein KFZ mit Wasser fährt, mein Vermieter großzügigerweise keine Miete verrechnet und ich nur einmal im Monat Nahrung zu mir nehme, werde ich mit der kommenden auf diese Inflationswerte basierende Lohnerhöhung, mehr als das Auslangen finden. ;-)

Pilatus
16.01.2013 13:14
6

Wo die Kaufkraft schwindet

siehe Griechenland, Frankreich und Zypern, geht die Inflation zurück. Doch es gibt auch ein Land mit einer hohen Kaufkraft und die Nahrungsmittel wurden dort nicht teurer sondern billiger. Dieses Land trägt den Namen Schweiz. Ist das nicht ein Beispiel dafür, dass wir in Österreich die Inflation zum größten Teil nicht selbst verursachen?

Antworten Monte Rosa
16.01.2013 18:44
4

Re: Wo die Kaufkraft schwindet

Nominell haben Sie Recht. Der Grund liegt einfach darin, dass durch die massive Aufwertung des Frankens alle Importe entsprechend billiger geworden sind. Eigentlich müssten die Preise in der Schweiz noch mehr fallen. Aber bis dato wurden eben diese Importverbilligungen nicht zu Gänze an die Endkunden weiter gegeben.

Paco
16.01.2013 12:58
11

Mein Gott, ...


... haben wir ein Glück, dass wir in der EU und im Euro sind!

Denn wären wir außerhalb so wie die Schweiz, hätten wir vielleicht auch eine deflationäre Preisentwicklung (CH: 2012: -0,7%!!!).

Antworten Albert Keinstein
16.01.2013 15:24
1

Re: Mein Gott, ...

sie hätten als inhaber/mitarbeiter eines einzelhandels in grenznähe auch die a-karte, weil ihre umsätze im keller wären.

sie hätten als im fremdenverkehr tätiger ähnliche gefühle, da sie einen rückgang der deviseneinkünfte in höhe von 10% zu beklagen hätten.


Antworten Antworten Analphabet
16.01.2013 18:35
3

Re: Re: Mein Gott, ...

nicht bemerkt, bei uns sinken die Realeinkommen, dort steigen sie. Und nicht alle wohnen in Grenznähe.

Antworten jordi.laforge
16.01.2013 13:06
4

Re: Mein Gott, ...

Und Deflation ist gut?

Sie sollten mal Japaner darüber befragen, oder die Schweizer selbst.

Antworten Antworten persil 4.0
16.01.2013 13:22
12

Re: Re: Mein Gott, ...


Die Schweizer freuen sich jedenfalls darüber, wenn alles billiger wird!

NoNa!

Besonders Autos und Lebensmittel sind erheblich billiger geworden!

Das billigste Mineralwasser ist jedenfalls billiger als das billigste Mineralwasser in Österreich!

Ist mir selbst aufgefallen.

Elektronikartikel sind sowieso billiger als bei uns, hängt natürlich auch mit der wesentlich niedrigeren Umsatzsteuer zusammen!

Und nachdem auch eine schweizer Putzfrau ein Mindesteinkommen von 3600 Fränkli bekommt, leben die Schweizer sehr gut damit!


Antworten Antworten Antworten jordi.laforge
16.01.2013 13:46
2

Re: Re: Re: Mein Gott, ...

Deflation heißt nicht, dass die Produkte billiger werden, sondern dass das Geld mehr wert wird.

Am Anfang kommt das Gleiche raus, aber irgendwann beginnen die Konsumenten ihre Käufe nach hinten zu verschieben, weil man morgen mehr darum bekommt. Auf Dauer ist die Spirale tötlich. Siehe Große Depression.

Zum Mineralwasser:
Das liegt daran, dass man in Ö überall das Leitungswasser trinken kann und Mineralwasser ein Luxusgut ist. In der Schweiz ist das nicht so, somit wird mehr gekauft, somit ist es billiger. In Spanien kostet Mineralwasser 8Cent der Liter, weil man das Leitungswasser praktisch nirgends trinken kann.

Zu den billigeren Lebensmitteln:
1. Effekt: Die Scheiz importiert sehr viele Lebensmittel aus Euro/Dollar-Ländern, und durch den starken Franken wurden die Produkte billiger (so auch die Elektrogeräte)
2. Effekt: Die Schweizer haben horrende Steuern auf Mineralöl und zwingen seit Jahren die Transportwege zu verkürzen. Effiziente Transportwege halten den Preis nach unten. Besonders wenn der Ölpreis steigt.
http://de.wikipedia.org/wiki/Mineral%C3%B6lsteuer_%28Schweiz%29

Und zur Putzfrau:
1) die hat keine Sozialversicherung, so wie sie
2) die hat keine Arbeitslosenversicherung so wie sie
3) die hat keine Früh-/Pension so wie sie.
Über das Leben gesehehn (mit Krankheit und Pension) verdient sie einen Nasenrammel.
Jetzt gehts ihr halt nicht soo schlecht und verdient wenigstens anständig, im Gegensatz zu einer Putzfrau in Ö, die wenn sie früh stirbt gar nichts sieht.

Antworten Antworten Antworten Antworten Monte Rosa
16.01.2013 18:49
2

Re: Re: Re: Re: Mein Gott, ...

Eine Korrektur: Die Steuern auf Mineralöl sind in der Schweiz tief, die MWSt. mit 8% auch. Die Steuern auf Benzin liegen etwa gleichauf mit Österreich, beim Diesel sind sie etwas höher.

Antworten Antworten Antworten Antworten Antworten persil 4.0
16.01.2013 19:42
1

Re: Re: Re: Re: Re: Mein Gott, ...


Der Preis für die Treibstoffe an der Zapfsäule ist ungefähr der Gleiche wie in Österreich, manchmal etwas billiger.

Antworten Antworten Antworten Antworten Antworten Antworten jordi.laforge
17.01.2013 07:54
0

Re: Re: Re: Re: Re: Re: Mein Gott, ...

Hier wird die normale "Mineralölsteuer" der Tankstelle angesprochen.
Was noch dazukommt sind die Zölle:
http://www.ezv.admin.ch/dokumentation/01854/01856/index.html?lang=de
Zu beachten: das sind nicht die Steuern, die noch dazukommen. Auf den Preis, den der Zoll einhebt, werden dann noch die anderen Steuern draufgepumpt.

PS:
Habe nicht gesehen, dass das in Wikipedia nicht dabei ist.
PPS:
Steuern sind nur ein Teil der Kosten für Benzin. Vielleicht sind sie besser aufgestellt, kaufen billiger ein, vertrauen nicht auf einen Hauptversorger?

 
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